Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
aufsteigende Chaussee des Verschönerungsvereins sphärischer Luft, die durch gleichmäßiges Ein—⸗
Man ann der ganzen Bauanlage in jeder Hin- pritzen von kaltem Wasser in die Cylinder in
sicht Vertrauen schenken. zleicher Temperatur und Spannkraft erhalten
Als vom Bahnhofe aus das Planum bis aus und in ihrer Ausströmungsbahn genau reqguliert
die Hälfte vollstündig fertig war, konnte man wird. Sämtliche Maschinen (8), Wagen (6),
am 4. Juni mit der Streckung des eisernen Zahngestänge, die Schiebebühne vor den Schup⸗
Schienenweges den Anfang machen; doch erst ben und die sonstigen Eisenstücke sind in der
als am 14. Juni die erste Maschine aus Eß, Maschinenfabrit Eßlingen angefertigt
lingen angekommen und in Dienst gestellt wor· vorden. Die Bahn ist eingeleisig, nur am
den war, um den höher hincuf beschäftigten Anfangs- und Endpunkte zweigt sie sich aus
Arbeitern die schweren Eisenstücke (Schwellen einer Weiche zu zwei Geleisen auseinander
Zahnstange und Außengeleise) und den zur Bei- o daß erforderlichenfalls dem erst abgelassenen
schüttung erforderlichen Kies zuzuführen, schritt Zuge nach 15 Minuten ein zweiter nachgeschick
die Beschienung des Bahndammes rasch voran, verden kann. Ein Fernsprechdraht verbinde
so daß am Abend des 30. Juni der ganze den Bahnhof mit der obersten Haliestelle.
Eisenbahnweg auf seiner ganzen Länge von Am 17. Juli ward nun die Bahn dem Per—
16520m bis an das Wirtschaftsgebäude auf der onenverkehr übergeben. Nach dem Fahrplan
Platte unter der Drachensels-Ruine fest und ollen täglich sieben Fahrten zu Berg und
fertig gelegt war und am Morgen des 2. Juli vieder zu Thal gemacht und steis zwei Wa—
in 12 Minuten vollständig befahren werden zen von der Maschine befördert werden. Der
konnte. Die Gesamtsteigung auf die anderthall Preis ist auf 1 Mk. zu Berg und auf 50 Pfg
Kilometer beträgt 220m, auf einer (93 m langen) zu Thal für die Person gestellt. Das Zeitmaf
Strecke 20 pCt. und auf zwei andern (183 unt der Fahrt ist auf 12 bis 15 Minuten ange
303 m langen) Strecken 18,2 pCt. mithin ist nommen. (Göln. Ztg.)
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aß gerade so wie dort das Riggenbach'schen; 3fkar
System in volle Anwendung tritt. in wsche Neue Sisedhan or —
Das Wesentliche dieses Systems ist eben das in aar ru en
Zahnrad. Auf den eisernen Querschwellen Berkehr mit Neunlirchen, Friedrichssthal und
die, 180mm lang, jede 1mm von der nächsten Burbach
entfernt, in die felsige Unterbettung eingelegt Seit dem 1. d. M. ist eine neue Berechnune
und besestigt sind, liegt in der Längsrichtung der Abonnementskarten der preußischen Eisen
die schwere Zahnstange, die ein Gewicht von ꝰahnen in Kraft getreten, aus welcher fich er
55 kgauf den laufenden Meter hat. Dieselbe ebliche Ermäßigungen der Fahrpreise ergeben
besteht aus zwei Schienen von Walzstahl, die Aus der nachstehenden Uebersicht ergeben sick
durch schmiedeeiserne Zähne in Abstaͤnden von die alten und neuen Vreise, sowie die bezüglicher
Z3i/0 mm verbunden und vernietet sind. Das Differenzen
Zahn⸗ und Triebrad der eigens für diesen Zweck
konstruierten Lokomotive greift in diese Zahn—
stange ein und findet darin die sichern Stüuͤtz—
punkte, um sich daran zu Berg emporzuarbeiten
oder mit ebenso gemessenem Schritt zu Thal zu
gehen. Die Dampfmaschine hat im Dienst ein
Gewicht von 18,6 Tons und 180 Pferdekraft.
Der Durchmesser des Zahntriebrades im Teil—
kreis ist 100m und die Zahl der Zähne 33 in
einem Abstand von 0, 10m. Auf 1mm Bahn⸗
stange fallen also 10 Zähne des Triebrades, so
daß die ganze Bahn ein „Gebiß“ von 15 200
Zähnen hat und das Rad sich 460mal umdrehen
muß, bis das Ziel erreicht ist. Zu beiden
Seiten der Zahnstange liegen auf den Quer—
schwellen die gewöhnlichen Fahrschienen (25 kg
schwer auf den laufenden Meter) in einer Spur—
weite von 1w. Die Brems vorrichtungen,
durch welche die Maschine sofort zum Stehen
gebracht wird, wirken auf die Kurbelachse direkt,
sodann auch auf die vordere Bremsachse und
endlich auch durch komprimierte Luft in den
Cylindern mittel‘t der Gestänge und der Zahn—
radübersetzung direkt auf das Zahnrad selbst.
Als vierte Sicherheit kann auch der Gegen—
dampf angewandt werden. Das Riggenbachsche
System tritt somit allen Gefahren mit größter
Umsicht und Vorsicht entgegen. Die Per—
sonenwagen werden von der Maschine, mit
der sie durchaus nicht verkuppelt und, frei vor⸗
weg geschoben, bei der Thalfahrt lehnen sie sich
hinten einfach an die Maschine an. Sie sind
natürlich auch mit Sicherheitsvorkehrungen aus—
gestattet: an der Vorderachse ist ein Zahnrad
mit Backenbremse, das bei offener Bremse frei
in der Zahnstange läuft, aber sobald die Bremse
angezogen wird, fest in die Zahnstange eingreift
und den Wagen sofort zum Stehen bringt,
Die Wagen sind oben bedacht, vorn und hinten
mit Glasfenstern, an den Seiten aber nur mit
Vorhängen zum Schutze gegen Sonne oder Re—
gen versehen. In jedem sind vierzig Sitz⸗ und
fünf Stehplätze, erstere nicht blos rückwärts
wie in der Schweiz, sondern zur Hälfte auch
vorwärts. Bei der Thalfahrt wird genau das
Zeitmaß eingehalten, wie bei der Bergfahrt.
Der Dampf wird von den Cylindern abge
schlossen und nur die Luftbremse kommt zur
Anwendung. Die Kolben laufen leer und wer—
den nur so gehemmt, daß ihre Rückwirkung aus
das Zahnrad die Bewegung desselben nach der
erforderlichen Geschwindigkeit oder Verzögerung
enaunsiert Nies geschioht durch Ansaugen afmn—
Nr. 24
des Badens, einige Worte zu veröffentlichen
ind festzustellen, wie wenig sich noch das Bade⸗
»edürfnis regt, und keineswegs nur in den
Schichten, die man die unteren nennt! —
Wer die Wohlthaten öfterer, um nicht zu
sagen, täglicher, Bäder an sich empfunden haät,
wird sie nie wieder missen mögen. Wie gering
ist aber bei uns die Zahl der AÄnstalten, die der
Befriedigung des Badebedürfnisses entgegen—
kommen! Wie gering bleibt aber die Zahl ihrer
Gäste! kaum daß sich zu gewissen Zeiten —
mittags und abends, Sonn⸗ und Festtags —
die Räume füllen! Wie wenig Gebäude, von
jerrschaftlichen Häusern abgesehen, enthalten
Badezimmer, und wie gering ist verhältnißmäßig
die Zahl der Familien, die sich den „Luxus*
eines Badezimmers und von Badegeräten gönnen!
Jedenfalls sind Bäder außer dem Hause gegen—⸗
wärtig zu teuer, so daß Unbemittelte, denen
eigene Baderäume nicht zur Verfügung stehen,
dieselben nur spärlich benützen können. Hier ist
eine Lücke in unseren Wohlfahrtseinrichtungen,
welche durch Ertichtung bil liger öffentlicher
Bäder auszufüllen unbedingte Pflicht der Ge—
meindeverwaltungen sein sollte. Handelt es sich
doch hierbei ebensowenig wie bei Krankenhäusern
um ein Unternehmen der Spekulation, sondern
einzig und ausschließlich um das öffentliche
Wohl. Ein rühmliches Beispiel in dieser Be—
ziehung hat in jüngster Zeit der Magistrat der
Stadt Essen gegeben, dessen öffentliche Badean—
talt geeignet ist, den berechtigten Ansprüchen
aller Klassen zu genügen.
Läge es nicht im Interesse der Arbeiter-Kran—⸗
kenkassen, ihre Mitglieder durch Statut zu
wöchentlich mindestens einem Bade (wenig ge⸗
nug) zu verpflichten? Der hieraus für
beide Teile entspringenden Nutzen ist so sonnen—
klar, daß wir daruͤber kein Wort weiter ver—
lieren wollen. Selbstverständlich müßte sich
jedes Krankenkassenmitglied in der von ihm
frequentierten Badeanstalt den Besuch beschei—
nigen lassen, was am bequemsten durch Datum
tragenden Stempelabdruck in einem zus diesem
Zwecke vom Mitglied zu führenden Buche ge—
schehen könnte. Die Krankenkassen würden es
bei dieser Einrichtung noch mehr als bisher in
der Hand haben, auf billigere Badepreise für
ihre Mitglieder hinzuwirken. Es ist eine alte
Geschichte, die ewig neu bleiben wird: daß vielen
Glücklichen ihr Glück erst aufgezwungen werden
muß. Ein Badezwang-Paragraph in unseren
Krankenkassen-Statuten würde vielleicht für
Manchen der erste Schritt zur Erlangung wirk—
licher Gesundheit sein und namentlich für Hand⸗
werker der Wiedereinführung des mittelalterlichen
„Badegroschens“ gleichkommen.
Nicht hoch genug zu empfehlen sind, auch zu
Reinigungszwecken, die mit Frottieren und Mas—
sieren verbundenen Irisch-Römischen und Russischen
Dampfbäder, namentlich für Solche, welche ihr
Beruf zu vielem Sitzen nötigt. Diese Bäder
vermögen vielen Leiden vorzubeugen, wenn sie
nicht allzuhäufig, aber regelmäßig benutzt werden.
Leider werden sie, wie der Arzt, immer dann
erst aufgesucht, wenn das Uebel, gegen welches
man Hülfe sucht, schon zu fest eingewurzelt ist;
dann wundert sich der Rheumatiker, der un—
förmlich dick geworden, daß das Leiden nicht
weichen will, obgleich man ‚schon“ ein halbes
oder gar ein Dutzend Bäder genommen hat.
Faßt sich der Leidende indessen in Geduld, so
kommt sicher auch für ihn die Stunde, wo er,
um mit den Worten der Bibel zu reden, „wieder
auf seinen Schenkeln und Knöcheln feststeht,“ und
dann ist ihm das Bad, das er anfangs nur als
Heilmittel zu benutzen gedachte, bereits zu einem
Bedürfnis geworden.
Wie jener König seinen Bauern Sonntags
ein Huhn in dem Topf, so wünsche ich zum
Schluß jedem täglich ein Bad, sollte es auch
nur ein Wannenbad sein! —
—
Unsere Obstzucht.
Die Obstgewinnung ist einer von denjenigen
Zweigen unserer landwirtschaftlichen Produktion,
velcher noch sehr der Aufbesserung bedarf. Unsere
Landwirtschaft hat sich durch die Umgestaltung
der Pyndufinns- und Nerkohramittes schness—