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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Nr. 3
nur die Schäfte zu 5—8000 in Bündel zu⸗ Verwendung in der Holzmosaikfabrikation, bei' gleich mit der der anderen Metalle. Der Wert
sammen und unter starke eiserne Ringe, worauf velcher es vermöge seiner großen Schnitt- und der im Jahre 1882 aus Roheisen hergestellten
dieselben, um das Metall zu erweichen, schwach Beizfähigkeit das Material zu den dünnen, aus Fahrikate betrug 480 228001 M., nämlich für
geglüht und zwischen zwei Stahlplatten gerade dirnholz geschnittenen Einlagsstäbchen liefert; Sußwaren zweiter Schmelzung 73 987 081 M.,
gerollt werden. Hierauf erfolgt das Anspitzen twas geringer ist seine Verwertung zu gebeiz— für Schweißeisen 203 182 730 M. und für Fluß—
der Schäfte an beiden Enden. Dies, indem der en, sehr dünnen Fournieren für Buchbinder eisen 203055 190 M.
Arbeiter 2—23 Dutzend Schäfte zugleich faßt wecke, deren seidenartiger Glanz, wenn sie im
ind sie strahleniörmig auf einem feinkörnigen Spiegel geschnitten sind, mit jenen des Satin—
Sandstein der mindestens 2000 Umdrehungen holzes verglichen werden kann. Seine schöne
in der Minute macht, hin und her wendet, bis veiße Farbe, die Feinheit der Textur, sein
eine möglichst feine und gleichsörmige Spitze jeringes Schwindungsprozent, endlich eine an—
entstanden ist. Ein geübter Handschleifer spitzt jsemessene Härte ließen dessen Verwendbarkeit
m einem Tage bis zu 15000 Schäfte, also ils Rohstoff für feinere Schnitzereien als nahe—
30 000 Nadeln. Hierauf werden die Schäfte iegend erscheinen, umsomehr, als sich dasselbe
enau in der Mitte geteilt und es erfolgt das isher für grobes Schnitzwerk ganz gut bewähr—
5 das Breitschlagen der Nadeln an ihrem Jat.
ttumpfen Ende. Dies geschieht mittels freier Das Holz der wilden Kastanie bildet auch
Hand auf einem kleinen Ambos und zwar mit ür sehr zarte Arbeiten einen eminenten Schnitz
ungemeiner Schnelligkeit, denn der Arbeiter toff; an Feinheit und Gleichmäßigkeit der Struk
faßt wiederum ein paar Dutzend Nadeln aus ur dem Birnholz nicht nachstehend, läßt sick
einmal an ihren spitzen Enden, breitet sie fächer⸗ asselbe — weil bedeutend weicher als das letz
förmig aus und gibt ihnen mit leichten, raschen ere und etwas härter als das Lindenholz —
Hammierschlägen, immer mit sicherer Hand eine ingemein leicht schnitzen, woher eine Textur des—
zrößere Anzahl zugleich treffend, die verlangte elben vermöge ihrer Feinheit den eigentlichen
Form. Dann erfolgt mittels einer Schlagma- Schmuckformen keinen Eintrag bereitet. Im
schine das Oehren, wobei zugleich die Rinne Begensatze zum Ahornholze, bei welchem sich der
mitgebildet wird, welche den Faden zum Oehr Schnitt trocken und spröde darstellt, kann er beim
leitet, worauf die Nadeln, welche jetzt alle durch- Roßkastanienholz mit dem im Bildhauergewerbe
einander liegen, in blechernen Mulden so lange iblichen Ausdrucke „speckig“ bezeichnet werden
gerüttelt werden, bis sie sich alle in die Längs- diese Eigenschaft ist auch hinsichlich des Werk
lage begeben, und nun schiebt man sie auf euges vorteilhaft, als die Schneide desselben
Schiebern von Eisenblech in den Härteofen, wo hiel länger als in den üblichen Schnitzhölzern
man sie rotglühend macht und sie dann mit uushält. Diese Eigenschaft im Vereine mit dem
streuender Bewegung in kaltes Wasser wirft riedrigen Preise des Holzes qualifizieren das
Die dann getrockneten und durch erneutes dolz der wilden Kastanie insbesondere als Ma—
Schütteln wieder gerade gelegten Nadeln sind erial für figurale Arbeiten.
aber nur spröde geworden, weshalb man sie in Wir fügen diesen Erläuterungen noch die Be—
Del oder am besten in Fischthran siedet und nerkung an, daß das Roßkastanienholz in grü
nun zum Scheuern oder Polieren derselben jem Zustande zu Dielen zersägt werden muß,
ichreitet. Auf einer groben, festen Leinwand »amit es eine nicht unansehnlich Farbe bekomme;
verden die parallel liegenden Nadeln mit Schmir- pon Käfern wird es nicht gerne angegriffen.
gelpulver aufgeschichtet und die Masse mit Rtüb. ẽ5s soll nur in trockenstem Zustande zur Ver—
oder Leinöl durchfeuchtet; ist die Schicht groß vendung gelangen, da das Sommerholz sonst
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jeschlagen und, durch festes Ueberbinden mit teht. Am besten wäre auch hier, wie bei allen
tarken Lederriemen ein wurstartiges Packet holzarbeiten, der Vorgang zu beobachten, daß
jergestellt. Unter der Scheuermühle, welche viele das bereits in Gestalt der Arbeitsstücke oder
Aehnlichkeit mit unsrer Waschrolle hat, werden Zestandteile zugeschnittene Holz völlia ausge
dann diese wurstähnlichen Rollen auf einer rocknet werde
Strecke von 1-10/2 Fuß 18-20 Stunden hin
und her gerollt, dann die ganze Masse aus dem
Tuch genommen und mit Sägespänen unter—
mengt in eine große Trommel gethan, in der
sie nun eine Zeitlang gedreht werden. Dann
werden die Nadeln mit Seifenwasser gewaschen
und in Sägespänen getrocknet und erhalten
schließlich auf Lederwalzen die feinste Politur.
Das Abfassen der Nadeln in einzelne Hunderte
und das Einlegen in Papier ꝛc. bildet dann
vieder eine ganze Reihe von Operationen, bei
welchen meist Kinder verwendet werden, bemer⸗
ken wollen wir nur hierbei noch, daß die
Nadeln nicht gezählt, sondern in einer Schale,
in der 100 gezählte Nadeln das Gewicht bilden,
jewogen werden. —
In Deutschland wird die Nadelfabrikation
Jauptsächlich in Rheinpreußen (Aachen und
Burtscheit) und in Westfalen (Iserlohn und Al—
ena), außerdem aber in Nürnberg und in Schwa⸗
bach betrieben. Aachen allein liefert per Woche
etwa 40 Millionen durchweg bessere Nähnadeln
und hat seinen Hauptabsatz nach Frankreich,
Norwegen und Deutschland. Nächst Deutschland
besitzt England zahlreiche Distrikte, in denen
die Nähnadel als hauptsächliches Produkt heimisch
ist, aber auch Rußland und Amerika fabrizieren
jetzt Nähnadeln in ziemlich bedeutenden Quan—
titäten, und vorzüglich das letztere hat in diesem
Industriezweige in der letzten Zeit Hervor—⸗
ragendes qeleistet.
VBerwendbarkeit des Holzes der wil⸗
den Kastanien zu seineren
Schnitzarbeiten.
Das Holz der wilden Kastanie findet außer
einer geringen Benutzung zur Herstellung von
disten, Holzwaren, Tischler- und Stellmacher⸗
Xrhbeiten gegenmärtia nur eine aqusgedehnter-Durch
schlagende Wetter verloren im
Jahre 1883 in Großbritannien und Irland
113 Personen das Leben. Die Zahl der Exrplo—
ionen (21) und die der verloren gegangenen
Menschenleben steht um 37 beziehungsweise 128
unter dem Durchschnitte der letzten 32 Jahre.
Die meisten Explosionen erfolgten seit Mitte Ok—
tober (10 mit 101 Todesfällen) fast regelmäßig
bei raschem Steigen des Barometers. Das
meteorologische Amt in London erließ 30 War—
nungen und 101 Menscheuleben gingen innerhalb
drei Tagen nach diesen Warnungen verloren.
Ein interessanter Neuban in Berlin
wird gegenwärtig in der Friedrichstraße, un⸗
mittelbar neben dem Café Bauer, ausgeführt.
Die Bodenfläche ist an sich nur sehr gering,
aber das Gebäude wird so eigenartig konstruiert,
wie kaum ein zweites in Berlin. Die Raum—
heschränktheit hat die Baumeister gezwungen,
tief hinein in die Erde vorzudringen und, um
die nötigen Kellereien zu gewinnen, mehrere
Meter unter das Grundwasserniveau die Fun—
damente einzusenken. Zu dem Zwecke sind eine
zroße Anzahl von Wellblech-Pfählen kon—
truiert worden, welche durch Rammen in den
Boden eingetrieben werden. Auf diesen Eisen—
wänden werden die eigentlichen Mauerfundamente
aufgeführt. Außerdem ist man daselbst gegen—
wärtig mit der Anlage eines Tiefbrunnens be—
chäftigt, der bereits bis zu 36 Meter Tiefe er—
bohrt ist. Dieser Brunnen soll die große Dampf—
naschine speisen, welche zur Erzeugung des
elektrischen Lichtes aufgestellt werden soll. Das
Bebäude selbst ist namentlich zur Zentralanlage
der Edison-Lichtlampen bestimmt, mit
denen die angrenzenden Wohn- und Geschäfts—
zäume in der Friedrichstadt versehen merden sossen
Bücher und Zeitlschriften.
Die mechanische Tischlerwerkstätte. Prak—
iiches Lehrbun ur Selbircerstellung und vorteilhaften
Benuhung der im Kleingewerbe unerläßtich nötigen
dolzbearbeitungsmaschinen zum Handbetrieb für die ge⸗
amte Tischlerei, fjür Drechsler, Stellmacher, Holz bild⸗
auer und Bildschnitzer, Pianofortefabrikanten u. s. w.
owie auch für Schlosser und Werkzeugmacher, welche
ich mit Anfertigung von Holzbearbeitlungsmajschinen be—
assen. Herausgegeben von Wilhelm Schmidt, Verfasser
der Schriften: „Das Beizen, Schleisen und Polieren
des Holzes ꝛc.“, „Die Verzierungen aus künstlichem
Holze, deren Herstellung und Verwendung ꝛc.“ Zweite
bermehrte und verbesserte Auflage. Hierzu ein Atlas,
enthaltend 17 Tafeln mit Abbildungen von Maschinen
»eren einzelnen Teilen, sowie sonstige erläuternde Zeich⸗
rungen zum praktischen Betriebe. Weimar, 1888.
Bernhard Friedrich Voigt. Der hiezu gehörige
Atlas ist in einem besonderen Bande beigegeben. Die
Zeit, wo der Handwerker seinen Lehrgang abgeschlossen
zlaubte, wenn er Meister geworden, ist vorbei oder soll
och wenigstens vorbei sein. Heutzutage wird ein tüch—
iger Meister noch immer weiler in die Schule gehen,
ndem er die mannigfaltigen Hülfsmittel unserer Zeit sich
u Nutzen macht. Ein solches Haupthülfsmittel sind abet
zute Bücher; sie ersetzen mangelnde Schule und schulen
elbst. — Was dem heutigen Handwerker vor allem
rotthut, ist unbestrittenermaßen die Anwendung der
Maschine; davon hörte er aber bisher nichts in der
Lehrwerkstätte und deßhalb müssen Bücher, welche darüber
unterrichten, hier aushelfen. In dem vorliegenden
Werke wird eine deutliche Anleikung zur Anwendung
oon solchen Maschinen gegeben, dasselbe geht, wie sein
Name schon sagt, darauf aus, die „Hand-Werkstätte“
des Tischlers in eine „mechanische Werkstätte“ umzu—
wandeln. Es beschreibt und stellt die dazu gehörigen
Maschinen dar, teilt die Anwendung und Handzabung
derselben mit, setzt ihre Vorteile auseinander und giebi
somit dem Handwerker ein klares Bild davon, was er
von der Einführung derartiger Maschinen in seine Werk—
tätte zu erwarten hat. Der Terxt des Buches ist leicht—
verständlich abgefaßt und auch die Zeichnungen sind über⸗
ichtlich dargestellt und angeordnet, jo daß es niemandem
Schwierigkeiten machen wird, sich in das Werk hinein—
uarbeiten. Welchem Tischlermeister wirklich an weiterer
rortbildung etwas liegt, der kaufe sich das Werk und
ichte sich darnach. Die Vorteile werden nicht aus—
ieihen. Das Buoch ist in der Medafktinn einzuseben