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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Die Aussichten der deutschen Aus⸗rohe Personen zucken mitleidig mit den Achseln.
wanderer in Nordamerika. Alle Versuche nicht englischsprechender vermo—
Man beschuldigt die amerkanischen Zeitungen —— — ein Inen 55
r heinheicht wn win unre d reeeheen D spude iagenndn
zu rosig — An — den mit den Landesverhältnissen Vertrauten nicht
trom, der dem Lande selbst natürlich zum größlen —— die An spru che en
Vorteil gereicht, an sich zu ziehen“ Desio eher * aen gug 7 X
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sttinmen Glauben schenken müssen, die sich jen e
n lassen. on kürzlich teilte das „Saar an 9
»rücker Gewerbeblatt“ eine solche Arußerung mit Zegrepdist — Pehbane ende mussen.
um dem wieder stark erwachenden Auswanderungs ————— de qs gogen, wenn
trieb unserer Gegenden einen heilsamen Dämpfer re iu an er uischey
aufzusetzen; inzwischen ist uns eine weitere ähn —— ——— Id nn r anen suchte?
liche Mitteilung in der „Amerikanischen Korre— — — —— e r zeug , I .
spondenz zugegangen, welche in Newyork von her ————— did ersünn en
vorragenden deutsch-amerikanischen Schriftstellerr ——66 g icht selten wir
herausgegeben wird. Diese Mitteiluug lautet: ein Korrespondent der englischen, deutschen, fran-⸗
, zösischen und spanischen Sprache für ein Hand—
„Deutschland hat im letzten Jahre den weitaus ungahaus gesucht das einem' solchen sorachhezrötzten
Prozentsatz zu den Europamüden ge vandten Mann vin Salgir von ig Doa be
stellt, die in Amerika eine neue Heimat suchten, Woche anbietet, Dieser Betrag reicht ber kam
und wenn nicht alle Zeichen trügen, so werden us, in binem halbwegs huftandigen Haue ah
auch in, diesem Jahre wieder Tausende und ind Logis zu bekommen!
Abertausende dem Vaterlande den Rücken kehren, Thatfächlich findet “ in Amerika wenige
m in weiter Ferne ihr Glück zu suchen. Die deutsche Kopfarbeiter, die in ihrem Fache thätig
Auswanderungsfrage ist unter solch n Umstän- Frühere deutsche Kaufleute, Lehrer und
den natürlich für Deutschland eine brennende difiziete ifft nan m eisten as Schaut
und Zweck dieser Zeilen ist es, Den oder Jenen värter, Barbiere, Hausknechte, Farmarbeiter und
auf das aufmertsam zu machen, was seiner in als Arbeiter in Schuh⸗-, Kleider⸗, Cigarren- oder
der Deen Welt harrt, wenn er den Anforde— dnopffabriken u sw. Diejenigen welche die
rangen n A V nicht zu nötige Willenskraft haben, sich zu derartigen
genug tande ist. VBeobachtet man in Arocuten herabzulassen, sind im Vergleich zu
Newyork, wo die meisten Europamüden landen welchen der dazu nötige Mut dder die
die vielen enttäuschten Einwandrer-Antlitze hört Koöͤrperkraft 'gebricht * —* zu beneiden
man den Gesprächen zu welche die Neuankömm— Ber uns sagt, wir färbien zu schwarz, kennt
liuge nicht selten unter sich führen und ver— einfach das Land nicht. Mancher der englischen
nimmt man endlich ihre teils recht wohl be Sprache unkundige Gebildete erspart sich harte
gründeten, teils aber auch sehr lächerlichen Kla— Enttäuschungen, wenn er unserem Rate folgt
— der Iieberzeugung Win und so lange nicht an Auswanderung denkt, als
erschlietzer, daß die Europäer, ohne das Aller hn in Deutschland Gelegenheit geboten ist, noch
aotdürftigste über Amerika zu wissen, hierher⸗ In einigermahen gules Nuslommen zu faden?
reisten. Gar mancher glaubt noch heute, in q
Amerika liege das Geld massenhaft auf den
Straßen und man brauche sich nur zu bücken
ind die Hand darnach auszustrecken, um es zu
ergreifen. Bei der allgemeinen Jagd nach dem
allmächtigen Dollar, die hier seit Jahrzehnten
im Gange, ist aber schon alles, was dem Golde
auch nur im Entferntesten ähnlich sieht und ohne
außergewöhnliche Kraftanstrengungen zu erlangen
ist, von geldgierigen Amerikanern eingesackt wor—
den, und wer trotzdem hier noch etwas erlangen,
in seinen Besitz bringen will, der muß rastlos
und mit vielem Geschick und Glück thätig sein.
Es kann nicht oft genug wiederholt werden, daß
heutzutage in Amerika von mittellosen Leuten
nur noch in den seltensten Fällen und auch dann
nur unter großen Mühen etwas errungen wer—
den kann. Viele von denen, die in den letzten
Jahren am Gestade der neuen Welt landeten
sind durchaus nicht aus dem Holze geschnitzt
aus dem man „Amerikaner“ macht. Mancher
von ihnen wird — wenn er das nötige Geld
auftreiben kann — nach der Heimat zurück
kehren oder aber, wenn er das nicht kann, elen
ziglich zu Grunde gehen, mindestens aber weit
iefer sinken als er jemals in Deutschland ge—
tanden.
Augenblicklich ist der amerikanische Arbeits
markt in allen Branchen überfüllt. Nachfrage
herrscht gegenwärtig nur nach Farmarbeitern
Am allerungünstigsten liegen die Verhältnisse
für den gebildeten Deutschen, den Kaufmann,
den Lehrer, überhaupt für den Kopfarbeiter, wenr
er der Landessprache nicht gründlich mächtig ist
Arbeiter mancher Branchen, Bauern mit eiwas
Vermögen finden, auch wenn sie nicht englisch
verstehen, noch immer ohne besondere Schwierig
keiten ihr mehr oder weniger gutes Fortkommen,
aber der Kopfarbeiter, der hierher kommt ohne
mit der Landessprache vertraut zu sein, muß sich
wenn er nicht verhungern will, Arbeiten unter
ziehen, von denen er sich in Deutschland nichts
träumen ließ. Der vierschrötige deutschameri
anische Bierwirt und ähnliche Leute lachen den
Finwanderer, der sich für einen deutschen Kauf
nann ausagaibt,. höhnisch ins Gesicht und wenige
Dampfkessel⸗Explosionen.
Obgleich die Gefahren des Dampfkesselbetriebes
nicht übermäßig große sind, wenn man sie mit
den Gefahren anderer gewerblicher Betriebe
z. B. dem Bergbau, Bauwesen, der Schiffahri
u. a. vergleicht, so können sie doch da, wo sie
sich gerade ereignen, außerordentlich intensir
wirken. Im Interesse des privaten wie öffent—
lichen Eigentums und nicht weniger zum Schutze
der Menschen hat man deshalb in den größeren
Kulturstaaten Vorkehrungen gegen derartige Ge—
fahren getroffen. Dabei ist aber die Prüfung
und Beaufsichtigung des Dampfkesselbetriebes
in diesen Staaten sehr verschiedenartig ausge
bildet. Es gibt Länder, in denen nur staat—
liche Prüfung und Beaufsichtigung
vorgeschrieben ist, wie in Holland; in anderen
Ländern, und dazu gehört vor allem England
fehlt jede staatliche Prüfung und Beaufsichtigung
der Kessel; was von solcher vorhanden ist, isi
lediglich privat, es ist niemand gezwungen
sich ihr zu unterwerfen; wieder in anderen Län—
dern ist staatliche Prüfüng der Dampfkessel obli—
gatorisch, aber neben staatlicher Beaufsichtigung
des Kesselbetriebes auch private zulässig, eine von
beiden ist indes unbedingt geboten. Zu den
letzteren Staaten gehört bekanntlich das deutsche
Reich.
In Deutschland ist zur Anlegung von Dampf
kesseln, dieselben mögen zum Maschinenbetriebe
bestimmt sein oder nicht, die Genehmigung der
nach den Landesgesetzen zuständigen Behörde er
forderlich. Die Dampfkessel werden nicht nur
vor ihrer Aufstellung einer Untersuchung au
vorschriftsmäßige Konstruktion und Festigkei
unterworfen, sondern jeder aufgestellte und ir
Betrieb genommene Dampfkessel unterliegt vor
Zeit zu Zeit einer amtlichen technischen (inneren
und äußeren) Untersuchung. Dampfkessel, derer
Besitzer Vereinen angehören, welche eine regel—
mäßige und sorgfältige Ueberwachung der Kesse
vornehmen lassen, koͤnnen von der amtlicher
Revision befreit werden. Die gleiche Verguͤn
stigung kann auch ausnahmsweise einzelnen
Dampfkesselbesitzern zu teil werden, welche für
eine regelmäßige Ueberwachung ihrer Dampf—
kessel enstsprechende Einrichtungen getroffen haben
Infolge dieses Zugeständnisses hat in Deutsch—
land die Kesselüberwachung durch Vereine immer
mehr die Oberhand über die amtliche Ueber
wachung gewonnen, was zum großen Teil seinen
Grund darin hat, daß die Vereins-Ingenieure
sämtlich tüchtige, im Tampfkesselwesen außer—
ordentlich erfahrene Techniker sind und deshall
sich großen Vertrauens bei den Vereinsmitgliedern
erfreuen. Die Vereinsingenieure gleichen den
Aerzten; sie haben nicht aur die Kesselkrankheiten
zu erforschen und zu heilen, sondern auch dit
Aufgabe, solchen Krankheiten bestmöglichst vor
zubeugen, und ihr größter Triumph ist es, die
aus irgend einem Grunde hervborgerufener
Explosionen, wenn nicht gänzlich zu verhindern
so doch auf ein Minimum einzuschränken und
auf diese Weise neben dem Durchschnittsalter der
Kessel auch die Sicherheit des Kesselbetrie be⸗
zu erhöhen.
Ueber die Zahl und näheren Umstände der
Dampfkessel-Explosionen im deutschen Reich
macht das kaiserliche statistische Amt seit 1877
genaue jährliche Angaben. Die Zusammenstel—
lung der Explosionen für das vergangene Jahr
die soeben erschienen ist, stellt durch ihre ge—
ringe Anzahl den Dampfkesselrevisoren das güͤn
stigste Zeugnis für ihre Thätigkeit aus. Die
Zahl der Explosionen und der dabei verunglück
ten Personen stellte sich in den einzelnen Jah—
ren seit 1877 wie folgt:
Zahl der Verunglückte Personen:
2 davon
Explosionen: im Ganzen: nn.
1877 20 58 21
1878 18 a2 10
1879 18 78 36
1880 20 8 10
1881 11 8
zusammen: 87 85.
Im April 1882 beschlagnahmte die Zollbehörde
n Paris eine Sendung Knöpfe, welche in
Deutschland angefertigt, aber auf Karten be—
festigt waren, die den Titel trugen: Paris,
aouveautés de Paris; Paris dernière vounveauté;
baris, dépose. Die Beschlagnahme erfolgte krafi
des Gesetzes von 1857, welches die Ein- und
Durchfuhr von ausländischen Waren verbietet,
auf denen ein französischer Fabrikationsort an—
gegeben ist. Das Gericht, vor welchem die
dandelskammer und verschiedene Kaufleute als
Empfänger der Sendungen sich als Civilpartei
gestellt hatten, verurteilte dieselben kraft des
betreffenden Gesetzes, d. h. die Sendung sollte
aicht in Frankreich zugelassen werden. In
Thambery, wo ein ähnlicher Fall vorlag, wurde
die erstrichterliche Entscheidung auch in zweiter
Instanz bestätigt. Der Pariser Appellhof jedoch
vernichtete das erstrichterliche Urteil (am 21.
Februar 1883), indem er geltend machte, „um
das Gesetz anzuwenden, muͤsse eine Fabrikmarke
zefälscht oder so gebraucht worden sein, daß
Betriebsinhaber, welche auf dieselbe ein aus—
chließliches Recht haben, dadurch geschädigt wor⸗
den seien, was in diesem Falle nicht nachzu—
weisen sei“. Die Sachwalter hatten hervorge—
hoben, daß die fraglichen Waren nach Modellen
angefertigt seien, welche den betreffenden Pariser
Händlern eigentümlich gehören. Der Gerichtshof
hob diesen Punkt im Urteil nicht hervor, ob⸗
wohl er thatsächlich zugestand, daß jeder in
Paris wohnende Gewerbetreibende das Recht
habe, jegliche gefertigte Ware mit seiner Marke
zu versehen. Natürlich ist diese Entscheidung
der ausländischen Konkurrenz günstig. Deshalb
wird die Sache auch jetzt bis in die letzte In—⸗
stanz verfolgt. Thatsache ist, daß schon längst
eine Masse Waren, welche als „Pariser Artikel“
zurch die Welt gehen und auch nach Deutsch⸗
and ausgeführt werden, in Sachsen, Böhmen, in
VPürttemberg. Offenbach u. s. w. angefertigt sind.