Full text : 1.1883 (0001)

Saurbrützer Gewerbheblutt

Gratis-Beilage für die Abonnenten der „Saarbrücker Zeitung“.

Erscheint Sonntags. Vierteljährlicher Extra-Abonnc zpreis 75 55. bei der Expedition, 1,50 Mark bei Franco-Zusendung per Post. Mit der „Saarbrücker
Zeitung“ zusammen 3 Mork hier und 3.40 Marf hei allen WMöosanstalten. Inserate werden di⸗ viergespaltene Petitzeile mit 20 Pfennig berechnet.

Nachdruc n

434 34 5————0

— —.

27.

U

AM.

en .5

ECML«

1883.

werden dem Präsidium ferner auch die von der Com—
Vereins-Nachrichten. mission in 8 Sitzung vom e d. J. aufge⸗
—— F 2 stellten Gesichtspunkte als Richtschnur überwiesen.
Central-Verband Deutscher Industrieller. —— 0 88 9 sich —* auf dem
Die am 15. und 16. September zu Stuttgart Gebiete der Wohlfahrtseinrichtungen für den Arbeiter
stattgefundene Delegierten -Versammlung des schon in der Vergangenheit sehr Beahtenswertes geleisten
Teniral ·Verbandes hat hinsichtlich einer ganzen u haben sowohl im Bergleich mit anderen Erwerbs—
Reihe von wichtigen Tagesfragen nach eingehen basen als mit anderen Nationen e ig ferner be⸗
den“ Debatten“ Resolutsbnen Hefaßt die nisch wußt, den neueren hierauf gerichteten estre ungen der
verbündeten Regierungen mit vollster Teilnahme und
stehend mitgeteilt werden mögen, wenn wir uns vielfach aus eigener Initiative sich angeschlossen zu haben
auch nicht in allen Punkten in Ueber⸗eir?“ewe munc Vie deutsche Industrie hlaubt dader den Linspruch
damit befinden erheben zu dürfen, daß diese fur den sozialen Frieden
und für das nationale Erwerbsleben wichtigen Fragen
ür welche uns sachliche Etwägungen maßgebend seir
dürfen, unter Berücksichtigung der gerade bei den Haupt
beteiligten gesammelten Erfahrungen entschieden werden
Die Delegiertenversammlung muß es deshalb lebhaft
bedauern, daß die wohlgemeinten sachlichen Vorschläge
und Bedenken der deutschen Industrie bei den Beratun—
gen der betr. Gesetzentwürfe in den wesentlichsten Punk—
ten vielfach unbeachtet geblieben sind, daß dagegen allem
Anscheine nach vorzugsweise politische Parieitendenzen
maßgebend waren. Sollte es nicht gelingen, mit Hilfe
der verbündeten Regierungen und durch die Darlegungen
ainsichtiger Mitglieder des Reichsstags den Einfluß solcher
Tendenzen auf die Gestaltung der Unfallversicherung ab—
zuwehren, so müßte die Delegiertenversammlung ein der⸗
artiges Vorgehen für unheilvoll erklären —
iberlastend für die Industrie, depravierend für den Ar—
neiterstand. verderblich für Staat und Gesellschaft.
Schluß folgt.)
Verein Deutscher Eisen⸗- und Stahlindustrieller.
Ueber den Verlauf der Vorstandssitzung
des Vereins, die am 14. September 1883 in
Stuttgart stattfand, berichten wir im Anschluß
an das in voriger Nummer bereits Mitaeteilt⸗
noch folgendes:
Anwesend waren: die Herren General⸗Direktor
Servaes, Ludwig v. Gienanth, Direktor
Brauer, Direktor Grund, General⸗Direktor
Ehrhardt, Geheimer Finanzrath Jencke,
J. van der Zypen, v. Keßler, Justizrat
Dr. Goose, v. Manteuffel, Ingenieur
Scharowsky, Reg.Rat Beutner, General
Sekretäzr Bueck, Hauptmann Schimmel—
ennig, General⸗-Sekreiär Dittmär, Reg.
Baumeister Woas und Dr. Rentzsch; ent—
chuldigt die Herren Richter, Russell,
Seebohm, Stumm, Baare, Lueg.
Braetsch, Hegenscheidt, Hartmann
von Maffei, Schiele, von Türckheim
Meyer⸗Celle und Dr. Zimmer.
Die Sitzung wurde nachmittags nach 5 Uhr
zröffnet; den Vorsitz übernahm Herr Servaes.
An Stelle des verschiedenen Herrn Geheimrat
Druckenmüller wurde zunächst Herr van der
Zypen als Delegierter des Vereins für den
Tentralverband gewählt.
Darauf wird die Tagesordnung des am fol—
genden Tage zusammentretenden Centralverban—⸗
des durchberaten und Punkt 1 derselben, betr.
Unfallversicherung (Referent Herr Reg.
Rat Beutnerx mit den vorliegenden Resolu—
tionen genehmigt. Angeregt wird, seiner Zeit
eine großere Versammlung des Centralverban⸗
des inbetreff der Unfallversicherung zu berufen
Man beschließt, diesen Vorschlag dem Präsidium
zu weiterer Erwägung und eventueller Aus—
führung anheimzugeben. Herr Dittmar be
antragt, den Resolutionen den Zusatz beizufügen
daß auf die Reichsversicherung zurückgegriffen
vnereun mñnüge Ner MNarstand itb damit Sinnor—

standen, ohne zu dem Antrage jedoch schon
Stellung zu nehmen.
Punkt 2 beschäftigt sich mit dem Konsulats—
wesen. Die Anträge Steinmann-Stumpf
kommen zur Kenntnis der Versammlung; bin—⸗
dende Beschlüsse werden hierüber jedoch nicht
zefaßt, vielmehr soll es jedem einzelnen über—
'assen bleiben, nach eigener Erwaͤqung abzu—
timmen.
Bei Punktz‚gewerbliche Lehranstalten
zibt Herr Bueck Mitteilungen über die Arbeiten
der hierzu vom Centralverband niedergesetzten
Kommission. Die Versammlung nimmt hiervon
Kenntnis.
Punkt 4 beschäftigt sich mit der von privater
Seite (Redakteur Jacob, Berlin, Konsulats—
Zeitung) angeregten Export-Ausstellung;
es referiert Herr Dr. Rentzsch; die Veran—
staltung einer allgemeinen industriellen Export—
Ausstellung wird darauf für nicht wünschens—
wert gehalten.
Es folgte nunmehr der Bericht der Eisen—
bau-Kommission, ein Gegenstand, der in voriger
Nummer bereits erledigt worden ist.
Weiterhin beschäftigte man sich mit der Frage
der Verwendung deutschen Eisens für den
Schiffsbau.
Man beschließt, dem Präsidium anheimzu—
geben, eine etwaige Konferenz von Delegierlen
des Vereins mit den deutschen Schiffsbauwerften
'm Auge zu behalten, sich jedoch zuvor mit den
größeren Werken des Vereins, welche als Lie—
eranten für Schiffsbauzwecke vorzugsweise in
Frage kommen, zuvor in Verbindung zu setzen.
Als Gegenstände der Tagesordnung dürften für
eine solche Konferenz in Betracht zu nehmen sein:
a) Ermäßigung der Bahnfrachten für Eisen,
das zum Bau von Schiffen bestimmt ist,
b) Ausbau der Kanäle und Wasserstraßen,
e) Eindoirkung auf Klassifikations- und Ver⸗
sicherungs-Gesellschaften, um in der Prä⸗
mie dem besseren Material billigere Sätze
zu sichern,
d) Prüfung der Personenschiffe auf die
Qualität des Materials.
Auch die in jedem Herbste wiederkehrenden
Transport-Calamitäten kamen zur
Erörterung. Für den Fall, daß demnächst wieder
olche eintreten sollten, wird das Präsidium er—
mächtigt, dem Eisenbahnministerium gegenüber
vorstellig zu werden und auf die Vermehrung
der Transportmittel zu verweisen, dabei auch
der Miete französischer Waggons zu gedenken.
Endlich wurde die Frage der nächsten General⸗
vpersammlung dahin erledigt, daß die Bestim⸗
mung von Zeit, Ort und Tagesordnung dem
Präsidium überlassen wird, auch für den Fall,
daß aus dringlichen Gründen der statutarische
Termin des Monat Oktober nicht eingehalten
verden sollte. Von mehreren Seiten wird der
Wunsch ausgesprochen, daß, falls eine besonders
zahlreich besuchte Generalversammlung notwen⸗
dig erscheinen sollte, nicht Berlin, sondern ein
nehr nach Westen gelegener Ort gewählt wer⸗
den möchte. — Schluß der Sitßunq abends
9 Uhr.
Die Südwestliche Gruppe des Vereins Deutscher
Eisen- und Stahl⸗Industrieller
jält ihre diesjährige ordentliche Generalversamm—
srar Da 2 en 11044444128402
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.