Full text : 1.1883 (0001)

Saurbrützer Gewerbhehlutt

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1883.

W Zur Kanalfrage. gegebenen Falls thatsächlich an der Ausübung! Tragfähigkeit zu befrachten. Dem stehe der große
(Schluß.) dieses Rechtes, wie dies bei der diesjährigen Nachteil gegenüber, daß Getreide und sonstige
Vom finanziellen Standpunkt seien nicht Etatsberatung, ohne Widerspruch zu erfahren landwirtschaftliche Produkte von den Seeplähzen
blos die in der Regierungsvorlage geforderten näher ausgefuͤhrt worden sei. auf den Kanälen, um so viel billiger eingeführt
46 000 000 Mk., sondern auch diejenigen Slummen Die wirtschaftlichen Bedenken gegen der werden könnten, als die Frachtsfätze auf den
zu berücksichtigen, welche das in Aussicht geoom- Bau von Kanälen à fonds perdu treten den Kanälen Dank den aus den Taschen der Steuer—
mene umfassende Kanalnetz erfordere. Der Mi- finanziellen ebenbürtig zur Seite. Unser Staaf jahler fließenden Staatszuschüfsen, niedriger
nister der öffentlichen Arbeiten habe die Kosten sei nicht reich genug, um ungemessene Summen seien, als die der Bahnen. Hierzu trete eine
zur Ausführung der bereits bestehenden Kanal jährlich für Kanäle und Sekundärbahnen aus Anzahl kleinerer Nachteile, die in ihrer Gesamt—
projekte auf 300 bis 400 Millionen veranschlagt zugeben und der bereits citierte Bellingrath habe heit aber nicht zu unterschätzen seien: es werde
Es unterliege aber keinem Zweifel, daß die Aus in seiner Brochüre den Gegensatz seiner Be der Landwirtschaft ein unverhältnismäßig großes
führung dieser Projekte die Berücksichtigung aller strebungen zu den Sekundärbahnen ausdrücklich Areal entzogen, die Kommunikation zwischen den
übrigen Landesteile zur notwendigen Konsequenz anerkannt. Der Ausbau eines umfassenden Se ihr verbleibenden, auf beiden Seiten des Kanals
haben werde, und es sei gewiß nicht zu gering kundärbahnnetzes sei aber in wirtschaftlicher Be gelegenen Grundfstücken erschwert, der Diebstahl
angeschlagen, wenn man gegenüber den in Frank ziehung für Preußen eine absolute Notwendig namentlich von Wiesenprodukten erheblich erleich—
reich verwendeten 10 Milliarden, die Kosten des keit; und es sei ein Gebot der ausgleichenden tert, und endlich dem Pferdebestande durch Ver—
Ausbaues eines für Preußen und die Reichs, Berechtigkeit, auch denjenigen Gegenden und breitung des Rotzes, welchem die allem Wind
lande einigermaßen entsprechenden Kanalnetzes Steuerzaählern, welche bis jetzt von dem großen und Wetter ausgesetzten Kanalpferde vielfach
auf J Milliarde beziffere. Das preußische Budget Verkehrsnetz abgeschnitten seien und dennoch zu unterworfen seien, eine Gefahr geschaffen; Vor—
werde dadurch um, 40 bis 50 Millionen für die den Staatslasten in gleicher Weise beitrügen teile durch Ent- oder Bewässerung ihrer Grund—
Verzinsung einer solchen neuen Staatsschuld be- wie alle andern, die Vorteile verbesserter Kom stücke könnten nur einzelne Anlieger und auch
lastet, und, das Defizit, welches heute schon 40 munikationsmittel zuzuführen. Jede Sekundär diese nur in den seltensten Fällen haben, wei
Millionen betrage, auf 80 bis 80 Millionen er- bahn nütze dem lokalen wie dem allgemeinen die Niveaubemessung großer Schiffahrtskanäle
höht. Wenn man herücksichtige, daß uns eine Juteresse und lasse eine gewisse Reutabilitän auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse keine
große Anzahl neuer Ausgaben für die Erhöhung erhoffen. Wolle man auf die Verzinsung von im Rücksicht nehmen könne und erfahrungsmäßig
der Beamtengehälter, für Schulzwecke, zur Er- wirtschaftlichen Interesse aufgewendeten Staats. auch mcht nehme. In Frankreich beispielsweise
leichterung der Kommunen ꝛc. bevorstehe, welche geldern verzichten, so geschähe das mit weil gehe die Anlage von sogenannten c.naux diirridringend
 ihrer Erledigung harren, und auf der zrößerem Rechte bei Sekundärbahnen als bei zation völlig selbständig neben der von großen
andern Seite die Verhandlungen des Reichs- den Kanälen. Letztere kämen lediglich den großen Schiffahrtskanälen her.
tages, wie des Abgeordnetenhauses bewiesen Verfrachtern zu Gute. Es seien nur Weñige in Endlich bewirke die Anlage neuer Schiffahrts⸗
hätten, daß mit Sicherheit auf die Eröffnung der Lage, ein Schiff von 10000 Centner Trag kanäle eine Verschiebung aller wirtschaftlichen
neuer Einnahmequellen nicht zu rechnen sei, so ähigkeit, entsprechend 50 Eifenbahn-Doppé Verhältnisse zwischen den einzelnen Plobinzen
gestalteten sich die Aussichten auf Wiederherstel- vaggons, zu befrachten, und diese Wenigen kon aber auch zwischen den einzelnen Ineressenten
lung des Gleichgewichts im Staatshaushalt bei zentrierten sich in großen Städten oder sonstigen derselben Provinz. So sei es unanfechtbar daß
Hinzutritt einer so bedeutenden Summe zur Ver- Mittelpunkten des großen Verkehrs. Die Auf die oberschlesische Steinkohlen⸗ und Elfenindustrie
zinsung der Staatsschuld als beinahe aussichts- fassung, als ob die Kanäle eine Dezentralisation welche eingeklemmt zwischen Oesterreich und —*
los. Zudem werde durch die Konkurrenz der der Erwerbsthätigkeit zur Folge haben würden land ihr Absatzgebiet nur nach dem Norden
Kanäle ein sehr erheblicher Ausfall in den Ein- sei eine völlig irrige. Die Möglichkeit, an jedem suchen könne, von ihrem natürlichen Markte
nahmen der Staatsbahnen eintreten. Die Theorie heliebigen Punkte aus dem Kanalschiff ausladen Berlin durch die Ausführung einer kunlichen
von der Teilung der Arbeit zwischen Kanälen resp. in dasselbe einladen zu können, sei, abge Wasserstraße, welche das Ruhrkohlenbecken —*
und Eisenbahnen könne als zutreffend nicht an⸗ sehen davon, daß sie nur für solche Strecken zu. Elbe und Spree verbindet, erheblich, wenn nicht
erkannt werden. Keine Bahn könne ihre Ren- treffe, wo der Kanal im Nivegu des durch völlig, abgeschlossen würde. Es sei sfür die Pro—
tabilität aufrecht erhalten, wenn ihr die Massen- schnittenen Terrains liege, thatsächlich ohne er⸗ vinz Schlefien darin kein Aequivaleut zu suchen
transporte entzogen würden. Sie könne nicht hebliche Bedeutung, da kleinere Konsumenten daß ihre bestehenden unzulänglichen Wasserstraßen
einmal durch Verminderung ihres rollenden Ma- oder Produzenten davon keinen Gebrauch machen nach Berlin eine Verbesserung erführen. Die
terials Ersparnisse herbeiführen. Denn da der könnten, und der Großbetrieb sich niemals mit der Provinz Schlesien daraus rwachsenden Vor⸗
Kanal während 4 Monate im Jahre teils wegen einer Verkehrsstraße, welche 4 Monate im Jahre teile seien minim gegen die auf Staatskosten
des Frostes, teils wegen Schleusenreparaturer unbenutzbar sei, begnügen werde. Derselbe be vermehrte Konkurrenzfähigkeit des lten
und dergleichen nicht benutzt werden könne, so dürfe vielmehr eines gleichzeitigen Eijenbahn- älischen MontanbezirksSolche Vecschieban .
müßten während dieser 4 Monate die Trans— anschlusses, welcher übrigens für ihn auch un⸗ seien freilich bei eene Ideede
porte ohnehin von der Bahn ausschließlich bee schwer zu erreichen sei, weil es sich ja höchstens der modernen Erwerbsthätigkeit nicht immer
waligt peen und es trete für sie die Not— darum handele, die geringen Kosten eines An dermeiden und hätten e auch 8
den igkeit hinzu, das während 8 Monate brach— ichlusses an eine der zahlreich bestehenden Sta- zute Seite für den Nationalwohlstand. Ver
end re zu unterhalten, ohne lionen aufzubringen. Ver Kanalverkehr könne Staat müsse sich aber davor hüten, durch Auf—
das r eine — egen leistung zu beziehen. Eine dem⸗ aur auf große Entfernungen ausgeübt werden, wendung von Staatsmitteln à fonds perdu solche
sprechen eEntschädigung infolge der durch die auf Entfernungen unter 100 Kilometer sei der Verschiebungen künstlich herbeizufuͤhren. Es
Kanäle angeblich zu bewirkenden Vermehrung des selbe kaum anwendbar. Den besten Beweis hier widerfpreche das seiner Aufgabe uͤberall mi
Nationalwohlständes werde für die Staatskasse ür liefere das Anwachsen der rohen Stan gleichem Maße zu messen
nicht eintreten. Denn mit demselben Rechte könne velche sich der Kanäle erfreuten, insbesondere Es wurde ausdrücklich betont daß sich diese
—* ein nee die Ausfälle der Staais— aber der Hauptstadt Berlin, welche von den Ausführungeu nicht auf die großen von See⸗
— Fan r ns es Wohlstandes solcher In⸗ Kanalfreunden stets zur Beweisführung für die schiffen besahrenen internationalen Kanäle be—
eressenten erblicken, denen der Staat etwa das Richtigkeit ihrer Anschauungen herangezogen zögen und sie auch einer Verbesserung der natür—
deg aus en n Waldungen oder die würde. Sowie der kleine Lokalverkehr, so »fe ichen oder auch der besteheuden ihee Wasser⸗
hlen aus den fiskalischen Steinkohlengruben auch der Personenverkehr auf den Kanälen ab- straßen auf Staatskosten nicht entgegentreten
umsonst abgeben wollte, was sicherlich niemand solut ausgeschlossen. Ebenso habe die Land- vwollten. Im Gegenteil werde dies als ein ⸗
328 3 M ege im preußischen wir tschaft, jur welche die Sekundärdahnen Pbweisbart ree ancctaunt, Ind —* —*
Sigaghane guze eh h andtesoudere ene eine Lebensfrage bilden, an den Kanälen kein auch das Recht und die Pflicht vindiziert, etwa
eet de erree erheblicher oder doch nur ein sehr untergeordnetes Interesse noch fehlende kleinere Verbindungen bestehender
eied Herrenhaus, Nur die allergrößten Landwirte, welche dicht an Wasserstraßen untereinander herzustellen. Daß
n ediglich den vom andern Hause festge inen Kanal angrenzen, würden hier und da in dadurch der Often der M iend
tellten Etat annehmen oder verwerfen tönne »e 9 if e sine pebe eWehen
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