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ülf in in Paris thut sein Möglichstes, auch diese Leute zu unter—
Der dentsce Hutfever⸗ z * hy stützen. Der Verwaltungsausschuß hat in diesem
hat seinen Rechenschaftsbericht für da Ihr Jahr eine Einrichtung getroffen, jenen, welche
1882 veröffentlicht welcher von seiner — ——
thätigen Wirkfamkeit das, beste — verhelfen. Indessen kann dies nur in einem
Vie Mitagliederzahl des letzten Jahres etrug verhältnißmäßig beschränkten Maße stattfinden
356 mit Jahresbeiträgen von 18895 Irancs und auch die momentan vermehrten Mittel des
dazu kommen die gespendeten Beiträge dee Vereins reichen nicht, diesen Leuten in ergiebiger
deutschen Kaisers mit 2000 Franes und des Weise zu helfen. Die Mehrzahl derselben gerät
Königs von Baiern mit 2000 Franes, Auch daher nur zu bald in große Not und der Ver—
hat die deutsche Kaiserin den Berein mit einem In dem sie zur Last sallen, vermag in keiner
Beschenk von 1000 Francs bedacht; außerdem lise Wnelt die haheesuchte hüfe urewuünschten
haben noch andere deutsche Fürsten und der Umfange zu bringen, oder sie auch nur zum
Senat von Hamburg Beiträge gespendet. Fer. größten Teil nach der Heimat zurückzuschaffen.“
ner erzielte der Verein an außerordentlichen Wir können uns diesen Worten nur an
Einnahmen die Summe 338 Francs, chließen und nicht dringend genug unsere Lands—
dedunter 7 Franet gin Srireg eines idhn leute abmahnen und warnen, hierher nach Paris
gehaltenen Balles. Dieses ganz außergewöhn⸗ nufs Geratewohl zu kommen“' Ganz abgefehen
sen rgepnis degß Voslaripacies verdantt der davon, daß der Aufenthalt in Paris in socialer
Wispeein rtmnt ee unenamt Beziehung für Deutsche wenig Annehmlichkeiten
deutschen Wohlthaters Welcher micht allein bietet, so ist es auch mit der von den hierher—
Panetee utesen DVelrage n ero strömenden Deutschen mit Leichtigkeit zu finden
lausend. Francs bestritt, sondern auch 12000 Jehofften Arbeit hier gegenwärtig sehr schlecht
Zoose der Tombola ( Francs) übernahm tellte Det srac blisthe Guedwie Fnonstet
Annderweitigen Fonde srehen dem deutschen und Gewerbe haben momentan mit großen
Hülfsverein zur Verfügung: — Schwierigkeiten zu kämpfen; es fehlt an Ärbeit,
1. der Hospitalfonds im Betrage von 741295 der Verdrenst ist schlecht und insbesondere junge
Franken 47 Centimes nach dem Kursstande vom Faufleute finden hier nur in den seltensten Fällen
30. Dezember 1882. Derselbe setzt sich zu⸗ iberhaupt noch Stellung. Dabel ermangelt nod
sammen aus dem früheren Hospitalfond mit ine gewisse Pariser Hetzpresse nicht, über das
einem Kapital von 256 344 Franken 22 Cen- Jeberfluten des Deulschtunis du klagen und ein
times, aus der Stiftung des Freiherr von Dier Reinigung von Paris“ von diesen Teutoner
gardt im Betrage von 859851 Ircs. 25 Cent zu erlangen, indem sie das Schlagwort aus
und aus der Stiftung des Freiherrn Emil von iebt: weder deutsche Arbeiler, noch Haudlung
Erlanger im Betrage von 85 100 Fres. Die defusfene in fraußoösischen Geschäften, Fabrue
Zinsenhälfte dieser drei Fonds, welche nach Ind Werkstätten zu beschäftigen. Unsere Lands
Inhalt der Stiftungen an den Verein zur seule sind also gewarm und fie moöͤgen de fic
Armen⸗ und Krankenpflege zu überweisen ist Jesagt sein lassen, daß im Allgemeinen unt
betrug 13970 FIrcs 45 Cent. meistentheils ihrer hier nur bitlere Enttäusch
2. der Reservefonds mit 53978 Fres. 35 Cent ungen harren
gleichfalls nach dem Kursstande vom 30. De
zember 1882. Hierunter befinden sich ein neu
hinzugekommenes Vermächtnis von 5000 Fres
Die Zinsen des Reservefonds betrugen 2186 Fres
Sonach hatte der Hülfsverein für 1882 eint
Gesamteinnahme von 80013 Fres. 15 Cent
Die Gesamtausgaben betrugen 65779 Fres. 45
Cent. Hierunter befinden sich vom engeren Aus—
schuß in 100 Wochensitzungen an 3971 Hülfs—
bedürftige verteilte baare Geldunterstützungen
in der Höhe von 27 916 Fres. 55 Cent, ferner
3013 Fres für Fleisch, 1755 Fres. 90 Cent. für
Brod und 89867 Fres. 15 Cent. für Bekleidungs—
gegenstände. In ihre Heimat wurden 499
Arme zurückgeschafft; die verausgabten Reise—
kosten hiersür betrugen 1253 Fres. 50 Cent. Die
Verwaltungen der französischen Nord- und Ost⸗
bahn gewähren hierber die wohlwollende und
humane Vergünstigung von Freibilleten dritter
Klasse zum halben Preise und nicht minder ge—
währen die Direktionen der deutschen Staais—
und Privatbahnen den vom Hülisverein in vor—
erwähnter Weise an die deutschen Grenzen be—
förderten armen Landsleuten in liberalster Weise
freie Weiterfahrt in die Heimat. Die Kranken
pflege erforderte für Medikamente, Bandagen
Bäder, Honorar für drei bezahlte Vereinsärzte
an Ausgaben 15662 Fres. Die letzteren behan
delten in dem verflossenen Jahre 1 390 Kranke
in deren Wohnungen. Die Zahl der von den
Vereinsärzten unentgeltlich erteilten Konsulta⸗;
tionen beträgt 2679, die Anzahl der im Vereins—
lokal ebenfaus unentgeltlich behandelten Kranken
573. Den Aerzten, welche sich in so humaner,
uneigennütziger und opferwilliger Weise mit
größter Hingabe den leidenden Armen widmen,
gebührt sicherlich der warmfte Dank.
In dem Bericht des Vereins heißt es sodann
„Wie aus der hohen Zahl der Unterstühten
und in die Heimat Zurückbeförderten zu“ er
sehen, ist leider keine Abnahme der zu zahlre ich
nach Paris strömenden Deutschen zu bonfalieren
Das beklagenswerte Gegenteil ist der Fall. Ins—
besondere ist das Zuströmen junger, arbeit
suchender Deutschen, welche, planlos kbunte man
sagen, nach Paris kommen, immer maffenhafter
Alle Abmahnungen, welche durch die haupt⸗
sächlich beteiligten deutschen Regierungen wie
durch die Presse erfolgt sind und erfolgen, lassen
leider keinen Erfolg entnehmen Ver Verein
Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
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vollen. Selbst die härteste Ausdauer, die an⸗
jaltendste Arbeit wird es darin zu nichts bringen
können, denn der hohe Zins, der an den Geld—⸗
herleiher zu zahlen ist, nimmt von vorn herein
dem Geschäfte den soliden Boden. Der einzige
Weg, um heute zu etwas mehr oder weniger
Vermögen zu kommen, liegt darin, daß man sich
durch ängstliches Sparen als Arbeitnehmer nach
und nach ein kleines Kapital verschafft und dann
einen sich bietenden günstigen Moment, wo
man sich an einem soliden Geschäft beteiligen,
oder selbst ein solches, das weniger Kapital er—
fordert, beginnen kann, abwartet. Schließlich
ist es ja aber auch nicht nötig, daß man Ver—
mögen erwerben muß, um glücklich zu sein. Ein
ftüchtiger Arbeiter, Kaufmann oder Beamter
kann, wenn er versteht, sich nach der Decke zu
strecken und das Wohlwollen seines Brodherrn
zu erringen, sich ein ganz behagliches Dasein
»erschaffen. Er entgeht dann auch den mannigfachen
Aufregungen, denen der auf eigenen Füßen
tehende Geschäftsmann beinahe täglich ausgesetzt
ist und welche der dauernde Kampf um die
xxistenz mit sich bringt.
Aus den guten Tagen des
Handwerks.
Kaiser Rudolf der Habsburger kam
inst in der Nähe von Basel durch einen
Flecken, in welchem er einen Gerber seine Felle
iufhängen sah.
„Du möchtest auch wohl lieber hundert Mark
und eine hübsche Frau haben, als dies schmutzige
Gewerbe treiben?“ fragte der Kaiser.
„Was der Herr Kaiser mir da wünscht, habe
ich schon,“ meinte der Gerber.
Rudolf erklärte, in sein Haus treten zu wollen,
um sich davon zu überzeugen. Der Gerber ließ
durch seine hübsche Frau Speisen und Wein in
silbernen Gesäßen auftragen und begrüßte den
Kaiser bald darauf in einem Sammetrocke.
„Aber warum treibst Du bei solchem Wohl—
stande ein so übelricchendes Handwerk?“ fragte
der Kaiser.
„Weil alle diese schönen Sachen durch das
übelriechende Geschäft erworben sind und bald
fort sein würden, wenn ich es aufgeben wollte,“
lautete die Antwort des braven Gerbers.
Der Kaiser aber antwortete: „Du hast Recht;
es lebe das Handwerk, das goldenen Boden hai
und goldene Becher ins Haus bringt!“
Die Lage des Kaufmanustandes.
Um heutzutage Erfolg in seinem Geschäfte zu
jaben, muß man — wie einst Graf Moltke über
den Ausgaug des russisch-türkischen Krieges sick
iußerte — 4,G's“ besitzen und zwar: „Geld
BZewinn, Geduld und Glück.“ Der unausge
setzte Rückgang des Zinsfußes veranlaßt ohne
dies Viele die sonst von ihren Zinsen leber
konnten, sich dem Handel zuzuwenden; ebenso
vächst mit der verallgemeinerten Bildung die
Zahl derjenigen, welche sich berufen fühlen, als
daufmann anftreten zu können. So entstehr
eine, über das Bedürfnis hinauswachsende Kon—
kurrenz, welche selbstverständlich auch den Ver—
dienst im Allgemeinen herabdrücken muß.
Ueber die Erfolge kaufmännischer Thätigkeit
belehrt uns eine Zusammenstellung der Banke—
rotte in Frankreich. Obwohl dort bekanntlick
größere Wohlhabenheit als in Deutschland herrscht
'o entfallen doch auf 1500000 eingeschriebens
dandelstreibende jährlich ca. 5 bis 6000 Banke
rotte. Nehmen wir wun die Arbeitszeit eines
ranzösischen Geschäftsmannes mit 20 Jahren
an, so wird eine jede Generation von 20 Jahrer
120 000 Bankerotte oder 88100/0 ergeben. Der
zehnte Teil der Kaufleute schneidet demnach mi!
Konkurs ab. Diesem reiht sich eine große Zah'
solcher Leute an, die sich im Stadium der Auf
lösung befinden, und der weitaus größte Teil
der Geschäftswelt lebt eben nur „von der Hand
zum Mund,“ ohne je Vermögen zu erlangen
In der Regel nimmt man an, daß von 100
daufleuten und Industriellen, 20 sofort, d. h. im
ersten oder zweiten Jahre nach Eröffnung des
Beschäfts enttäuscht aufhören, 50 —-60 vegetieren,
d. h. sich in ihrer bisherigen Stellung erhalten
und nur 10 bis 15 von wirklichen Erfolgen
prechen können.
Für Unternehmungen größeren Umfanges
liegen die Verhältnisse günstiger; es werden
Geschäfte, die mit großem Kapital begründet,
und mit Intelligenz und Ausdauer betrieben
werden, auch in Zukunft eine Existenz, keines—
wegs aber mehr die Aussicht auf Erlangung
gzroßen Vermögens bieten.
Dagegen ist es eine sehr mißliche Sache, unter
den heutigen Verhältnissen mit geringem oder
gar keinem Kapital ein Geschäft anfängen zp
Besserung der Lohnverhältnisse
in der Eisenindustrie.
Der Verein deutscher Eifen- und Stahl⸗—
Industrieller hat auch in diesem Jahre über
die Lohnverhältnisse vor und nach der
Wiedereinführung der Eisenzölle eine Unter—
uchung veranstaltet. Von 322 Eisenhüttenfirmen,
Bießereien und Maschinenbauanstalten (darunter
107 Actiengesellschaften) wurden im Januar
1879 153979 Arbeiter mit 9383396 Mark
Monatslohn, im Januar 1883 dag'gen 206 150
Arbeiter mit 14 754350 Mark Monatslohn be—
chäftigt. Danach war die Zahl der Arbeiter
um 52171 (33,9 Prozent) gestiegen. Im Januar
1879 verdienten besser und geringer bezahlte
Arbeitskräfte im Durchschnitt nur 60,94 Mark
nonatlich; im Januar 1883 dagegen 71,75 Mark,
also 10 Mark 68 Pf. mehr im Monat. Für
das Jahr berechnet sich ein Mehrverdienst des
Arbeiters von 127,56 Mark und für die 325
Werke, (die nur einen Teil der deutschen Eisen⸗
industrie darstellen, da nicht alle Werke auf die
Anfragen des Vereins-Vorstandes geantwortet
haben) eine Steigerung der Lohnzahlungen um
die bedeutende Summe von 64 Millionen 451448
Mark. Soviel ist also den etwa 200000 Ar⸗
heitern an dem Schutz der nationalen Arbeit zu
Gute gekommen. Der Lohn des einzelnen Ar—
beiters hat eine Steigerung von 17,4 Prozent
erfahren. Die Beschäftigung und Auslöhnung
hat auch gegenüber dem letzten Jahre weitere
Fortschritte gemacht: die Zahl der Arbeiter hat
siich gegen das Vorjahr um 8,7 Prozent ver⸗
mehrt, der Gesamtlohn ist um 152 Prozent,
der Einzellohn um 4,0 Prozent gestiegen.