Full text : 1.1883 (0001)

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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Nr. 17
* Es werden billiger reerpediert pro Tonne
und Kilometer:
In der Entfernung von
1 101201 301 401 ub
bis bis bis bis bis —*
100 200 300 400 500
— 859d — — — — Ets

was jedoch nicht ausschließe, daß der Khniglichen
Bergwerks-Direktion seitens der geschäftsführen⸗
den Direktion die das bergbauliche Interesse be—
rührenden Anträge und Vorlagen sofort mitge—
ien. hierdurch deren Teilnahme angeregt
werde.
Die Herren Geh. Kommerzienrat Heimendahl
und Kommerzienrat Leyendecker erklären sich
gegen den ersten Teil des Antrages des Herrn
Seebohm, worauf Letzterer erklärt, sich weiter
spezielle Anträge vorbehalten zu wollen.
Auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung
welche, wenn nicht inzwischen eine außerordeni—
liche einberufen werden sollte, am 7. Nov. statt⸗
finden wird, soll dem Vernehmen nach auch die
drage der zweiten Stückautklasse gebrach
werden.

c. Schwefel in Stücken oder Broden.
d. Potasche.
8. Soda.

b. Eisenindustrie.
a. Weißblechwaren in Kisten oder Tonnen.
b. Eisendraht und eiserne Töpfe.
c. Gußeiserne Ornamente, Gitterwerke, Oefen
und Töpfe.
d. Weißblech.
s. Eisenbahnschienen, Achsen von Eisen oder
Gußeisen, Räder und Räderteile zu
Eisenbahnzwecken, Bandagen, Schienen
befestigungsgegeustände, Winkeleisen.
f. Räder und Raͤderteile aus Stahl.
g. Stahl in Barren oder rohen Platten.
h. Eiserne Röhren, Platten, Bänder, Blech
und Streifen; Ambose, grobe Seile
Ketten und Träger.
i. Eisen in Stangen, flachen oder runder
Bändern.
k. Roste von Schmiede⸗ oder Gußeisen.
J. Gußeisen in Broden, Bruch; Abfälle vor
Roheisen; Puddeleisen, Eisenluppen
Brucheisen; altes Eisen, Hammerschlag
m. Maschinen.
6. Kohlenindustrie.
a. Kohlen.
b. Koks.
Es zeigt fich nun, daß es hinsichtlich der
Frachtberechnung gleichgültig ist, ob man sie
ꝛeexpedieren läßt oder nicht bei folgenden Ar—
ikeln: Weißblech; Eisenbahnschienen, Achser
von Eisen oder Gußeisen, Räder und Räder
ind Räderteile zu Eisenbahnzwecken, Bandagen
Winkeleisen, Kleineisenzeug, eiserne Röhren
Platten, Bänder, Bleche, Reifen; Ambose, grob
Seile, Ketten, Träger; Eisen in Stangen, flacher
oder runden Bändern; Gußeisen in Broden
Bruch; Abfälle von Roheisen, Puddeleisen
Fisenluppen, Brucheisen, altes Eisen, Hammer.
ichlag; Kohlen und endlich Cement; für letzterr
Artikel jedoch nur bei Sendungen von 8 Tonner
oder Frachtzahlung dafür, während bei der Sen
dung von 40 Tonnen auf einmal im Binnen
tarif eine wesentliche Ermäßigung eintritt, st
daß die Reexpedition die Fracht billiger mach
vergl. dazu Tabelle A), denn die beiden Fracht
ätze unterscheiden sich hier (Cund zwar auf alle
Entfernungen hin) nur insofern von einander,
als bei Nicht-Reexpedition der feste Expeditions
zuschlag um 20 Centimes pro Tonne niedriger
st, eine Differenz, die man wohl als verschwin
dend ansehen kann. (Im Binnentarif beträgt
aämlich die italienische Expeditionsgebühr nur
1,39, im Gotthardtarif dagegen 1,50 Irs. pre
Tonne.)
Bei allen übrigen Artikeln ist das Ver—
zjältnis ein anderes, indem nämlich teilweise
die Reexpedition, teil weise die direkte Kar—
tierung billiger zu stehen kommt. Im All—
gemeinen ist die direkte Kartierung
dilliger und nur bei verhältnismäßig wenigen
Artikeln verlohnt sich die Reexpedition, und zwar
ist letzteres bei den nachstehend aufgeführten
Artikeln der Fall. Zu beachten ist hierbei zu
vor noch, daß wir von einer Inbetrachtziehung
der beiden unter einander verschiedenen Expe—
ditionsgebühren abgesehen haben, da dieselben
ihrer geringen gegenseitigen Differenz wegen
doch nicht den Ausschlag geben; ferner ist dar
auf Rücksicht zu nehmen, daß es nicht gleich—
zültig ist, um welche Entfernungen ab italieni—
sccher Grenzstation es sich handelt, da die Grund⸗
taxen der italienischen Tarife zoönenweist
wechseln. Aus diesem Grunde wechselt auch bei
einer und derselben Ware die Differenz, um
welche sie billiger entweder reexpediert oder di—
rekt kartiert wird und sogar wird dieselbe Ware in
der einen Entfernung billiger reexpediert, in der
andern billiger direkt kartiert. Man sieht also
daß die Zonentarife die Quelle einer fast un
übersehbaren Kompliziertheit werden können
Für die nachstehend aufgeführten Waren mußte
deshalb noch besonders berechnet und berücksich—
tigt werden, wie hoch sich die zu Gunsten der
Reexpedition entfallende Frachtdifferenz pro Tonne
den wechselnden Entsernungen be
äuft.

Feine Glaswaren um
däute vou Ziegen ec.
um..
Eifendraht und eiserne
Töpfe um.. — 112 11
Räder und Räderteile
aus Stahl um. 211111
Roher Stahl*) um. — 0,5 0,55 0,085 — —
Roste von Schmiede⸗
oder Gußeisen um 12 4 48,5 8,8 8,5
Maschinen, wenn ein⸗
gepackt. um. 232 2 111
Lement in Säcken oder
Körben um.. —11
Für den gesamten Rest aller Waren dagegen
ist die direkte Kartierung entweder gleich der
Reexpedition (abgesehen von dem Unterschied
von 20 Ets. in dem festen Zuschlage!) oder
billiger, also jedenfalls der letztere vorzuziehen.
Um jedoch auch von den hier platzgreifenden
Verhaltnissen ein Bild zu geben, ist nachstehend
auch für diese Waren eine Tabelle entworfen
worden, aus 8 man ersehen kann, um
wieviel billiger sich für die einzelnen Waaren
die direlte Kartierung gegenüber der Reexpedi⸗
rion stellt.
B. Es werden billiger direkt kartiert pro Toune
und Kilometer:
In der Entfernung von
1 101201 301 401 üb
bis bis bis dis big uber
IO00 200 300 400 500

V Mitteilungen über die Gotthard—
Tarife.

VII.

Noch einmal die Binnen⸗Tarife der ober⸗
talienifchen Eisenbahnen und die Reexpedi—
tion an den italienischen Grenzstationen.
Wie aus unseren Ausführungen in Nr. 8 des
„Saarbrücker Gewerbeblattes“ hervorgeht, ist die
Frage, ob eine bestimmte Ware, welche die
Gotthardroute einzuschlagen hat, eine billigere
Fracht zeigt, wenn sie an der italienischen
Grenze zur Reexpedition bestimmt wird, im
Gegensatz dazu, daß sie direkt von deutschen
Stationen aus nach der italienischen Bestim—
mungsstation gesandt wird, ist vor der Hand
für den Handelsstand noch nicht als gelöst zu
betrachten. Auch die Veröffentlichung der Tarife
der oberitalienischen Eisenbahnen durch die Ge—
neraldirektion zu Straßburg hat keine Klarheit
in die Frage gebracht, weil sich, wie dies am
angegebenen Orte des Näheren bereits ausge—
führt worden ist, aus den Tarifklassen die
Gesamifracht nicht ohne Weiteres ersehen läßt.
Wir haben uns nunmehr der Aufgabe unterzogen
hinsichtlich der für die Saar⸗ und Mosel-In—
dustrie besonders in Betracht kommenden Ar—
tikel diese Frage definitiv zu lösen, indem wir
für dieselben die Frachten einmal als Binnen
tarife, das andere Mal als internationale Gott
hardtarife im speziellen berechnet und die damibt
erlangten Resultate einander gegenübergestellt
haben. Vorauszuschicken ist, daß wir letzthin
und zwar in der Abhandlung über die Gott—
hardtarife „„Saarbrücker Gewerbeblatt“ Nr.8 u.9)
hinsichtlich der Eisenindustrie die vorliegende
Frage bereits gelöst haben, indem dort die
Frachten der Routen: einerseits Genua-Mailand
andererseits Chiasso- und Pino-Mailand ver—
gleichsweise einander gegen ibergestellt worden
sind, und die Route Benua-Mailand nach keinen
anderen als nach den Binnentarifen ihre Fracht—
sätze berechnet. Wenn also dort bereits ermittell
und mitgeteilt worden ist, daß gewisse Waren
der Eisenindustrie auf der Hafenroute, an
dere auf der Gotthardroute billiger fahren,
so gilt dasselbe Verhältnis auch bezüglich der
Binnen⸗ und der internationalen Gotthardtarife
Außerdem sind hier an dieser Stelle noch fol
gende weitere Waren berücksichtigt worden:
1. Glasindustrie.
a. Ordinäre Glaswaren aller Art.
b. Feine Glaswaren aller Art.
c. Ungeschliffenes Fensterglas.
d. Hohlglas.
2. Thonindustrie.
a. Porzellanwaren aller Art.
b. Steingutwaaren.
c. Pflasterziegel aus Cement, Majoliken ꝛc.
d. Thonwaren aller Art.
3. Lederindustrie.
a. Häute von Ziegen, Katzen und Kaninchen
b. Häute von Rindern und Kälbern.
4. Bier.
a. Bier in Kisten oder Körben.
b. Bier in Fässern.
5. Industrie der Chemikalten.
a. Blutlaugensalz (im Binnen⸗T. ohne Klassifik
bd. Schwefelsäure

Ordinäre Glaswaren
um.....
Angeschl. Fensterglas
und Hohlglas um
—A
waren aller Art um
Pflasterziegeln aus Ce⸗
ment, Majolika ꝛc
um..
däute von Rind und
Kalb um.
Bier in Kisten oder
Körben um...
Bier in Fässern um.
Blutlaugensalz um.
Schwefelsäure um .
Schwefel in Stücken
oder Broden um.
Weißblechwaren in
Kisten oder Körben
um...
tahl in Barren,
Stangen oder rohen
Plattens) um.. —
Maschinen, wenn nicht
verpackt u nm..2 42 211,
Kokes um.. ——11113
Das Facit der Untersuchung ist sonach, daß
es sich nur bei den folgenden, verhältnismäßig
wenigen Artikeln, unter gleichzeitiger Rücksichtnahme
 auf die betreffenden Entfernungen ab
iralienischer Grenzstation empfiehlt, der Fracht—
ersparnis wegen eine Reexpedition vorzuschreiben.
Wir stellen dieselben nachstehend noch einmal
übersichtlich zusammen.
1. Feinere Glaswaaren zwischen 101 und 200 Km.
2. Häute von Ziegen ꝛc. zwischen 101 und 200 Km.
Eisendraht über 101 Km.
4. Eiserne Töpfe über 101 Km.
5. Räder und Räderteile aus Stahl für alle
Entfernungen.

2

*) Für diejenige Zone, bei welcher hier keine Differenz
eingetragen ist, bleibt für beide Fälle der Frachtsaß
derselbe.
**) Es muß hier darauf aufmerksam gemacht werden,
daß sich in der Tab. IV. dieser Mitteilungen (Nr. 8
Seite 29) insofern ein Druckfehler eingeschlichen hat,
als in der Tabelle A. sowohl für Weißblechwaren als
jur Stahl in Barren z?c. die Tarifsähe wohl richtig
angegeben, aber die Routen verwechselt sind, ein
Bersehen, welches allerdings von dem Leser bemerkt sein
wird, da diese Waren ja ausdrucklich als die auf der
Botthardroute billiger fahrenden aufgeführt werden.
Ebenso ist auch hier auf den Unterschied zu achten,
velchen die italienische Klassifikation zwischen Stahl in
Barren ꝛc. und rohem Stahl je nach der gewählten Rtoute
tabliert bat
            
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