Full text : 1.1883 (0001)

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Die Wirkung des Regens, des Taues
und des Besprengens auf die
Pflanze.
Es ist jedermann bekannt, welchen Einfluß
das Bodenwasser auf das Gedeihen der Pflanzen
ausübt. Hingegen weiß man wenig Sicheres
über die Einwirkung von Regen, Tau und
überhaupt des von außen den öberirdischen
Pflanzenteilen zugeführten Wassers. Wohl ist
die „Taufrische“ der Gewächse fast sprich
wörtlich geworden; worin besteht aber die er
frischende Wirkung des Taues auf die Pflanze?
Wirken Regen und Besprengen bloß als Wasch
mittel, um den Staub von den Blättern unt
Stengeln zu entfernen?
Es ist schon durch die Bemühungen andere,
Forscher festgestellt worden, daß abgeschnittent
Blätter, welche man auf einige Stunden unter
Wasser tauchte, rascher welken und vertrocknen
als unbenetzt gebliebene Blätter, obgleich erster
mehr Wasser enthalten als letztere; deun wäh
rend des Untertauchens nehmen sie Wasser auf
10- 20 Prozent und mehr.
Zunächst ist die Frage zu lösen: Wie ver—
halten sich Blätter, welche noch in Verbindung
mit der Pflanze untergetaucht werden?
Wird ein solches Blatt, nachdem es mehrere
Stunden unter Wasser stand, abgeschnitten, so
welkt es gleichfalls schneller als ein unbenetzt
gebliebenes; läßt man aber ein solches unter
taucht gewesenes Blatt an der Pflanze stehen,
so bleibt es frisch und straff, wenn nur der
Vwren in * die Fene se ene Notizen.
araus geht nun hervor, daß die Blätter
von außen Wasser aufzunehmen befähigt sind uogemgung von Rauch. p& Ge
(was indes schon von anderer Seite bewiesenn haft in Elk Rapids, im Staate Michigan,
wurde) feruer, daß durch die Venetzung die n Nordameritq welche täglich 50 Tonnen Holz
Transpiration (Wasserverdunstung) der Blätter — sare sn d iher
begünstigt und die Saftleitung beschleunigt wird. von n —5 — gerwne wo eie
Denn würde den benetzt gewesenen Blättern ubitfus h mag —
nicht mehr Wasser zugeführt werden als den ng n dnb u 5
unbenetzt gebliebenen, so müßten die ersteren De e Destillier 8 ienswe che mit e
infolge der überstarken Transpiration welken ne sind. Es bilden sich aus der
der Verborren augegebenen Menge Rauch durch Condensatior
Diese starke Transpiration kann für die ggg Di — —— Dhhne 7 —5 cilogt
Pflanze nůßlich oder schadlich sein, je nachdem I o e ert ou
sse von dem Boden her Wafsser' erhält den Liter) Alkohol un Pfd. Theer; die Gase
lichteIm orsten Falle kommt der Plauze — velche sich nicht kondensieren, werden unter den
Bodennahrung in vermehrter Menge zu, was desseln verbrannt. J
auf sie nur günstig wirken kann; im letzten Ein farbiger Kitt zum Ausbessern
Fall wird sie welk und geht unter Umständer schadhafter Zintornamente kann auf fol—
zu Grunde. gende Weise hergestellt werden. Rührt mar
Man wird aus diesen Wahrnehmungen die eine Natronwasserglas-Lösung von 83 Grad B
Regel ableiten können, daß ein Besprihen der nit feiner, Schlemmkreide unter Zusatz vor
oberirdischen Pflanzenteile im allgemeinen nur Zinkstaub (ogenanntes Zinkgrau) recht innic
dann nützlich für die Pflanze sein kann, wenn zu einer dicken, plastischen Masse an, so erhäl
auch der Boden genügend feucht gehalten wird nan nach 6 bis 8 Stunden eine erhärtende
sonst dürfte die Heneßung des Laubes der be außerordentlich fest werdende, graue Masse
ireffenden Pflanze eher zum Schaden gereichen, Poliert man dieselbe nach dem Erhärten mir
Um nun die Wirkung von Regen uͤnd Tar ꝛinem Achatsteine, so nimmt sie die glänzende
auf die Gewächse richtig beurteilen zu können veiße Farde des metallischen Zinks an, so daf
ist es noch notwendig, das Verhalten der Ober man mit dieser Masse schadhaft gewordene Zink
uud Unterseiten der Blätter bei der Benetzung ornamente und Zinkgefäße sehr dauerhaft aus,
mit Wasser kennen zu lernen. Durch genaue bessern kann. Dieser Kitt haftet übrigens an
Versuche, auf die aber hier nicht näher einge Stein und Holz ebenso fest wie an Metallen
gegangen werden kann, läßt sich ermitteln, daß Ueber das Buchdruckgewerbe auf
beide Blattseiten Wasser aufzunehmen befähigt Madagaskar, auf welche Jusel neuerdinge
sind, die untere aber gewöhnlich in weitaus das Treiben der Franzosen daselbst die allge
reicherem Maße als die obere. meine Aufmerksamkeit gelenkt, wird dem Printers
Nun vergegenwärtige man sich den Taufall Register aus Antananarivo folgendes berichtet
Bei schwachem Taufall sammelt sich das Wasser Auf der ganzen Insel gibt es nur drei größere
bloß an den Oberseiten der Blätter an, bei Drückereien; zwei in Antananarivo und ein—
starker Betauung auch an der unteren. Im in Tamatave. Die größte ist die Offizin der
ersten Falle wird, so lange die Blätter benetzt Londoner Missionsgesellschaft mit 40 —80 Hands
sind, die obere Plattseite der Pflanzen in der dann folgt die vom Berichterstatter geleitete
Verdunstung gehindert sein, aber dieser Schutz Missionsdruckerei mit 32 Hands, die sich auch
wird ein geringer sein, denn die Oberseite giebt in hervorragender Weise mit lithographischem
im Vergleich zur Unterseite nur wenig dampf⸗ vandkartendruck beschäftigt. Außerdem gibtes
förmiges Wasser ab. Bei starkem Taufall wird noch drei kleinere Druckereien, ebenfalls vor
aber die Transpiration sehr stark zurückgehalten Missionsgesellschaften unterhalten. Die einge Der weiße Spat. In Oesers „Erzäh⸗
werden. Diese Thatsachen waren bekannt. Allein vorenen Arbeiter erhalten neben täglich einen lungen aus dem Hessenlande“ heißt es, der
was nach dem Verschwinden des Tauwassers Mahlzeit 825-30 Mk. pro Monat, welche Be Hausvater komme vorwärts, wenn er das Glück
geschieht, haben erst Wiesners Untersuchungen zahlung bei der außerordentlichen Billigkeit der habe, einen weißen Spatz zu sehen. Der Vogel
gelehrt: nunmehr nimmt die Verdunstung und Lebenshaltung als gut bezeichnet wird. Die aber sei gar absonderlich und suche sein Futler
damit die ganze Saftbewegung zu, was fuͤr die Hauptnahrung besteht in Reis und der kosten in fruͤhster Morgenstunde, um nicht von seinen
Pflanze wegen gleichzeitiger Zufuhr der Boden- ast nichts. Rindfleisch kostet 8512 Pf. pre grauen' Kameraden zerzaust zu werden. Der
nährstoffe um so günstiger ist, als nunmehr im Pfund, ein Truthahn 1 Mk., Geflügel 80 Pf Volkswitz hat Recht; denn „Morgenstunde hat
vollen Tageslicht die Assimilation vor sich geht. pro Stück. Die einbeimischen Obstfrüchte sind Gold im Munde“
Für die Redaktion verantwortlich: C. Hofer. Druck und Verlag von Gebr. Hofe—

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

—fW

Der Taufall wird sich also erst dann als be⸗ äußerst bislig; Ananas erhält man zur Saison
sonders nützlich für die Pflanze erweisen, wenn zehn Stück für 8 Pf.
das Euf den Blättern niedergeschlagene Wasser Ein gewaltiges Druckerei-Etablisse—
verdunstet ist. und sich nur in dem seltenen Falle ment ist das der Firma Waterlow und Sons
aus ungünstig erweisen, wenn der Boden zun nden. Du Firma beschäftigt 3500 Ar—
srocken ist, um den verstärkten Saftstrom unter beitteuartit n Buchdruckhandpressen,
halten zu können. 8 nen 116, Buchdruckmaschinen, 70 Steindruckhand⸗
„Die Wirkung des Regens wird im allgemeinen Ressen 30 Steindruckmaschinen und circa 50
ine noch günstigere sein, da hierbei dein Boden Numeriermaschinen. Der wöchentlich ausge—
—
die nech dem Regen sich einstellende verstärkte 0 Maͤrk.
Verdunstung wird unterhalten werden können
Bei schwachem Regensall werden bloß die Ober Wieder ein Mittel zur Verhütung
eiten, bei starkem oft auch die Unterseiten dee von Kresselsteinbil dung (von Baudet in
Laubes benetzt werden, was zu einer vermehrten Anzin, D. P. 17883). Dasselbe besteht aus
direkten Wasseraufnahme und zu einer sehr be 18. Thuw. Natriumthiosulfat, 10 Tin. Regenwasser
schleunigten Leitung des Wassers durch die und 10 Iln Glyzerin, welches dem Wasser zu—
Pflanze führt. gesetzt wird. Dadurch soll die Loslichkeit des
Am kräftigsten wird der Regen auf welkend Vyps erhöht werden, während die Phosphate und
Pflanzen wirten. Bei solchen“ Gewachsen steh darbonate sich als Pulver abscheiden und andere
das Laub nicht flach, sondern es häugen ent Salze mit dem Glyzerin eine gelatinartige
weder die Blätter schlaff herunter oder es wölben Masse bilden.
sich dieselben nach oben an den Rändern aus Die künstlichen Korallen, die jetzt so sehr
in beiden Fällen werden die das Wasser sehneim Handel vorkommen, werden aus einer Misch—
begierig aufnehmenden Unterseiten der Blätten ung von phosphorsaurer Thonerde und phosphor⸗
mit den Regentropfen reichlich in Berührunc saurem Kupferoxyd hergestellt und sind von
kommen, das Laub nimmt unter diesen Um— natürlichen äußerlich nicht zu unterscheiden. Auch
ständen schnell Wasser auf, wird weder straf die unreinen Stellen derselben sind kuͤnstlich nach⸗
noch saftreich, und nach Verdunstung des Regen gemacht. Das durch starte Kompression herge—
vassers stellt sich eine starke Transpiration und siellte Kunstprodukt erscheint jedoch unter der
damit eine vermehrte Saftteilung ein. Feile meistens weicher als das Naturprodukt.
Die ältesten Baunknoten sind das sogen.
„fliegende Geld“ der Chinesen, das in China
zuerst im Jahre 2697 vor Christi Geburt auf—
tauchte. Anfangs erfolgte die Ausgabe durch
den Staatsschaß; die Erfahrung fuͤhrte aber
bald dazu, den Papiergeldverkehr einer Organi⸗
sation von Banken zu überweisen, die uͤnter
Kontrolle der Regierung stand. Die alten
hinesischen Banknoten, von denen sich noch eine
im Jahre 1399 v. Chr. Geburt ausgegebene im
Asiatischen Museum zu Petersburg befinden soll,
gleichen im wesentlichen unseren modernen Noten,
sie trugen den Namen der Bank, das Datum
der Ausgabe, die Nummer der Note, die Signa—
tur des Ausgabebeamten, die Wertangabe in
Ziffern, Worten und bildlichen Zeichen und eine
Aufzählung der auf Fälschungen gesetzten Strafen.
Außerdem wiesen sie noch eine kurze Ermunte—
ung zu Fleiß und Sparsamkeit auf, z. B.:
„Schaffe so viel du kannst und sei sparsam im
Ausgeben“.
Billige Bücher in England. In Lon—⸗
don existiert seit etwa 50 Jahren ein Verein,
welcher sich die Aufgabe gestellt hat, gute und
billigze Bücher zu verbreiten. Dies geschieht
nicht etwa durch Herausgabe von Teudenzschriften,
 sondern lediglich durch Auswahl des
Buten und Interessanten aus der Tages—
litteratur. Zur Zeit besitzt der Verein
eine Liste von üͤber 4000 emdpfehlenswerten
Büchern und gibt dieselben zur Hälfte des Prei—
es an Bibliotheken, besonders an Arbeiter—
bibliotheken ob. Seit seinem Bestehen hat der
LBerein an 5713 Bibliotheken für 835 960 Mk.
Bücher verkauft
            
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