Full text : 1.1883 (0001)

Saurbrützer Gewerbeblatt

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Nachdruck unfs—

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ι aestattét,

N 8. 1883.
Mitteilungen über die Gotthard⸗produkte im Allgemeinen nach dem generell fest.! B. Warean, die auf der Hafenroute
Tarife. zestellten Binnentarif der oberitalienischen Eisen— liger fahren:
bahnen gefahren und nur der einzige Unterschied Kilometr. Grundtaren in Centimes
greift hier bereits Platz, daß die Expeditions 551 101 201 301 401 iber
gebühr für die auf der Gotthardroulte transite cESbis bis bis bis bis
nach Italien gelangenden Güter 1,50 Fr. be— 5? 100 200 300 400 500
rägt, während sie im Binnentarif und deshalb . Eisendrahtl hHottn-hn do 11 8388877
also auch im Verkehr via Genua 1,30 Fr. pre und eiserne —*
Tonne ausmacht. Doch ist dieser Unterschied Topfe o a30 1677 7 6 66
so gering, daß man ihn füglich vernachlässigen Gotth⸗ —
kann. Die Uebereinstimmung bezieht sich, wenn Vdee gew —
wir aus der großen Reihe der verschiedenen d — Hafen-⸗ 1,u30 10,553 4 44
senweren die Hauptartikel herausziehen, nament Route 8
ich auf: Gußeiserne Ornamente, Gitterwerke —A * 5
Defen und Töpfe aus Eisen und Gußeisen Reneu30 10 5 4514 35 35
Weißblech, Eisenbahnschienen, Achsen von Eisen Hafen⸗1,30 10 4,554 3,5 8,5 8,5
oder Gußeisen, Räder und Räderteile zu Eisen Route)
bahnzwecken, Bandagen, Kleineisenzeug, Facon 4. Rosistäbe entesußo 1882777
zisen, eiserne Röhren, Platten, Bänder, Bleche v Schlmicde- Route
Streifen, Seile, Ketten, Träger, Gußeisen ir der Gihesen —R 6 4 4 335 3.5 3,5
Broden, Bruch und Abfällen, Roheisen, Puddel 3 —
eisen, Eisenluppen, Brucheisen, altes Eisen ꝛc. ae dee serwreee 353
Ausnahmen dagegen finden statt, bei esonders auffallend sind ize in 88* Zonen
Weiß blechwaren in Kisten oder Tonnen, Eisen. dgar wieder verschwinden. Stärkere Abiweichun—
draht, eisernen Töpfen, Rädern und Räderteiler gen zeigt nur der Artikel Roststäbe eci; jeben—
aus Stahl, rohem Stahl, Eisen in Stangen auls“ beruht dies aber nicht eiwa auf beson⸗
lachen oder runden Bändern, Rosten von Schmied dern Abfichten seitens der italienischen Eisen—
und Gußzeisen. Diese Waren tarifieren in ab bahn-Verwaltungen, sondern auf dorgekommenen
weichender Weise; doch fällt die Differenz nich! Ver fehen. Nean darf sich wohl überhaupt
durchweg zu Gunsten der Hafenroute; vielmehr auf Grund diefer Resultate der angestellien
se g igpQ· mäcan n d ct e ez
: u absichtliche
Aa. Die Gotthardroute für: Weißblech: Bevorzugung des einen oder andern Konkurrenten
waren, Stahl in Barren oder rohen in der Festsetzung der italienischen Tarife nicht
Platten. sendeh Dazu Vden die Differenzen
Die afenroute für: i edeutender sein. Jeden alls jedoch bestehen
nd Lien Raͤder ut Ine ase eant solche und unsere Industrie wird damit zu rechnen
Sichtecg 3 haben. Nimmt man an, daß die Tonne Eisen
hle(auch montiert), Eisen in Stangen —
3 eutschen Ursprungs loco Chiasso sich genau
flache und runde Bänder, Roste von „“35
Schmied- oder Gußeisen. rhec we ge Tonne Eisen ug
Die italienischen Tarife sind Zonentarife; es Italien Pesnrte e n ee
ist deshalb zu einem detaillierten Vergleich'bei aud England als Absatzgebiet für alle gleich—
der Tarifierungsweisen notwendig, die bezüge maßig tarifierten Fisenweren zufallen. vie de e
lichen kilometrischen Grundtaxen im Folgender bürde etwa in den Eisenbahnsietidnen e
zinander zonenweise gegenüber zu stellen: e aghero pigcenga liegen. Für diejenigen
Wa Waren jedoch, welche in den Tarifierungen von
Waren, — de Satihardrorie einander abweichen, verschiebt sich diese Grenze
ger zu Ungunsten des einen oder des andern Laudes.
Kilomet. Grundtaxen in CentimesDetaillierte Nachrechnungen laben ergeben, daß
85 4 201 801 401 uber dinsichtlich der oben aufgeführten, auf der Gotthard⸗
55 bis his bis bis bis 301 route ungünstiger behandelten Waren die Grenze
3 100 200 300 400 800 etwa in den Stationen: Vercelli Mortara⸗Paviga⸗
Weißblech —RXRX 16 10 — »7 Todogno⸗ Mantua liegt Es kann jedoch die Frage
ese darnach, wie sich die Konkurrenz des deutschen und
—86 — 14 7 englischen Eisens in Oberitalien zu einander stellt,
Suchl n auch hinsichtlich der gleichmäßig tarifierten Waren
or —3 133 10 goch nicht als erledigt angesehen werden. In Wirk⸗
Sier Ipe lichkeit handelt es sich uns vielmehr hauptsachlich
——— 1,55 10 4 darum, zu welchem Preise deutsches und englisches
Eisen bis ins Herz von Oberitalien, nämlich bis
Mailand, dem Haupfabsatzorte der Po-Ebene,
befördert wird. Da aber die beiden Entfernungen:
einerseits Chiasso oder Pino-Mailand, anderseits
Genua⸗Mailand in der absoluten Länge von ein—
ander stark differieren, und die Grundtaxen der
Tarife zonenweise sich ändern, so wird man
also hierbei noch die absobute Höhe der betref⸗
enden Frachtsätze ins Auge zu fassen haben, was
miächst geschehen solESchluß folgt.)

Die Konkurrenz deutschen und englischen
Eisens in Oberitalien.
Von Natur aus erscheint nach der Eröffnungç
der Gotthardbahn die Eisenindustrie des Saar—
und Mosel-Reviers dazu berufen, Oberitalien
namentlich Mailand und die gesamte Po-Ebene
mit ihren Produkten zu versorgen; denn es ist
diejenige Eisenindustrie welche vor allen anderen
diesem Gebiete am nächsten liegt. Da jedockh
die gesamte Entfernung auf dem Schienen—
wege zurückgelegt werden muß, während andere
Eisenproduktionsgebrete teilweise den billigen
Seetransport zur Verfügung haben, so wird
die Eisenindustrie des Saar⸗- und Mosel Reviers
auch nach der Eröffnung der Gotthardbahn und
trotz des kürzeren Weges nicht ohne Konkurrenz
in Oberitalien arbeiten können. Thatsächlich
macht auch englisches Eisen dem Saar- unt
Mosel⸗Eisen in Oberitalien starke Konkurrenz;
ja man kann wohl sogar sagen, daß es diesem
überhaupt noch nicht gelungen ist, die englische
Konkurrenz irgendwie erheblich zurückzudraͤngen
Die Schuld an diesen Verhältnissen liegt, wie
nunmehr schon wiederholt und von den ver
schiedensten Seiten her hervorgehoben worder
ist, an den gegenwärtig noch nicht in Kraf—
stehenden Tarifsätzen auf der Gotthardroute. Zwar
sind die deutschen Eisenbahnen schon außer
ordentlich entgegengekommen, indem sie die dre
verschiedenen Klassen der Eisenprodukte zu 5,0;
3, 7 und 2,75 Cent. per Tonne und Kilometei
fahren; aber auf den fremdländischen Strecken.
die den größeren Teil der Gesamtroute aus—
machen, ist der Satz ein erheblich höherer. Die
Schweiz fährt dieselben Klassen zu 6,68; 5,0 und
3,2 Pfg., während Italien noch höhere Sätze
aufweist. Dieselben lassen sich nicht direkt mit
den mitgeteilten der Schweiz und Deutschlands
vergleichen, da die italienische Warenklassifikation
eine gänzlich andere ist, aber im Durchschnit!
und in Bezug auf die hauptsächlich berührten
Entfernungen wird man sagen können, daß die
italienischen Tarife für Eisen auf der Gotthard—
route etwa 60 pCt. höher sind als die deutschen
und immer noch 20 pCt. höher als die schweize
rischen.
Die Beschwerden der deutschen Industrie über
diese Höhe der Tarifsätze haben ihren Weg be—
reits nach Italien gefunden; aber dort beruft
man sich darauf, daß die italienischen Eisen—
bahnen sich auf durchaus neutralen Boden
gegenüber den verschiedenen, nach Italien hinein—
dringenden Konkurrenten stellen und einem jeden
gleich hohe Tarife auferlegen, so daß die Kon—
kurrenten mit gleichen Waffen kämpfen. Es er—⸗
scheint nun interessant zu untersuchen, ob sich
dies in der That so verhält.
Sehen wir uns zunächst die Tarife an, nach
denen einerseits das deutsche, andererseits das
englische Eisen auf den Strecken der Alta Italis
behandelt wird, an, so ergiebt fich Folgendes:
Im Allgemeinen sind diese Tarife ihrer
Konstruktion nach dieselben; denn sowohl au
den Strecken ab Chiasso und Pino, als auch au
denjenigen ab Genua (vo das englische Tijfer
für Oberitalien gelandet wirds werden die Eisen
            
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