Full text : 1.1883 (0001)

Nr. 12
Berbesserungen im Reiseverkehr. Wiese nicht Schaden nehmen soll. Jedem
Die diesjährigen, seit dem ersten Juni in Versuche, ein förmliches Rasieren der p
sraft gelretenen Sommerfahrpläͤne enthalten narben zu bewerkstelligen, one onhai geen
einige wichtige Aenderungen, welche nicht allein werden. Die eee an mi
auf Vermehrung und Verbesserung der Reise— Ieenge v edon ene eden *
herbindungen nach vadern und Gebergsgegenden 2ybis Zoll, un —5
gerichtet, sondern auch wichtigere, dem großen es heschiebt— elen den- uüber
Weltverkehr dienende Ziele verfolgen. para e p d do 8 e,
Eine wesentliche Reihe von Zugderschiebungen em n en —* e o une
ist durch das Bestreben hervorgerufen worden, Deet ges ßä rar i —* *
Italien und den Orient näher an Deutsch-— ähen hochgelegener Wiesengr g et
Nud unn defsen nördliche Nachbarländer zu ttets vermieden werden, indem die Einwirkung
enDie Eisenbahnzůge zwischen Verlun der heißen — des tragenen
Leipzig und München und andrerseits zwischen Wetters, welches um die Zit er —F e v r
Muuchen und Verona sind so zusammengeschoben Wenshen 5 en hres are erguee
i beschle unige worden, baß sie in München Vurzeln der Gräser übe der eehe
üleler einander' anschließen und dem iedrig gelegene Wiesen an ernfalls sollten so
No den Veutschends ine umn joe Stunden dLapp.als möglich abgemäht werden, denn diesen
sGeere Veln ndnnge ais bisher mit Tiri Biesen gereicht gerade das zum Vorteile, was
Jalien und deßhalbmir dem Orient, Indien iner hochgelegenen und trocenen Wiese von
Thing und Jaben dewahren— zroßem Nachteil itt. Im Allgemeinen kann
Eine wesentliche Verschiebung und Beschleu- Jesagt werden, daß Gräser, welche mit Belasunt
nigung ist dem Mittagszuge von Wien über Ir, Stoppet J 2 Boll e ehe zuren
Pafsan nach Köln zu Teit geworden Derfelee Liel schneller un esser in die dohe r
geht aus Wien statt 1215 rft 338, aus Nürn— als wenn sie ganz knapp am Grun e a rasier.
derg keh dus Wuͤrzburg o, aus Mainz 80 werden. Die feineren Gräser können, wenn die
ab uͤnd ist in Koln 1220) in Fraukfurt 780 An Jahreszeit keine zu trockene ist, ohne Schaden
diesen Zug schießt der Zug Köͤln-Verdiers-Oft liefer geschnitten oder knapper gemäht werden
eude VDirrdurchist ver Weg nach London so— als die aröberen Gräser mit dicken Stengeln.
wohl für die an dieser Route gelegenen Orte
als auch für die der Anschlußlinien wesentlich
beschleunigt worden Auch die Orient-Ex—
preßzüge mit den Anschlüssen aus Konstan—
tinopel erreichen in Wels noch den Anschluß
an den obigen Zug über Passau und Köln nach
Ostende und London, so daß London in direk—
ngrer Zugverbindung mit dem Orient gebracht
ist.
Eine ganz neue Einrichtung, Luxuszüge J.
stlasse mit Schlafwagen, Speisesalon ꝛc., sind
die eben erwähnten Drient-Expreßzüge, welche
wöchentlich zweimal zwischen Paris-Wien-Vercio—
rova⸗-Bukarest-Guirgevo verkehren und unmittel—
baren Anschluß einerseits von bez. nach London,
andererseits nach bez. von Konstantinopel ge—
währen.
Von den lange geplanten kombinierten Rund—
reisebillets gelangen einige zur Einführung; be—
sonders wichtig für unsere Gegend sind die auf
Italien bezüglichen. Diese bestehen aus drei
Hauptteilen: 1) einem Billet von Berlin oder
Köln, Hamburg, Straßburg ꝛc., bis zur italie—
nischen Grenze, also entweder bis Ventimidglia
oder Modane, Chiasso, Pino, Luino, Ala, Pon—
tebba, Cormons; 2) einem sich an das erste Bil—
let anschließenden italienischen Rundreisebillet
welches von der Grenze ab zur Reise bis
zu einem andern der oben aufgeführten Grenz—
orte Gültigkeit hat, 83) einem an das Billet
2 anschließenden Rückreisebillet von der italie—
nischen Ausgangsgrenze. Die Billets gelten 60
Tage; jedes derselben besteht aus einer geschlos—
senen Reihe von Coupos und berechtigt zum
Aufenthalt auf jeder beliebigen
Couponstation. Das italienische Rundreise—
billet führt den Reisenden je nach seiner Wahl
entweder nur durch Oberitalien oder dehnt die
Reiseroute weiter aus bis Rom. Neapel oder
Messina ꝛc.

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Kunstgewerbliche Konkurrenzen.
Ein soeben veröffentlichts Preisauschreibeen
 des Magdeburger Kunstgewerbe⸗
Lereins setzt für die beiden besten Entwürfe
eines praktischen und künstlerisch befriedigenden
derren⸗-Schreibtisches im Stil moderner
Renaissance, dessen Herstellungskoften 600 Mk.
nicht überschreiten sollen, zwei Preise von 100
ind von 50 Mk. aus. In drei weiteren Aufgaben
verden für die Herstellung einer Wetterfahne
aus Eisen oder Kupfer für ein drei- oder vier⸗
stöckiges Wohnhaus zwei Preise von 100 und
don 60 Mk., für die Herstellung eines schmiede—
eisernen Garderobenständers im Verkaufswert
von höchstens 200 Mk. zwei Preise von eben⸗
falls 100 und 50 Mk. für die Herstellung
eines Gebrauchsleuchters aus Schmiedeeisen end⸗
ich zwei Preise von 30 und von 20 Mark
bestimmt. Die Entwürfe zu dem Schreibtische
sind bis zum 1. Oktober, die drei fertig aus—
geführten Metallarbeiten bis zum 1. Dezember
883 an den Verein abzuliefern

Auf dem Wege einer Konkurrenz, mit
deren Veranstaltung die kunstgewerbliche Ab—
teilung des Hamburger Gewerbe-Vereins betraut
wurde, beabsichtigt serner der Gartenbau-Verein
für Hamburg, Altona und Umgegend die Ent—
würfe zu einer Anzahl gleichartiger silberner
Trinkbecher zu beschaffen, die bei seinen
äährlich sich wiederholenden Pflanzen-Ausstel⸗
ungen als Ehrengabe für hervorragende gärt—
nerische Leistungen dienen sollen. Für die drei
künstlerisch gelungendsten und für den Zweck
geeignetsten Arbeiten sind drei Preise zu 150,
1i00 und 75 Mk. ausgesetzt. Die Entwürfe,
gleichviel ob in Zeichnungen oder in Modellen
in natürlicher Größe, sind bis zum 20. Juni
dem Gewerbe-Museum zu Hamburg einzuliefern,
in welchem sie nach erfolgtem Urteilsspruch vier—
zebn Tage lang öffentlich ausgestellt werden
sollen Bei handlicher Form und dem Zweck
entsprechender Ausstattung soll jeder Becher als
Inschrift die obengenannte Bezeichnung des
Vereins tragen und außerdem für die einzu—⸗
rravierende Jahreszahl und den Namen des
Empfängers Raum bieten. Der Silberwert
des einzelnen Stücks soll 60 Mark, der Betrag
der Herstellung bei gleichzeitiger Anfertigung
bon wenigstens 10 Stück 65 Mk. nicht über—
schreiten und in dem Entwurf auf eine zur
Vervielfältigung geeignete Herstellungsweise
Bedacht genommen werden.

Vom Ceutral⸗Gewerbeverein.
Mit welcher Rührigkeit und Unverdrossenhei
der Central-Gewerbeverein für Rhein
land, Westfalen und benachbarte Bezirke sein
Ziele verfolgt und keine Gelegenheit vorüber
gehen läßt, wo es sich darum handelt, zu gunster
des heimischen Handwerks thätig einzugreifen
davon dürfte das nachstehende, an den Vorsitzenden
des Vereins, Commercienrat Lueg, gerichtete
Telegramm den besten Beweis liefern: „Vor—
stand und Einwohner der Gemeinde Raeren
welche unter Assistenz des Herrn Direktor Frau—
berger sich heute zur Wiederbelebung der Rae—
rener Töpferei versammelten und dabei der An—
fertigung der ersten Töpfe durch alte Töpfer—
meister beiwohnen, sprechen Ihnen hierdurch der
wärmsten Dank aus für das rege Interesse
welches der Central-Gewerbeverein dem neuer
Unternehmen entgegengetragen. Im Auftrage
Bürgermeister Dr. Petsch.“ Gleich wie in Sieg
hurg, Frechen und andern rheinischen Orten stant
früher die Töpferei in Raeren, einem bei Aachen
zelegenen Dorfe, in hoher Blüte, wie die aus
‚ener Zeit herrührenden Erzeugnisse beweisen,
welche in unsern Tagen mit fabelhaften Preisen
»ezahlt werden. Im Laufe der Zeiten sank die
einst so hoch entwickelte Töpferei von Stufe zu
Stufe, bis sie in unserm Jahrhundert gänzlich
einging. Dem Central-Gewerbeverein gebühr!
das Verdienst, die Anregung zur Wiederauf.
nahme dieses so wichtigen und lohnenden Er—
werbszweiges gegeben zu haben. Am 1. Juni
ds J. fand unter zahlreicher Beteiligung der
Bewohner Raerens der erste praktische Versuch
statt. Zwei hochbetagte Töpfermeister, wovon
der eine 73, der andere 83 Jahre zählte, die
letzten Vertreter der Raerener Toͤpferzunft, dreh—
en nach Anweisung des Direktors des Central
Bewerbevereins, Heinr. Frauberger, mehreré
Töpfe uud bedienten sich dabei einer über drei—
sjundert Jahre alten Drehscheibe, welche noch
uus der Blütezeit der Raerener Töpferzunft her
tammt. So wäre denn einmal wieder ein An—
sang zu neuem, frischen Schaffen gemacht; möge
das schöne Werk gelingen und daduͤrch von neuem
der Beweis erbracht werden, daß die Enkel in
Bezug auf Schaffensfreudigkeit und Tüchtigkeit
hren Voreltern nicht nachstehen. Dem Central
Bewerbeverein aber rufen wir ein fröhliches
„Glückauf“ zu und möchten bei dieser Gelegen—
heit nochmals alle diejenigen, welche dem Verein
noch fern stehen, bitten, sich demselben anzu
schließen. Durch den Beitritt zum Verein wirt
jeder dem Unternehmen einen Dienst erweisen
und die gemeinnützigen Zwecke desselben fördern
nur bei einer allgemeinen Beteiligung sämtliche,
Bewerbetreibenden, Freunde und Gönner des
dandwerks wird es möglich sein, die gesteckten
jsohen Ziele zu erreichen

Deutsche und amerikanische Näh⸗
maschinen.
Wir erhalten folgende Zuschrift:
Kaiserslautern, den 8. Juni 1883.
Verehrl. Redaction des Saarbrücker
Gewerbeblattes
Saarbrücken.
Ihr geschätztes Blatt vom 27. v. M. brachte
einen Artikel über die Nähmaschine, der im
Allgemeinen meinen Beifall gefunden hat, jedoch
in einzelnen Teilen einer Richtigstellung bedarf,
vorauf ich mir gestatte, Sie aufmerksam zu machen.
Die amerikanische Nähmaschine befindet
ich in Deutschland auf dem Aussterbe-Etat, be⸗
'onders in jenen Gegenden, wo energische Händ—
er mit deuͤtschem Fabrikat der amerikanischen
Reklame durch Thatsachen beweisen, daß deutsche
Rähmaschinen besser und vollkommener sind, als
die amerikanischen. Hier in Kaiserslautern hatte
allerdings die Singer Compagny (resp. Herr
G. Neidlinger) versucht, ins Geschäft zu kommen,
sie hat ihre Filiale indessen nach kaum 11/2jäh—
rigem Bestehen wieder eingezogen, — ein Be⸗
weis, daß unser Publikum keine Ursache hat,
mit seinen seitherigen, teilweise 20 Jahr alten
Bezugsquellen zu wechseln. Andere amerikanische
Niederlagen haben nie am hiesigen Platze be—
tanden und bestehen auch heute noch nicht.
Mit der ergebenen Bitte, dieser Berichtigung
n Ihrem Blatte Aufnahme zu gestatten, zeichne
hochachtungsvolll
G. Pfaff.

MAAAAAAAAAANNAAAAAAà&n AXäXä.V„ M 0 60 4. n4 4406. .

Vom Grasmähen.
Wir möchten auf einen alten und leider gerade
im Bauernstande noch sehr üblichen üblen Ge—
brauch aufmerksam machen, nämlich das Gras
recht lange stehen zu lassen, um recht viel Masse
einzuernten. Damit erreicht man aber nur
daß das Gras recht holzig wird und eine Menge
Nährstoffe verliert. Theoretische Untersuchunger
sowie praktische Proben, haben bewiesen, daf
Gras, Klee-und Futtergemenge dann die meisten
Nährstoffe enthalten, wenn sie blühen. Es ist
daher die Blütezeit der Pflanzen ohne Rückficht
auf die Länge derselben die geeignetste Zeit zun
Mähen. Der allgemeine Gebrauch ist ferner
knapp zu mähen, doch wurde schon manche Wiese
durch zu knappes Mähen arg geschädigt. Genauf
Beobachtungen haben dargelhan, daß Tymothee
gras z. B. nicht knapp gemäht werden darf—
besonders bei trockenem Wetter nicht. wenn di⸗
            
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