Full text : 2.1884 (0002)

von gleicher Dimension — unter Art. 168
Pkt. 1 (2 Rbl. 75 Kop. vom Pud) dergleichen
Artikel aus Kupfer — als Drahtfabrikate unter
Art. 168 Pkt. 2 (3 Rbl. 30 Kop. vom Pud).
Farbiges Weißblech gleich farbigem
kisenblech — unter Art. 96 (1 Rol. 40 Kop.
vom Pud).
Runde Randstrohhüte jeder Art
mit einfacher Bandgarnierung am Boden —
unter Art. 223 Pkt. 3 (3 Rbl. 66 Kop, vom
Pfund), da diese Hüte nach dem Wert der zu
ihrer Garnierung aufgewandten Arbeit und dem
Charakter dieser Arbeit nicht unter den in
Art. 219 Pkt. 8 aufgeführten Kopfputz rubriziert
werden können.
Eiserne, mit Messing belegte Pedal—
tritte für Musikinstrumente — unter
Art. 165 Pkt. 2 (2 Robl. 20 Kop. vom Pud)
Seil-⸗Treibriemen — unter Art. 188
44 Kop. vom Pud).
Stroh⸗ und Spanfabrikate mit Ver—
zierungen aus Gewebe, Leder, Metall ꝛc. —
unter Art. 184 (88 Kop. vom Pfund).
Eiserne Dampfkessel — unter Art. 164
(1 Rbl. 10 Kop. vom Pud), alles Zubehör zu
denselben aber unter die entsprechenden Artike!
des Tarifs.
Heerde für cylindrische Dampf—
kessel, gesondert importiert — unter die ent—
sprechenden Artikel des Tarifs nach dem Haupt—
material, wobei nach Art. 175 als Hauptmateria!
dasjenige zu gelten hat, von welchem dem Ge
wicht nach mehr vorhanden ist

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Nr.“

odann die Kreuzgräbenschächte im Hangenden von
Brube Sulzbach und die Mayhachschächte des
zleichen von Grube Altenwald. Die 3 Anlagen
sind Anfangs der siebziger Jahre begonnen und
mit mehr oder weniger Schwierigkeiten abge—
teuft worden. Die Schächte haben sämmtlich
zinen runden Querschnitt, einen Durchmesser von
3 M. und sind mit Ringen von C-⸗Eisen aus
gebaut.
Der Erfolg der Aufschlußarbeiten und dem
zächstigen Ausrichtungen war ein verschiedener
eils durch äußere Einflüsse, teils durch die vor
zefundenen Lagerungsverhältnisse bedingter, unt
ennzeichnet sich der gegenwärtige Stand des
rein bergmännischen Betriebes in der Förderung
der 3 Gruben, welche täglich auf Camphausen
ingefähr 500 Tonnen, auf Kreuzgräben 10
Tonnen und auf Maybach 100 Tonnen beträgt
Da diese Gruben im Hangenden der alten
Bruben liegen, so befürchtete man, daß bei
einem Durchschlagen der neuen in die alten auch
die bedeutenden Wassermassen, welche die letzteren
zu Tage bezw. auf den Saarstolln heben, den
neuen Gruben zufließen würden, und beschlof
deßhalb einen streichenden Pfeiler zwischen den
Gruben unverritzt stehen zu lassen, um die Wasser
im Liegenden desselben abfangen zu können
Dieser Pfeiler sollte in der Horizontalen zwischen
der tiefsten Sohle der alten Gruben und der
»bersten der neuen 80 Meter Breite, nach dem
Hangenden zu eine senkrecht abfallende Begren—
zungsfläche haben und nach dem Liegenden eine
rechtwinklig auf den Schichten stehende; letzteres
venigstens für die nächsten Sohlen, um eine
dreite Grundfläche nach der Teufe zu erhalten
Hiernach ist derselbe auch projektiert worden
Von den einzelnen Schächten ist folgendes zu
rwähnen.
Von den beiden Camphausenförderschächten ist
Schacht 1499 Muttief. Auf beiden Schächten
st die Wettersohle angesetzt. Die erste Bau—
ohle liegt 228 M. unter Normalnull; 72 M.
darunter ist bereits die zweite Sohle in Angriff
zenommen Das Feld, welches die Schächte
aAbbauen sollen, wird nach den jetzigen Beschlüssen
eine Längenerstreckung von 2000 M. westlich und
1000 M. östlich der Schächte haben. Die Aus—
richtung und Förderung bewegt sich auf Flötz
3, jedoch sind auch die Flötze 4, 15, 6 und 7 in
normaler Beschaffenheit bereits aufgeschlossen
vorden. Außerdem besitzt die Grube noch einen
ritten Schacht, welcher ganz mit Eisen ausge—
saut wurde und als Wetterschacht dient.
Die Kreuzgräbenschächte sind tief: J. 312 M
J. 516 M.
Die Kohlenbedingungen sind dieselben wie in
Lamphausen, die Aufschlüsse noch nicht so weil
yorgeschritten wie dort, die Tagesanlagen in—
essen eben so weit.
Die Mayhachschächte sind tief: J. 601 M.
J. 533 M.
Die erste Sohle liegt wiederum 228 M. unter
dormalnull, jedoch sind wegen des flachen Fallens
2 Mittelsohlen darüber eingeschaltet worden.
die Ausrichtungen sind hier weiter vor, als aufs
sen Kreuzgräbenschächten und bewegen sich haupt—
ächlich auf 2 Flötzen, die als die hangenden
zlötze 4 und 5 angesprochen werden. Dieselben
ind von sehr guter Beschaffenheit. Die Tages—
inlagen sind im Entstehen.
Zur Bewältigung der Förderung ist aul
Camphausen J., Kreuzgräben J., Mahhbach II je
eine große Zwillingsfördermaschine aufgestellt
»en bezüglichen zweiten Schacht bedient überal'
roch die alte Abteufmaschine, die aber mit der
Zeit auch durch eine zweite große Förderma—
chine ersetzt werden wird
Auf Mayhach II. fördert außerdem neben der
demnächst in Betrieb kommenden großen Förder
naschine eine rechtwinklich zu dieser aufgestellte
dilfsmaschine.
Die Zwillingsfördermaschinen der 3 Gruber
ind so konstruiert, daß sie in einem Aufzuge
hei 10 M. Seilgeschwindigkeit eine Nutzlast von
3000 Kg. aus 700 M. Teufe fördern können
Die Förderung geschieht mittelst Rundseiles aus
Hußstahldraht in dreietagigen Fördergestellen
nit 3552 —6 Wagen. Das Gewicht de—s
»ördergestelles mit 6 leeren Wagen ist mi
5n iBVö — 4300. G0 bdas Gemicht von*

M. Förderseil mit 10 Kg. in Rechnung gezogen.
Der Camphausenschacht ist mit hydraulischen
Taps, Patent Frantz versehen, die durchaus
befriedigen. Die Seilgewichte sind anf allen 3
Hauptförderschächten ausgeglichen: diese Aus—
gleichung ist jedoch bei Dimensionierung nur der
Mayhacher Maschine berücksichtigt, während die
Fördermaschinen von Camphausen und Kreutzgräben
 die Förderung auch ohne Seilausaleichung
 bewältigen.
Den Zwilling auf Camphausen hat die Ding—⸗
ler'sche Maschinenfabrik geliefert. Cylinder⸗
durchmesser 1,22 M., Kolbenhub 2 M., Kessel—
spannung 5 Atm. Ueberdruck, Ventilsteuerung
mit 2 Einlaß-⸗,, 2 Auslaß- und 2 besonderen
Expansionsventilen, mittelst welcher letzteren sich
der Füllungsgrad durch Heben oder Senken
ihrer Doppelhebelachse zwischen O und 85 pCt.
beliebig verändern läßt. Die Einwirkung des
Wärters auf den Steuerapparat geschieht durch
Handhabung eines besonderen Steuerdampf—
cylinders mit Ventilsteuerung, welche bei jeder
der Steuerung des Steuerhändels entsprechenden
Stellung des Kreuzkopfes der Hülfsmaschine
zleichen Druck auf ihre beiden Kolbenflächen her—
stellt, so daß die Hauptsteuerung in jeder Lage
festgehalten werden kann. Eine Dampfbremse
wirkt auf 2 Bremsringe, Seilkorbdurchmesser
8 M., Seilscheibendurchmesser 5 M.; die Seil—
scheiben, auf eisernem Gerüste montiert, 20 M.
über Hängebank, 13,5 M. über Maschinenmitte;
die Seilkorbnitte 44 M. von Schachtmitte
entfernt.
Auf Kreuzgräben J. fördert ein Zwilling, ge—
baut von der Firma Ehrhardt u. Sehmer
in Schleifmühle-Saarbrücken. Cylinderdurch⸗
messer 1,1 M., Kolbenhub 2 M., Kesselspannung
z Atm. Ueberdruck. Ventilsteuerung mit 2
xFinlaß- und 2 Auslaßventilen, letztere mit
Schleppporrichtung. Die Ventile werden durch
Kreisexcenter und Coulisse bewegt. Besondere
Steuer- und Arretierungscylinder mit Kolben—
chiebersteuerung, selbstthätige Einstellung der
Steuerung in Mittellage, Dampfbremse. Seil—
korbdurchnmiesser 683 M. In Mayhach II. ist
eine Zwillingsmaschine von der Friedrich-Wil⸗
jelmshütte in Mülheim a. d. Ruhr ausgestellt,
nit 0,9 M. Cylinderdurchmesser und 2 M
dolbenhub, Kesselspannung 6 Atm. Ueberdruck,
Steuerung nach System Kraft-Brialmont,
2 Seilkörbe von 9 M. Durchmesser, die durch
Steckbolzen gekuppelt sind und, nachdem der eine
Korb mittelst Handbremse festgestellt ist, ein be—
suemes Verstellen zum Zwecke der Förderung
ius anderer Teufe zulassen. Der zweite Korb
vird durch Dampfbremse gebremst. Der ganze
Maschinenraum wird von einem Laufkrahne
jestrichen.
Die Seilausgleichung ist auf den 3 Gruben
auf 3 verschiedene Weisen bewerkstelligt worden.
Spiralförderseilkorb war von vornherein ausge—
scchlossen, weil die entsprechenden Böden der
nehretagigen Fördergestelle mit Hängebank und
Fördersohle stets gleich hoch stehen müssen. Auf
Lamphausen kam die Seilausgleichung Patent
Berhard zur Anwendung; dieselbe besteht be—
kanntlich darin, daß an einem besonderen Spi—
ralkorbe, dessen Achse mit der Achse des Förder—
seilkorbes gekuppelt ist, die zwei Enden eines
Seiles derart befestigt sind, daß sich bei einer
Fahrt das eine Ende mit beschleunigter Beweg⸗
ung auf⸗, das andere mit verzögerter Bewegung
abwickelt und dieses Seil über 2 Scheiben geht
und mi telst dritter Scheibe ein in einem Hülfs⸗
schacht hängendes Gewicht trägt, welches sich
demgemäß bei jeder einfachen Fahrt senkt und
wieder hebt. Diese Anordnung gestattet die
Anwendung eines konischen Förderseiles und hat
'ich bis jetzt gut bewährt.
In Kreuzgräben wurde auf Vorschlag der
Fabrik das Seilgewicht durch die Arbeitsweise
der Fördermaschine ausgeglichen, und zwar der⸗
gestalt, daß nach dem Anfahren mit 75 bis 858
pCt. Füllung durch Umlegen des Steuerhändels
die Cylinderfüllung und damit die Arbeitsleistung
der Maschine allmählich verkleinert wird, bis
sie auf 0 sinkt und dann negativ wird, wobei
der Kolben auf Kosten des Seilübergewichtes
Abdampfansaugt, comprimiert uud in die Dompf⸗-a25urno
 turückvrete

Die bergbaulichen Verhältnisse der
Steinkohlengruben im Fischbachthale.
Ueber den außerordentlich auregenden Aus—
flug, welchen der Pfalz-Saarbrücker Bezirks—
Verein im Sommer d. J. in das Fischbochthal
unternahm und welcher noch in der angenehmen
Erinnerung aller Teilnehmer sein dürfte, macht
das Verbandsorgan der Ingenieur-Vereine so—
eben einige Mitteilungen, welchem wir das Nach—
stehende über die Notizen, welche Herr Bergrat
Heyder bei dieser Gelegenheit über die berg—
baulichen Verhältnissen der Steinkohlengruben
Camphausen, Kreuzagräben und Mapbach gab,
entnehmen.
Das Saarbrücker Kohlengebirge besteht aus
4einzelnen Flötzzügen, dem liegenden, dem ersten
mittleren, dem zweiten mittleren, und dem hangen—
den Zuge. Sämtliche Flötzpartieen bilden einen
ziemlich steilen Scttel, dessen Kuppe nicht mehr
vorhanden und dessen Südflügel bis jetzt noch
nicht aufgefunden ist. Das Streichen der ge—
dachten Sattellinie ist von SW. nach NO. und
das Ausgehen des liegenden Flötzzuges am
Sattelnordflügel bezeichnet im großen und ganzen
die Lage der Gegenortsschächte anf Grube Dud—
weiler, Venitzschacht auf Sulzbach, Gegenorts—
schächte auf Altenwald, Heinitzschächte, Dechen—
schächte und zuletzt die Wilhelmsschächte der
GBrube König. Hiermit ist auch die jetzt be—
kannte Längenerstreckung des liegenden Flötz—
zuges gegeben, welcher etwa 20 abbauwürdige
Floöͤtze von verschiedener Mächtigkeit enthält, und
welcher durch die oben genannten Gruben vom
Dorf Dudweiler an bis Neunkirchen aufae—
chlossen ist.
Die älteren auf dieser liegenden Partie bau—
enden Gruben sind Dudweiler, Sulzbach und
Altenwald. Auf diesen waren die Förderschächte
bereits Ende der sechsziger Jahre ganz in An—
spruch genommen, und es war daher nötig, falls
die Förderung des Saarbrücker Kohlenrevieres
der Nachfrage gemäß sich steigern sollte, neue
Schachtanlagen zu machen. Diese mußten selbst—
verständlich in das Hangende, also nordwestlich
der Skalley-, Mellin- und Eisenbahnschächte der
Gruben Dudweiler, Sulzbach und Altenwald,
gelegt werden, wozu das dem Sulzhachthale pa—
rallel laufende Fischbachthal eine sehr gute ört—
liche Gelegenheit bot.
Es wurden 3 Schachtanlagen beschlossen und
zwar 2 an den Südabhängen des Fischbachthales
und eine am Nordabhange eines Nebenthales,
des Trenkelbachthales. Von Saarbrücken an—
angend finden wir zunächst die Camphausen
Hachte im Gangenden dor Grihe Pudmeiser
            
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