Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Nr. 13
Notizen.
Preisausschreiben. Der Verein zur Beför—
derung des Gewerbfleißes in Preußen hat
folgende Preisaufgaben gestellt: 2000 Mk. für
eine Methode, Zͤnk im kompakten Zu
sta unde aus verdünnten schwefelsauren Lösunger
durch den galvanischen Strom möglichst billig
niederzuschlagen. 1600 Mk. für die beste Unter—
suchung deutsche Rohpetrole ums, sowohl
hinsichtlich seiner chemischen und physikalischen
Beschaffenheit, als auch seiner Verarbeitung
3000 Mk. für die beste Arbeit über alle sen
1860 für den Salinenbetrieb vorge
schlagenen oder eingeführten Neuerungen und
Verbesserungen. 300 Mk. für die beste Arbeit
über Einrichtung öffentliche Prüfungs—
Anstal ten zur Ermittelung des Fasergehaltes
und der Festigkeit textiler Rohstofe, Gespinnste
und Gewebe. — Der Zentralberband deutscher
Uhrmacher schreibt einen Preis von 300 Mt
aus zur Beschaffung geeigneter Vorlagen mil
erläuterndem Text zum Gebrauche beim
Zeichen-Unterricht für Uhrmacher
Ablieferungstermin: J. Oktbr. d. J. — Die
„Millers National-Association“ in Milwauke
hat einen Preis von 1000 Doll. ausgesetzt für
die beste Maschine zum Pressen von
Kleie in für den Transport geeignete Ballen
Die Maschine muß im Stande sein, 100 Pfd
gewöhnlicher Kleie in einen Ballen von höchstens
15 Kbkzoll Umfang und stündlich 1T. (20 Btr
Kleie zu pressen
J. Arlberg und Gotthard. In Bezug auf' Verzinnen von Gewebestoffen. Um
das in unseren letzten beiden Nummern erwaäͤhnte Leinwand, Baumwollgewebe und Papier zu ver—
Eisenbahnprojekt schreibt man der „Frkf. Ztig.“ zinnen. verfährt foljendermaßen: Gepulvertes
aus Tyrol: „Für Bayern ist das Projekt inson Zink wird einer Auflösung von Eiweiß zusam—
jern nicht aussichtslos, als ein Teil der Strecke mengerieben und mittelst Pinsel auf das zu ver—
auf bayerischem Boden, und zwar von Murnau zinnende Gewebe aufgestrichen. Nach dem Trock—
über Partenkirchen bis Mittenwald, bereits von sien wird das Zink durch Behandeln mit Dampf
der bayerischen Legislative sichergestellt ist, festhaftend gemacht und hierauf der Stoff in
Desterreich hätte dann noch eine Gebirgsbahn »ine Auflösung von Zinnchlorid getaucht. Das
in der Länge von cirka 10 Meilen auszuführen. Zinn wird durch das Zink in höchst feiner Ver—
Eine solche neue Bahn würde nun allerdings seilung niedergeschlagen. Der Stoff wird nach
die Strecke von Augsburg und München bise dem Äbwaschen mit Wasser und nach dem Trock
Innsbruck nicht unerheblich abkürzen; ob aber nen gepreßt.
der Verkehr aus dem südlichen und südwestlichen
Deutschland dadurch in beträchtlichem Maße von
der Gotthardbahn ab- und der Brennerbahn
wieder zugeführt würde, steht doch sehr zu be—
zweifeln. Das scheint erst dann möglich, wenn
einmal die Arlbergbahu vollendet und dieser
der Verkehr aus der Schweiz, dem südlichen
Deutschland und dem östlichen Frankreich zuge—
ührt werden wird. Dann aber würde eine
neue Bahnstrecke von Landeck durch das Ober—
innthal über Finstermünz und durch das Vintsch—
gau mit Anschluß an die Meran-Bozener Bahn
und bei Bozen in die Brennerbahn einmündend
für den Personen- und Güterverkehr aus der
Schweiz, Süddeutschland und Ost-Frankreich nack
Italien eine wesentliche Abkürzung bieten und
icherlich der Gotthardbahn schärfere Konkurrenz
zereiten als das in Rede stehende Augsburger
Proiekt.“
Bücher und Zeitschriften.
Blasers Annalen für Gewerbe und Bau—
wesen, Nr. 144 vom 15. Juni 1883. Bd. 12,
Heft 12 enthält:
Die Allgemeine deutsche Ausstellung auf dem Ge—
ziete der Hygiene ꝛxc. in Berlin 1883. — TDie deutschen
Industrien und ihre Einrichtungen für das Wohl der
Arbeiter. — Bochumer Gußstahlfabrik. — Verein deut⸗
scher Maschinen-⸗Ingenieure. Gutachten betr: Nor⸗
men für die Untersuchungen an Dampfkesseln und Dampf«
maschinen. — Ueber die Detail⸗Konstruktionen der Brem—
sen an Eisenbahnfahrzeugen, Vortrag von Herrn
Regier. Maschinenmeister Huntze. — Instruktion für
die Prüfung mit Abnahme der für Kessel bestimmten
Eisenbleche, Winkeleisen, T-Eisen, Stangeneisen, (Rund⸗,
Vierkant⸗, und Flacheisen), Nieteisen und Nieten. (Für
die Kaiserl. Marine erlassen). — Patentliste — Litera⸗
turblatt — Inhaltsverzeichniß zu Band 12. — Titel
u. Text für Patentlisten und Literaturblatt des 12. Bandes.
4 ⸗
Die Spinnerei-Industrie nach ihrem
neuesten wissenschafthichen und prak—
tischen Zustande oder Repertorium
aller während der letzten Jahre in
der Wollen- Baumwollen- Jute—
Hanf- Flachs- und Wergspinnerei
gemachten Verbesserungen, Erfin—
dungen und Neuerungen ⁊xc. von H.
Bamming. Mit einem Atlas von 260
Abbildungen. Preis 6 Mark. Verlag von
B. F. Voigt in Weimar.
Das längst in den betreffenden Fachkreisen bekannte
Werk ist mit großem Fleiß und sorgfältiger Berücksichcigung
der neuesten Methoden und Erfindungen zusammen—
gestellt und kann so als ein guter Ratgeber und als ein
Nachschlagebuch in allen zweifelhaften Fällen empfohlen
werden. Ganz befonders sind die in beigegebenen Atlas
gezeichneten Maschinenbilder hervorzuheben; sie sind wie
auch die Construktionsansichten in ganzer Montur und
auch speziell in den einzelnen Teilen sehr deutlich und
verständnisvoll aufgenommen. Dr. 8t.
Fuhrwerke durch Kohlensäure getrie
ben. Den neuesten Versuch zur Verwendung der
flüssigen Kohlensäure zum Treiben von
Maschinen und insbesondere von Fuhrwerken
verdanken wir Hrn. H. Wichmann in Magde
burg. Der die Kohlensäure eathaltene Behäl
ter sowie der Mechanismus werden bei Straßen
bahnwagen unter dem Wagenboden, bei Equi
pagen dagezen unter den Sitzen untergebracht
ODeffnet man ein Ventil, so entweicht Kohlen
säure; dieselbe geht sofort in gasförmigen Zu
stand über, wobei sie einen fünfhundertmal
größeren Raum einnimmt und tritt dann durch
die Steuerung in die Cylinder, um hier auf
den Kolben zu drücken. Die Kohlensäure wirki
also genau wie Wasserdampf; nur ist hier keine
Feuerung nötig; auch kann die Maschine wegen
der starken Spannung sehr kleine Dimensionen
erhalten.
Wasserdichtmachung der Schirme. Die
etzt beliebten hellfarbigen Schirme von Alpacca—
toff werden beim Regen schwer und bedürfen
ängerer Zeit zum Trocknen. Man nehme einen
Teil Paraffin zu 10 bis 15 Teilen Benzol,
oder ein Stückchen von etwa einem Zoll einer
Jgewöhnlichen Paraffinkerze, geschabt und in ein
Hlas von etwa einem Viertelpfund Benzol ein—
gzebracht. Dasselbe löst sich beim Umschütteln
sofort. Nun spanne man den Schirm auf, ver—⸗
ichere sich, daß kein brennendes Licht in der
Nähe oder Feuer im Ofen ist, und übergieße
rasch in Spirallinien, von der Spitze ange—
sangen, den ganzen Schirm und die Operation
ist beendet. Farbe, Weichheit und Haltbarkeit
des Stoffes bleiben unverändert, aufgegossenes
Wasser rollt in Perlen darüber hin, der Schirm
vird nicht benetzt und man kann ihn im nächsten
Augenblick wieder zusammenschlagen. Auchk
Strohhüte kann man ähnlich behandeln.
Anazeigen.
United States Consular Agency.
Essen a. d. Ruhr, 1. April 1883.
Im Intieresse diesseitiger Fabrikanten, Kaufleute und sonstiger Interessenten,
welche Waren nach den Vereinigten Staaten von Amerika exportieren, hat das Staats-Departement
zu Washington beschlossen, eine Konsular-Agentur in Essen zu errichten,
und mich, unter gleichzeitiger Ernennung zum Konsular-Agenten der Vereinigten
Staaten von Amerika, mit der Führnng der Geschäfte dieser Agentur betraut.
Zur Information für Diejenigen, welche Gelegenheit haben werden, mit einem
Konsular-Beamten der Vereinigten Staaten von Amerika an diesem Platze in ge—
schäftliche Berührung zu kommen, wird Folgendes mitgeteilt:
8 637 bestimmt: „Alle Fakturen über Einfuhr von Waren aus Ländern, in
denen sich solche Beamte befinden, müssen vor der Absendung der Ware einem Konsular—
Beamten der Vereinigten Staaten von Amerika, welcher seinen Sitz in einem dem
Verschiffungsplatze zunächst gelegenen Orte hat, behufs Legalisierung eingesandt werden.“
8 638 bestimmt: „AUnter Verschiffungsplatz ist derjenige Ort zu verstehen, an
welchem die Ware fabriziert, fertiggestellt oder endgültig für den Export präpariert
worden ist und bei dem der Transport nach den Vereinigten Staaten anfängt.“
8 650 bestimmt: „Alle Fakturen über Textilwaren müssen von Qualitäts—
mustern, in Duplilat, begleitet sein; die Muster find auf vorgeschriebenen Karten
in gehöriger Weise anzubringen.“
Größe der Muster mindestens 3/3 Zoll lang und 2 Zoll breit.
Formulare zu Deklarationen und Musterkarten werden agratis verabfolgt auf
Anfrage bei
4
pneen begann zu erscheinen und ist durch alle Buchhandlungen
A. HARIIRBINꝰ's
EKlektro-technische Bibliothek.
In etwa 60 zehntägigen Lieferungen à 4-5 Bogen, mit zusammen
circa 1000 Abbildungen.
Preis jeder Liéferung 60 Pf.
INHALTS-VEBERSICIIT.
l. Band. Die magneételektrischen nnd dynamoelektrischen Maschinen.
- II. Band. Die elektrische Kraftübertragung. — III. Band. Das
elektrische Licht. — IV. Band. Die galvanischen Batterien. — V.
Band. Die Telegraphie. — VI. Band. Das Telephon, Mikrophon
and Radiophon. — VII. Band. Elektrolyse, Galvanoplastik und Reinmetall-Gewinnung.
— VIII. Band. Die elektrischen Mess- und
Prũzisions-Instrumente. — IX. Band. Die Grundlehren der Plebktrizität.
— X. Band. Elektrisches Formelbuch. Terminologie in deutscher,
französischer und englischer Sprache. — XI. Band. Dioe elektbrischon
Beleuchtungs-Anlagen. — XII. Band. Die elektrischen Einriehtungen
der Eiseonbahnen und das Signalwesen. — XIII. Band.
EPlektrische Uhren und Feuerwehr-Telegraphie. — XIV. Band. Hausand
Hoôtel-Telegrappie. — XV. Band. Die Anwendung der Plektrimitũt
für militürische zwecke. — XVI. Band. Die elektrischen Leitungen
und ihre Anlage für alle Dwecke der Praxis.
Mit zusammen circa 1000 Abhildungen.
In etua 60 Lieferungen à 60 Pf.
Einzelne Bände werden aus den Lieferungen mieht abgegeben, vielmehr
nur in aparter Bandausgabe zum Preéise von pro Band gebeftet
3 Mark; eleg. geb. à Band 4 Marx.
EHEichard Eichhost,
Genehmigt: U. S. Konsular-Agent,
Das StaatsDepartement. Nr. 66 Lindenallee, Essen.
Washington, 20 März 1888.
Das Bureau ist mit Ausnahme der Festtage täglich Morgens von 10—11 Uhr geöffnet.
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Für die Redaktion verantwortlicht C. Hofer. Druck und Verlag von Gebr. or-