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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Nr. 38
ohne daß bis jetzt einer der Minister der öffent,“ Auf nachstehende Anweisung zur Behandlung
lichen Arbeiten denselben ein Ende gemacht des Hektographen muß man besonders achten
hätte. Es ist Zeit, daß das Parlament in der damit immer schöne Abzüge erhalten werden.
Eisenbahnfrage definitiv Ordnung schafft, sonst Vor allen Dingen muß der Kasten aus Zink—
droht der Untergang. Die Unzufriedenheit des blech bestehen, und wenn möglich, im Innern
Personals, die Unsicherheit der Leitung, der nit einem dauerhaften Anstrich versehen sein
erbärmliche Zustand des Materials, die Ver⸗ Das Original muß mit einer reinen Feder au
wirrung in der Verwaltung, alles das bringt zlattes Papier kräftig und sauber ausgeführt
eine Zerstörung hervor, welcher des Landes und ein. Die Schrift muß bevor dieselbe auf die
unserer vitalsten Interessen wegen Einhalt gethan Masse gelegt wird, vollständig abgetrocknet sein;
werden muß.“ dasselbe geschieht mit einem Löschblatte. Das
Driginal darf nie länger auf der Masse liegen
bleiben, als bis sich die Tinte vollständig auf
die Masse übertragen hat, was ungefähr drei,
höchstens vier Minuten beansprucht. Weiter
ist zu empfehlen, sobald das Original von der
Masse entfernt ist, die Schrift auf der Masse
mit Papierstreifen zu umgeben, damit die
Ränder, besonders bei hartem Papier, sich nicht
in die Masse einschneiden und so die Druckfläche
ineben machen. Es ist darauf zu achten, daß
riach dem Abwaschen der Masse letztere immer
zut abgetrocknet wird, weil sich durch Stehen—
oleiben von Wasser auf der Masse sehr leich
Schimmel bildet und dieselbe dadurch verdorben
vird. Auch muß der Hektograph im Sommer
in einem kühlen Platze aufbewahrt werden,
denn wenn die Masse zu weich wird, läßt sich
nicht gut darauf arbeiten. Ebenso darf der—
elbe im Winter nicht zu kalt stehen, da hier—
durch die Masse zu fest wird und dann nur
olasse Abzüge liefert
Eine gute Masse muß hell sein, damit man
die Schrift darauf sehen kann, sie darf weder
zu hart noch zu weich sein, ebenso darf dieselbe
von selbst nicht eintrocknen, wodurch sie fest
wird. Auch darf eine Masse nicht stark kleben,
damit dieselbe nicht am Papier hängen bleibt
»der das Papier zerreißt, und es muß die
Schrift von der Masse wenigstens mit warmem
Wasser leicht uud vollständig zu entfernen sein
Eine gute Tinte darf anfangs nicht zu dick
ein, sie muß vielmehr gut fließen und mindestens
530 bis 80 Abzüge liefern Nach längerem Ge—
hrauche wird die Tinte durch das Offenstehen
des Glases von selbst dicker, und muß sie dann
mit einigen Tropfen Regenwasser oder auch mi
was Sygiritus oder Eisiagsäure verdünnt werden
leitenden Ingenieuren neue Probleme zur Lösfung
darbietend, und man kann sich von der Größe
derselben einen Begriff machen, wenn man be—
denkt, daß der Tunnel in seiner ganzen Länge
nicht etwa durch Felsen oder Gestein, sondern
durch von Wasser getränkten Sand mit Schlamm
hindurchgeführt werden muß, den man ver—
mittelst eines von eingepumpter Luft ausgeübten
ungeheuren Druckes in seiner Lage zu halten
zenöthigt ist. Der ganze Bau wird aus zwei
in einer Entfernung von 70 Fuß parallel laufen⸗
den Tunnels bestehen, deren jeder im Innern
eine Weite von 70 Fuß und eine Höhe von 17
Fuß erhalten soll, und für je ein Eisenbahn⸗
geleise bestimmt ist, indem durch den einen
Tunnel die Züge nach Westen, durch den an—
deren nach Osten fahren sollen. Einen Fahr—⸗
veg wird man nicht heistellen, vielmehr die
Fuhrwerke auf eigens dazu erbauten Eisenbahn⸗
vagen befördern.
Erplosionen von Grubengasen bei der
-zcchüesßarbeit werden nach Bustin in Lüttich
(D. ReP. 17156) dadurch verhütet, daß man
vor Ort, bevor die Schüsse abgethan werden,
aus einem Gefäß, das einem Extinkteur ähnlich
ist, Kohlensäure ausströmen läßt, welche die
schlagenden Wetter unexplosibel machen soll.
Freude Konkurrenz. In Kaiserslautern
vurde die Lieferung eines neuen Parquet—
bodens für den zu renovierenden Fruchthallen⸗
sal eine Mainzer Firma übertragen. Die
Möbelfabrikanten Eckel, Hönig und Kuntz haben
hiergegen auf dem Bürgermeisteramt persönlich
Finspruch erhoben. Bekanntlich ist die Schreinerei
in Kaiserslautern außerordentlich leistungsfähig;
das Bürgermeisteramt muß deshalb wohl beson—
dere Gründe gehabt haben, deren Kenutnis
erwünscht wäre.
Wein nach Probe. Ein Weinhändler
in W. kaufte resp. steigerte auf einer Weinver⸗
teigerung Ua Stück Wein unter einem bestimmten
derkunftsnamen. Wie bei Versteigerungen
üblich, waren vorher die amtlich genommenen
Weinproben öffentlich verabreicht. Eine Dis—
kussion oder Zweifel über die Identität des
Weines fand auch nicht statt, wohl aber behauptete
der Käufer, daß der gesteigerte Wein nicht die
bezeichnete Herkunft habe, welcher Einwand vom
Verkäufer jedoch formell und materiell bestritten
wurde. Eine auf Bezug des Weines gerichtete
Klage des Versteigerers wurde vom Handels—
gerichte in Worms begründet und damit der
Einwand des Käufers als unzulässig erklärt.
Das Gericht ging dabei von der Ansicht aus,
daß es bei einem derartigen Kaufe von Wein
einzig und allein darauf ankomme, daß die
Ware der Probe oder dem Muster gemäöß sei.
Fin Einwand hiergegen sei nicht erhoben, es
sei also der „nach Probe und Muster“ abge—
schlossene Kauf unbedingt für den Käufer in
jeder Richtung rechtsverbindlich, und seien die
zegen die bezeichnete Herkunft des Weines er⸗
jobenen Zweifel nach Lage dieses Falles in
eder Art unstatthaft, da er weniger nach Namen“
als nach „Probe“ dekauft wurde.
— —
Neue praktische Erfahrungen über
bas Umschmelzen, Nachfüllen und die
Behandlung des Hektographen.
Mitteilung von M. Schambach in Mainz im Ge⸗
werbeblatt für Hessen.
Wenn die Masse durch den starken Gebrauch
oder durch einen Unfall auf der Oberfläche so
unengal geworden ist, daß man nicht mehr gut
darauf arbeiten kann, und man beabsichtigt keine
neue Masse nachzufüllen, so ist es am zweck
mäßigsten, wenn man den Hektographen auf
ein abgehendes oder schwaches Feuer eines
Herdes oder Ofens stellt; die Ofenplatte muß
aber überall gleichmäßig heiß sein, damit die
Masse im Kasten zu gleicher Zeit schmilzt. Man
darf den Apparat nie dem direkten Feuer aus—
setzen. Auch geschieht die Arbeit am besten
des Abends zu einer Zeit, in der das Feuer
nicht weiter unterhalten wird und man nicht
nöthig hat, den ganzen Apparat mit der flüssigen
Masse vom Ofen zu nehmen, eine sehr schwierig
auszuführende Arbeit.
Beabsichtigt man aber neue Masse nachzu—
füllen, so kann man dieselbe auf zweierlei Art
nachfüllen. Man entfernt entweder die alte
Masse aus dem Kasten und schmilzt dieselbe mit
der neuen Masse in einem Topf zusammen,
oder man läßt die alte Masse im Kasten und
gießt die neue Masse in die ausgewaschenen
Stellen, damit sie wieder eine glatte Oberfläche
bildet. Letzteres ist unbedingt vorzuziehen, weil
die Masse, welche direkt auf dem Zinkblech liegt,
oft durch Zinkoxyd verunreinigt ist, so daß sie
nicht mehr vollständig mit der neuen Masse
zusammenschmilzt, und einen Apparat liefert,
mit dem sich nicht mehr gut arbeiten läßt. Auch
wird ein Hektograph nie ganz leer gearbeitet,
und bildet dann die untere alte Masse eine
schützende Unterlage für die neue; es genügt
däanu oft nur ganz wenig Masse, um den
Apparat wieder brauchbar herzustellen.
Um die neue Masse in den Apparat eirfüllen
zu können, wird dieselbe in einem Wasserbad
Flüssig gemacht und zwar in einem Topfe, welcher
in kochendem Wasser steht. Die Masse kann
man auch auf dem Ofen unter öfterem Umrühren
flüssig machen; hierbei ist aber zu beobachten,
daß dieselbe weder kocht noch anbrennt. Ist
die Masse vollständig flüssig, so erwärmt man
den Kasten entweder leer oder mit der alten
Masse; dieselbe darf aber nicht flüssig werden,
und stellt ihn auf einen ebenen Tisch. Dann
nimmt man den Topf mit der Masse und gießt
dieselbe so tief als möglich, damit sich keine
Blasen bilden, in den Kasten. Sollten sich
aber doch Blasen gebildet haben, so nimmt
man eine Karte und entfernt dieselben von der
Mitte nach Außen. Für sehr große Kasten ist
es gut, sich einen Topf zu halten, welcher unten
mit einem Hahne versehen ist, damit die Masse,
ohne Blasen zu bilden, sich einfüllen lasse. Das
Umschmelzen sowie das Einfüllen der Masse in
den Kasten geschieht gewöhnlich Abends, damit
die Masse über Nacht vollständig erkalten kann
dieselbe muß nämlich mindestens zwei bis seche
Stunden ruͤhig stehen bleiben, bis auf dem
Hektoorovh wieder denrheitet werden kann.
Notizen.
Oberschlesische und englische Stein
kohlen. Die Bezüge der oberschlesischen Stein
tohlen in den Ostseehäfen haben sehr bedeutend
ugenommen und die Einfuhr englischer Kohlen
st bedeutend zurückgegangen. Während die Ein
uhr oberschlesischer Kohlen von 40000 8tr
uf 120000 Zentner stieg, sank die Einfuhr
nglischer Kohlen von 420 000 8ir. auf 360 000
Zentner. Der größere Verbrauch oberschlesischer
dohlen ist durch die 30 Pfg. pro Meterzentner
»etragende Frachtermäßigung veranlaßt, durch
velche diese weit konkurrenzfähiger als bieher
zewörden sind. Denn wenn sich der Preis für
chlesische Kohlen auch um 10 pCt. höher stellt,
ü Deietangem aus o re pe v — — —
vird doch dieser Preisunterschied dur ie 35 3 3
essere Qualität und sorgfältigere Sortierung Bücher und 3 eitschriften.
er schlesischen Kohlen größtenteils wieder außs Motive zu Garten Arqchitekturen. Eutworfen
t 5 und gezeichnet von Karl Weichardt, Architekt in
geglichen. Dagegen berechnen sich schlesische gd pcerner Wtt
doͤhlen erhebrich billiger als die besten Sorten Vun g urla t und 8 Vogen mit Details mebst
xt. Verlag B. F. Voigt in Weimar.
aus Neweastle, und wenn sich letztere trotzdem Wie sehr nolwendig eine Geschmacksbildung und eine
ioch auf dem Stralsunder Markte behauptet Belchrung über Zweckmäßigkeit von architektonischen An—
saben, so verdauken sie das nur einigen beson- ogen ist, empfindet besonders derjenige, welcher an
eren Ursachen. die wech Bautn ere en
Mi * AUnmgebungen fast handwerksmäßig nach einem von Han
Der Hud —“ Tunm el. welcher Rew zu Hand gehenden Urplan schablonenartig fabriziert wer⸗
York und Jersey⸗City mit einander verbinden den. Ein solche Belehrung gewährt in 20 Entwürfen
vehe vorendet ein n ue und einer eeae von Skizzen das angegebene
n Iug u Buch in hohem Maße, obgleich es sich nur auf den
an 58 — T Arbeiter neze y * ———— dn
an demselben haben, den 9 es gewöhn die ja auch wohl meist in der Gegenwart und in unserer
lüchen Beobachters verborgen, zwar wenig Auf: Gegend mit sestenen Ausnahmen gebraucht werden. In
nertfamkeit erregt, aber doch seit mehreren der sehr reichen Sammlung ist ein gewählter Geschmack
Fahren mit einigen Unterbrechungen ihren vertreten sowohl für den derneh ohherrn als
letigen Fortgang genommen, so daß von den den einfachen wohlhabenden Bürger mit allem, was zu
tetig einander paßt: zum Pavillon gesellt sich der Eiskeller
zurückzulegen den 5600 Fuß vom rechten Ufer nit Veranda, zuͤm Springbrunnen tritt Ruhesitz und
us 1600 Fuß und vom linken 120 Fuß nahe ßergola und Terrasse, zur Terrasse die Halle und das
zu fertig gestellt sind. Die zu überwindenden Weingeländer; kurz / das Buch enthält eine gute Samm—
1Schwierigkeiten sind ungebeuer. ieden Tag den ung recht brauchbaärer Motive dieser Art. Dr. 8t.
A33 43 Mosekinn veran rrtin. 6 Druck innd Norsag non G 525*