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Nr. 18

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

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zwei⸗ oder dreimal mehr als die eines gewöhn—
ichen Hauses an, doch versichert er, daß das⸗
elbe Jahrhunderte keine Reparaturen nötig
haben und niemals für Versicherung etwas kosten
wird. Das Ganze ist sonach mehr eine Marotte.
Dagegen empfiehlt sich die Einführung des Eisens
als ernsthaftes Baumaterial für unsere Wohn—
zäuser in hohem Grade aus Rücksicht auf Feuer—
icherheit, Dauerhaftigkeit, Gesundheit und Bil—
igkeit. Die Wölbung der Decken zwischen eisernen
Balken wird noch viel zu wenig ausgeführt.

er Wurm in den Möbeln. iBenzindämpfen. Diese kann die Sippe
g der r Wandlungen, denen jeder Anobinm““, — zu denen auch der den Biblio—
irdiche Stoff uuaterliegt, werden nur zu haͤufig heken so gefährliche Bücherwurm (Aber nicht
dadurch krheblich beschleunigt, daßß Geschöpfe etwa der menschliche Bücherwurm“) zählt —
iederer Ordnung sich rücksichtslos die Beding⸗ durchaus nicht vertragen, sie bringen ihr samt
ungen ihrer Existenz erkämpfen, — was wir den ihren Larven und Eiern den sichern Tod. Man
Zahn der Zeit“ zu nennen pflegen. verschließt zu dem Ende die mit dem Wurme
Ahn Beispiel dieser, Einwirkuͤng giebt die behafteten Möbel bezw. Bücher in einen gu
häufig schnell sich vollziehende Veraͤnderung der abdichtenden Raum — einen Schrank oder dgl
Zimmerelnrichtungen. Die hölzernen Geräte — und läßt die aus einer beigesetzten Schale
haben gar nicht selten den Beruf, dem Magen ich entwickelnden Benzin dämpfe einige Wocher
solch' niederer Geschöpfe zu dienen. darauf einwirken. Die Nagekäfer leben nur vor
Zunächst sind es die augenlosen Larven des Vegetabilien und man kann deshalb neue Holz
kleinen Holzbohrers auch Klopfkäfer. Trotzkopf arbeiten durch einen Ueberzug von Tischlerleim
Starrkopf genannt, zoologisch Annobium per- der ja tierischen Ursprungs ist, vor ihnen schützen
ma, welche die Veöbel, Schränke ec. fast gan, Das Hauptmittel aber liegt in der Hand
in Wurmmehl verwandeln. Die Anwesenheit jeder Hausfrau: gründliche Reinhaltung und
dieser Insekten verrät sich durch die morgens wiederholtes Ausllopfen und Lüften der Möbel
auf den Dielen liegenden gelblichen Häufcher Das können die Käfer einmal nicht vertragen
Wurm⸗ oder Holzmehls. B. T.
Der Käfer ist5 Millimeter lang, der Leib
walzenförmig mit großem Halsschild und heißt dar⸗
um Trotzkopf“ oder „Starrkopf“, weil er bei der
leisesten Berührung die Glieder an sich zieht
fich tot stellt und auch dann kein Zeichen des
Lebens oder Schmerzes von sich giebt, wenn
man ihn aufspießt, ja Feuer dicht um ihn legt
Klopfkäfer“ heißt derselbe aus dem Grunde
weil das Männchen, wie man leicht Frühjahrs
beobachten kann, durch heftiges Klopfen mit dem
Kopfe am Holze, einen dem Taschenuhrticken
ähnlichen Ton hervorbringt. Abergläubische
hören darin das Ticken einer verborgenen Uhr,
der sogenannten Totenuhr.
Aehnlich und ebenso schädlich im trockenen
Holze ist der um die Hälfte kleinere Bohrkäfer
(Annobium striatum), von dem die vielen runden
Löcher in Hausgeräten herrühren.
Die gelblich weiße, bis 4 Etm. lange Larve
eines Bockkäfers (zur Familie Longicornia ge—
hörig) zerfrißt ebenfalls, jedoch seltener das
Holz der Hausgeräte. Die durch diesen hervor—
gerufenen Bohrlöcher sind so weit, daß man mi
Leichtigkeit eine große Erbse hineinstecken kann
Der Mittel gegen diese Vielfraße giebt es
mehrere.
Bemerkt man morgens am Boden Wurmmehl,
so kehrt man die Moͤbel um, so daß die Bohr—
löcher nach oben zu liegen kommen, verkittet mit
einem passenden Klebestoff die Löcher, was bei
den von den ersten beiden Schädigern herrühren⸗
den kleineren Löchern am besten vermistelst eines
Pinsels, bei den großen Löchern des Bockkäfers
aber in der Weise geschieht, daß man Watte oder
Charpie, die vorher mit dem bezügl. Klebestof
getränkt wurden, in dieselben steckt. Wenn den
Larven und Käfern die Luft und der Ausgang
abgesperrt wird, sterben und verderben sie.
Der Holzwurm aus den Möbeln zu entfernen
ist bei gepolsterten und polierten Gegenständen
sehr schwierig; aus einem Schranke, der sehr
stark von den Würmern zerfressen wurde, gelang
es mir auf folgende Art. Ich überstrich die
innere nicht polierte Seite desselben mit Ter—
pentinöl und wiederholte dieses zu verstie—
denen Malen, bis das Holz nichts mehr von
dem Oele aufnahm. Hierdurch gelang es mir,
die Holzwürmer vollständig zu töten; ich erzielte
nebenbei den Vorteil, daß durch Verharzung des
Terpentinöls die bereits zerfressenen Teile des
Holzes verkittet wurden und dasselbe annähernd
seine frühere Festigkeit wieder erhielt. Zu be—
achten ist jedoch, daß mit dem Anstreichen des
nicht polierten Holzes so lange fortgefahren wer—
den muß, bis das Holz nichts mehr von dem
Terpentinöl aufnimmt. Da Letzteres jedoch
flüchtig ist, so muß für die erste Zeit darauf ge—
achtet werden, daß man dem betreffenden Gegen⸗
stande mit einem offenen Lichte nicht zu nahe kommt
Eine fernere Art, zum Ziele zu gelaugen, be⸗
steht darin, daß man in die einzelnen Wurm⸗
löcher mittelst einer kleinen Spritze von ent⸗
sprechend feiner Oeffnung Leinöl wiederholt ein⸗
spritzt. Die Würmer kommen bald an die
Oberfläche und sterben auch hier infolge des
Luftmangels ab.
Eine etwas umständlichere Manier, die sich
»ei einer großen Anzahl von befallenen Möbeln
bezw. bei vielem Wurmfraß empfiehlt und ebense
sicher zum Ziele führt, ist die Behandlung mit

Zur Desinfektionsfrage.
Die polytechnische Gesellschaft in Berlin er—
zrterte die Frage der Desinfektion. Was man
bis vor kurzem inbezug auf Desinfektion wußte,
var ausschließlich empirisch, und erst in den
letzten Dezennien hat, wie der Referent Dr.
Frank ausführte, die bakteriostopische Methode
die Möglichkeit geboten, größere Klarheit in die
Frage zu bringen. Es ist namentlich auch dem
FJeheimrat Koch vom Reichsgesundheitsamt ge—
lungen, die verschiedenen Arten der Mikro—
organismen zu isolieren, sie auf gewissen Nähr—
vöden künstlich zu züchten und dann zu sehen,
vie sich gegen diese Reinkulturen die einzelnen
Desinfektionsmittel verhalten. Da haben sich
denn nun die allerwunderlichsten Resultate er—
geben, und vor Allem hat sich gezeigt, daß eine
Menge Mittel, denen man eine aseptische, eine
Fäulnis zerstörende Wirkung zuschrieb, nur eine
itiseptische, eine Fäulnis hindernde, äußern.
Dahin gehört namentlich auch Carbol, das frei—
lich auch als antiseptisches Mittel immer von
hoher Bedeutung bleiben wird. Auch die schwef⸗
lige Säure ist durch die Untersuchungen des
Reichsgesundheitsamts von ihrer dominierenden
Höhe herabgedrückt worden. Es hat sich ergeben,
daß bei Verbrennung von Schwefel noch nicht
die Hälfte zur schwefligen Säure wird, während
das UÜebrige gleich in die höhere Oxydationsstufe,
in Schweselsäure, übergeht, die in keiner Weise
desinfizierend wirkt. Schon seit Anfang dieses
Jahrhunderts hatte man nun auch Chlor zur
Desinfektion angewandt, und zwar mit sehr
gutem Erfolge. Die Operation erforderte aber
eine gewisse Uebung und war immerhin mit
großer Unbehaglichkeit verknüpft; man ist daher
neuerdings dazu geschritten, an Stelle des Chlors
das diesem nachstehende Brom zu benutzen.
Brom war bis vor Kurzem derartig teuer, daß
an eine technische Verwendung in ausgedehnterem
Maße gar nicht zu denken war. Erst die aus—
zedehnte Produktion in Staßfurt hat bewirkt,
daß jetzt der Preis pro Kilogramm von sechzig
auf vier Mark herabgegangen und damit die
Möglichkeit einer allgemeinen Benutzung geboten
ist. Nun hat aber auch das Brom gewisse un—
angenehme Eigenschaften, es siedet schon bei ge—
cinger Temperatur, es wirkt stark ätzend u dgl.
Der Referent selbst hat daher nach Mitteln ge—
sucht, diesen Unnannehmlichkeiten zu begegnen,
und es ist ihm in der That gelungen, diesen
Zweck zu erreichen. Kieselguhr, in feste Form
zebracht, wirkt wie ein porenreicher Schwamm,
d. h. es hat die Fähigkeit, unter anderem auch
Brom festzuhalten. In dieser Form ist das
Brom in keiner Weise gefährlich und giebt so
ein ganz treffliches Desinfektionsmittel ab, das
schon mehrfach dafür Verwendung finden konnte,
wo andere Mittel überhaupt nicht zu gebrauchen
waren. Der Umstand, daß der Bromdampf fünf⸗
mal so schwer ist als die atmosphärische Luft,
ist in diesen Fällen vor Allem von Bedeutung
zewesen. Er hat nämlich ermöglicht, das Brom
ils Desinfektionsmittel in Kielräumen von
Schiffen, in Closetten und an solchen Orten, wo
man mit anderen Mitteln gar nicht in gleich
zuter Weise hingelangen kann, wie mit dem
einer Schwere wegen sich allein senkenden Brom⸗
dampf. Einem weiteren Uebelstand des Brom,
die Metalle anzugreifen, will Dr. Frank dadurch
begegnen, daß er derartige Metallteile, die sich
aus den zu desinfizierenden Räumen nicht ent⸗
fernen lassen, dünn mit Vaselin überstreicht, das
die Eigenschaft hat, dem Brom zu widerstehen.
Noch wirksamer ist Petroleum, dessen Anwen⸗
zung sich aber gerade um deswillen nicht für
ille Fälle empfiehlt, da es die Wirkung des
Brom auf weitere Entfernungdaufhebt.

Eine Polhklinik für Arbeiter.
Herr Engel-Dollfus, der Arbeiterfreund
ind Vorsitzende des Mülhauser Unfallverhü—
ungsvereins betreibt die Errichtung einer neuen
ebenso erwünschten als zweckmäßigen Arbeiter—
wohlfahrtsanstalt. In einem vor der „In—
dustriellen Gesellschaft“ zu Mülhausen gehal.
tenen Vortrag hat Herr Engel⸗-Dollfus selbst
kürzlich über seine bereits im Bau begriffene
Polyklinik für Arbeiter (Dispensaire de
Uulhouse) Bericht erstaltet. In dieser Klinik
soll nicht nur ärztlicher Rat erteilt und Arznei
verabreicht, sondern auch Vorsorge gegen
drohende Krankheiten, Bekämpfung chronischer
und Linderung sonstiger Leiden vermittelst der
besten und vollkommensten Instrumente und Ein—
richtungen getroffen werden. Zwischen dem
eigenen Daheim und dem eigentlichen Kranken—
hause stehend, soll die neue Arbeiter-Polyklinil
allen denen, welche kränklich zu sein glaüuben
oder es zu werden fürchten, steten Rat und un—
nittelbare Hilfe sichern und so die Vorbeugung
ind Vorsorge gegen alle Erkrankungen bethätigen.
In der neuen Polyklinik werden die leidenden
Arbeiter oder seine Angehörigen gegen geringe
oder gar keine Kosten nicht nur alle Arten von
medizinischen Baͤdern nehmen, sondern auch alle
nöglichen gymnastischen, elektrischen, Schwitz⸗
Knetungs⸗ und andere Kuren durchmachen können
uind sich so einer Wohlfahrtsanstalt erfreuen.
welche im besten Sinne des Wortes eine hygi—
einische genannt werden kann. Man wird dieser
Bedanken des unablässig mit vorsorglichen Plänen
ür die Arbeiter beschäftigten elsässischen Indu—
triellen als einen glücklichen bezeichnen dürfen

Ein Wohnhaus aus Eisen
st ein Herr George L. Huston aus Parkers
hurg in Pennsylvanien im Begriff herzustellen
Die Fußböden des Vorsaals, des Vestibuls und
der Bibliothek werden mit polierten Plättchen
aus Gußeisen belegt, wozu verschiedene Arten
Eisen verwendet werden sollen, um dieselbe
Verschiedenheit der Farben wie auf den gewöhn—
ichen Ziegelböden herzustellen. Die übrigen
Fußböden bestehen in dicken Eisenplatten, die
mnit den Querbalken fest verbunden sind. Die
Außen⸗ und Innenseiten der Wände werden aus
zwei Läufen von fest verbundenen Eisenplatten
zusammengesetzt. Diese hohlen Eisenwände dienen
als Rauchfänge und zur Ventilation und führen
den verschiedenen Teilen des Hauses Wärme zu
Die heißen Dämpfe und Gase der Oefen, welche
o die Seiten der Zimmer passieren, werden vor⸗
aussichtlich genügen, das Haus auch bei dem
kältesten Wetter in angenehmer Temperatur zu
jalten, so daß die Heizung mit fast der halben
Feuerung, die gewöhnlich nötig ist, bewerkstelligt
verden kann. Alle Thuͤren und Fensterrahmen
ind ebenfalls aus Eisen vorgesehen und derart
eingehängt, daß sie so leicht zu schließen und zu
zffnen sein werden, wie solche aus Holz. Die
Verkleidung des Wohnzimmers wird aus schön
»erziertem poliertem Stahl angefertigt werden
eine ähnliche mit eingravierlen Jagdszenen wirt
sich im Speisesaal befinden und die der Biblio
hek wird so konstruiert sein, als wäre sie aus
„usammengeschmolzenem Roheisen. Die Koster
der Herstellung schlägt der Erbauer zwar au
            
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