Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Nr. 11
Notizen.
Bezirkseisenbahnrat Köln. Herr General—
Direktor H. R. Seebohm in Burbach ist in
der Versammlung vom 6. d Mts. zum Mit—
glied des Ausschusses ernannt worden. Ebenso
ist als Delegierter hiesiger Gegend noch Herr
Tobias in diese Körperschaft gewählt worden.
Gotthardkonkurrenz. Mit Bezug auf das
neu aufgestellte Projekt einer neuen Eisenbahn—
verbindung zwischen Tyrol und Bayern wird
mitgeteili, daß das projektierende Konsortium
auf bayerischem Terrain den Ausbau einerseits
der Linie von Murnau über Partenkirchen und
Mittenwald an die Landesgrenze, anderseits
einer Linie von Landsberg nach Weilheim an—
strebt. Im Zusammenhange mit den bereits
bestehenden Linien Augsburg-Landsberg und
Weilheim-Murnau soll auf diese Weise ein
neue Linie von Augsburg nach dem Brenne
zu Stande gebracht werden.
In Zwicauer Kohlenbergbau gab es 1882
insgesamt 35 Kohlenwerke mit 84 Schächten in
einer Gesamttiefe von 19 755 Meter; 62 Schächtt
werden zur Kohlenförderung, 15 als Wetterund
Fluchtschächhte, 4 zur Ventilation und Was—
serhaltung, 1 zur Wasserhebung benutzt und
2 waren außer Betrieb. 220 Dampfmaschinen
mit zusamen 8869 Pferdekräften waren teils
der Kohlenförderung, teils der Wasserhebung
ec. dienstbar. 9 Kompressoren und 28 Venti—
latoren sorgten für frische Luft in den Schächten
Die Gesamtförderung betrug 46978379 3tr
im Werte von 14984312,54 Mark.
Die Fabrikation fertiger Häuser blüht in
Kanada (Amerika). Eine Fabrik zu Walkerton
kann in wenigen Tagen ganze Reihen Häuser
liefern; es ist nichts ungewöhnliches, daß diese
Fabrik 20 oder 30 Tage nach empfangener
Ordre mittelst der Eisenbahn eine ganze Straße
oder gar einen ganzen „Block“ Häuser nach
Nord-⸗Kanada sendet. Einer der Teilhaber des
Geschäfts begleitet diese Sendungen und leitet
die Aufstellung der Häuser. Telegraphische
Depeschen, wie: „Zu welchem Preise koöͤnnen Sie
mir eine niedliche Cottage, 40 Fuß lang, 22
Fuß tief, mit Bogenfenstern, liefern “ sind nich
selten. Diese Häuser sind natürlich von Holz
Bettmatratzen aus Toristreu werden jetzt
in der holländischen Stadt Ter Apel fabriziert
Torfmatratzen sollen als bequemes Lager den
besten Seegrasmatratzen vorgezogen werden.
Lehrverträge in Frankreich. Das Bres
lauer Monatsblatt „RNord und Süd“ bemerk
in einem längeren Aufsatze über die Gewerbe
Ordnungen, daß in Frankreich das Hand—
werk eine so hohe Blüte erreichen konnte, weil
yon jeher auf die Sicherung des Lehr-Ver—
rages ein überaus großer Wert gelegt wurde
Sogar Marat kämpfie für einen streng erzwing
baren Lehr⸗Vertrag und für eine siebeniährige
Lehrzeit.
Die Länder und Völker der Erde. Die
neue Statistische Tafel aller Länder der Erde
von O. Hübner giebt Bewohnerzahl und Größ—
der Erdteile an, wie folgt:
Bewohner Flächeninhalt
Mill. Quadratkilometen
327,5 9730567
795, 44 680850
5,8 29823353
4 38 473538
25 8959522
4478200
Gußftahlfabrik in Westfalen. — Verein deutscher
Maschinen-Ingenieure. Entwurf von Normen fur die
Untersuchungen von Dampfkesseln und Dampfmaschinen. —
Einrichtung einer hydraulischen Versuchsanstalt an der
technischen Hochschule Berlin, von dem Eisenbahn⸗Bau—
meister und Dozent Wolff. — Stopfbüchsen⸗Kon⸗
strultion mit Anwendung von Metall⸗Liderungen, von
C. H. Michelsen in Grohn⸗Vegesack. — Delta-Metall. —
Die Fabrikation des Weißbleches. — Berichte aus Fach—
Vereinen. — Ausstellungen. Bericht über Aus⸗
tellungen für 1883 und später von Dr. Grothe. —
Deutscher Marktbericht. — Englischer Wochenbericht,
von H. Simon, Ingenieur in Manchester. — Franzo—
sischer Marktbericht. — Feuergefährlichkeit elektrischer
Beleuchtungen. — Roheisen⸗Produktion in Deutschland
— Personalnachrichten. Litteraturblatt. Patentliste
Anzeigen.
Furopa..
Asien...
Afrikhe..
Amerika....
Australien u. Polyn.
Polargebiete.
Gewerbliche Fragen und Antworten.
Antworten.
4) Goldkäferlack läßt sich folgendermaßen herstellen:
33 Gramm Jodviolett werden zu feinstem Pulver zer⸗
cieben und mit braunem Spirituslack ( Möbellack) zu
einem dicken Brei cngerührt. Dieser Brei wird anhal⸗
end und mindestens ein Stunde lang gerieben, um das
Anilin so fein als möglich zu zerteilen. Man gießt
vährend des Reibens Lack nach, sobald der Brei durch
Verdunsten des Spiritus zu dick wird. Der Brei wirdb
dann so weit verdünnt, daß er sich bequem in eine
Flasche gießen läßt und der Rest wiederholt mit Lack
aachgespult, um alles Anilinviolett aus der Reibschale zu
entfernen. Man verdünnt schließlich mit so viel Spi—
rituslack, daß das Nettogewicht des Ganzen 5390 —540
Sramm beträgt und vereinigt die Masse durch Schütteln.
Da in dem Lack mehr Farbstoff enthalten ist, als der
Spiritus losen kann, so muß er vor jedesmaligen Ge—
hrauch gut umgeschüttelt werden. Die lackierten Gegen⸗
tände sind vor Nässe zu schützen.
5) Als Klebmittel für Etiketten benutzt man zur
Befestigung auf Weiß- oder auf Zinkblech
‚weckmäßig Wasserglas. Dasselbe wird auf das
oorher abgeschmirgelte Blech aufgetragen und das
Papier, danu durch Aufdrücken befeftigt; letzteres
haftet sofort fest und springt selbst beim Erwärmen nicht
ab. Man kann auf dieselbe Weise und mit gleichem
Erfolge auch Etiketten auf Ghas befestigen. Die Ver—
cinigung ist eine vollkommene; beim Einweichen in
Wasser läßt sich nicht das ganze Papier wegnehmen, wie
bei Gummi, es tritt nur eine Trennung der oberften
Papierschicht von der untersten, durch das unlösbare
Wasserglas festgehaltenen Faserschicht ein. X. X.
6) Um Photographien auf Holz zu übertragen, wird
der Holzstock auf der Oberfläche mit einer teigigen, aus
weißem Bimssteinpulver gebildeten Schicht über—
jogen. Nachdem dieselbe möglichst in die Poren des
Holzes eingedrückt und getrocknet ist, wird ein auf ge⸗
leimtes chinesisches Papier gedruckter Lichtdruck daraut
in hekannter Weise umgedruckt.
„Probieren geht über Studieren.“
Bücher und Zeitschriften.
Verhandlungen Mitteilungen und Berichte
des Central⸗Verbandes deutscher Indu—
strieller. Nr. 20. Zusammenstellung aller
»om deutschen Z llverein und später vom
deutschen Reiche abgeschlossenen und zur Zeit
noch in Kraft befindlichen Freundschafts—
handels-, Schiffahrts-, Konsular- und litte—
rarischen Verträge. Berlin 1883.
Unter diesem Titel ist das in Nr. 5 des „Saar—
brücker Gewerbeblatt“ bereits angekündigte Buch nun⸗
mehr erschienen. Es enthält auf 398 Seiten die
Berträge mit folgenden 29 verschiedenen Staaten: der
Argentinischen Konföderation, Belgien, Brasilien, Chile
CLhina, Costarica, Dänemark, Frankreich, Griechenland
Broßbritannien, den Hawaiischen Inseln, Japan, Italien
Liberia, Mexiko, den Niederlanden, Oest rreich-Ungarn
Persien, Portugal, Rumänien, Rußland, Samoa
Schweden⸗NRorwegen, der Schweiz, Serbien, Siam,
Tonga, der Türkei und den Vereinigten Staaten vor
stordamerika, sowie in einem Nachtrag den Konsular:
LBertrag des Deutschen Reichs wit Serbien vom 6. Jan
d. Jahres. Das Material ist übersichtlich und zur
Benutzung geeignet zusammengestellt; das Buch ist des
jalb allen Interessenten zu empfehlen.
Blaser's Annalen für Gewerbe und Bau—
wesen. Nr. 143 vom 1. Juni 1883, Band
12 Heft 11 enthält:
Ausstellung für Hygieine und Rettungswesen in
Berlin 1883. — Die deuischen Industrieen und ihre
Einrichtungen für das Wohl der Arbeiter. „Bochumer
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