Full text : 1.1883 (0001)

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

eisen zu prodnzieren und ist daher für die Ver
wertung der Minette von der größten Wichtig
keit; er unterscheidet sich von dem früheren Ver—
fahren wesentlich durch eine basische Führung
des Prozesses, die teils durch Anwendung eines
aus dolomitischem Material hergestellten basischen
Futters der Birne, teils durch basische Zuschläge
erreicht wird. Die sehr verbesserten mechanischen
Einrichtungen für das Gießen und die weitere
Behandlung der Rohgußblöcke oder Ingots heb!
Redner hervor und gibt ferner eine Schilderung
der Einrichtungen der neuen Schweißhütte und
des Walzwerks, bei welcher Gelegenheit auch
die interessanten Vorkehrungen bei Adjustierung
der Schienen, namentlich in Rücksicht auf mög—
lichste Vermeidung der durch das Erkalten ein—
tretenden und für die Sicherheit so schädlichen
Spannungen erwähnt werden. An letzteren
Punkt schloß sich eine kurze Diskussion in der
Versammlung. Nachdem noch die in Neunkirchen
im Betriebe befindlichen sehr gut funktionierenden
strupp'schen Generatoren für Gasheizung näher
erläutert wurden, schloß der Redner seinen in—
teressanten Vortrag, der mit Vorweisung von
Proben der verschiedenen Eisensorten dieses
Hüttenwerks begleitet war.

Notizen.
Die ältesten englischen Vatente, welche in
den Listen des dortigen Patentamts geführt wer—
den, datieren aus dem Jahre 1617; doch dürfter
sich in den Archiven noch Nachrichten über früher
verliehene „Monopole für Erfindungen“ geschicht
lich feststellen lassen.
Eine Miniatur-Lokomotive, zu deren Kon
struktion Henry Case aus Jamestown 8 voll
Jahre gebrauchte, ist (nach dem „Engenieer“) inch
Tender 30 em lang, 9 em hoch; Spurweite: 3,*
em; Kessellänge: 12 em; Kessel-Durchmesser: 21
em; Triebrader-Durchmesser: 3,8 cm; Durch
messer der übrigen Räder: 1,27 em; Kolbenhub
1,27 em; Cylinder-Durchmesser: O,ẽ8 em; Schie
berhub: o,o8 cem; Durchmesser des Exzentriks
,63 em u. s. w. Es fehlt an der lomplet:
ausgerüsteten Maschine, die mit dem Tender
ziemlich genau nur 1Kg wiegt, nicht die geringste

Kleinigkeit. Ihre einzelnen Teile werden durch
585 Schrauben zusammengehalten. Die Pump—
wirft bei jedem Hube einen Tropfen Wasser.
Die Temperatur in den Bergwerken nimmt
mit der Tiefe zu, doch hat sich noch kein festes
GBesetz in dieser Zunahme erkennen lassen. Man
hat wiederholt genaue Messungen der Tempera
turen vorgenommen. Die in dem Adelheid
Schachte zu Przibram, dem tiefsten Schachte der Wel
angestellten Messungen ergeben folgendes Resultat
Teufe. Wärme des Gesteins: der Luft:
190,6 Meter 10,88 11,6 Grad Celsius
2863 129 1380
395.7 47 152
5055 16188 166
581 1810 i8
3998 1831 —
775.32 202 15,0,
889,2 22,9 23,3,
00000, 248 2500
Das Jubiläum der Baumwolle. Im näch
ten Jahre ist erst ein Jahrhundert vergangen
seit die ersten Ballen Baumwolle von Ameriko
nach England gesendet wurden. Zum Andenker
an dieses Ereignis beabsichtigt man in Amerikce
im Jahre 1884 eine Centennial-Ausstellung der
Baumwolle und ihrer Industrie zu organisieren
Die „Association Nationale“ der Baumwoll
uflanzer, welche in dieser Bezichung die Initia
ive ergriffen, verspricht sich nach den Erfahrun
zen, welche bei der letzten Baumwolle-Ausstel
lung in Atlanta gemacht wurden, einen großen
Frfolg; die Ausstellung dürfte wahrscheinlich in
Lincinnati abgehalten werden.
Zink anstreichen. Oelfarben haften schwer
an Zinkblech. Es empfiehlt sich daher der Ge
brauch einer Beize, zusammengesetzt aus fol
genden Bestandteilen: J Quart Chlorkupfer und
ebenso viel Ammoniak-Salz, wicd in 64 Teilen
Wasser aufgelöst, wozu noch ebensoviel Chlor
wasserstoffsaäure gegeben wird. Mit dieser Flüssig
keit wird nun das Zinkblech angestrichen, wodurd
es eine schwarze Färbung erhält. Im Verlau
von 12 bis 24 Stunden wird dieser Anstrick
trocken, und auf der nun schmutzig⸗grau aus
ehenden Fläche wird ijiede Oelfarbe dauernd
jaften bleiben.

Papierene Strümpfe. Etwas ältbekanntes
sind die papierenen Damenkragen, Herrenhemd⸗—
kragen und Manschetten, auch von papierener
Bettwäsche hat man bereits gehört; nunmehr
beginnt man in Amerika aus einer Mischung
von Papier und Musselin auch Strümpfe zu
verfertigen, welche so billig hergestellt werden
daß ein Paar kaum so viel kostet, wie das
Waschgeld für ein Paar baumwollener oder wolle—
ner Strümpfe zu betragen pflegt.

Bücher und Zeitschriften.
Westdeutiches Gewerbeblatt. Organ des
Central-Gewerbe-Vereins für Rheinland, West—
falen und benachbarte Bezirke in Düsseldorf.
Kommissionsverlag August »agel. — Der
„Central-Gewerbe-Verein“ zu Düsseldorf hat so—
eben die erste Nummer des „Westdeutschen Ge—
werbeblattes“ ausgegeben und damit die Auf—
gabe, ein eigenes Vereinsorgan zu schaffen, er—
füllt. Das Blatt präsentiert sich in einfacher
aber würdiger Erscheinung und enthält in ge—
schmackvoller Ausstattung neben einem Aufruf
des Vorstandes, dem Programm der Re—
daktion und den von der Direktion mitgeteilten
Zielen des Central-Gewerbe Vereins drei illu—
strierte Aufsätze, die ebenso für den Hand—
werker wie den Laien belehrend und anregend
zu lesen sind. Drei Tafeln, eine autographierte
Beilage und zwei in den Text gedruckte Illu—
strationen geben mustergültige Vorlagen. Auch
enthalten die Vereins-Nachrichten, die klei—
nen Mitteilungen und der Fragekasten
interessanten Stoff. Man kann das Westdeutsche
Bewerbeblatt mit gutem Gewissen als ein über—
aus reiches und vielseitiges Fachorgan empfehlen.
Der Abonnementspreis ist verhältnismäßig ge—
cing und beträgt nur 4 Mark für sämtliche 10
im Jahr 1883 erscheinenden Nummern. Diese
verhältnismäßig kleine Ausgabe wird sich dem—
jenigen Gewerbtreibenden, der innerhalb eines
Jahres auch nur einen guten Gedanken aus
dem Blatte schöpft, mehr als wieder einbringen.
Gute Gedanken liegen aber in Fülle in dem
Blatte; es kommt nur darauf an, sie sich nutzbar
zu machen.

Anzeigen.

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—XLII
ampfehlen

„Pyrolusiton“.
Anerkannt von vielen Behörden
uund Fachleuten.
Prospékte gratis.
Krapf & Hofer,
Frankfurt a. M.

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Einige ganz solide Artikel
werden, um aufzuräumen, unter Fabrik—
preis verkauft. Bei wem, sagt die Expe—
dition dieser Blattes.

Die Handelsgärtnerei
n von
LEöüSOpIESBMMABII,
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Gemüse- und Blumensamen,
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dorfer runde gelbe, die beste Sorte,
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feine Rasen, Wiesen und Böschungen.
Englisches Raygras, schwere Saat.
Blumendünger für Topfpflanzen.

8

Bοä .
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nach dem System Bell-Blacke mit magnet-elektrischem Wecker
und Mikrophon, sowie
eltüttiüch Padttelegpaptütß dud Blützameiter
werden sachkundig ausgeführt von —
Eduard Schmoll, Mechaniker, *
16 Bahnhofstraße 16,
Vertreter der General⸗Agentur der Internat. Vell Telephone Comp.
——

8*

J

3 .
—8 *
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Saarbrücken, Bahnhofstraße Nr. 27.

1 2 99
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It die Redaktion peremmorud C Hofer. Druck und Verlag von Gebr. Hof—
            
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