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von 1 Mk. pro 100 Kg. für Steine und von
10 Mk. pro 100 Kg. für Schmelztiegel, Retor—⸗
ten, Düsen u. s. w. nachgesucht. Man kann im
Interesse der nationalen Produktion nur den
Wunsch aussprechen, daß dieser gerechten Forde—
rung recht bald Gehör gegeben werde, oder aber,
daß die Regierung wenigstens bei der Regelung
der Eisenbahntarife auf eine Herabsetzung des
Transport⸗-Tarifs für feuerfeste Produite billige
Rücksicht nehmen möge.
Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
ammenkünfte einander näher zu bringen, auch Beispiele des prompten Bezahlens vorangehen.
alle Angelegenheiten, welche für jeden Einzelnen Sehr bemerkenswert ist eine —A
»on Nutzen sind oder werden können, gemein- die der Crimitschauer Stadtrat in dem dort
chaftlich zu besprechen, darüber Beschlüsse zu gen Lokalblatte kürzlich veröffentlicht hat. Diese
sassen und all; Mittel und Hebel in Bewegung Bekanntmachung lautet: „Bei einem großen Teile
zu setzen, welche die Durchfuͤhrung solcher Be derjenigen hiesigen Gewerbetreibenden bez. Hand—
chlüsse erheischen. Als Vereinsaungelegen werker, welche für kommunale Zwecke Bedürf—
heiten sollen gelten: Die Gesetzgebung repp nisse liefern oder Arbeiten ausfuühren, herrscht
deren Ausführung durch die untergeordneten Or- leider die Unsitte, die Rechnungen für
zane betr. Nahrungs- und Genußmittel, giftige die ihnen zukommenden Geldbeträge
und feuergefährliche Substanzen, Droguen- und möglichst spät zur Begleichung einzu—
Apothekerwaren, Hausier- und Markthandel, Aich reichen. Ganz abgesehen davon, daß sich hier—
ung der Maße und Gewichte, Stempelung kauf durch die betreffenden Gewerbtreibenden und
nännischer Papiere; Verordnungen der Post- Handwerker selbst dem Verdacht unordentlicher
EFisenbahn- und Zolldehörden; Verteilung der Ge Geschäftsführung aussetzen, entftehen durch die
werbesteuern; Vertretung bei der Handelskammer verspätete Einreichung der Rechnungen nicht nur
Maßregeln der Feuerversicherungs-Gesellschaften? leicht Irrtümer und Weiterungen, sondern es
Unreellitäten und tadelnswerte Uesancen bein wird auch die Behörde selbst gerädezu verhindert,
Engrosbhandel; Kennzeichnung auswärtiger Fir ihre Rechnungen abzuschließen. Wir fordern da—
men, welche direkt mit dem Konsumenten arbeiten, her alle diejenigen, weiche für gelieferte Bedürf—
Bekämpfung der Vorurteilc des Publikums durch nisse oder geleistete Arbeiten auf das Jahr 1882
die Presse und Beruhigung der übertriebener noch irgend welche Farderungen an Leine der
Angst vor verfälschten Lebensmitteln durch die Ver hiesigen öffentlichen Kassen haben, auf, die Rech—
pflichtung jedes Vereinsmitgliedes, nur reine nungen ungesäumt einzureichen.“
Waren zu führen; Aufklärung der Konsumenter
über die schwindelhaften Zeitungsofferten aus
wärtiger Häuser; Verbindung mit einem renom
mierten chemischen Institute, welches für der
Verein alle Untersuchungen zu ermäßigten Sätzer
macht; kaufmännischer Journalzirkel; gegenseitige
Auskunft und Aushülfe; Stellung zum Geschäfts
»ersonale; Sonntagsfeier und alle anderen In
teressen, welche für den Einzelnen oder der Ge
amtheit von Nutzen sind. Aus den Vereins
angelegenheiten sollen dagegen ausgeschlossen
ein die Bestimmungen der Verkaufspreise der
Waren und der Verein darf in keiner Weise
einen Druck auf die Mitglieder in dieser Be—
iehung ausüben.
Die Anwendung des Magneten in
den Gewerben.
Die sogenannten künstlichen Magnete, welche
ihren Magnetismus erst durch Einwirken anderer
Magnete, oder durch elektrische Ströme erhielten
und in den verschiedensten Formen, zumeift aber
in der bekaunten Hufeisensorm, käuflich zu
beziehen sind, spielen bei manchen Gewerben eine
nicht unbedeutende Rolle. Hermann Krätzer
in Leipzig weist in Wieck's Gewerbezeituͤnc
mehrere derselben nach.
So haben z. B. viele Maschinenfabriken
kräftige Magnete angeschafft, um Feilspäne von
Eisen und Messing von einander zu trennen,
gleichwie man in verschiedenen Fabriken stets
Magnete vorrätig hat, um Eisen- und Stahl—
splitterchen, welche den Arbeitern in die Augen
geflogen sind, ausziehen zu können Eine weit
großartigere Anwendung hat jedoch der Magnet
in der Nadelschleifermaske gefunden, wo er
von dem größten Nutzen für viele Nadelschleifer
ist. Diese Leute von denen der Einzeln eirca
8-10000 Nadeln in der Stunde zu schleifen
hat, hantieren in einer Luft die stets mit dem
Stahlstaub von Millionen von Nadeln ge—
schwängert ist; es ist deshalb erklärlich, daß
in einem Alter von 30 Jahren die Mehrzahl
derselben schon ausgezehrte, alte Männer find
und sie zumeist einem frühen Tode anheimfallen
Um nun die Sterblichkeit bei den Nadelschleifern
zu vermindern, hat man in den Nadelfabriken
Ventilatoren angebracht, die mittelst heftigen
Lnfidurchzugs die Luft von den feinen Stahl
teilchen reinigen und erneuern, und ferner hat
man den Arbeitern die Nadelschleifermaske mit—
gegeben, die einem Respirator gleicht, der von
Stahldraht ist. Auf diesen Draht wirken nun—
mehr Magnete in der Art und Weise, daß mit
telst ihrer Anziehungskraft der äußerst gesund—
heitsgefährliche Stahlstaub auf seinem Wege
zu den Lungen aufgefangen wird. Sondecbar
war es nun, daß, odwohl diese Maske für die
betreffenden Arbeiter von dem größten Vorteile
ist, sich dennoch anfänglich die meisten Nadel
schleifer weigerten von derselben Gebrauch zr
machen. Sie kalkulierten dabei so, daß ihnen
der bisherige Lohn geschmälert würde, indem
die Verrichtung des Nadelschleifens zu einer ge—
sünderen sich gestalten müßte und die Brodgeber
in Folge dessen den Lohn herabsetzen könnten
und würden! Ferner wendet man den Magnei
jetzt vielfach, namentlich in England bei der
Papierfabrikation au. Auf bedrucktem Pa
piere, besonders älterer Bücher, nimmt mar
allenthalben Rostflecke wahr, bei denen man of
in der Mitte ein winzig kleines Eisensplittercher
bemerkt. Diese Splitterchen werden nach und
nach durch die Feuchtigkeit und den Sauerstoff
gehalt der Luft in Rost verwandelt, der sich all
mählig ringsherum ausbreitet, sogenannte Rost
flecke erzeugend. Die Eisenteilchen rühren von
den bei der Papierfabrikation angewandten Ma—
schinen her und werden jetzt in England aus
dem noch flüssigen Papierzeug durch Magnete
entfernt.
Wir sehen demnach, daß der Magnet in ein
zelnen Gewerben eine nützliche Rolle spielt; die
ihm innewohnenden Eigenschaften befähigen ihn
sicherlich noch zu weiteren Anwendungen und
intelligente Köpfe werden ihn noch in mannig—
facher anderer Weise verwerten können.
Ueber das Neunkirchener Eisen- und
Stahlwerk und den Wert von desien
Produkten
hielt kürzlich im Ingenieur- und Architekten—
Verein zu Zürich eine bekannte Autorität, Herr
Professor Tetmajer, einen Vortrag, dem wir
Folgendes entnehmen: Der Betrieb dieser Werke
wird als ein in jeder Beziehung musterhafter
bezeichnet und besonders hervorgehoben, wie
einerseits die Ausnutzung des Heizwertes der
Kohle in vortrefflichster Weise durchgeführt, an—
derrerseits durch Einführung der epochemachenden
Entdeckung des Thomas-Gilcchrist'schen Verfahrens
der Stahlerzeugung die dortigen Roheisensorten
in ausgezeichneter Weise zu Flußeisen verar—
beitet werden. Die Roheisengewinnung in Neun—
kirchen, wie überhaupt auf den Eisenwerken der
Saargegend, beruht hauptsächlich auf dem Vor—
kommen der sog. Minette, eines Eisenerzes, das
in bedeutender Ausdehnung und Mächtigkeit
von Südbelgien durch Luxemburg und Loth—
ringen bis in die Gegend von Nancy auftritt,
und dürfte bei der großen Reichhaltigkeit
dieser Lagerstätten der Schwerpunkt der
deutschen Eisenindustrie sich voraussicht—
lich mehr und mehr nach der Saar hin
verlegen. Nachdem Redner in eingehender
Weise das geologische Verhalten und die ver—
schiedenen Varietäten der Minette, welche bei
einem Eisengehalte von 28 -38 6,0 und vor—
zerrschend kalkiger Gangart wegen ihres hohen
— D——
zur Erzeugung von Flußeisen unbrauchbar war,
geschildert hatte, giebt er eine Beschreibung des
dochofenprozesses und des durch denselben ge—
wonnenen Roheisens, welches in Neunkirchen
in sieben verschiedenen Qualitäten produziert
und sehr sorgfältig bezüglich seiner weiteren
Verwendung nach diesen Kalegorien sortiert wird.
Das aus der Minette erblasene gewöhnliche
veiße und weißstrahlige Roheisen bildet die
Brundlage für den Puddel- und Schweißprozeß.
Im Neunkirchener Pudelwerk sind eirca 60 Pud⸗
delöfen vorhanden, von welchen etwa die eine
dälfte auf sehniges Material, die andere Hälfte
auf Korn arbeitet; jedem Puddler wird genau
die Qualität des zu erzeugenden Luppeneisens
vorgeschrieben, sowie auch von jeder Puddel—
harge eine Probe genommen und nach der
Bruchbeschaffenheit derselben eine sehr sorgfäl—
rige und gewissenhafte Sortierung des gesamm—
ten Luppenmaterials vorgenommen. Ju dieser
konsequent durchgeführten Sortierung erblickte
Redner die Ursache der vorzüglichen Qualität
der dortigen Eisenfabrikate, während auf vielen
anderen Hüttenwerken eine solche Sortierung
entweder gar nicht oder doch bei weitem nicht
in diesem Maße stattfindet. Einer der sechs in
Neunkirchen vorhandenen Hochöfen produziert
das Rohmaterial für die Flußstahlerzeugung
nach dem neuen Thomas-Verfahren aus der
Minette, ein graues Eisen von 2,6—30 /0 Phos⸗
»horgehalt. Dieser Prozeß gestattet, auch aus
tark phosphorhaltigen Eisensorten ein autes Fluß
Kunstgewerbliche Konkurrenzen.
Auf dem Gebiete kuustgewerblicher Konkur
renzen findet das von Hamburg und Halle ge
zebene Beispiel Nachahmung. Auch der Kunst
zewerbe-Verein zu Karlsruhe fordert in einen
eben erlassenen Preisausschreiben Entwürf«
zu einer vollständigen Mobiliar-Aus
stattung für ein bürgerliches Wohn
und Eßzimmer, die auf einfachste Verhält—
risse berechnet und bei solider Herstellung den Preis
don 1000 Mk. nicht überschreiten soll. Verlangt
verden dafür: ein nach Bedarf zu vergrößernder
Tisch, ein Buffetschrank, ein Sopha oder an dessen
Stelle eine Sitztruhe mit gepolsterter Sitzlehne,
sechs Stühle, ein Arbeitstischchen mit bequemem
Lehnstuhl, ein Pfeilerschrank mit Spiegel, eir
Bücherregal, ein Wandschränkchen, ein Schemel
zwei Vorhangstangen und ein Schaft mit Kleider
haken. Ein Kollegium von fünf Fach
leuten soll die eingehenden Arbeiter
vor weiterer Beurteilung zunächst da
rauf prüfen, ob sie zu dem angegebe
nen Preise ausführbar sind. Nur be
jahenden Falls finden sie zu der Konkurrenz Zu
lassung. Ausgesetzt sind fuͤr die Sieger 2 Preise
von 400 und von 260 Mk. Für eine zweite Auf
gabe, den Entwurf eines für ein derartiges Zim
mer passenden, glasierten Kachelofens, der
keinesfalls rein weiß gehalten sein darf, schreib
derselbe Verein zwei Preise von 100 und vor
560. Mk., für den Entwurf eines schmiede
zisernen Aushängearms mit'Firmen
schild im Verkaufswert von 100 Mk., zwe
veitere von 60 und von 40 Mk. aus. Die
Zeichnungen — bei Aufgabe III in!/s, bei Auf
gabe J und II in s der natürlichen Größe untel
Hinzufügung der wichtigsten Details in Natur
zröße — sind bis zum 16. April d. J. dem Vor
stande des Kunstgewerbe-Vereins zu Karlsruht
einzusenden. Bei der Beuteilung wird von der
aus sechs Personen bestehenden Jury für jede
Aufgabe ein in der betreffenden Branche praktisch
hätiger Fabrikant hinzugezogen werden.
Gegen die Unsitte des Berborgen
im Kleinverkehr
äßt sich auch von Seiten der Behörden etwa⸗
hun, wenn dieselben den Borgern mit dem quten
Statuten des Essener Handelsvereins
Der vor kurzem gegründete Essener Handels
overein verfolgt den Zweck, die Kaufleute, welch
mit Kolonial-⸗, Material-Farbwaren, Tabak und
Spirituosen handeln. durch gesellschaftliche Zu—