Nr. 17
6. Roher Stahl zwischen 101 und 400 Km. Hier kann das Handwerk stets mit Erfolg
7. Rofte von Schmiede- oder Gußeisen für alle konkurrieren! Wollen aber Handwerk und Klein⸗
—S betrieb srsandis en * ne sie
——— g mit ganzer Kra em ein, sich weiter zu
s. Mascinen in Kisten oder verpadt für alle — *8* eeen eehe der Jetztzeit
Entfernungen. muß mehr sein als der in früheren
9. Cement (bei 40 Tonnen Ladung) über 101 Km zeilen Immer mehr muß er suchen, seine Ar—
In Betracht kommen somit lediglich Artikel heiten künsilerisch zu gestalien und muß nament
der Glas-, Leder- und Eisfenindusträie, lich sich auch einen höheren Grad allgemeiner
fowie Cement, und es zeigt sich, daß der Kenntnisse aneignen. Ohne letztere ist es ihm
Umfang, in welchem durch die Reexpedition eint nicht möglich, die Vorgänge des öffentlichen
Verbilligung der Gotthardroute ein- Lebens richtig zu beurteilen. Ohne größere äll⸗
tritt, nur sehr gering ist. Die Industrie West. gemeine Bildung wird er die Vormündschaf!
Deulschlands wird also im Allgemeinen wenig anderer Stände nicht los. Besindet sich das
von der Möglichkeit, von den billigeren Binnen· dandwerk auf diesem Wege; läßt es endlich von
Tarifen zu profitieren, berührt und deshalb nach der Einbildung, daß es krauk sei, ab; fühlt es
wie vor ihr Augenmerk auf eine Verbilligung ich erst wieder mutig und stark, — dann wird
der internationalen Gotthardtarife zu es siegreich den Kampf mit feindlichen Elementen
richten haben. destehen, dann kann ihm weder Maschine, noch
— Broßkapital, noch sonst etwas schädlich sein! Ein
intelligentes Handwerk hat noch heute einen
goldenen Boden!
Inbezug auf die Schreinerei lehrt mich meint
Erfahrung Folgendes:
Die Maschinen können hier nur rohe Arbeiter
rus führen.
Sägen jeder Art sind am wichtigsten; man
arbeitet mit diesen nicht nur rascher, sonderr
auch genauer. Mindestens eine Bandsäge, wenp
auch nur für Handbetrieb, sollte jeder Schreiner
haben; sie bringt stets Gewinn!
Dasselbe gilt für Stemm⸗ und Fräse⸗-Ma—
chinen, wenn auch hier die Vorteile hnicht se
zroße sind. Auch diese können durch die Hand
betrieben werden.
Hobel⸗Maschinen erfordern viel Kraft; hier
ist zum Betriebe schon ein Dampf- oder Gas
Motor erforderlich. Auch liefern sie nur roht
Arbeit, sie werden den Handhobel nie entbehr
lich machen.
Maschinen-Betrieb im Großen bringt nur
dann Gewinn, wenn man dieselben Gegenstände
in großen Massen fabriziert. Eine Tischlerei.
die auf kleinere Bestellungen arbeitet und na
mentlich mehr künstlerische Arbeiten ausführt,
vird durch eine Maschinen-Anlage nicht gewin
nen. Stehen ihr nicht so große Mittel zur
Verfügung, daß sie auf Lager arbeiten kann, so
st von der Maschinen-Anlage sogar entschieder
ibzuraten.
Aber im Großen und Ganzen kann der Tischler
zie Maschine als seine Freundin betrachten
Unserm Handwerk kann sie nicht nur nichts an
jaben, nein, wir können uns sogar noch freuen
daß sie uns die rohen Arbeiten abgenommen hat
Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
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verwenden ist. Gleichzeitig hat der Minister
angeordnet, daß die Behörden in den eiwa gegen
sie schwebenden Prozessen die Kläger sobald
als thunlich klaglos stellen und etwa eingelegte
Rechtsmittel zurückziehen sollen.
Mit dieser Entscheidung allein werden sich
aber kaum die Gewerbtreibenden beruhigen
können, denn da sie bisher den höhern Stempel
zu Unrecht bezahlt haben, steht ihnen offenbar
eine Rückzahlung der Differenz zu. Es wird
deshalb darauf ankommen, ob sich das Finanz—
ministerium auch dazu noch versteht. Ist letzteres
nicht der Fall, so werden eine Unzahl neuer
Prozesse entstehen müssen, denn bei allen
dieferungen, die überhaupt im Submissionswege
hergeben werden, beläuft sich der zu Unrecht er⸗
enMerimempet von /8 pCt. höher als auf
15 Mk.
Soll die Maschine in die Schreiner⸗
Werkstatt?
Ein praktischer Schreiner läßt sich in
der „Deutschen Tischler⸗Ztg.“ über die Frage,
ob man im Schreiner⸗Handwerk Maschinen ver
wenden soll oder nicht, etwa folgendermaßen aus
Ueber diese Frage ist seit Einführung der
Dampfmaschine in die Industrie so viel ge—
schrieben und gesprochen worden, daß das Thema
so ziemlich erschöpft sein müßte. Das Resultal
der vielen Abhandlungen ist, daß die Einen be—
haupten, das Handwerk habe durch Erfindung
der Dampfkraft und der Werkzeug-Maschinen
den Todesstoß erhalten und könne auf die Dauer
nicht mit dem Großbetrieb, welcher durch die
Maäschine billiger und besser fabriziere, kon—
kurrieren.
Andere sind weniger ängstlich, verlassen sich
auf Kopf und Herz und fürchten die Konkurrenz
der Maschine nicht. Arbeiten, die ein gewisses
Ziige Gepräge tragen, die das Denken und
mpfinden eines Menschen verkörpern, können
nicht von einer Maschine nachgeahmt werden
Auf unser Gemütsleben kann Maschinenarbeit
nie Eindruck machen, wofür sich tausend Bei—
spiele anführen ließen. Eine Maschine führt
eine ganz hübsche Stickerei aus, doch wie gan;
anders wird eine solche durch kunstgeübte Haͤnde
hergestellt! Durch unmerkliches Bewegen einer
Linie, durch ein paar Stiche erhält das Ganze
Leben! Wir können aus einer Arbeit mit Sicher⸗
heit auf den Charakter des Arbeiters schließen.
Ein roher Arbeiter wird nur rohe Produkte her⸗
stellen; die Arbeiten eines edlen Menschen wer—
den auch stets ein entsprechendes Gepräge an
sich tragen.
Handwerke, auf welche sich Vorstehendes nicht
anwenden läßt, dürften allerdings früher oder
später durch die Konkurrenz der Maschine er—
drückt werden. Aber ist denn das ein Unglück?
Sollte man sich vielmehr nicht freuen, daß die
Maschine uns rohe Arbeiten abnimmt, und daß
mehr Kräfte für höhere Zwecke frei werden?
Gewiß! Denn die Ansicht, daß uns die Maschin
Arbeit entziehe, welche dem Arbeiter dann fehlt,
ist durch nichts begruͤndet! Wer nicht blind für
die Vorgänge in der menschlichen Gesellschaft ist,
muß doch sehen, daß die natürliche Folge von
der Vermehrung der Produkte größerer Ver
brauch ist.
Wo also in einem Gewerbe Maschinen ange
wandt werden können und nutzbringend sfind
ist der Kampf gegen dieselben ein Fehler und
vergeblich. Es ist ein natürliches Gesetz, daß
sich das Gute Bahn bricht und behauptel.
Der Standpunkt des Handwerkes dem Ma⸗
schinen⸗ und Großbetrieb gegenüber ist einfach
der: Wo die Produkte eines Handwertes durch
eine Maschine g anz hergesteuͤt werden können
und sich für Großbetrieb eignen, giebt man den
Kampf dagegen einfach auf. Andernfalls ver
ge udet man zwecklos Zeit und Kraft; es gelten
hier eben die Gesetze der Zeit.
Dieses ist aber glücklicher Weise bei sehr weni⸗
gen Handwerkern der Fall; meistens kann dit
Maschine nur die roheren Arbeiten ausführen
und hier bietet auch der Betrieb im Großen
keine wesentlichen Vorteile
Deutsche Maschinen in Italien.
Es läßt sich nicht leugnen, daß in den letzten
Jahren die Verwendung deutscher Maschinen in
allen Ländern des Mittelmeeres bemerkenswerte
und erfreuliche Fortschritte gemacht hat. In
erster Linie ist hier auch Jtalien zu nennen,
das seinen bedeutenden Bedarf an Lokomotiven
für Eisenbahnen und Tramways sowie auch an
'onstigem Eisenbahnmaterial fast ausschließlich
in Deutschland deckt. Für die sich immer mehr
Eingang verschaffenden Pferdebahnen, welche in
Folge der klimatischen Verhältnisse und des den
Italienern angeborenen Hanges zur Bequem⸗
ichkeit einem reellen Bedürfnisse des Landes
entsprechen, werden vorzugsweise deutsche Wagen,
hesonders solche des Hauses Krauß u. Cie.
in München beschafft. Auch die Schweize—⸗—
rische Lokomotiv⸗ und Maschinen—
abrik zu Winterthur, sowie die Firma
dendschelu. Sohn in Kassel sind an dem
Maschinenexport nach Italien stark beteiligt und
haben im Vereine mit dem an erster Stelle
genannten Hause allen anderen Konkurrenten
den Rang abgelaufen. Die von diesen drei
Firmen ausgefuͤhrten Lieferungen sind geradezu
mustergiltig, und sowohl die Gewissenhaftigkeit
und Geschicklichkeit der Ingenieure, als die
Dauerhaftigkeit, die sich bei der Benutzung her⸗
ausstellt, werden allgemein gerühmt. Ebenso
jaben die Arbeiten der Kalker Maschinen⸗
sabrik „Humboldt“ sich entschieden Bahn
zebrochen. Auch Schienen und rollendes Ma—⸗
serial für Eisenbahnen werden viel aus Deutsch⸗
land bezogen; so ist erst ganz kürzlich einer
weltbekannten Nürnberger Firma die Lieferung
von 900 Waggons für die italienischen Süd—
bahnen übertragen und von der Direktion da—⸗
mit motiviert worden, daß dabei lediglich die
Rücksicht auf die dadurch erzielte Ersparnis an
Geld und die so gewährleistete größere Voll—
kommenheit ausschlaggebend gewesen sei. Da
die vielfach von Italienern bewohnten La Plata⸗
Staaten in neuerer Zeit anfangen, im eigenen
dande vielfach industrielle Etablissements, wie
Mühlen, Gerbereien, Brennereien, Zuckerraffine—
rien zu gründen, so haben Schweizer Häuser
Maschinen für dieselben geliefert und es kann
kaum ein Zweifel obwalten, daß auch deutsche
Maschinen dort werden mit konkurrieren können.
In neuester Zeit hat sich in Italien auch die
Tendenz geltend gemacht, Dampfschiffe auf deut⸗
schen Werften bauen zu lassen, so daß sich auch
nach dieser Richtung hin gleichfalls ein neues
Feld der Thätigkeit darbietet. Allerdings haben
die Italiener neuerdings der Maschinensabri⸗
kation selbst eine erhöhte Aufmerksamkeit zuge⸗
vende“, und es ist der fremden Industrie be—
reits in manchen Stücken eine sehr leistungs⸗
ähige einheimische Konkurrenz erwachsen; allein
zerade die Maschinenbranche braucht wie keine
andere selbst bei den größten Anstrengungen
außerordentlich lange Zeit, um sich zur Voll⸗
kommenheit und Konkurrenzfähigkeit zu erheben.
Die deutsche Maschinenindustrie wird deshalb
ooraussichtlich unter geschickter Benutzung der
Konjunkturen bei dem in Italien augenblicklich
tark betriebenen Bau von Eisenbahnen und
Tramways noch auf Jahrzehnte hinaus ein
ohnendes und ergiebiges Absatzgebiet vorfinden.
VStempelgebühren bei
Submissionen.
In Nr. b5 des „Saarbrücker Gewerbeblattes“
berichteten wir über die eigentümliche Lage, in
velcher sich die Frage der Stempelgebühren be
Zubmissionen, die von Staatsbehorden ausge
chrieben werden, damals befand. Eine Aller
höchste Kabinetsordre vom 30. April 1847 wan
nämlich von mehreren Gerichten niederer und
zöherer Instanz als noch zu Recht bestehend
erklärt worden und danach hätten die Lieferanter
ür den Staat z. B. bei Lieferung von Eisen—
hahnmaterial nicht den Wertstempel von
/s pCt., sondern lediglich den Vertrags
tempel von 1,6 Mk. zu bezahlen gehäbt
Trotzdem hatte der Stempelfiskus (unsern Be
irk betr. der Stempelfiskus in Trier) diesen
kntscheidungen keinen prinzipiellen Wert
deigelegt, vielmehr um eine endgültige Ent
scheidung herbeizuführen, noch einmal das Rechts
mittel der Revision ergriffen. Eine neuerdings
ergangene Entscheidung des Finanzwministers
macht dies jedoch wieder rückgängig. Nach der
Mitteilung verschiedener Blätter (u. a. „Glückauf“
Nr. 56 vom 14. d. M.) hat derselbe näm—
lich mittelst Cirkularverfügung die Provinzial—
behörden davon in Kenntnis gesetzt, daß von nun
an Verträge zwischen Staatsbehörden und Ge—
werbtreibenden über Lieferungen nur einem Stem
»el von höchstens 1,6 Mk. zu unterwerfen sind
velcher wegen der Stempelfreiheit des Fiskus
aur in der darstellenden Hälfte von 1 Mt. zu
—