Full text : 1.1883 (0001)

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Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.

Nr. 24

der Kohlen besonders geeignet und daher diese
Kohle auf Kosten der uͤbrigen wertvoller wird,
so umfaßt die Aufbereitung auch die Herstellung
gewisser Größen der einzelnen Kohlenstücke und
endlich auch die Umwandlung der übrig bleiben—
den geringwertigen Feinkohlen in mehrwertige
Verkaufsprodukte durch Verkoken und Briquet—
tieren. Während das Aufbereitungswesen im
Erzbergbau bereits seit langer Zeit zu hoher
Bedeutung gelangt war, wurde für Steinlkohlen
in der 2. Hälfte unseres Jahrhunderts nichts
anderes an Aufbereitungs-Arbeiten betrieben,
als die Absonderung der gröberen Stücke durch
einfachste fest liegende Rätter (Stangensiebe) und
Ausklauben der größeren Bergestücke durch Men⸗
schenhand. Koke wurde damals in Meilern aus
Stückkohle hergestellt. Die ersten Aufbereitungs—
Anstalten mit gelochten Trommeln und Setzma—
schinen stammen aus der Zeit des Ausgangs der
bGer Jahre. Redner beschreibt sodann im ein—
zelnen den Prozeß der Aufbereitung und zwar
1) die Kohlenseparation und Wäsche, 2) die Koh—
len-Fabrikation und 3) die Briquettes-Fabri
kation, überall interessante statistische Daten ein—
flechtend. Hinsichtlich der Briquettes-Fabrikation
führen wir die interessante Thatsache an, daß
Briquettes in Frankreich und Belgien bereits in
den Aer Jahren fabriziert wurden, während sich
diese Fabrikation in Westfalen erst in den letzten
2 Jahren eingebürgert hat. Zur Zeit werden
namentlich auf den Zechen Franziska, Tiefbau
in Witten, Caroline bei Holzwickede, Königsborn
bei Unna, Rheinelbe bei Gelsenkirchen mit autem
Erfolge Briquettes hergestellt.
Der letzte auf der Tagesordnung stehende
Vortrag des Hr. Brügmann-Dortmund konnte
der vorgerückten Zeit wegen, nur in abgekürzter
Weise gegeben werden. Die Beendigung desselben
führte unmittelbar den Schluß der 24. General
Nersammlung des Vereins herbei. —

Die Ueberfüllung im Kaufmanns-—
stande belegt der Kaufmännische Verein in
Frankfurt a. M., der unter den deutschen Ver—
einen das größte kaufmännische Stellenvermitte
ungsgeschäft betreibt, mit folgenden Zahlen:
Hewerber. Freie Stellen. Bewerber. Freie Stelle
1870 1207 426 1876 4325 1552
1871 1330 456 1877 5361 1415
1872 1562 1070 1878 4841 1390
1873 1829 1674 1879 4647 1523
1874 3002 1810 1880 4404 1713
1875 3813 1938 1881 4423 1963.
Junungsverband der niederrheini.
schen Hausweber. Die Hausweber der links
cheinischen Kreise haben bereits 27 Seidenweber⸗
Innungen gebildet, die sich zu einem Innungs—
derband unter dem Namen „Niederrheinischer
Weberbund“ vereinigt haben. Derselbe hat be—
reits die Genehmigung des Herrn Handels
ninisters erhalten. Dieser Verband verfolgt in
Bemeinschaft mit dem Niederrheinischen Fabri—
antenverband die technische, sittliche und wirt—
chaftliche Hebung des Standes der Hausweber
Elektrisches Licht auf Rädern. In
Paris ist das elektrische Licht schon, so zu sagen,
ein richtiger Hansierartikel geworden, denn es
vird, im aufgespeicherten Zustande auf den
Straßen transportiert, um in den verschiedenen
däusern bei festlichen Gelegenheiten oder aus
anderem Anlaß Verwendung zu finden. Die
jeladenen „Akkumulatoren“, d. h die Apparate,
in welchen die Elektrizität vorher angesammel—
worden ist, ruhen auf einem kleinen Wagen
v vor das betreffende Haus Wepen wird
und die Leitungsdrähte werden durch die Fenster 4
nach dem Innern des Hauses gelegt. Die Glüh— Bücher und Zeitschriften.
lampen werden an die gerade vorhandenen Kan- Glaser's Annalen für Gewerbe und Bau—⸗
delaber oder Lüstres geschraubt und so genügt wesen Nr. 149, vpom 1. September 1883. Band XIII
eine ganz kurze Zeit, um selbst in komplizier⸗ Deft 5 enthält: Lilienthals gefahrloser Dampfmotor
eren Fallen eine solche Beleuchtung zu instal- ür die Kleingewerbe mit Abbild. — Verein deutjcher
5 Maschinen-Ingenieur: Erkursionsbericht. Apparat zur
— ndee We r eng ebenso Angabe ede der Eisenbahnen vom
Maschinen⸗Ingenieur Wendt. Vorrichtung zum Aus—
Die in der Steinkohle aufgestapelte chalten der Betriebsmaschine in der Königl. In
Arbeitskraft. Der Arbeitswert eines Pfundes tatt zu Julda. Das Braunlohlen⸗Bergwerk zu Rauen
guler Steinkohle ist etwa gleich der Tagesarbeit dei Furstenwalde mit Abbild, Die Fabrik. von Julius
imnes Mannes, drei Tonuen 'also einer zwan Pintscheain Zurftenwalde mit Abbild, — Neber Stahl
inahrigen ocrten Tagesarbeit, woben das Jahr ür Konstruktionszwecke, nach einem Vortrag von Albert
iig ßen g 89 F. Hill in Boston. — Beschreibung der Reishauersschen
u 300 Arbeitstagen angesetzt ist. Nach üblicher Fewindebohrer von Fadrikant Hommel in Mainz. —
Schätzung liefert nun eine „vierfüßige“ Kohlen- (leber Förderung bein Bau des Arlberg⸗Tunnels von
ider auf jeden Morgen Landes ungefähr 5000 Fisenbahn-Inspektor Plate in Wien. — Schweizerischer
Tonnen guter Kohle. Jede Quadratfmeile Sisenbahn-Verkehr 18721882 von Ingenieur Abt in
enrhielte sonach 3200 000 T., die in ihrer to- Paris. — Englands Erport von Eisenbahnschinen. —
alen Leistungsfähigkeit für die Produktion von —I Dred ueeeinpenvnd Erteilungen.
Arbeitskraft einer zwanzigjährigen Tagesarbeit e — eren ae —218
am iner Million kraftiaer Arbeiter entsprechen ente Fuepenets bet wi.
w bauungsplan ffür das Auefeld b. Kassel. — Preisert.
Vom Londoner Weltblatt „Times, betr. Entwurfe zu e Gebäude f. d. finnisch. Kunstver.
sprich Teims, „Die Zeiten“). Unter dem Titei — Drutsche Marktberichte . — Roheisenproduktion in
— * — in Deutschland. — Leuchttürme für electr. Straßenbe—
Geschichte eines Weltblattes“ veröffentlicht ein e
7* Wurst in Straßburg gedruckter Kalender euchtung . — Bemerk. über den Eisenbahn-Unfall bei
einen längeren Aufsatz über die „Times“. Das e eeee
Riesenblalt verbraucht täglich für 6000 Mark g83 84nateni Staniie — Masenttistee gulera
Papier und 3 Fässer voll Druckerschwärze. Bei urblatt. —
ziner Ausgabe von 70000 Nummern trägt es Der Ingenieur-Kalender, bearbeitet von P.
dem Staate jährlich 100000 Pfund Sterl. ein Stühlen Werlag von G. D. Baedecker in Essen),
Eine Nummer enthält 20000 Zeilen und rschien soeben für das Jahr 1884. Unter den immer
200000 Wörter, somit Stoff genug für 500 ahlreicher erscheinenden technischen Kalendern ist der
Oktavseiten. Die Annoncen erfordern 60 Setzer, Stühlensche einer der ältesten und besten. Der neue,
die Korrekturen 24 Personen, die Sitzungen des r Aieeent ist, abermals pielfag verbessert und ver ,
Parlaments 10 Berichterstatter. Dmner —* itin e dee wa
Kitt für eiserne Oefen. 1) 4-6 Teile rbeitung des Äbschnittes Aber Tur binenen ir
rockener gepulverter Lehm werden mit 2 Teilen hiedene Zusätze und Ergänzungen finden sich sodann
einsten rostfreien Eisenfeilspänen, 1 Teil Braun— den Ieena nn n e ß⸗
F ach e a sch i⸗
eeee e i ee
dicken Brei gibt. Der Kitt muß sehr schnell —XR 8* mittleren e rrse
zebraucht werden. Sind alle Fugen gut ver⸗ siedenen Füllungsgraden und fuͤr verschiedene Größen
trichen, so steigert man die Wärme allmälig des schadlichen Raumetz. Auch die trefflichen Eisenbahn
yis er ziemlich getrocknet, In nen en d kartchen gebn durch —Aã nhaene ainr zweck⸗
Zitze bis zur Weißglut. ieser Kitt widersteht mäßige Erweiterung erfahren. Der II. Teil bietet in
—E d auch der stärksten Glüh, zedrängter Zusammenfassung die wichtigsten Tabellen
hihe. Dd) Fein gesiebtes Braunsteinpulver unt Aur den Gebrauch am Zeichentisch. Bei der großen Be—
sein geriebenes Zinkweiß, von jedem gleich viel an e der e stets eit den
— — 3 ß arf es einer besonderen Empfehlun nicht. eunzehn
vird mit Wasserglas zu einem dünnen Brei Jahrgänge haben seine ed deeee
angerieben, der, sehr schnell verbraucht, ebenfalls⸗ hinlänglich bewiesen. Der Preis des Kalenders ist der
einen außerordentlich harten und widerstands- alle, maßige geblieben. (Ausgabe K 8 Mark 25 pf.
fähigen Kitt gibt. (Metallarb.) Auscabe Riin Rriottatshentarw 4 Mark 25 Pf.)
— ——— —— em elan von Geb 6

Eine Stadt vom Versinken bedroht.
Ende voriger Woche ist in Knoxville, Tenn.,
Nordamerika) ein Theil des Bodens des Re—
servoirs in den Wasserwerken eingesunken und
nit ihm sind die 500 000 Gall. Wasser spur—⸗
los in die Tiefe verschwunden, welche das Re—
ervoir zu jener Zeit enthielt. In der südöst—⸗
ichen Ecke des Reservoir gähnt ein Spalt,
dessen Tiefe man noch nicht zu ermitteln ver—
nocht hat. Ganz Knoxville ist anscheinend über
einer kolossalen Höhle oder einem großen Systeme
»on Höhlen und unterirdischen Schluchten er—
»aut. Die Ausdehnung derselben ist unbekannt,
nuß aber nach den verschiedenen Anzeichen, die
disher zu Tage getreten sind, sehr beträchtlich
ein, und vielfach wird die Befürchtung ausge—
prochen, daß die ganze Stadt oder doch der
iördliche Teil derselben jeden Augenblick vom
Erdboden verschwinden könne.
Große Stahlplatten. In wie großen
Dimensionen heute Stahlplatten hergestellt wer—
den, mag den Lesern die folgende Notiz zeigen.
Die Olis Iron and Steel Compagnie von Cle—
deland hat für eine Krahnanlage mehrere
Stahlplatten à 501/2 Fuß Länge, 51 Zoll Höhe
uind *s Zoll Dicke hergestellt, deren Ingots pro
Platte 4400 Pfund wogen.
Englands Kohlenproduktion 18382.
Die Wiener „Rundschau für Geographie und
Statistik“ teilt uns folgende Zahlen über die
Fohlenproduktion Englands im Jahre 1882 mit.
Der Gesamtertrag belief sich auf 156 Millionen
Tonnen zu 1016 Kg. In 12 Jahren hat sich der
Frtraa der enalischen Kohlenaruben verdovpelt.

Rotizen.
* Das Atelier für Marmor-Arbeiten
der Herren Barth und Sehmer in Saar
brücken, dessen schöner und gediegener Arbeiten
schon früher in der „Saarbrücker Zeitung“ ge
dacht wurde, fertigt als Spezialität jetzt auch
Wandbekleidungen von Marmor.
Solche sind namentlich für Metzgerläden von
praktischstem Nutzen. Mit Bezug auf den Artikel
in Nr. 22 des „Gewerbeblattes“, welcher auch von
den Ladeneinrichtungen der Metzger spricht, sei
erwähnt, daß eine Bekleidung der Wände in
den Verkaufslokalen mit Marmor neben hoher
Eleganz auch die minutiöseste Reinlichkeit bietet,
der Marmor ist leicht abzuwaschen, die sonst so
lästigen Fliegen meiden denselben und er rentier!
sich in einigen Jahren besser als Oelanstrich.
Die Herren Barth und Sehmer haben eine derartige
Ladenausstattung kürzlich in dem Verkaufslokal
des Metzgers und Wurstfabrikanten Herrn Jakob
Krämer, nahe dem Bahnhofe zu St. Johann,
ausgeführt, deren Besichtigung allen Metzger—
meistern empfohlen sei. Die Wandflächen sind
über Manneshöhe mit Blance-claire-Marmor
bekleidet, welcher geschmackvoll durch Lumachelle;
Streifen in Felder geteilt ist. Die Theke ist
mit weißen Marmorplatten bedeckt und hat
einen geschmackvollen langen Barrierentisch auf
massivem Bronzegestell. Der untere Teil der
Theke ist ringsum mit belgischemGranitsockel, sonst
wie die Wände in Marmor ausgeführt. Die
ganze Arbeit, äußerst solid und sauber, dient
der Firma Barth u. Sehmer zur größten Em—
pfehlung und wird derselben gewiß noch man—⸗
chen anderen derartigen Auftrag zuführen.
Dienstbotenlohn in Neu-Seeland. Aus
Ehristchurch auf Neu-Seeland wird berichtet,
daß daselbst ein anhaltender Mangel an weib—
lichen Dienstboten besteht, dem auch dadurch
nicht abgeholfen ist, daß eine englische Gesell⸗
schaft mehrfach eine größere Anzähl weiblicher
Dienstboten hinausgeschickt hat Ein tüchtiges
Dienstmädchen erhält außer der Kost 10 —15 Sh—
(10- 15 Mk.) Lohn pro Woche und eine per
sekte Köchin kann es sogar auf 20-25 Sh. (20
his 25 Mek. hringen
            
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