Full text : 1.1883 (0001)

124
produtte 298,29, Schneiderei 282,80, Wollen⸗ ꝛc.
Waren, Weberei 272,74, Schneidemuͤhlen 216,24
und Ziegeleien und Thonwarenfabriken 206,19
Dollars. In einzelnen dieser Betriebe waren
verhältnismäßig viel Frauen und Kinder thätig
z. B. in der Tabaksfabrikation, Weberei, Schnei
derei ꝛc, wodurch der durchschnittliche Arbeits
lohn wesentlich herabgedrückt wird
Die Zugkraft der Tiere. Professor Dr
A. Weiß veröffentlicht einen eingehenden Berich!
über seine in dieser Richtung angestellten Be—
obachtungen, welchen er die Bemerkungen vor—
ausschickt, daß im allgemeinen die Zugkraft nur
innerhalb weiterer Grenzen anzugeben sei, weil
sie nicht nur von der körperlichen Anlage der
Tiere abhängt, sondern auch von der Fütterung
der täglichen Arbeitszeit, der Anspannung, dem
Boden ꝛc. Die von mittleren Pferden von 360
bis 5600 Kilogr. Gewicht ausgeübte Zugkraft ist
bei einer Geschwindigkeit von 60 bis 70 Meter
in der Minute mit 65 bis 75 Kilogr. zu be—
ziffern, bei Ochsen von 300 bis 700 Kilogr
Gewicht und bei einer Geschwindigkeit von 35
bis 53 Meter in der Minute mit 60, beziehungs—
weise 100 Kilogr. Bei allen diesen Versuchen
ist ein fester Boden vorausgesetzt, in welchen die
Tiere nicht einsinken. Dabei ist die ganze Ar—
beitszeit, exklusive der Stillstände und des bloßen
Gehens, zu acht Stunden angenommen Für
jedes Prozent Verkürzung der Arbeitszeit ist ein
Prozent der Zugkraft zu-, und im entgegen—
esetzten Falle abzurechnen. Aehnlich veraͤnder
4 auch mit der verminderten oder vermehrten
Geschwindigkeit dieselbe. Wenn die Zugkraft
eines Pferdes bei 60 Meter Geschwindigkeit pro
Minute 75 Kilogr. beträgt, aber die Geschwin—
digkeit auf 40 Meter oder um 33 pCt. herab
sinkt, dann ist auch eine Steigerung der Zug
kraft um 33 pCt. anzunehmen, also von 75
Kilogr. auf 100 Kilogr. Spannt man mehr als
ein Tier ein, so vermidert sich für jedes zuge
spannte einzelne Tier die Zugkraft um ca. 6 pCt.
also zum Beispiel bei vier Pferden um 3mal
6 18 pCt. Da häufig Tiefpflüge selbst für
vier Zugtiere, Flachpflüge für ein Zweigespann
bei andauernder Arbeit zu schwer gehen, em
pfiehlt er, solche für eine geringere Furchenbreite
bauen zu lassen, weil sich die Fahrgeschwindig
keit nicht ohne Nachteil unter ein gewisses Maß
vermindern läßt und eine andauernde Ueber
anstrenqung den Tieren schadet.
Gewalzte Anker. Knock Bey, Direkton
der Schmiede im kaiserlich ottomanischen Zeug
haus zu Konstantinopel, der vor einigen Mo
naten ein Patent auf gewisse Maschinen zum
Anfertigen von Ankern löste, hat sein Patent
für Mi. 600000 und eine Gebühr per Stück
an eine englische Gesellschaft verkauft, welche
eigens dazu gegründet worden, um das Paten
unter Leitung von Knock Bey auszubeuten.
Das Verfahren des letzteren besteht darin, alles
Schweißen zu vermeiden, dagegen den Anker
direkt aus der soliden Eisenmasse heraus zu
walzen. Hierdurch läßt sich ein Artikel von
weit größerer Festigkeit gegen Dehnung zu un—
gefähr dem dritten Teile des aqgewöhnlichen
Preises herstellen.

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Nr. 31
die Lauge noch mit etwas Kochsalz versetzt, die/ Die Bierproduttion in den hauptsächlich⸗
Beschläge auch gebürstet; man muß indes ver- sten Bier erzeugenden Ländern der Welt, wird in
meiden, daß auf die Rückseite Wasser kommt dem „London Brevers Journal“ wie folgt, ge⸗
Ein allgemeines Verfahren, namentlich bei gold chätzt:
artig bronzierten Teilen ist folgendes: Man kocht 1881 -82.
dieselben in obiger Lauge, wäscht und bürstet se Broßbritannien... ...
mit einer zarten Bürste, darauf zieht man sie Preußen u. Norddeutschland.
durch eine Mischung von gleichen Teilen Wasser, Ver. Staaten v. N.A.
Salpetersaure und Alaun, trocknet sie hiernach Bayern ...
und erhitzt dann schwach. Desterreich .
xrankreich
Württemberg
NRiederlande
Dänemark
Baden..
Elsaß ..
dothringen
Schweize.
Schweden
Norwegen
Ungarn

Barrells.
1200000
18 000 000
I6 000 000
1000 000
8000000
5 600 000
3500000
750000
250000
250000
000000
000000
l OOO OOO
1000000
750 000
22 500 000
Zusammen 113509000
Eine neue Bühneneinrichtung kommt
Iim Madison-Theater in New-Yort zur
Anwendung. Dieselbe gestattet, den Zeit—
raum zwischen den Akten und Szenen, wo ver—⸗
chiedene Arrangements auf der Bühne nötig
ind, auf ein Minimum zu beschränken. Die
Bühne besteht aus zwei Plattformen, welche
übereinander in einem Rahmen befestigt sind,
welcher durch Dampfkraft gehoben und gesenkt
verden kann, so daß die eine oder andere Plattsorm
 in wenigen Sekunden in die Bühnenhöhe
eingestellt werden kann. Während nun auf der
einen Plattform gespielt wird, wird die andere
porbereitet und sogleich nach Schluß der Szene
n die Bühnenhöhe fertig eingerichtet eingesiellt,
o daß der Zeitverlust auf ein Minimum be—
chränkt wird. Während also die eine Platt⸗
orm in der Bühnenhöhe steht, befindet sich die
andere über ihr im Dachraum oder Kellerraum
des Bühnenhauses, wo die Ausstattung der—
elben während des Spiels mit großer Sorg—
'alt geschehen kann, da genügend Zeit dazu vor⸗
janden ist. Der Zeitraum zwischen den ein—⸗
zelnen Verwandlungen kann hierdurch auf 40
Sekunden reduziert werden; die nötige Zeit zum
deben oder Senken und Einstellen der Doppel—
bühne beträgt 10 Sekunden. Im Bühnenhause
ind drei Stockwerke nötig, von denen das mitt—
lere dem Bühnenraume entsyricht.

Eisen und Stahl mechanisch zu plat—⸗
tieren. Eine der Hauptschwierigkeiten, auf
velche man beim Plattieren von Eisen und
Stahl mit anderen Metallen gerät, besteht in
dem Mangel eines Flußmittels, da die Oxy
dation der Metalle während des einleitenden
Lerfahrens des Erhitzens eine vollkommene An—
schweißung verhindert. Es hat sich nun aber
nach dem „Techniker“ herausgestellt, daß man
vermittelst eines Metall Clorids, das bei einer
Rotglut verdampft, wie z. B. Chlorzink, Sal—⸗
niak oder dergl., eine vollkommene Vereinigung
erhalten kann, und zwar noch besser, wenn man
BRlattzinn dazwischen leat.

Eine nene Erfindung zur schnelleren
Herstellung des Letternsatzes. Wie fast
alle Zweige des Kunstgewerbes, so hat auch das
Buchdruckergewerbe in den letzten Jahrzehnten
dedeutende Verbesserungen erfahren. Das Ein—
zige, was im Druckgewerbe gleich geblieben, ist
das Herstellen des Letternsatzes. Zwar hat man
auch schon hier vielsache Versuche angestellt, die
aber meistens resultatlos blieben. Ein Wiener
Schriftsetzer, Leopold Weiß, hat nun ein „Wort⸗
zlieder-Letternsystem“, wie er es nennt, zusam—
nengestellt und in einer hervorragenden Wiener
Schriftgießerei gießen lassen, von dem er hofft,
daß es dem Setzer möglich machen wird, zwei—
mal soviel in derselben Zeit zu leisten als bis—
her. Vor kurzem hielt Weiß im niederöster—
reichischen Gewerbeverein in Wien über diese
seine Erfindung einen Vortrag, bei dem er auch
an dem von ihm konstruierten halbrunden Setz—
kasten mit den in systematischer Weise zusam—
mengesetzten Lettern demonstrierte. Jetzt muß
man, um Worte oder Summen zu bilden, am
Setzkasten einzelne Buchstaben oder Ziffern an—
»inanderfügen, und beim Zerlegen dieser Worte
oder Summen, um den entleerten Setzkasten
wieder mit Lettern zu füllen, jeden Buchstaben
oder jede Ziffer einzeln in das hierzu bestimmte
Fach legen. Nach der Weiß'schen Erfindung zer—
legt man die Worte nicht in Buchstaben, son—
dern Glieder, die beispielsweise in Vor⸗- und
Nachsilben, Lauten, Flexionen und auch in Hülfs—
zeitwörtern bestehen. Der Vortragende, der,
wie gesagt, am Setzkasten mit seinen neuen Typen
einige Zeilen setzte, bewies, daß er bei Herstel—
lung einer Satzzeile nach seinem System nur
23 Griffe nach dem Kasten zu machen brauche
während man mit den ietzigen Lettern 55 Griffe
machen muß.
Ein merkwürdiges Buch. Im Besitze
der Familie des Fürsten von Ligne befindet sich
ein merkwürdiges Buch, das weder geschrieben
noch gedruckt ist. Jeder Buchstabe des Textes
st nämlich aus dem Papier ausgeschnitten und
wischen je zwei Blätter ist ein Blatt blauen
Zapiers geklebt, so daß sich der in blauer Farbe
erscheinende Text gut lesen läßt. Das Buch
muß, da die Buchstaben ziemlich klein und sehr
zenau ausgeschnitten sind, einen gewaltigen Zeit—
iufwand erfordert haben. Kaiser Rudolf JII.
h0t 1640 11000 Dukaten dafür

Bücher und Zeitschriften.
Centralblatt für Textil-Industrie Nr. 42
nthält: Neue Fortschritte in der Farbstoffindustrie und
Faärberei. Scheermaschine mit Excenter-Stellvorrichtung
des Schneidezeuges, von der H. Thomas'schen Ma—
chinenbau⸗Anstalt Rudolph u. Kühne in Berlin. Kletten⸗
Zerstörungs-Apparat. Vließmaschine mit 2fachem Streck⸗
verk. Fadenführer an Spinn⸗- und Zwirnmaschinen.
Maschine zum Einziehen der Kettenfäden in die Schäfte.
Rundstrickmaschine für reguläre Ware. Methode und
Apparat der Behandlung von Gespinnstfasern, Gespinnsten
und Geweben aller Art. Flechtmaschine zur Herstellung
von Spitzen aus Afädigen Geflechten. Einrichtung an
Flechtmaschinen, um mehrere auf Partialgängen erzeugte
Heflechte zu vereinigen. Färberei- und Druckerei-Recepte.
Unterricht und Literatur. Patente. Sprechsaal. Brief⸗
kasten. Verzeichnis neu eingetragener Firmen. Sub—⸗
nissionen. Anfragen über Bezugs- und Abjsahquellen.
Marktherichte. Berliner Course. Anzeigen.
Inhalt von Glaser's Annalen für Gewerbe
und Bauwesen NPr. 152, vom 15. Oktober 1883
Band XIII Heft 8 enthält: Verein für Eisenbahnkunde.
Brotokoll der Sitzung vom 11. September 1883. Vor⸗
trag über amerikanische Eisenbahnen von Herrn Premier⸗
dieutenant von Pschudi in Berlin. — Eisenbahn-Prüf⸗
ungs-Kommission. Entgegnung auf den in Nr. 150
der Annalen enthaltenen Artikel. — Radreifen-Stauch—
euer, vom Kgl. Eisenbahn-Maschinen-Inspektor, Herrn
Mohn in Breslau. — Internationale Ausstellung für
dolonien und Export zu Amsterdam 18838. — Kom⸗
binierte Flammrohr⸗ und Röhrendampfkessel von Herren
Leinweber u. Co. in Gleiwitz. — Berichte aus Fach⸗
»ereinen. — The Institution of Naval Architects. Mit⸗
eilungen Uber Pyrometer. — Anwendungen der Elek⸗
crizität von Herrn Dr. W. Siemens. — Deutscher
Marktbericht. — Kosten verschiedener Betriebskräfte. —
dydrauliche Kraftleitung in London. — Personol-Nach⸗
richten — Vofentläst⸗ — Literatursßsaf

Abnützen von Goldmünzen. Von der
englischen Bank angestellte Untersuchungen haben
ergeben, daß achtzehnjährige Benützung einer
Sovereign unter seinen legalen Kurs herab
bringt. Die in Cirkulation befindlichen Gold
münzen werden jetzt auf 80000 000 Pfd. Sterl
in Sovereigns und 20000000 Pfd. Sterl. in
Halb⸗Sovereigns geschätzt, und von diesen sollen
6 000 000 Sovereigns für schwer und 420000 000
Sovereigns für leicht, N000 000 Pfd. Sterl. in
Halb⸗Sovereigns für schwer und 11000 000 Pfd
Sterl. für leicht erkläri worden sein. Aehnlich«
Proportionen dürfte auch die Abnützung bei den
Gosbmünzen anderer Känder angenommen haben

Die verschiedene Thermometer-Gradu⸗
jerung. Kein Prophet ist angenehm in seinem
Vaterlande. Inbezug auf den Thermometer be—
dorzugt man in Frankreich den Schweden Cel—
ius, in Schweden den Engländer Leßlin, in
England den Deutschen Fahrenheit, in Deutsch—
sand den Franzosen Réeaumur. Die Wiener
Mittel zum Putzen der Bronze-Be- „Rundschau für Geographie und Statistik“ er⸗
schläge. Man kocht die Bronzebeschläge in ge- ucht die Gelehrten, einen internationalen Kon—
wöhnlicher Seifensiederlauge, bürstet sie, spuͤlt reß zu veranstalten, um Einigung inbezug auf
sie durch Wasser und rollt sie dann durch Kleie ermometer, Längegrad. Münze, Gewicht und
oder Sägespähne Bei gevreßter Bronze wirdl Maß herbeizuführen.
Th die Mehafktinn verantortlih 66422* Deurk und Norsa—non (RoR 600f 4
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.