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Sendungen von und nach Germersheim trans
und Maximiliansau trans. nach und von den
Stationen der Eisenbahndirektionsbezirke Köln
(linksrh.), Köln (rechtsrh.) und Elberfeld, sowit
der Dortmund-⸗Gronau-Enscheder und der Aochen
Jülicher Eisenbahn außer Kraft und kommen
bon dem genannten Tage ab für die in Ger
mersheim resp. Maximiliansau zur Umexpedition
gelangenden Sendungen dieselben — höheren —
Frachtsätze zur Anwendung, welche für Germers
heim resp. Maximiliansau loco bestehen.
Vom Berufskonsulat in Mailand.
Der zum Konsul in Mailand ernannte Dr. jur
Grisebach, bisher Konsul in St. Petersburg.
ist nunmehr, wie uns aus Mailand mitgeteilt
wird, daselbst eingetroffen und hat die deutschen
Konfulatsgeschätte, die seit dem im Sommer
v. J. erfolgten Tode des letzten kaufmännischen
Konsuls daselbst von dem niederländischen Konsul
verwaltet worden sind, übernommen. Glückauf
Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
RNoltizen.
Die beim egyptischen Pyramidenbau
zgebrauchten Werkzeuge. Ein Engländer
jat einen Winteraufenthalt in Gizeh dazu be—
iutzt, aus bei Seite geworfenen Werkstücken und
ertigen Arbeiten der alten Egypter zu ermit—
eln, auf welche Weise sie vermocht haben, die
Steine zu den Pyramidenbauten, und zu den
zroßen Särgen in den Pyramiden nicht allein
ondern auch die kleinen zierlichen Putz⸗ und
—„chmuckgegenstände aller Art aus hartem wie
veichem Gestein zu bearbeiten. Das Ergebnis
einer Untersuchungen läßt sich dahin zusammen
'assen, daß sie die harten Gesteine mit Werk
zeeugen mit Diamantspitzen bearbeitet haben,
iämlich mit geraden oder Kreissägen, massiven
»der roͤhrenförmigen Bohrern (Trepanierbodrer)
oder mit Meißeln, während weichere Gesteine
nit Spitzeisen und mit Winkeleisen und geraden
Latten zu ebenen Flächen gehauen wurden
Liele Werkstücke zeigen merkwürdig gleichmäßigt
Rillen, wie man sie an grob in der Mühle ge
schnittenem Holz wahrnimmt, und ist es über—
raschend, zu sehen, daß niemals Sprünge oder
Absätze vorkommen, selbst wenn das Werkzeug
»lötzlich von hartem (Basalt, Granit) in weiches
Alabaster ꝛc.) Gestein übertritt; die Werkzeuge
nüssen durch erstaunliche Kräfte (Wasser- oder
ierische) mit großem Ueberschuß an Gewalt ge
rieben worden sein, was auch durch die großen
Entfernungen der einzelnen Rillen von einander
»estätigt wird. Die Bohrlöcher zeigen den Ge—
»rauch unserer Drechslergeräte in erhöhtem
Zrade, da Bohrlöcher in verschiedenen Gesteinen
don 6 bis 4860 Mm. aufgefunden sind. Ueberall
zeigt sich der charakteristische Zug, daß das zu
zearbeitende Gestein unter feststehenden Schneide—
verkzeugen bewegt ist, wie bei unsern Hobel—
maschinen, und nicht geschliffen wurde wie auf
den Drehscheiben der Juweliere.
Neues Bohrverfahren. In Böhmen
inden seit Kurzem Bohrungen nach einer neuen,
»on Herrn Olaf Terp aus Aalborg (Dänemark)
rfundenen Methode statt, welche bei allen Berg—
»aukundigen und Industriellen Aufmerksamkeit
erregt. Das hydraulische Schnellbohrverfahren
nittelst Diamantbohrkrone des Genannten be—
ruht darauf, daß statt der bisher üblichen Ge—
tänge Röhrengestänge angewendet und die von
dem Bohrmeißel abgestoßenen Gebirgsstücke
mittelst Wasserdrucks zu Tage gefördert werden;
der Bohrmeißel schreitet ungestört tiefer und
iefer in das Erdinnere nieder, und das Heraus—
chlemmen des Bohemehls wird ausschließlich
zurch den wieder emporquellenden Wasserstrom
hesorgt, wodurch ein großer Zeitgewinn erzielt
wird. Um in festes Gestein einzudringen,
vechselt Herr erp den Bohrmeißel gegen eine
Bohrkrone mit erbsen- bis nußgroßen schwarzen
Diamanten um, die an einem Stahlcylinder
defestigt ist, und schneidet mit diesem Apparate
aus dem festesten Gestein einen langen, mehrere
Zosl im Durchmesser zählenden Kern heraus
dies ist insofern von großem Werte, da diese
dern nicht allein die Zusammensetzung des an—
gebohrten Gesteins, sondern auch durch den an
hm sich zeigenden Einfallswinkel lehrt, welch
Mächtigkeit das Fundobjekt thatsächlich hat.
Schutzvorrichtungfür Hobelmaschinen
Die Maschinenfabrik Krumrein & Katz in Siutt
jart hat sich eine Schutzvorrichtung pateutierer
assen, welche speziell bei Abrichthobelmaschinen
Anwendung findet. Diese Shutzvo richtung wird
oͤberhalb der Tischplatte der Hobelmaschine se
ingebracht, daß die in der Platte befindliche
Messerspalte vollständig überdeckt wird. Im
Wesentlichen besteht die Vorrichtung aus einem
Schutzdeckel, in welchem zwei Walzen drehbar
angebracht sind, welcher Schutzdeckel an einem
mit dem Gestell verbundenen, beliebig geformten
Arm derart befestigt ist, daß die ganze Schutz
oorrichtung mittelst einer Trittdewegung je nach
der Dicke des zu hobelnden Brettes beliebig ge⸗
hoben werden kann. Die beiden Walzen kom
nen auf das Brett zu liegen und drehen sich
nit dem Durchschieben des Holzes. Die Vor—
richtung ist höchst einfach und leicht an ieder
hestehenden Maschine anzubringen.
—. m eeantmnetslich· I 5Druck und Nersagpon Gohr 655*
Nr. 35
Die „Katzen⸗Probei zum Nachweis
pon Kloakengas. Zum Auffinden undichter
Stellen in Äbzugsröhren, durch welche Gase in
die Wohnräume eintreten können, bedient man
sich bekanntlich des Eingießens von Pfeffermünz⸗
öl, das durch seinen starken Geruch das Auf⸗
inden der betreffenden Stelle ermöglicht. Nicht
ninder zuverlässig dürfte eine Probe sein, welche
on einer erfinderischen Dame in Boston ange—
vendet wurde. Sie glaubte in ihrem Wohn⸗
zimmer einen nnangenehmen Geruͤch wahrzu⸗
iehmen und vermutete eine Beschädigung der
Abzugsrohre, welche Vermutung durch die Pfeffernünzprobe
bestätigt wurde. Um nun die Stelle
aufzufinden, an welcher der Gasaustritt erfolgte,
brachte sie zwei Katzen in das Zimmer und goß
jierauf in das Abzugsrohr Baldrianöl, dessen
Beruch den Katzen bekanntlich sehr angenehm
ist. Es dauerte nicht lange, so fingen die Katzen
an zu schnüffeln und liefen nach einem Alkoven,
durch welchen das Abzugsrohr ging. Man öff—
nete ihnen die Thür und sie sprangen sofort
auf ein in dem Raume angebrachtes Regal, wo
sie behaglich schnurrend sitzen blieben.“ Man
chickte hierauf nach dem Arbeiter und es fand
ich, daß an der von den Katzen angedeuteten
Stelle eine Fuge undicht geworden war
Eine neue Sicherheits-Vorrichtung
gegen schlagende Wetter ist in Belgien er—
unden worden. Sie besteht aus einer Gruben—
ampe, welche ähnlich wie die Davy'sche mit
Drahtgaze umgeben ist und außerdem mit einer
elektrischen Schelle durch Drahtleitung in Ver—
bindung steht. Der elektrische Contaci wird je—
doch für gewöhnlich durch eine Klinke verhindert,
velche von einem mit verschiedenen Chemikalien
getränkten Drahte festgehalten wird. Sobald als
die gefährlichen Gase in bedenklicher Menge auf—
treten, gehen dieselben mit den erwähnten Che—
mikalien entzündbare Verbindung ein, der Draht
brennt ab, läßt die Klinke los der elektrische
Stromkreis wird geschlossen und die Schelle er—
önt. Die Lampen werden in der Grube in
hdestimmten Entfernungen angebracht und dienen
mit zur Beleuchtung.
Ausstellung seltener Druchwerke ꝛc.
Der Dresdener Verein der Buchhändler veran—
taltet im November eine Ausstellung der sel—
ensten oder kostbarsten Handschriften und Druck—
verke. Die Sammlung umfaßt 800 Stücke,
voruuter das einzige Ueberbleibsel von Guten—
bergs Druckerpresse. Prachtstücke, die man sonst
aur in photographischer Abbildung in Professor
Faulmann's illustrierter Geschichte der Buch—
»ruckerkunst sehen konnte, kommen nun im Origi—
nal ans Tageslicht. Ein Kabinetstück, der Schatz⸗
tammer eines Königs würdig, ist die berühmie
—DD
barem Einband, im Werte von 100 000 Mark.
Verdichtete Luft als Triebkraft in
Bergwerken. Der erste Versuch, als Trieb—⸗
kraft eines unter Tage aufgestellten Motors ver—
dichtete Luft zu benutzen, ist mit Ersolg in einer
Tohlengrube bei Pittsburg gemacht worden.
Die Maschine leistete dieselbe Arbeit, wie 20
Maulesel, bedurfte zur Bedienung nur eines
Mannes, welcher nebenbei die Luftverdichtungs—
Apporate beaufsichtigen konnte, und zog eine
Last von 60 T. eine schiefe Ehene mit Steigung
116 hinauf
Ein Neichs-Handelsmuseum.
In Berlin findet demnächst eine Besprechung
swichen Vertretern des Deutschen Handelstages,
es Aeltestenkollegiums der Kaufmannschaft und
des Centralverbandes deutscher Industrieller statt,
welche den Zweck hat, die Errichiung eines Reichs—
handelsmuseums in Berlin nach dem Muster
des in Brüssel seit einigen Jahren errichteten
Musée commerciale anzubahnen. Man geht
von dem Gedanken aus, daß ein solches Museum
auf dem Gebiete der „Exportwissenschaft“ den
selben Platz einzunehmen berufen sein würde,
welchen auf dem Felde der Naturwissenschaft
die geologischen, anatomischen und dergleichen
Sammlungen ausfüllen. Zu diesem Zwecke
würden in denselben durch Vermittelung unserer
Konsuln nicht nur alle diejenigen Fabrikate zu
vereinigen sein, die in den verschiedenen Ländern
sich eines beachtenswerten Absatzes an die lo—
kalen Konsumentenkreise erfreuen, sondern die
Ausstellung dieser Artikel würde auch mit den
jenigen Erläuterungen zu versehen sein, welche
der deutschen Industrie Gelegenheit bieten wür
den, die Lieferungsmöglichkeit der fraglichen
Erzeugnisse zu erwägen und in die Praxis zu
übersetzen. Zu diesem Zwecke wären durch den
Katalog die heimischen Interessenten nicht nur
epgu über die Geschmackseigentümlichkeiten der
äufer, die Dimensionen und die Aufmachung
des Artikels, sowie über den Preis und die Ab
— 0
richten, sondern auch über diejenigen Fracht
und Spesenkosten zu informieren, welche die
Ware bis zum Absatzorte zu tragen hat, und
namentlich auch über die Provenienz der bisher
auf dem ausländischen Markte verkehrenden
Quantitäten und Qualitäten aufzuklären Auf
solche Weise würde der deutsche Fabrikant wirk—
lich in der Lage sein, die fuͤr seine Konkurrenz
auf dem Weltmarkte in Betracht kommenden
Verhältnisse greifbar zu beurteilen, und bei der
hohen Entwickelung der heimischen Industrie
barf man hieran zweifellos die besten Hoffaungen
lknüpfen. Daß andererseits in dem Museum
in ähnlicher Weise die zur Veredelung und
Weiterverarbeitung für die deutschen Gwerbe
geeigneten ausländischen Rohprodukte, sowie die
für den Handel zu verwertenden Naturschätze,
Materialien und Erzeugnisse eine Sielle finden
würden, bedarf hier kaum besonderer Darleg
ungen.
Schwerlich dürfte sich eine Einrichtung finden
welche die Thätigkeit und die Berichterstattung
unserer konsularischen Vertreter im Auslande
praktisch so zu verwerten vermöshte, wie ein solches
Handelsmuseum, dessen rohe Umrisse in den vor—
sehenden Zeilen entwickelt sind. Die Regierung,
welche sorglich bedacht ist, das Gedeihen der
heimischen Gewerbthäligkeit zu fördern, und sich
für die Idee eines Reichs-Handelsmuseums leb
haft interessiert, wird, wie in dem Einladungs—
Zirkular gesagt ist, geneigt sein, der Errichtung
eines derartigen Instituls ihre unentbehrliche
Mitwirkung zu leihen, wenn ihr gehörig moti—
vierte Anträge durch kompetente Vertretungen
der dobei beteiliaten Greisfe unterhreitet merden,
Bücher und Zeitschriften.
Glaser's Annalen für Gewerbe und Bau⸗
wesen. Nr. 154 vom 15. November 1883, Band XILII.
deft 10 enthält: Eisenbahn oder Kanal J. — Die ko—
operativen Konsumvereine in der Industrie. — Verein
deutscherMaschinen-Ingenieure. Zapfenlager
mit Schalen aus Pergamentpepier, die Konstruktion und
Verwendung derselben für Transm ssionszwecke, sowie
als Betriebsmaschinens und Schiffsmaschinen-Lager, von
Ingenieur Ulfers. — Erfahrungen über sogenannte Halb⸗
zasfeuerungen bei Anwendung für Dampffkessel, von
W. Heiser u. Co. Fabrik für Heizanlagen in Verlin. —
Lokomobilen, Dampfkessel ꝛc. der Maschinenfabrik von
R. Wolf in Buckau-Magdebura. — Internationale Aus⸗
tellung für Kolonien und Export zu Amsterdam 1883 —
Berichte aus Fach-⸗Vereinen; The Institution of Mehanical
Engeneors — Marktberichte. Eisenbahn⸗
achwissenschaftliche Vorlesungen. — Berichtigung. —
Neronal⸗Mochrichten — Litteraturblatft. — Patentliste