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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
Nr. 36
Thatsache bleibt also, daß in Oesterreich Pe—
troleum schon im Jahre 18853 existierte, wäh—
rend das amerikanische erst ein Jahr später ge—
funden wurde, und die Amerikaner selbst haben
den Geburtstag ihres Ordöls gar erst auf den
27. Auqust 1859 festgesetzt.
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Lagerhäuser sollen den Getreide-Einlegern Lager—
icheine (Warrants) aushändigen, welche erforder—
ichenfalls verkauft und versetzt werden können,
um in Zeiten der Absatzstockung den Inhabern
zu Vorschüssen zu verhelfen. Die Unternehmer
jaben mit Hilfe ausländischer Geldleute ein
dapital von 25 Millionen aufgebracht und für
ihr Projekt die Bestätigung der Regierung er—
bheten, an welcher es wohl nicht fehlen wird.
Normalzeit. Mit Adoptierung der von
dem internatibnalen geodätischen Kongreß ge—
'aßten Beschlüsse hat die nordamerikanische Union
den Anfang gemacht. In dem Mittags-Augen⸗
zlick des vorigen Sonntags ist die nordameri—
'anische Eisenbahnzeit auf das Greenwicher
Maß reduziert worden. Sämtliche Uhren der
Bahnstaͤtionen zeigen nunmehr die neue Normal—
Zeit, indem sie mit der Maßgabe ihrer geo—
graphischen Lage im Osten, Zentrum oder Westen
des Landes je nach dem 75. 90. und 105. Grad
vestlicher Länge von Greenwich reguliert sind,
nithin im Verhältnis zu einander nur um die
»en augegebenen Meridiandifferenzen entspre—
henden Zeitunterschiede abweichen.
Zur Untersuchung von Sicherheits—
lampen auf Gruben, wo Leuchtgas nicht zur
Verfügung steht, wird folgendes Verfahren mit—
zeteilt, welches durch seine große Einfachheit bei
zuter Wirkung empfehlenswert erscheint. Mit—
telst eines doppelten Gummigebläses pumpt man
in ein mit Benzin oder einem ähnlichen Körper
angefülltes Gefäß Luft, welche, mit Benzin ge—
chwängert, durch eine Röhre in ein weiles zur
Aufnahme der Sicherheitslampe geeignetes, nach
»ben offenes Gefäß entweicht. Nach kurzer
Zeit ist das letztere Gefäß mit explosiblem Gas—
zemisch gefüllt. Bringt man nun mit Hilfe
einer Handhabe eine Sicherheitslampe in das
Befäß, so wird eine schadhafte Lampe sofort
eine unschädliche Explosion hervorrufen, während
eine in gutem Zustande befindliche Lampe nach
»einigem Aufflackern erlischt.
Verwitterung der Steinkohle. Die Ver⸗
inderung, welcher die Steinkohle unter der Ein—
virkung der Atmosphäre unterliegt, beruht auf
der Sauerstoffaufnahme aus der Luft, da hier—
durch Verbindungen des letzteren mit Kohlen—
ind Wasserstoff entstehen, wobei sich Kohlen—
äure und Wasser bilden. Ein anderer Teil des
Zauerstoffs wird von der Kohle absorbiert und
»erbindet sich mit anderen Bestandteilen der—
elben, namentlich wenn Eisenpyrite vorhanden
iind. Kohle, welche diese Schwefelverbindung
nicht enthält, leidet in feuchter Luft weniger als
in trockener durch Oxydation, hingegen wird
letztere in pyrithaltiger Kohle durch Feuchtigkeit
befördert. Wärme beschleunigt die Oxydation
in beiden Fällen. Die Erfahrung lehrt auch,
daß Steinkohle, welche viel Schwefelkies enthält
und längere Zeit der Einwirkung der Atmosphäre
ausgesetzt war. bedeutend an Brennwert ver—
spren bat
Bücher und Zeitschriften.
Das Ganze der Weberei des Tuch- und
Buckskinfabrikanten von Kuno Stommelin2
Bden. mit 24 Tafeln. Düsseldorf, Felix Bagel.
1883. — Nach einer wissenschaftlichen, sehr interessanten
Linleitung über die Geschichte der Weberei und die
inzelnen Erfindungen am Webstuhl gelangt der Ver—
asser zum ersten Teil seines Werkes, der Vorbereitung
oon Kette und Schuß und entwickelt mit einer seltenen
Linsicht, vielleicht manchmal in einer etwas zu gebildeten
Sprache jede Einzelheit, jedes regelmäßige uͤnd unregel—
näßige Vorkommnis am Webstuhl, die Berechnung des
Rohmaterials ꝛc. Darauf behandelt er die eigentliche
Weberei; Maschinenlehre und neuste Erfindungen wer—
den in fast jeder denkharen Rücksicht beherrscht, wie wir
s bis jetzt kaum in irgend einem Werke dieses Faches
zefunden haben. Einige treffliche Winke inbetreff des
Zystems Louis Schönherr machen den Schluß dieses
Teiles aus. — Im zweiten Teile wird die theoretische
Weberei in Anlage, Zeichnung, Tekomposition und den
einzelnen Bindungen behandelt. Den Schluß bilden die
Arten fertiger Waren im Handel, die alle nach dem
Werte, der Dauerhaftigkeit, dem Klima und Zweck ein—
gehend besprochen werden. — Nach allem diesen können wir
das Buch als eins der besten und brauchbarsten der
Hegenwart in diesem Fache durchaus empfehlen
Dyr. 8