Südwestdeutsche Heimatblättet.
Nr.
iannt; 1914 noch in zirka 20 Exemplaren vorhanden. Seit
1924 anscheinend durch Sammler ausgetilgt. Ebenso
zidens cernus tripalita. Noch vorhanden breitfrüchtiger
Wasserstern. Weiherstältte Brutstelle von mehreren Rohr—
sängerarten, Teichhuhn und Wasserralle; zur Zuggeit
Raststätte von Wassergeflügel.
7. Saarbrücken — Deutschherrnhaus und Siebgziger—
zaserne. Zwei starke, formenschöne Linden.
8. Saarbrücken — Am Franzenbrünnchen. Zwei
mächtige deutsche Pappeln.
9. Saarbrücken — Spichererbergstraße.
Starke, zu erhaltende Eibe.
10. Saarbrücken — Luisenanlagen. Drei alte
Schwarzpappeln von 3,60—4 Meter Umfang. Gefährdet.
Sicherung der schweren. zum Bruch neigenden Aeste er—
fordert.
Meßtischblatt 3556.
1. Saarbrücken-St. Johann. Im Stadtwald an
Straße nach Stuhlsatzenhaus mächtige Rottanne. Schönstes
Fichtenexemplar im ganzen Gebiet. Unbedingt als Natur—
denkmal zu erklären.
2. Saarbrücken-St. Johann. Beim „Heiden—
kopf“ mächtige Rotbuche von 4 Meter Umfang und
schönem Wuchs. Charakterbaum dieses Winkels. Gefährdet
durch Wettereinflüsse und sorgebedürftig.
3. Saarbrücken. Hofgut Eschberg. Stattliche
deutsche Pappel mit 38 Meter Stammumfang am Esch—
derg-Weg. Umgebung Niststätte von Wendehals und Zaun—
uimmer sowie Nachtigall und Gartenrotschwanz. — Im
Eschbergpark alte, mächtige Weide, ähnliche Kastanien
sowie fremde Zierhölzer. — Auf Höhe 382 am Rande des
Staatsforstes gewaltige Eiche von 4.5 Meter Umfang, 1929
zdurch Blitzschlag schwer beschädigt. — Bei den Steinbrüchen
am Helmerswald noch drei weitere ähnliche Eichen mit
Stammumfängen von 4 und 38 Meter.
4. Saarbrücken. Winterberg. Formenschöne
Sandsteinkuppe mit Winterberg-Denkmal (1870), dem
Wahrzeichen der Stadt. Mischwald mit stattlichen Edel—
zastanien, Weymouthskiefern und Bergstauden. Verschie—
dene Zierbäume und Ziergehölze. Auf der Südwestseite
Parkanlagen mit selten starken Koniferen. Sechs hervor⸗
ragend stattliche Exemplare von Sequvis gigantea mit
Stammumfängen von 8 Meter und Höhen von 30 bis
35 Meter. Reiche Vogelwelt. Bereits 1918 als Naturschutz-⸗
gebiet erklärt. Seitdem aber Bestand vielfach gelichtet und
Natur durch Villenbauten gefährdet.
5. Saarbrücken-St. Arnual. Mächtige Trauer—
veide bei den St. Arnualer Wiesen.
6. Saarbrücken-St. Arnual. Starke Edel—
kastanie beim Forsthaus.
7. Saarbrücken. Stiftswald. Von Lothringen an—
streichender, 335 Meter hoher und mit Felswand von 140
Meter steil zur Saar abfallender Sandstein-Höhenrücken.
Vorgeschichtliche Wallanlage mit Steinwall und Graben.
höhe 335 als Fliehburg nach Westen abgeriegelt. Ein ab—
zeschnürter Teil in diesem Befestigungsbering (Jagen 12)
als Reduit für sich befestigt durch einen nach Westen ge—
richteten Steinwall mit Graben. — Das ganze Bergmassiv
überkleidet von urwüchsigen Forsten mit besonders statt—
lichen Buchen und selisamen Baumformen, wie Zweibein—
und Harfenbuche, Kiefernbuche, Eichenbuche. — Seltsame
Sandstein-Felsgebilde am „Felsenweg“ mit interessanten
Auswaschungen und Auswitterungen — Isländisches
Poos und Bärlapp. Berggebüsch mit Waldrebe, wildem
Hopfen u. a. Bereits 1913 als Schutzgebiet vorgesehen.
8. Saarbrücken. Tiefentaler Weiher. Waldweiher—
tätte mit idyllischer Umgebung. Nahe Felsgebilde
Teufelskanzel“ und „Teufelswürfel“, Waldgebiet der
IUmgebung beherbergt Schwarzspecht, Hohltaube und Pirol.
9. Saarbrücken-Halberg. Die „Heidenkapelle“.
Kelto-römische Kultstätte. Natürliche Felshöhle, künstlich
erweitert und umgestaltet. An der Rückwand Bildfeld, ver—
mutlich eines Mythrasbildes. Stufenaufgang, wohl zu
einem Predigtstuhl späterer christlicher Zeit, sowie Fels—
Rastbänke. Nach der Ortssage hier erste Kapellenftätte
St. Arnualdus von Metz, der die Gegend von 600-650
1 Chr. missionierte. Fund eines Crucisixus im Boden der
Zöhle scheint die Hoͤhle als christliche Kultstätte zu be—
tätigen.
10. Halberg-Park. Prächtiges Gewäld mit statt—
iichen Edelkastanien und Koniferen. Damwildgatter mit
—10 Damhirschen, darunter schwarzer Schaufler und
veißes Tier. Bestand an historischer Stätte des Nassau—
Zaarbrückschen Lustschlosses „Mon plaisir“, wo schon durch
Fürst Ludwig um 1780 Damwild gehegt wurde. Gewäld
Brutstätte von Hohltaube und Pirol. — Halberger Weiher.
Alte, stattliche Weiheranlage. Brutstätte von Wildente,
Waldwasserläufer und Eisvogel.
11. Fechingen. Starke Eiche mit 4 Meter Stamm—
uimfang am Wege Bübingen—Fechingen. — Die „Schweine⸗
ziefern“ bei Fechingen. Stattliche Schirmkiefern auf Sand—
rift. Alte Unterbäume der Weideschweine. Ornithologische
Zeltenheit hier der Wiedehopf (Upupas eépops).
42. Ormesheim. Dorfgarten mehrere alte Buchs—
bäume mit selten starker Stamm- und Kronenbildung.
13. Ensheim. An der Staffelstraße stattlichste Buchen—
hestände des Pfalzgebietes mit 40 Meter hohen Exem—
olaren von Rotbuchen.
414. Breitenberger Hof. „Dicke Eiche“. Starke
Ieche auf weitschauender Höhe. Charakterbaum der
döhe.
15. Kleinblittersdorf-Bübingen-Güdin—
Jen-Fechingen. Distrikte Vorderwald, Wehrholz,
Auberg. Weerwald, Birnberg. Muschelkalkplatte, Wald,
berggebüsch und Bergtriften mit Maßholder, Spindel—
»aum, Seidelbast, mehreren Enzian-Arten, Anéemone pul⸗
zatilla, zirka 20 Orchideenarten, darunter hervor—
ragendste Sonderheiten der Rheinlande, Kalkwerke be—
»rohen beste Teile des Gebietes. Schutzmaßnahmen unbe—
iingt erforderlich. — Norkommen des Siebenschläfers
Glis glis L.).
16. Bliesransbach-Ritthof. Weinberganlage
on Hektar Größe. Einzig erhalten gebliebene Reb—
inlage im Kreis Saarbrücken. Vermut':ch schon um 750
»egründete Weinberganlage, zu Kloster St. Denis in Paris
zehörig. Sonderheit des Gebietes, die unbedingt Erhaltung
herdient.
17. Bliesbolchen-Gräfinthaler Hof. Schachte
und Halden. Vermutlich vorgeschichtliche Gewinnungs—
tätten des goldhaltigen Quarzsandes, wie er im Gebiet
der unteren Blies lagert, zur Auswaschung des darin ent—
jaltenen Goldes.
Meßtischblatt 3557.
Blieskastel. „Gollenstein“. Vorgeschichtlicher,
vohl keltischer Menhir; 7,5 Meter hoch, an der Erde 1,50
nal 1,30 im Geviert, nach oben sich etwas verjüngend, roh
ꝛehauen. Trägt auf der Rüchseite in einer Nische ein kelto—
römisches Götterbild-Relief. Daneben das christliche Si—
znum J. H. 8S. Wie der „Spillstein“ von Rentrisch wohl
etistisches Religionsdenkmal und Sonnenkultstein. Däa—
ieben vielleicht Sonnenzeiger.
2. Niederwürzbach. Würzbacher Weiher. 1,5 Kilo—
neter lange, alte Weiheranlage mit anschließendem Rohr—
umpf. Beachtenswerte Sumpfflora. Bevorzugte Raststätte
urchziehender und streifender Stelzvögel wie Graureiher.
burpurreiher, Rohrdommel. Umgebung alte Barock-Edel⸗
itze der Pfalz-Zweibrückschen Zeit. — Bei den Ruinen
des ehemaligen Jagdschlosses Geiernest alte Linden und
derwilderte Ziersträucher. — Weiheranlage des Glas—
Jütter-Hof.
Meßtischblatt 3558.
1. Rilchingen. Altberühmte Salzquelle. Im Gebiet
dieser einige Sonderheiten einer salzholden Flora.
2. Habkirchen, Bliesmengen, Bliesbol—
hen Bliesschweyen. Kleine Weinbergflächen. Letzte
Reste eines einst ausgedehnten und blühenden Weinbaues
m unteren Bliestal. — Allenthalben im Raume aufgege—
»ner Rebflächen zerfallene Terrassen mit verwilderten
»ft starken Stöcken echter Weinreben.
Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr August Hellbrüek Drack und Verlag von Gebr Hofer A⸗G. Saarbrücken