Tabelle für den Italienischen Tarif
Strecken⸗ Grenze
satz der Zone
Kilom. Cts. Kilom.
1. Entfernung 0—-100 60 83
2. 101- 200 5.0 160
3. 201- 500 4.0 375
4. * über 501 3,0 —
Als fester Zuschlag kommt außerdem eine Erx
peditionsgebühr von 1,5 Fres. pro Tonne hinzu
Bemerkenswert ist, daß der Italienische Tarif
für Kohlen und Cokes keine Ermäßigung für
ganze Zuladungen aufweist, wie sie für die
Deutsch⸗ Schweizerischen Strecken Platz greift
Man“ erkennt ferner aus obiger Tabelle, daß
auf die weite Strecke von 375 bis 501 Kilom
— ——— B
pro Wagen 168,7 Fres. erhoten wird, ob der—
felbe nur bis Florenz (401 Kilom.) oder 99
Kilom. weiter bis Porto Recanati geht. Da
der Hauptsache nach der Kohlenverkehr mit
Italien sich innerhalb der Zone von 101200
ilom. ab Chiasso resp. Pino bewegen wird, so
kann man sagen, daß die kilometrischen Strecken—
sätze des Italienischen Anteils etwa 100 pCt.
höher als die des Deutschen sind.
Der Aeußerung einer bergfiskalischen Behörde
entnahmen wir s. Z., daß diesseits ursprünglich
vorausgesetzt wurde, der Kohlentarif werde ent—
sprechend dem Tarif der oberitalienischen Bahnen
für Kohlen und Cokes festgesetzt werden. Der
jselbe zeigt folgende Konstruktionen:
Für Entfernungen Expeditionsgebühr
hon 0—100 Kilom. 6 Ets. * 1,10 Fres.
———
201500 4 37 1300,
über 50u11 3
Tewgemäß war vorauszusetzen, daß beispiels—
weise der Satz für die 52 Kilometer lange
Strecke Chiasso-Mailand auf 582 & 0,06 * 1,10
2,22 Fres. festgesetzt werde, was auch mit
früher erfolgten Mitteilungen der italienischen
Verwaltungen übereinstimmte. Wie die oben
mitgeteilte Taballe zeigt, sind zwar diese kilo
metrischen Einheitssaͤtze festgehalten worden, da
gegen ist der feste Zuschlag auf 1,50 herauf
gesetzt worden und außerdem ein Steueczu—
schlag von 2 pCt der Gesamtfracht hinzuge
reten; eine Uebergangsgebühr kommt im vor
liedenden Falle nicht in Frage. Auf diese Weise
erklärt sich die gegen die fruͤheren Angaben ent—
ftan dene differenz der Frachtsätze, welche, um
bei der Relation Chiasso-Mailand zu bleiben,
hier 4,72 Fres. beträgt. Diese Differenz ist von
wesentlichster Bedeutung, sie ist fast eben so hoch
wie die Erjiparnis, welche sich auf den Deutsch—
Schweizerischen Strecken dadurch erzielt, daß
hier ganze Zugladungen von 100 Tonnen zu
einem ermäßigten Satze befördert werden.
ESchluß solgt.)
Roheisen⸗Produktion im Saar⸗ und
Mosel⸗Revier.
J. und II.
Januar und Februar 1883.
Im Monat Januar und Februar 1888
wurden nach den Aufnahmen der „Südwest—
lichen Gruppe des Vereins deutscher
Eifen- und Stahl-Industrieller“ von
den dieser Gruppe zugehörendeu Eisenhütten an
Roheisen produziert:
Januar. Februar.
1 Puddelroheisen 88520 T. 87 475 T.
2 Spiegeleisen — —
3 Bessemerroheisen — —
4) Thomasroheisen 4280, 38928,
5) Gießereiroheisen 2921, 2651,
zusammen 45721 T. 44018 T.
Der Lagerbestand auf den Hütten betrug am
Schlusse desselben Monats:
Januar. Februar.
9 Puddelroheisen 12 141 T. 10020 T.
2) Spiegeleisen — —
3) Bessemerroheisen — —
Thomasroheisen 523, 55668,
5) Gießerreihroheisen 921, 646
zusammen 13 588 T. 11222 T.
Der Durchschnitt der Produktion für die
letzten 6 Monäate des vergangenen Jahres batte
Saarbrücker Gewerbeblatt für Industrie, Handel und Verkehr.
43 636 T. betragen; die Produktion der beider
Monate Januar und Februar des laufender
Jahres übersteigt diesen Durchschnitt also um
1,7 resp. O,9 pEt. Im Monat Februar ist die
Produktion gegen den vergangenen Monat um
etwa 4 pCt. gefallen.
Der durchschnittliche Lagerbest and pro
1882 hatte 12 154 T. betragen; der Lagerbestand
pro Januar des laufenden Jahres ist dem gegen
äber also um 11,7 pet. gewachsen, der des
Monat Febrnar um 0,8 pCt. gefallen. Gegen—
iber dem Monat Januar ergiebt sich für den
Monat Februar eine Abnahme der Lagerbestände
um 8 pCt
Nr. 1
nus sechs Personen bestehenden Jury für jede
Aufgabe ein in der betreffenden Branche praktisch
hätiger Fabrikant hinzugezogen werden
Wohnungsnot in Paris.
In Paris beschäftigt man sich gegenwärtig
eingehend mit der Frage der Wohnungs—
mieten, die sich für die Arbeiterklasse und den
Mittelstand immer mehr zu einer Existenzfrage
Jestaltet, weil die Steigerung der Mieten die—
jenige der Löhne und Gehäller weit überholt.
Es entstehen wohl immer mehr reiche Stadt⸗
viertel, aber keine solchen, welche bescheidenen
bürgerlichen Verhältnissen entsprechen. In den
letzten zwei Jahren wurden 3253 neue Häuser
und 846 Nebengebäude gebaut, die im ganzen
17000 Stockwerke darstellen und 34 000 Woh⸗
nungen bieten. Dieser Zuwachs hindert aber
keineswegs, daß die Wohnungsnot immer größer
wird, und dies aus dem oben angedeuteten
Gruude, daß die Spekulationshäuser, aus Qua—
deratsteinen gebaut, reich dekoriert werden und den
kleinen oder mittleren Börsen unzugänglich sind.
Durchschnittlich kostet der Quadratmeter Boden
100 Franken und die Baukosten für denselben
Umfang kommen auf etwa 1200 Franken zu
tehen, wodurch der Unternehmer sich gezwungen
fieht, hohe Mieten zu fordern. Während auf
der einen Seite Paläste aus dem Boden auf—
steigen, werden auf der anderen die alten Viertel
niedergerissen; aber für die Bewohner dieser
alten, billigen Behausungen schrumpft in Paris
der Platz immer mehr zusammen und so erklärt
es sich, daß der Pariser Mittelstand überhaupt
auf eigene Wohnungen immer mehr und mehr
berzichsjet und mit“ Kind und Kegel in die
Hôlels meubles zieht. In der That hat die
Bevölkerung dieser schlechten, möblierten Woh—
iungen, die zum Teil wahre Schlupfwinkel sind,
seit 1881 um 80 Pr zent zugenommen! Bei
dem Mangel jeglicher Rücksicht auf die Gesund—
heit und die AÄnhäufung von Elend und Schmutz,
der in diesen Ameisenhaufen herrscht, darf man
sich nicht wundern, wenn die ansteckenden Krank—
heiten aller Art hier den fruchtbarsten Boden
inden und so massenhaft um sich greifen, daß
die bestehenden Hospitäler sich als ungenügend
erweisen.
Diesen Uebelständen vorzubeugen, ist im Ge—
meinderat ein Vorschlag gemacht worden, der
im ganzen von der Regierung unterstützt wird
und dahin geht, bis 1885 so viele Wohnhäuser
zu bauen, daß 30000 Arbeiter darin ein billiges
und anständiges Unterkommen finden. Dies
würde nach den vorgelegten Plänen mitten im
Innern der Stadt und auf Terrains geschehen,
velche Eigentum der Stadt sind Die Erbauer
würden der Abgaben enthoben und den Förde—
rern der praktischen Durchführung des Gedan—
tens möglichst viele materielle Vorteile geboten
werden.
Teilweise kann man sich jedoch mit dieser Idee
nicht befreunden, erstlich, weil der Gemeinderat
sich Lasten auferlegen würde, deren Schwere sich
im voraus nicht sabsehen lassen und weil es
serner eine Chimäre wäre, bei dem jetzigen
Preise des Baumaterials und der Höhe der
Arbeitslöhne im Innern von Paris billige und
zugleich gesunde Wohnungen herstellen zu wollen.
Statt die Arbeiter innerhalb der Festungsmauern
—D
jalb der Städt, wo die Terrains noch billig
ind und an vuft und Licht kein Mange' ist,
Quartiere anlegen zu lassen, deren Einrichtung
zrivaten Unternehmern überlassen bliebe. Der
Stadt bliebe dann noch immer ein weites Feld
der Thätigkeit übrig, da es ihre Sache ist, die
Verkehrsmittel zu vervielfältigen und
das Innere von Paris mit den Hauptpunkten
des Ümkreises in direkte Verbindung zu setzen.
Nicht blos in Paris und anderen größeren
Städten, sondern ebenso auch in allen mittleren
und kleineren Städten kommt es darauf an, die
alten, durch die früheren Festungsmauern ge—
zogenen Grenzen energisch zu durchbrechen und
der Bebauung nach allen Seiten hin Raum zu
geben. Deshalb haben die gegenwärtigen Vor—
zänge in Varis auch für uns ihr Interesse.
Ein neues Aktiengesetz.
Die Erfahrung hat uns leider lehren müssen
vie mangelhaft unsere Gesetzgebung hinsichtlich
des Aktienwesens ist. Es hat sich während der
Bründerjahre zur Genüge gezeigt, daß die Ge—
etzesparagraphen dem Schwindel Thür und
Thor offen ließen. Die wiederholten Enthül—
lungen von besonders faulen Gründungen ha
aber bisher keine greifbaren Folgen gehabt
Doch sind Aenderungen wenigstens in Aussicht
Im Herbst vorigen Jahres hatte das Reichs
Justizamt eine Sachverständigenkommission aus
herschiedenen deutschen Bundesstaaten einberufen:
derselben wurde ein im Reichs Justizamt aus—
zearbeiteter Entwurf eines neuen Aktiengesetzes
uͤnterbreitet, worauf die Kommission denselben
eingehend beriet. Bei den verschiedenen Lebens—
stellungen, welche die Sachverständigen einnah—
men, uͤnd bei den oft weit auseinandergehenden
Ansichten ergaben die Beratungen ein reichhal—
tiges Material, dessen Verarbeitung längere
zeit in Anspruch nahm. Diese Arbeiten sollen
funmehr abgeschlossen worden und an das
Reichsamt des Innern gelangt sein. Es soll
iich hierbei um ein ganz neues Aktiengesetz han—
deln, welches nach erhaltener Genehmigung des
—
wird. In Ansehung der verschiedenen Stadien,
welche der Gesetzentwurf noch zu passieren hat
st nicht anzunehmen, daß diese Angelegenhei—
den Reichstag schon während der bevorstehender
Frühjahrssession, noch überhaupt bald beschäf
tigen wird.
Kunstgewerbliche Konkurrenzen.
Auf dem Gebiete kuustgewerblicher Konkur
cenzen findet das von Hamburg und valle ge
gebene Beispiel Nachahmung. Auch der Kunst
jewerbe-Verein zu Karlsruhe fordert in einen
ben erlassenen Preisausschreiben Entwürfe
zu einer vollständigen Mobilbia-Aus—
stattung für ein bürgerliches Wohn—
und Eßzimmer, die auf einfachste Verhält
nisse berechnet und bei solider Herstellung den Preis
von 1000 Mk. nicht überschreiten soll. Verlangr
werden dafür: ein nach Bedarf zu vergrößernder
Tisch, ein Buffetschrank, ein Sopha oder an dessen
Stelle eine Sitztruhe mit gepolsterter Sitzlehne,
echs Stühle, ein Arbeitstischchen mit bequememn
Lehnstuhl, ein Pfeilerschrank mit Spiegel, eir
Bücherregal, ein Wandschränkchen, ein Schemel
zwei Vorhangstangen und ein Schaft mit Kleider
haken. Ein Kollegium von fünf Fach—
leuten soll die eingehenden Arbeiter
vor weiterer Beurkeilung zunächst da
rauf prüfen, ob sie zu dem angegebe—
nen Preise ausführbar sind., Nur be
ahenden Falls finden sie zu der Konkurrenz Zu—
lassung. Ausgesetzt sind fuͤr die Sieger 2 Preise
bon 400 und von 2560 Mk. Für eine zweite Auf—
gabe, den Entwurf eines für ein derartiges Zim
mer passenden, glasierten Kachelofens, der
einesfalls rein weiß gehalten sein darf, schreib!
derselbe Verein zwei Preise von 100 und von
30 Mk., für den Entwurf eines schmiede
eisernen Aushängearms mit Firmen,
child im Verkaufswert von 100 Mk., zwei
veitere von 60 und von 40 Mk. aus. Die
Zeichnungen — bei Aufgabe III in /ꝛ, bei Auf
Jabe J und Il in “s der natürlichen Größe unten
dinzufügung der wichtigsten Details in Natur
jröße — sind bis zum 15. April d. J. dem Vor
tlande des Kunstgewerbe-Vereins zu Karlsruhe
inzusenden. Bei der Beu teilung wird von der