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Südwestdeutsche Heimatblätter.

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.Abtlg 1846 S. 23 und nach eigenen Nachforschungen
chon zu Anfang des vorigen Jaährhunderts entweder
janz zerstört oder ihres Inhalts beraubt worden sind
zu der zweiten Gruppe gehören fünf Hügel, von denen
der eine im Volksmund „Fuchshügel“ genannte durch
Fuchs- und Dachsröhren durchwühlt ist Förster Schäfer
zon Auersmacher, der auf meine Bitte den Wald nach
allen Richtungen durchstreifte, hat diese Gruppe, die
Schröter unbekannt war, entdeckt Die Hügel find in
!-Form so angeordnet, daß drei im waggerechten, die
ibrigen im senkrechten Strich des 7 liegen, in Eutfer—
riungen von ungefähr 35—50 Meter auseihander, von

ich aber für eine steinzeitliche Bestattung oder Wohn
rube an dieser Stelle kein Anhalt ergeben hat
Auch die Ausgrabungen an Grabhügeln,. die im Grün—
»achwald der Gemeinde Böckweiler liegen, haben Boden—
irkunden für die Stufe 2 der Latène-Zeit geliefert An
erster Stelle zu nennen ist hier ein eiserner Helm
Abb. XIV), ein wegen der Seltenheit dieser Helme
iußerordentlich wertvolles Fundstück Dabei lagen die
n der Abbildung unter dem Helm sichtbaren beiden
isernen Koppelringe, während von dem eisernen Schwert
ich nichts mehr erhalten hat Auch die handgeformte
ürne mit hohem Hals aus demselben Grabhügel (Abb
IV) und die beiden rechts von ihr abgebildeten Drei—
zotenringe aus Bronze sowie zwei aus demselben Grab—
)ügel stammende Fibeln vom Frühlatèneschema mit
reiem zurückgebogenem Fuß gehören dieser Zeit an
In einem der vorerwähnten Grabhügel fand sich eine
auf der Töpferscheibe hergestellte Urne mit Knochen—
asche vor (Abb. XIV). In der Knochenasche lag das
Fragment einer eisernen Fibel vom Mittellatene-Schema,
einer Fibel, deren zurückgebogenes Fußende den Bügel
umfaßt (Abb. XIV.) Wiewohl wir die Verwendung
der Töpferscheibe bereits in der Frühlatéènezeit finden,
zann diese Urne ihrer Form nach erst in der Spät—
atenezeit, der Zeit von 120 v. Chr. bis Christi Geburt ent—
tanden sein. Dieser Hügel ist demnach erst zu Anfang
)es letzten vorchristlichen Jahrhunderts errichtet worden
Dder zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sind zwei Brand—
zräber zuzuweisen, die vor einigen Jahren in Hüttig—
veiler, Kre Ottweiler und in Bergweiler bei Tholey frei—
jelegt worden sind In Hüttigweiler sind schon 1898
ßräber der Spätlatènezeit entdecht worden Das jetzt
rufgefundene Grab besteht aus einer Spätlatène-Flasche
aus Ton, welche die Knochenasche und einen eisernen
Ring enthielt, und einem Napf (Abb. XV.) sowie
Scherben. Von dem Bergweiler Brandgrab konnten nur
ioch ein kleiner handgeformter Napf. ein ebenfalls hand—

Abb. XIV

Hügelmitte zu Hügelmitte gemessen. Die Abb. XIII
zeigt die wichtigsten Fundstücke, die diese Hügel ent—
halten haben Die Urnen bestanden selbstverständlich nur
ioch aus Scherben, es gelang aber in mühevoller Ge—
»uldsarbeit sie wieder herzustellen Die prächtig ver—
zierten Armringe mit puffer- oder petschaftförmigen End—
znöpfen lieferte der Fuchshügel. und zwar zwei gleiche
voon der Form Abb. XIII und einen von der Form
Abb XIII. Diese Ringe ermöglichen im Zusammenhang
mit der Urne Abb XIII die Datierung der Hügel Denn
eine Urne von der gleichen Form hat der damalige Di—
zektor des Trierer Provinzialmuseums Professor Hettner
in einem Grabhügel-im Gemeindewald „Lindscheid“ von
Besseringen, Krs Merzig, zusammen mit einer Früh—
satène-Fibel und einem Armring mit verstärkten End—
knöpfen gefunden Solche Armringe, deren Endknöpfe
der Puffer- oder Petschaftform gleichen, sind charakte
ristisch für die Stufe 2 der Latènezeit, die Zeit von 400
dis 300 v Chr. Dieser Zeit gehören demnach die Grab
zügel im Mühlenwald der Gemeinde Auersmacher an
Die sie errichtet haben, waren, wie schon erwähnt, Kelten
Ob sie von dem keltischen Stamme der Treverer oder
Mediomatriker herrühren, muß wohl für diese frühe Zen
wenigstens vorläufig noch unentschieden bleiben Die
Deffnung der genannten Grabhügel hatte noch ein über—
raschendes Ergebnis Reste einer Brand- oder brand—
losen Bestattung konnten nicht festgestellt werden Nur
in einem Hügel fanden sich einige ealeinierte Knochen—
stückchen frei im Boden vor. Bei den Scherben der Ge—
äße, die aus den Scherben wieder zusammengesetzt
verden konnten und ohne Zweifel als Ossuarien gedient
haben, fand sich nicht das geringste Knochenstückchen vor
Ddennoch nötigt der Befund zur Annahme einer brand—
losen Bestattung Schließlich sei noch erwähnt, daß das
n Abb. XIII dargestellte Fundstück, eine neolithische Pfeil—
spitze aus Feuerstein, sowie ein anscheinend von einer
Klinge herrührendes Stück Feuerstein bei den Scherben
des ssuariums des Grabhügels II gefunden wurden, daß

Abb. XV

jseformter mit einem glänzend schwarzen Ueberzug ver—
ehener Fußbecher (IAbb. XV.) und Scherben einer
Imphore. die wohl die Brandasche enthalten haben wird
geborgen werden
Wir sind am Ende der vorgeschichtlichen Zeit angelangt
Hegen Ende dieser Zeit erscheinen die Römer, die rund
00 Jahre auch in uͤnserer Heimat herrschten und zahl⸗
eiche Bodenurkunden ihrer Kultur hier hinterlassen
zaben. Der Römerherrschaf? wurde durch die Alemannen
ind Franken ein Ende bereitet Auch über die durch
zie Bodenforschung festgestellten neuen Urkunden dieser
Zeit, die als die frühgeschichtliche bezeichnet wird. hoffe
SP an dieser Stelle berichten zu können
            
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