Full text : 2.1884 (0002)

vaurhrützer Gewerbehlatt
für Industrie, Handel und Verkehr.

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Nachdruck unt⸗
N 5. Sao⸗
VEisenbau⸗Kommission des Vereins
Deutscher Eisen⸗ und Stahl⸗
Industrieller.
Am 29. v. Mefand unter dem Vorsitze des
hHerrn Lueg-Oberhausen in Düsseldorf eine
Sitzung der Eisen bau-Kommission des
Vereins Deuntscher Eisen- und Stahl-Industrieller
statt, zu welcher auch eine Reihe von Hütten—
Ingenieuren und bauausführenden Technikern
zugezogen worden waren. Seitens der Saar—
und Moselgruppe waren die Herren General—
Direktor Seebohm-Burbach und Regierungs—
baumeister Franz Woas erschienen. Es han—
delte sich vor allem um die endgültige Feststel
tung des Planes für das vom Central Verein
herauszugebende Muster buch für Eisen—
Konstruktionen, über dessen Form und
Inhalt noch verschiedene Meinungen herrschten.
Während die Majorität der Kommission sich
bisher dahin ausgesprochen hatte, das Muster
hbuch auf breiterer Basis und in großer, um—
angreicher Form anzulegen, in erster Linie also
ür den großstädtischen Architekten zu be—
stimmen, waren die Werke der Saar- und Mosel—⸗
Jruppe von vorn herein darauf ausgegangen, das
Werk in beschränkterer und deshalb handlicherer
Form, gewissermaßen als Taschenbuch, ünd in erster
Reihe vestimmt für den Baugewerksmeister,
herausgeben, da sie sich von einem derartigen Vor—
gehen eine größere und nachhaltigere Wirkung auf
den Konsum des Eisens versprechen. Dieser letztere
Standpunkt fand auch in der Sitzung der Kommis—
ion Ausdruck und Begründung durch Herrn See—
bohm, während zugleich Herr Woas einen Probe—
druck vorlegte und erläuterte, aus welchem die von
den Saar- und Moselwerken empfohlene Aus—
tattungsweise des geplanten Musserbuches sich
ergab. Es zeigte sich nun, daß über die Zweck
nmäßigkeit des Buches in dieser Form kein Zweifel
in der Kommission bestand, einzelne Sachver—
tändige wie der Vertreter der Firma Holzmann u.
Co. in Frankfurt a. M., Herr Ritter, Herr
Paraquin, Walzwerksdirektor in Burdach,
gestanden demselben gegenüber dem Tafelwerke
unumwunden den Vorzug zu. Man beschloßjedoch,
daß erst das größere Werk ausgearbeitet werden
nüsse und alsdann aus diesem ein A uszug
in Form des Taschenbuches herzustellen wäre,
da auf diese Weise die Zusammenstellung sowie
die pchnerische Arbeit beider erleichtert werden
murbe

,εα α Dlen⸗Ancaah⸗e ιιι[ααν
Jahrgang 2.
Die Kommission wird nun in der am 12. d.' Es war ferner zur Kenntnis des Vereins ge⸗
Mts. in Berlin stattfindenden Vorstandssitzung langt, daß die fr anzösische Regierung
dem Vorstande die Herstellung des Werkes in die zolfreie Einfuhr von' Baum—
der beschlossenen Form vorschlagen. Das Werk wollgarnen nicht unter Nr. 80 g e⸗
'osl lieferungsweise und zwar in 4 Lieferungen sattet habe, insoweit dieselben in Geweben
zum Preise von etwa 1 Mark und 40 Bogen vieder zum Export gelangen. Auch diese, un—
im Ganzen stark erscheinen und dürfte in eiwa sere heimische Exporweberei schwer schädigende
d/2 Jahren abgeschlossen sein. Die erste Lieferung Angelegenheit wuͤrde einer Kommission mit der
vird Deckenkonstruktionen und Säulen, die zweite Aufgabe überwiesen, zu ermitteln, welche Maß⸗
Dachkonstruktionen enthalten; auf die beiden wei- regeln in Vorschlag zu bringen sind, um einen
eren Lieferungen werden Treppen und Brücken- Ausgleich für die deutschen Webereien herbei⸗
onstruktionen ꝛc. verteilt werden. Die erste Liefe uführen. Den Hauptgegenstand der Verhand⸗
ung wird auch eine umfangreiche Gewichtstabelle ungen bildete der „Entwurf eines Ge—
zufnehmen, welhe in den späteren Lieferungen etzes, betreffend die Kommandit—
iach Erforderniß ergänzt werden soll. — gesellschaften auf Aktien und die
Die Kommission sprach sich im Laufe ihrer Aktiengesellschaften.“
Berhandlungen auch dahin aus, daß eine mög- Auf Antrag der betreffenden Kommission
ichst allgemeine Vereinbarung mit den Baupolizei brachte der Ausschuß seine Stellung zu dem
Behörden der größeren deutschen Städte herbei Entwurfe im Allgemeinen durch eine Reihe von
jeführt werden möge, um die Höhe der erlaub Resolutionen zum Ausdruck, er hat sich jedoch
en Material-Beanspruchung ein für alle Male nicht der Aufgabe entzogen, auch speziell Ab—
estzusetzen. Auch war man der Ansicht, daß sich inderungs-Anträge zu den einzeinen Paragra—
ine derartige Vereinbarung unschwer herbei phen des Gesetzes zu stellen und dieselben ein—
ühren lassen wird. Die Kommission wird zu gehend zu begründen:
iesem Zwea⸗ mit de 83 Behörden in Die gefaßten Resotutionen lauten wie folgt:
KBerbindung zu treten suchen. 1. Der Verein kann die, in der allgemeinen
Nachdem nunmehr die Formdes Buches feststeht, Begründung geäußerte Ansicht, daß dn Re⸗
verden seitens des Centralvereins analle interesir jorm der Aktiengesezgebung jeßt notwendig
Hä . Aufforderungen zur Zeich z — icht
en Werke, Händler ꝛc. Aufforderungen zuz und zeitgemäß sei, nicht als richtig aner—
tung von Beiträgen ergehen. Es wird eine sehr leb ennen, und er vermag auch den fur diese
jafte Beteiligung daran notwendig werden, denr Ansicht ebendaselbst aufgeführten Gründen nicht
die Kosten sind auf 26230000 Mi. veranschlagt zuzustimmen. Er erachtet eß vielmehr im In—
Andernfalls würden die wiederholten und einge senet Einheitlichkeit der Gesetzgebung für
jenden Beratungen, welche bisher darüber statt: weckmäßiger, wenn die geseßgeberusche Thätigzefunden
 haben. gegenstandslos werden. Es l uf dcem Gebien bu zur Aufstellung des
»leibt zu bedauern, daß die Vollendung des ürgerlichen Gesetzbuches, welche eine allgemeine
Werkes fich infolge der gefaßten Beschlüsse so sebiston des Handelsgesetzbuches und der Be—
ehr verzögert, da es der Eisenindustrie voꝛ timmung desselben über die Äktiengesellschaften
allem darauf ankommen mußz, sich möglichß ur Folge haben muß, hinausgeschoben würde.
rasch eines weiteren Absatzkreises im Hochbau 28 6
— Der vorliegende Gesetzentwurf, welcher aus
der Beobachtung einzelner, an sich verwerflicher,
VLorgänge bei der Bründung und Verwaltung
son Aktiengesellschaften und aus dem Streben,
olche Vorgaͤnge unbedingt unmöglich zu machen,
jervorgegangen ist, gelangt zu Kaͤutelen, die von
dem Verein im Allgememen nicht gebilligt wer—
)en. Dieselben erscheinen vielmehr geeignet,
weitgehendes Mißtrauen gegen die große Mehr⸗
jahl der nach ihrer Gründung und Leitung
oliden Aktien-Gesellschaften und die Organe
derselben zu erwecken, von Gründung und Lei—
ung der Aktiengesellschaften und von der Be—
eiligung an denselben abzuschrecken und dadurch
einen sehr wesentlichen Faktor zur Förderung
der wirtschaftlichen Kustände mindestenzs 3zu
ichwächen.
3. Der Verein ist aber der Ueberzeugung,
daß in unserem Vaterlande, in welchem die Ka—
pitalbildung noch nicht so weit vorgefschritten ist,
wie in den Ländern, mit denen es mn erster Reihe
den Konkurrenzkampf zu bestehen hat, die Asso⸗
ziation des Kapitals eines der vornehmlichsten
Hilfsmittel ist, um durch Veredelung der eigenen
und fremden Rohprodukte und Halbfabrikale das
dem Volke erforderliche Arbeitsquantum zu schaf⸗
fen, die Bildung neuer Werte und Kapitalien
zu fördern, die Sicherung gegen Beschaͤdigung
oder Verlust des Eigentums und Gelegenheit
ur Kapitalansammlung für den Todessall zu
»Rhren somie das Groditedürfnis 2u sRt

Da durch diesen Beschluß die Beteiligung der
Saar- und Moseigruppe an den aufzubringenden
Kosten in Frage hestellt werden mußle, so wurde
durch den Vorsitzenden beantragt, daß dieser
das Material des Werkes alsbas nach Fertig⸗
tellung zur Verfügung gestellt werden sollte,
amit sie unter Umständen das von ihnen vorge—
chlagene Werk selbst daraus zusammenstellen
uind herausgeben könnten. Dieser Antrag mußte
aber, da eine bestimmte Stellungnahme der
Saar⸗- und Moselwerke dazu sich nicht absehen
ließ, auf sich beruhen bleiben. Herr Seebohm
hetonte aber hierbei, daß für den Fall, daß die
Saar⸗ und Moselgruppe oder ein einzelnes
Werk desselben das geplante Taschenbuch heraus⸗
jeben sollte, dies in einer Weise geschehen würde,
aß der allgemeinen Sache damit fein Schaden
udefügt werden mürd⸗
            
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