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gen für bestimmte Gruppen von Ersatzkräften gegeben
werden. Soweit die Wiedereinstellung der
Kriegsteilnehmer durch Freimachung von Arbeitsplätzen
nicht in vollem Umfange ermöglicht werden
kann, hat der Unternehmer durch vorübergehende Einführung
von Kurzarbeit für die Bereitstellung der
erforderlichen Arbeitsplätze zu sorgen. Aber auch für
die Fälle, in denen eine sofortige Vermittlung nich‘
möglich ist, sind vorsorgende Maßnahmen getroffen
Darüber hinaus wird die Regelung der Arbeitszeiter
den kommenden Friedensverhältnissen angepaßt, und
insbesondere gelockerte Arbeiterschutzbestimmunger
für Frauen und Jugendliche wieder angezogen werden
Schließlich gibt der Staatssekretär einen Ausblick
auf den Arbeitseinsatzinder Friedenswirtschaft,
der seine Kennzeichnung durch
die umfassenden Aufgaben erfährt, die nach siegreich
beendetem Kriege dem Großdeutschen Reich im europäischen
Wirtschaftsraum gestellt werden. Dabei wird
allerdings mit einem Engpaß zu rechnen sein: dem
Arbeitseinsatz.
Besondere Aufgaben innerhalb der kommender
Friedenswirtschaft werden der Bauwirtschaft zufallen,
deren großartige Entwicklung seit 1933 dar
gestellt ist. Während zu Beginn des Jahres 1933 die
Bauwirtschaft schwer darniederlag, die Arbeitsämter
mehr als 900000 arbeitslose Bauarbeiter zählten und
der Wert der baugewerblichen Herstellung 1932 auf
rund 2,3 Milliarden zurückgegangen war, war derselbe
1935 bereits auf mehr als 7 Milliarden RM. gestiegen
1938 betrug sie schon 11,5 Milliarden RM., fast doppelt
soviel wie vor dem Weltkrieg. Diese hohe Anspannung
des Jahres 1938 hielt auch 1939 bis zur
Ausbruch des Krieges unvermindert an. Der Ausbruch
des Krieges wirkte sich vor allem auch im Arbeitsein
satz der Bauwirtschaft einschneidend aus; die Zah
der Bauarbeiter beträgt aus diesem Grunde gegenwär
tig rund eine Million, etwa die Hälfte der Friedens:
zahl. Seit Kriegsbeginn beherrschen die für die Lan
desverteidigung benötigten Bauvorhaben den Bau:
markt, und auch die Bauten des Vierjahresplanes wur:
den mit erhöhtem Nachdruck vorangetrieben, weshalt
Insbesondere der nicht kriegswichtige Wohnungsbau.
der gewerbliche Bau und der öffentliche Bau eingeschränkt
bzw. zurückgestellt werden mußte. Dr. Syrur
hebt hervor, daß an der Spitze der kommenden großer.
Bauaufgaben der Wohnungsbau stehen wird, zuma'
der dringendste Wohnungsbedarf im Großdeutscher:
Reich auf etwa 5—6 Millionen Wohnungen geschätzi
werden muß, Die Bereitstellung angemessener und
preiswerter Wohnungen sei schon im Hinblick auf die
Notwendigkeit einer weiteren Erhöhung der Geburten:
zahl erforderlich. Aufgabe des Reiches werde es sein.
die Voraussetzungen für die Durchführung dieses Planes
hinsichtlich des Baulandes, der Baustoffe, deı
Finanzierung, auch hinsichtlich der Arbeitskräfte zu
schaffen. — Als eine weitere der kommenden großer
Aufgaben bezeichnet Dr. Syrup den Ausbau des
Verkehrsnetzes (Eisenbahn, Wasserwege, Reichs
autobahn) im Großdeutschen Reich. Auch der in
dustrielle Bau, besonders der Verbrauchsgüter
industrie, werden starke Anforderungen an die Bau
wirtschaft stellen. Hierzu geselle sich der Ausbau deı
Großstädte des Reiches, in dem sich die machtvolle
Fntwicklung des Dritten Reiches im Frieden und Krieo
Saarpfälzische Wirtschaftszeitung Nr. ır
bekunde. Daß es unter diesen Umständen kaum möglich
sein werde; die benötigten Arbeitskräfte allein aus
dem Reiche selbst zu beschaffen, werde in starkem
Umfang auf ausländische Arbeitskräfte zurückgegrif.
fen werden müssen. Diese Entwicklung, die die Bauwirtschaft
nach siegreichem Frieden nehmen wird,
werde um so weittragender sein im Hinblick auf die
Schlüsselstellung: der Bauwirtschaft.
Die Aufgabe, vor der die Arbeitseinsatzbehörden
in der kommenden Friedenswirtschaft stehen werden,
sei die Deckung des Bedarfes an Arbeitern, der planvolle
Einsatz der menschlichen Arbeitskräfte. Die Lösung
dieser Aufgabe werde um so schwieriger sein,
als sich bis 1947 der Geburtenrückgang der Krisenjahre
vor 1933 stark auswirken wird. Denn bereits
1940 sei die Zahl der männlichen Schulentlassenen auf
5350000 gegenüber 620000 im Jahre 1935 zurückgegangen,
ein Abfall, der sich bis zu seinem Tiefstand
von 440 000 im Jahre 1947 fortsetzen wird. Und auch
der Anstieg nach 1947 werde sich zunächst auf der
Höhe des Jahres 1940 bewegen, was auch den Altersaufbau
unseres Volkes in, der Folgezeit entsprechend
ändern müsse, Dieser Tiefstand zwinge in den nächsten
Jahren zu einer staatlichen Steuerung des Nachwuchses.
Ebenso wichtig, zahlenmäßig vielleicht wichtiger
als die Steuerung des Nachwuchses sei die
planvolle Verteilung der bereits im Arbeitsleben
stehenden Arbeitskräfte. Die kommende Demobilmachung
der Wehrmacht muß auch mit einer
Lockerung der Arbeitseinsatzbestimmungen (Beschränkung
des Arbeitsplatzwechsels, Dienstverpflichtung)
verbunden sein; insbesondere werde man auf
das Mittel der Dienstverpflichtung in
weitgehendem Maße verzichten, da die
Dienstverpflichtung, die im Kriege zum wirtschaftlichen
Gestellungsbefehl wurde, stets die „ultima
ratio‘ sei.
Je mehr aber in der kommenden Friedenszeit die
Arbeitseinsatzregelung der Kriegszeit eine Lockerung
erfahren werde, desto notwendiger werde die Herbeiführung
eines richtigen Verhältnisses
in den Löhnen der einzelnen Wirtschaftszweige
untereinander werden. Dr. Syrup weist in diesem
Zusammenhang darauf hin, daß höhere Verdienstmöglichkeiten
bei leichteren Arbeitsbedingungen
zwangsläufig zu einem starken Zudrang zu diesen Industrien
und zu einer Abwanderung aus weniger günstigen
Gruppen führen müßte. Das gelte nicht nur für
Tendenzen des Arbeitsplatzwechsels, sondern in besonderem
Maße für die Lenkung des Nachwuchses.
ÖOleichzeitig werde von der Lohnseite die Setzung
eines richtigen Leistungslohnes nötig werden, daher
werde das übernommene Verfahren der Einteilung det
Arbeiter in gelernte, angelernte und ungelernte nicht
beibehalten werden; es müsse vielmehr an eine Bewertung
in Leistungsgruppen gedacht werden, wobei insbesondere
eine grundsätzlich neue Einstellung zu angelernten
Arbeitern erfolgen müsse, dessen Geltungsbereich
sich infolge der Schematisierung der Arbeit
immer mehr ausbreite. Dabei werde sorgfältig auf
ein gerechtes Verhältnis zwischen dem Einkommen des
in Akkord beschäftigten angelernten Arbeiters zu dem
Einkommen des Facharbeiters zu achten sein. Als
weitere Fragen der kommenden Lohnpoli:
tik nennt Dr. Syrup das Verhältnis der Frauenlöhne
zu den Männerlöhnen, die Ortsklasseneinteilungen ir
den Tarifardnıuneen die enzialen Nehenleictungen um“