Full text : 1.1883 (0001)

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beim Auspacken — eine Folge sinnloser Ver-Aber wenn die Deutschen nun einmal daran
ackung — diverser Glasbruch. Schwerlich findet seien, ihre Geschäftsmethoden zu verbessern, so
8 in Tiflis ein Depot passender Glasstürze, sollten sie nicht bei dem Checksystem stehen
die Pendules bleiben, wenigstens bis Ersatz be⸗ hleiben.
schafft ist, unverkäuflich, und der fremde Kauf- Noch viel altertümlicher, als die Geldzahlung
mann hat die Lust verloren, jemals wieder so von Haus zu Haus, während das Checkshystem
weit auswärts zu kaufen. zewöhnlich das Geld ruhig in der Bank liegen
Solchen Möglichkeiten vorzubeugen, ist die asse, sei die altväterliche Einrichtung der deutschen
regel- und kunsigerechte Verpackung als beson- Beschäftsstunden. Der gemütliche Frühschoppen,
deres Handwerk an ihrem Orte, und da man der Mittagstisch, das Nachmittagsschläfchen, der
das Gute annehmen soll, es mag kommen woher Nachmittagskaffee ꝛc. raube dem deutschen Ge—
es will, und die Thatsache, daß bei uns die chäsftsmanne just die besten Arbeitsstunden und
Mängel der Verpackung als ein Hindernis für winge ihn, länger im Geschäfte zu bleiben
die Belebung des Exports offen zu Tage treten, der englische und amerikanische Großhändler und
nicht bestritten werden kann, und in allen Be Bankier dagegen sei morgens 8, oder spätestens
richten von auswärts diesbezügliche Klagen wie 9 Uhr im Geschäft, nehme höchstens um 12
derkehren, so rede ich dem in Paris gebräuch- oder 1 Uhr im Vorübergehen einen kurzen Im—
lichen Modus aus voller Ueberzeugung das biß, arbeite bis 4 oder 5 Uhr, und gehe dann
Wort, und möchte auf der Basis des Prinzips zuum „Diner“. Sein Tagewerk sei gethan, sein
der Arbeitsteilung als vollberechtigt an den öveschäft sei gemacht.
Haupthandelsplätzen Deutschlands ein Gewerbe Diese praktische Einteilung des Tages und
festen Fuß fassen sehen, das uns in den Augen der Eeschäftszeit aber verleihe mehr denn alles
unserer Abnehmer höher stellen wird und einen indere dem englischen und amerikanischen Ge—
notwendigen Bestandteil bildet für den allseitia chäftsleben jenen „schneidigen Zug,“ welcher
geregelten Export. dem deutschen noch vielfach abgehe. Daher
„Kistenmacher“ gibt es auch bei uns, aber ollten die Deutschen, nachdem sie doch einmal
keine „Packverständigen“; die alten Kisten, wo- hre Geschäftsmethode zu reformieren begonnen
mit so mancher Exporteur sparen will, machen jaben, sich auch diese Reform nicht entgehen
neben den sauberen Pariser Kollegen eine herz, assen. — Der Rat ist gewiß wohlgemeint und
lich schlechte Figur, und wenn wir den Wir- »eßhalb auch beherzigenswert. B. T.
kungskreis unserer Hausknechte um ein weniges
beschränken, geben wir neben dem Gewinn des F
guten Ansehens der Ware und ihrer Aufmachung Schachtförderseile.
auch einen nicht zu unterschätzenden Raum für Die neueste amtlich angefertigte Statisti!
ein Gewerbe, das sich mit dem Aufschwung un- der Schachtförderseile im Oberberg
serer Exportindustrie bei uns einbürgern und mntsbezirk Dorimund ergibt folgendes bemer
bald so angesehen sein wird, als hätte es von kenswerte Schlußresultat:
jeher in Deutschland bestanden. Während des Betriebes plötzlich gerissen sind
Weil jeder hierzulande glaubt, er müsse in unter 1992 Schachtförderseilen die während der
allem gleich gut beschlagen sein, gebricht es an 11 Jahre 1872/82 abgelegt wurden:
der Vollendung im Einzelnen: wir wollen alle von 157 Gußstahlbandseilen 16, also 10,19 pCt.
sein, was nur wenige werden können: „Tau— 146 Eisenbandseilen 18, , 12383,
sendkünstler.“ 67 —3235 — 6, 8,96
Im Grunde genommen füllt auch derjenige, Jonppandsennen — ⸗77
der „nur ein Emballeur“ ist, eine wichtige Stelle n nend 9— *
im Erwerbsleben aus — wofern er nur ein — e — — ——
ganzer Emballeur ist, d. h. seine Sache gründ— e en d * auso 8.62 vCt.
lich versteht und ausführt. — F ünd plötzlich gerissen:
on 114 abgel. Schachtförders. 22, also 19,80 pCt
TDS... i878 1668 22, 1110*
Ein amerikanischer Rat für die 834 3188 is 66
dentjsche Geschäftsweli. ——— 3355
Man schreibt uns: Daß die amerikanische 1873 8388
Presse alle Vorgänge in Deutschland mit scharfen 1878 9840
Augen betrachtet, ist längst eine Thatsache, und 1879 „5,23
so fand denn cuch die Einführung des „Check- 880 464,70
Verkehrs in Deutschland“ allgemeine — — ve *5
nung, was übrigens nicht auffallen kann, haben 28 α,“ —
ähe Ameritaner die wohlthäligen Wirkungen Die höchste Nutzleistung wurde mit Förder—
4553 eilen aus Aloefaser erzielt und zwar 212,62
des Check-⸗Systems schon seit einer Reihe von len ern.
3 imne sh. Milliarden Kilogramm bei einer Aufliegezeit von
Jahren hinreichend kennen gelernt. Es erleich ae enat hoce eet
sert Handel umß Geschäft und ist eine gewaltige 574 Tagen; die demnächst höchste Nutzleistung
ergab sich bei Gußstahlrundseilen und zwar
Hilfe für das Kurant-System. Jeder Geschäfts— * eile
198,99 Milliarden Kilogr. bei einer Aufliege—
mann, ja selbst jeder Privatmann, der nicht von * 5 aie
der Hand in den Mund lebt, erhält, wenn er eit von nen. Gluckauf.
nur will, sein Bankkonto und sein Check wird
von Geschäftsfreunden ohne Zögern an Zahlung
genommen, er geht von Hand zu Hand und
kehrt oft erst nach Wochen in die Bank zurück,
welche ihn schließlich honorieren muß.
Das geben auch die Amerikaner zu, aber sie
zweifeln, daß alle Verheißungen, welche die
deutsche Presse an die Einführung des Check—
systems geknüpft hat, sich ohne Weiteres erfüllen
werden. Ihrer Auffassung gemäß krankt nämlich
das Geschästsleben Deutschlands an einem Uebel—
stande, der auch durch das Checksystem schwerlich
gehoben wird, nämlich an langem und in vielen
Fällen leichtsinnigen Kredit.
Ein Geschäftsmann aber, welcher nicht für
Baar verkaufe, könne auch nicht gut gegen Baar
einkaufen, — und diese Reform des Baar—
zahlens werde in Deutschland weit mehr Mühe
machen, als die Einführung des Checksystems;
doch könne letzteres dazu beitragen, daß die so
wünschenswerte Reform des Baarzahlens ange
bahnt werde, weil jedes Land durch das Check⸗
system gewissermaßen seine Cirkulationsmitte!
bdermehßre und die Mofdeirensotion erleichtere,,

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Nr. 28

nüssen daselbst spätestens am 31. Dezember 1884
zingehen. Der Generalsekretär der Allgemeinen
Lersicherungsgesellschaft Triest-Venedig, Herr
Marco Besso, hatte dem Kongreß zu diesem
Zweck eine Summe von 2500 er. zur Verfü—
zung gestellt.
Die Gründung eines Zentral-Ver—⸗
mittelungsbüreaus für Lehrlinge ist im
Wiener Gemeinderat angeregt worden.
Das Gremium der Buchdrucker ꝛc. hat auf Be—
ragen erklärt, daß es dieser Idee sympathisch
zegenüberstehe und zur Ausfuhrung derselben
dorgeschlagen, das Buͤreau einem Magistratsbe—
amten zu unterstellen, der sich mit den Leitern
der Volks- und Bürgerschulen in Verbindung
etzt. Die Schüler sollen bei Anmeldung Schulzeügnis
 beibringen und ärztlich untersucht werden,
jür welchen Beruf sie tauglich sind. Die Ge—
nossenschaften sollen den Magistrat in bezug auf
die Lehrlingsverhältnisse in ihrem resp. Gewerbe
auf dem laufenden erhalten. Als Grundsatz soll
gelten, daß der Magistrat nur an vertrauͤens—
vürdige Gewerbtreibende Lehrlinge abgibt, nicht
aber an solche, welche durch massenhaftes Halten
von Lehrlingen und Ausbeutung der jugendlichen
Arbeitskraft sich auszeichnen, auch soll sich der
Magistrat alljährlich Bericht über die Haltung
ind Fortschritte der Lehrlinge erstatten lassen.
Das Gremium hat bereits eme Stellenvermitte—
ung für Lehrlinge gegründet und Normen über
die Behandlung und Ausbildung der Lehrlinge
aufgestellt, von deren Annahme es die Zuweisung
yon Lehrlingen abhängig machen will—
Geld liegt noch immer auf der Straße;
nan braucht nur Augen zu haben, um es zu
iinden. Das hat ein Arbeiter in Berlin be—
viesen. Derselbe errichtete mit dem bescheidenen
dapitale von 600 Mark ein „Schaufenster⸗
cheiben-Reinigungs-Büreau“ Im
Laufe von 2 Jahren hat der Mann sich einen
Stamm von etwa 6000 Kunden erworben, die
durchschnittlich monatlich 2 Mark zahlen, wofür
er Jedem wöchentlich einmal seine Schaufenster
reinigen läßt. Er beschäftigt 40 Leute, die im
Durchschnitt monatlich 60 Mark erhalten. Wäh—⸗
cend also seine Einnahmen monatlich 12000 Mark
betragen, belaufen sich die Ausgaben mit allen
Nebenkosten auf etwa 3000 Mark. Der Unter⸗
aehmer hat bereits Filialen in anderen Städten,
Breslau, Hamburg, Frankfurt a / M., errichtet
und beabsichtigt, auch in London ein gleiches
Unternehmen ins Werk zu setzen.
Eine Miniatur-Rotationsmaschine.
In der Maschinenhalle der elektrischen Aus—
tellung in Wien befindet sich ein kleiner
elektrischer Motor, zu welchem die Papier⸗ und
Verlagsgesellschaft Steyermühl das Modell einer
Rotationsmaschine mit endlosem Papier bestellte.
Der elektrische Motor, von ungefähr einer hal—⸗
jen Pferdekraft, treibt diese Miniaturpresse, ein
zelungenes Werk mechanischer Kuust, ein zier—
iches Uhrwerk beinahe und so präzis arbeitend,
wie ein solches. Das Modell wurde in der
Augsburger Maschinenfabrik angefertigt und
druckt 6000 Exemplare von einem hübschen vier—
eitigen Quartformat, außerdem schneidet und
alzt sie aleichzeitig die Exremplare

EXXA

Roltizen.
Der eue Kongreß für
Wohlfahrtseinrichtungen (Iustitutions de F —
Prévoyance), welcher im Monat August in Paris Bücher und Zeilschriften.
agte, hat eine Preisfrage gestellt: 1. Welche Glasers Annalen für Gewerbe und Bau—⸗
Mittel gibt es, um die Lebensversicherung (die vesen. Nr. 151 vom 1. Ottober 1888, Band Xiis.
Altersversicherung, die Versicherung auf den deft 7 enthält: Verein deutscher Maschinen—
Todesfall u. s. wi) unter den in den bescheiden. Ingenieure: Rachruf für den Kgl. Eisenbahn -Werk⸗
ten Verhältnissen lebenden Arbeitern zu ver— a eheher Nbertin von Kal. Maschinen⸗ In⸗
reiten ¶ 2. Wie läßt sich die Versicherung für ehtr Darte szedegtzag ubez cheahren Damps—
die Versicherten durch verabsetung der Kosten aug chhrhitehur het ciraebitnug ron givigzg.
in Minimum so vorteilhaft wie möglich machen? anlagen mit Abbildung, von den Civil-Ing. Rietschel
3. Wie kann die Regelmäßigkeit des Sparens ind denneberg — Verrin fur Eifenbahtu ne
zum Zweck der Versicherung erleichtert und be- Diskussion über das Blythe'sche Schwellen-Fmiprägnie—
ördert werden? Die Denkschriften über dieses tungsverfahren. — Berichte aus Fachvereinen, Ver—
Thema können in französischer, italienischer, deut handlungen des Iron and Steel Institute in London.
scher oder englischer Sprache abgesaßt sein, J senweg zur Verhütung des Kesselsteines, unter⸗
velches mit demselben Motto versehen ist und e aee ene een
den Ramen des Verfassers enthält. Die Schrif err anteeenon — den ——
ten sind zu adressieren an das „Secrétariat ge- — Roheisenprodultion in Deutschland. — Reueinteilung
aéral de la Socièté des Institutions de Prévo- der Baukreise in Preußen. Die Ausbildung voß
vance (68. rue da Babylone, à Paris)“ und Heirzern — Personanachrichten Waenni

Rn ie Menttine v —n 22548— rrikuund Morpsae BR 24
            
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