Full text : 1.1883 (0001)

Nr. 26

Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

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die Verbrennungsgase durch die Röhren aus
die nicht von der Sonne beschienen find. Schnee
Regen, auch jeder Wechsel der Witterung können
deinen Eintritt in den Schornstein erlangen, da
der obere Verschluß desselben durch den Deckel
ein Hindernis bieiet. So soll also durch diese
Erfindung auf dem Felde der Feuerungen jede
Gefahr fur die nachteilige Belästigung der Ge'
sundheit durch den eintretenden Rauch im Zim
mer und Küchen vollständig gehoben werden.

zufolge ihrer praktischen und nützlichen Konstruk⸗zeit viel weniger Schwierigkeit bietet. Bekannt—
ion anzuführen und gehören hieher Fauteuils lich sendet England sein Export-Bier meistens
zum Zusammenlegen, Feldsessel, Klapp-Fauteuils In Flaschen nach allen Weltteilen, nach Indien,
Laden⸗ und Bureausessel, Armfauteuils, Garten- Thina und Auitralien.
nöbel, Rauchsessel, Handtuchgestelle, ovale Bilder⸗
rahmen, Schlafsofas, Jagdsessel, Damen⸗Stock
essel, Fußschemel, Kaffeehausbänke ohne Lehnen
»der mit geflochtenen Lehnen, Ankleide⸗-Spiegel
ꝛc. Alle betreffenden Sorten dieser Möbel werden
mit Flechtwerk oder zum Polstern vorgerichtet
erzeugt, sowie Sefsel als auch Fauteuils statt
mit Flechtwerk mit amerikanischem Holzsitz ge⸗
liefert. Die reiche Auswahl der verschiedenssen
Möbelstücke, welche aus massiv gebogenem Holze
in geschmackvollster Façcon erzeugt werden, giebt
ein richtiges Bild von der großartigen Ver—
wend barkeit dieser Möbel zum Zwecke der Woh—
rungs⸗Einrichtung und kann in dieser Beziehung
nicht genug auf die eminenten Vorzüge dieser
Möbel aufmerksam gemacht werden.

Waschmaschinen für den Haushalt.
Unser Jahrhundert ist fortgesetzt bestrebt zu
reformieren und zu vereinfachen. Wenn auch
zurch das immer mehr zunehmende Ersetzen der
dandarbeit durch Arbeitsmaschinen der nicht zu
unterschätzende soziale Nachteil erwächst, daß
dadurch täglich mehr überschüssige Arbeitskräfte
und feiernde Hände geschaffen werden, so muß
man doch ohne weiteres zugeben, daß sich auf
pielen Gebieten diese Konzentrierung der Arbeit
als eine unbestrittene, nicht hoch genug anzu—
chlagende Wohlthat erweist. Das gilt in erster
dinie für unser häusliches Leben und den Haus—
jalt. Wer erinnert sich z. B. nicht der vielen
Unzuträglichkeiten, welche früher die von Zeit
zu Zeit erforderliche Reinigung der Wäsche stets
w Gefolge hatte und die dieses Geschäft ge—
radezu zu einer Haupt- und Staatsaktion stem—
delten, welche jedesmal eine förmliche Revolution
m Haushalte hervorrief. Welche Hausfrau
jatte sich bei dieser Gelegenheit nicht schon nach
einer Erleichterung gesehnt, und wie oft mag
vohl der Wunsch rege geworden sein, den um—
tändlichen und zeitraubenden Waschprozeß wenig⸗
tens hinsichtlich der verwendeten Zeit und des
bei vieler Wäsche erforderlichen Personals mehr
vereinfachen zu können? In neuester Zeit ist
diesem berechtigten Wunsche durch höchst prak—
tische und einfache Erfindungen in ausgiebiger
Weise Rechnung getragen worden. Nachdem sich
die Wringmaschinen rasch Eingang verschafft
haben, sind die Waschmaschinen wegen ihrer
Zweckmäßigkeit in großen und kleinen Haus—
haltungen noch viel schneller heimisch gewoörden,
vozu wohl am meisten der Umstand beigetragen
jat, daß die durch ihre Anwendung erzielte
Arbeitsentlastung und Zeitersparnis als wahc—⸗
jaft großartig bezeichnet werden darf. Man
denke sich die Hausfrau bei der Benützung einer
solchen Waschmaschine. Sie nimmt je nach den
Dimensionen der Maschine ein größeres oder
kleineres Bündel Wäsche, legt dasselbe gleich—
mäßig zusammen, so daß dasselbe frei durch die
Maschine gehen kann, und dreht die Kurbel eine
zeitlang hin und her. 3 bis 5 Minuten ge—
aügen zur vollständigen Reinigung, je nachdem
das Wasser heiß oder die Wäsche mehr oder
weniger schmutzig oder rascher resp. langsamer
zgedreht worden ist. Vermittelst dieser Maschine
wird die Wäsche auch in kaltem Wasser einge—
wveicht gereinigt.

Möbel aus massiv gebogenem Holze.
Die Fabrikate der österreichisch-ungarischen
Möbelindustrie nehmen eine hervorragende Stelle
auf dem Weltmarkte ein, da vorzuͤgliche und
geschmackvolle Möbel aller Art (einfache sowie
auch Luxusmöbel, Billards, Uhrenkästen ꝛc.
zu sehr civilen Preisen geliefert werden, unt
bilden zufolge dieser Verhältnisse einen unge
mein wichtigen und konkurrenzsähigen Export
artikel. Der eminenteste Exportartikel der ge—
jamten Möbelindustrie Oesterreich-Ungarns sind
die Möbel aus massiv gebogenem Holze und
wvurde die erste derartige Fabrik im Jabhre 1858
in Wien durch die Gebrüder Thonet, die Er—
finder und Begründer dieser Industrie, einge—
richtet. Diese Industrie hat sich in wenigen
Jahren zu einer Spezialität ausgebildet, welche
einzig in ihrer Art ist und den Weltmarkt voll—
ständig beherrscht. Gegenwärtig bestehen einige
sehr bedeutende Etablissements zur Fabrikation
bon Möbeln aus gebogenem Holze, und beschäf—
tigt diese Industrie jetzt eirca 8000 bis 12000
Arbeiter; die Produktionsfähigkeit derselben ist
eine großartige und haben die Fabrikate so vor—
zügliche Eigenschaften, daß die Möbel aus massiv
gebogenem Holze in die Reihe der hervorragendsten
Erportartikel gehören. Sämtliche Möbel aus
massiv gebogenem Holze sind hervorragend durch
große Dauerhaftigkeit, Eleganz der Formen
außerordentliche Leichtigkeit, sowie leichte Zer⸗
legbarkeit und Verpackungsfähigkeit, wodurch es
moͤglich wird, drei Dutzend zerlegter Holzstühle
in eine Kiste von 1 Kubikmeter leicht unterzu—⸗
bringen, ferner durch große Billigkeit; es muß
demnach vollständig anerkannt werden, daß diese
Möbel vorzüglich geeignet sind für Hotels, Restau—
rants, Kaffehäuser, und nicht minder einen ele—
zanten Teil der Wohnungseinrichtung des bür—
gerlichen als auch reichen Wohnhauses bilden.
dauptabsatzgebiete der Möbel aus gebogenem
Holze sind Frankreich, Rußland, Deutschland
Spanien, Italien, der Orient, Brasilien und
Australien und werden jährlich eirca 80000
Meter-Centner dieser Möbel im Werte von
4Millionen fl. ö. W. ausgeführt. Die eminente
Bedeutung dieses Exportärtikels ist daraus er—
sichtlich, daß “/8 der ganzen jährlichen Erzeugung
exportiert und blos 5/8 vom Inlande absorbieri
werden. Der Hauptausfuhrartikel sind Stühle
non 212 fl. ö. W. aufwärts, ferner Fantasie—
Sitz-Möbel, hauptsächlich Schaukelstühle, Kamin—
stühle, Fauteuils, Kanapés, ꝛc. Alle Möbel aus
gebogenem Holze werden aus Buchenholz erzeugt
und entweder naturfarbig poliert, oder in Nuß
holz, Palisander oder Mahagony imitiert; das
Buchenholz wird in gerader Richtung seinem
Wuchse nach geschnitten und nach der gewünschten
Form in massiven Stücken gebogen, die einzelnen
Teile sind durch Schrauben und ganz ohne Leim
mit einander verbunden. Eine ganze Reihe
diverser Möbel werden gegenwärtig aus ge—
bogenem Holze verfertigt, unter welchen folgende
durch eleganse Façon und Hierlichkeit bei außer
ordentlicher Dauerhaftigkeit sich auszeichnen
ZStühle aller möglichen Formen und Größen,
Sofa⸗Tische mit geschweiften oder ovalen Platten
Trumeau⸗Tische, Tischgestelle samt Zargen für
Marmorplatten, Cajuͤlensefsel Spiel⸗vese⸗
Aufwarte⸗, Nähe und Blumentische, Fauteuils
Schauckelfauteuils in mannigfaltigster Form,
Schauckelsessel, Doppelschauckelsautenils, fowie
Schauckelsofa's mit Armlehnen, Faulenzer, Damen—
und Barbierfautenils, Kaminsefsel Toilette⸗
Spiegel, Kleiderstöcke, Maler⸗Staffeleien, Wiegen⸗
gestelle, Rohrbetten (mit Holzboden oder mit
geflochtenem Einsatz), Doppelbetien, Kronleuchter,
Himmelbetten und Etageren. Gleichzeitig ift
noch eine Reihe von diversen Möbelstücken, welch⸗
rus massiv gebogenem Holze fabriziert werden

Die Bierbrauerei in Amerika.
Während der letzten Jahre hat bekanntlich die
Temperenz⸗ oder Mäßigkeitsbewegung in den
Vereinigten Staaten die dortigen Wirte und
Bierbrauer in manchen Staaten und Orten
chwer bedrängt. Die Mäßigkeitsfanatiker, welche
das Kind mit dem Bad ausschütten, und dem
Mitbürger kein Glas Bier gönnen, weil sie
fürchten, er könnte einmal eines zu viel be—
ommen, haben mancherorts den Brauern und
Wirten nicht nur schwere Steuern (Licenzge—
bühren) auferlegt, sondern sie von Haus und
Hof vertrieben. Nichtsdestoweniger ist ihnen
nicht gelungen, den Aufschwung der Bierbrauerei
im allgemeinen zu hemmen und zu verhindern,
daß das milde stärkende „Lager“ sich immer
mehr einbürgert und dem hirnverbrennenden
Schnaps, sowie dem magenverderbenden Eis—
wasser fortwährend erfolgreichere Konkurrenz
bereitet. Aus einer im „Western Brewer“ kürz—
ich erschienenen Zusammenstellung über die
Biererzeugung, resp. Zu⸗ und Abnahme der—
elben in den verschiedenen Staaten, entnehmen
vir folgende interessante Daten.
Nach vorliegenden Statistiken sind in dem am
30. April 1883 endigenden Jahre 733 000 Faß
Bier mehr gebraut worden als im Jahre vor—
her, und in den letzten acht Jahren hät sich das
Erzeugnis der Bierbrauerei mehr als verdoppelt,
denn von 8383 720 Faß im Jahre 1875 ist es
auf 17 349 424 Faß in diesem Jahre gestiegen
In 10 Staaten (resp. Territorien) hat wäh—
rend des letzten Jahres und in neun Staaten
m Vergleich zu 1875 eine Abnahme stattge—
funden, darunter Indiana mit 14 770 Faß, Jowa
mit 24 700, Kentucky mit 19 000 und Tennessee
mit 5800 Faß. Diese Abnahme erklärt sich durch
die große Konkurrenz, weiche mit Hüuͤlfe ver—
vollkommneter Transportmittel die großen
Brauereien in Chicago, Milwaukee, St. Louis
und Cincinnati den kleinen Geschäften in den
südlichen Staaten und den westlichen Territorien
machen; in Jowa und in Indiana wurde sie
zurch die Prohibitionsgesetzgebung herbeigeführt,
velche den Debit aller geistigen Getränke und
un die Fabrikation derselben zu verhieten
uchte.
Die Zunahme kommt fast ausschließlich auf
Rechnung der Brauereien in den großen Städten
des Landes, denn dort wurden 1882-83 677 919
Faß mehr gebraut als im Jahre vorher, und
3645344 Faß mehr als im Jahre 1877. Chi⸗
zago zeigt eine Zunahme von nahezu 5 pCt. im
setzten und von über 100 pCt. in den letzten
sechs Jahren, Milwaukee eine Zunahme von
7 pCt. im vorigen und von 350 pCt. in sechs
Jahren. Dem Range nach folgen einander als
hierbrauende Städte: Newyork mit Morri—
ania 3239201 Faß; Philadelphia 1023514
Faß; Milwaukee 986 388; St. Louis
343360; Broocklyn 836378; Cincinnati
772392; Boston 756 140: Chicaao 676653
Faß u. s. w.
Sehr großen Anteil an dem Aufschwung des
amerikanischen Brauwesens, und auch an der
Abnahme des Brauerzeugnisses in den wär—
meren Gegenden des Landes hat die Einführung
»es Verkaufs von Bier in Flaschen, dessen
FTransnöort und Dehit auch in der heiken Zohres,

Feuerhüter.
Der Feuerhüter (D. R.Patent Nr. 21816),
ein Apparat aus Gußeisen, verwendbar für jeden
gewöhnlichen Zimmerofen, bezweckt die Vermehr—
ung der Zimmerwärme, sowie die Verminderung
des Kohlenverbrauchs. Er macht Schieber oder
Klappe im Ofjenrohr entbehrlich und beseitigt
dadurch mit Sicherheit jede Gefahr der Ver—
schlechterung der Zimmerluft. Rauch und Kohlen—
oxydgas gehen durch den Schornstein ab, der
zrößte Teil der sonst durch diesen entweichenden
Wärme bleibt. Auch begünstigt er die Verzeh—
rung des Rußes innerhalb des Ofens und Ofen—
rohr und Kamin. Er gestattet die Verwendung
eines jeden beliebigen Brennmaterials und ver—
hindert die Entweichung der erzeugten Wärme
in dem Maße, daß davon bei gleicher Durch⸗
chnitts⸗Zimmertemperatur und aus dem gleichen
Quantum Brennmaterial 70-80 pCt. mehr zur
Beltung kommen als bei Oefen ohne Apparat
und ermöglicht also die Ersparnis von 4045
vCt. an Brennmaterial.
Der Feuerhüter vereinigt in seinen außer—⸗
ordentlichen Leistungen derart günstige Resultate,
wie solche von allen bisher angewendeten Ein—
richtungen zur Kohlenersparnis oder zur Ver—
mehrung der Zimmerwärme nicht erreicht wur—
den. Der Apparat wird für die normalen
Größen der gewöhnlichen cylinderischen Zimmer—
öfen (Säulen-⸗- und Mantelöfen) für den Preis
von 6—-8 Mark pro Stück von Fr. Feldbaf⸗
u En in Düssesdorf geliefert
            
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