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werkshbeiriebe wieder in Gang zu setzen.
Vielen früheren selbständigen Handwerkern bleibt im
Augenblick keine andere Möglichkeit, als eine Arbeitnchmerstelle
 anzunehmen. Die Handwerkskammer Metz
ist im Augenblick damit beschäftigt, Erhebungen darüber
 anzustellen und in Fällen besonderer Härten
Maßnahmen zur Wiedererrichlung der Betriebe in die
Wege zu leiten. Alle selbständigen Handwerker, die
sich in dieser Lage hbefinden, werden aufgefordert,
sich bei der Handwerkskammer Metz zu melden.
Ob und inwieweit alle diese Handwerksbetricbe
wieder aufgebaut werden können, ist im Augenblick
schwer zu beantworten. Vielleicht wird eine kleinere
oder größere Anzahl von Handwerkern, die bisher nur
eine kümmerliche Existenz gehabt haben, davon Abstand
 nehmen, unter den veränderten Verhältnissen
wicder ein eigenes Geschäft einzurichten. Die Möglichkeit,
 eine gutbezahlte Arbeitnehmerstelle zu finden, ist
besser als früher, und die Gründung eines eigenen
Geschäftes verlangt vielleicht in Zukunft größere Anlorderungen
 von dem einzelnen.
Es ist also im Augenblick noch gar nicht möglich,
die Auswirkungen auf die Handwerkswirtschaft zu beurteilen,
 die die Räumung, der Krieg und die: veränderten
 Verhältnisse mit sich gebracht haben.
Trotzdem kann heute schon gesagt werden, daß in
Lothringen das Handwerk in der Vorkriegsform zur
Befriedigung des kommenden Bedarfs im Rahmen der
zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung nicht ausreichen
 wird. Lothringen ist Ansiedlungsland
 für tüchtige Handwerker jeden Berufes.
 Die kommende Entwicklung wird sowohl in
den Landbezirken wie auch in den kleineren und mittleren
 Städten tüchtigen Handwerkern gute Existenzen
sichern

Es werden Handwerksbetriebe für die Bedarfsbefriedigung
 der bäuerlichen Wirtschaft sowie für die
Bauernbevölkerung als solche benötigt. Bis jetzt war
die Landwirtschaft zur extensiven Wirtschaft gezwungen.
 Während noch vor dem Weltkriege die Erträge
 je Flächeneinheit höher lagen als in der Pfalz
und im Saarland, setzte nach dem Weltkrieg durch den
Absatzmangel und durch unhaltbare Preisverhältnisse
eine starke Vernachlässigung der Bodenbearbeitung ein.
Lothringen hat noch sehr große landwirtschaftliche
Reserven, die im Zuge der nunmehr auch in diesem
Raume einsetzenden Erzeugungsschlacht ausgewertet
werden müssen. Im Zuge der landwirischaftlichen
Intensivierung ist die Neubildung von Handwerksbetrieben
 notwendig. Moderne Schmiede-, Schlosser-, Wagner-,
Schreiner- und Sattlerwerkstätten sowie Betriebe zur
Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen werden benötigt.
 Betriebe des Baunebenhandwerks müssen für
die laufende Instandhaltung von Haus und Hof, Bäckerund
 Metzgerecibetriebe zur Versorgung der Bevölkerung
angesiedelt werden

Saarpfälzische Wirtschaftszeitung Nr. 14

In den Industriebezirken wird nach der
anter der französischen Regierung erfolgten industriellen
Schrumpfung ein neuer wirlischaftlicher Aufschwung
arwarlet. Lothringen wurde in den letzten Jahren mehr
and mehr als militärisches Vorfeld angesehen, was
ıaaturgemäß der industriellen Fortentwicklung sehr
ainderlich war. Dieser Entwicklungsstillstand und
Leistungsrückgang ist sowohl im Erzbergbau sowie
auch im Kohlenbergbau eingetrelen. Im Erzbergbau
wurde nach vorliegenden Berichten die Leistung 1913,
ılso im letzten Normaljahr unter unserer Führung,
ıur noch ein einziges Mal, im Jahre 1919 um ein geinges
 überschritten. In der eisenschaffenden Industrie
ırlangte die Roheisenerzeugung manchmal den Leistungsstand,
 den sie 1913 erreicht hatte. Weiter entwickelt
 wurden nur die Stahlerzeugung und die Walzwerksleistung.
 Der Kohlenbergbau blieb bis 1936 auf
lie drei unmittelbar an der Saargrenze gelegenen Unaehmungen,
 die schon vor dem Weltkrieg bestanden
hatten, beschränkt. Frankreich befriedigte seinen Koh-‚enbedarf
 durch die Reparationskohle und durch die
LöjJährige Ausbeute des Saarbeckens. Erst 1936 wurde
der Betrieb auf einer neuen Grube aufgenommen. Die
bergbauliche Erschließung des lothringischen Kohlenvorkommens
 hat gegenüber 1913 geringe Fortschritte
gemacht.

Die Initiative der deutschen Wirtschaftsführung
wird dieser stillstehenden, meist sogar rückläufigen
Industrieentwicklung ein Ende setzen. Es ist zweifellos
schon in Kürze, wenn die Schäden des Krieges beseitigt
 und die Anlaufsschwierigkeiten überwunden sind,
mit einem großen industriellen Aufschwung
 zu rechnen. Industrielle Weiterentwicklung
 und Leistungssteigerung bringt automatisch
Arbeit für das Handwerk in zweierlei Richtung. Einnal
 Arbeiten als Zubringer-, Instandsetzungs- und In-;tandhaltungsbetriebe
 für die großen industriellen
Werke, dann als Versorgungsbetriebe für die Industriejevölkerung.
 So wird auch in den kleineren und mitteren
 Städten der Industriebezirke in Lolhringen ein
itarker Bedarf nach leistungsfähigen Handwerksbetriejen
 jeden Berufes einsetzen.
Wenn dann noch im Zuge dieser Neugestaltung
aine verständnisvolle Förderung und Pflege der Handwerkswirtschaft
 einseizt, besteht zweifellos die Möglichkeit,
 in Lothringen einen gesunden Handwerkerstand.
 zu schaffen.
Das lothringische Handwerk hat, wie das Land,
>ine wechselreiche und schicksalsschwere Geschichte.
Zine neue Zeit hat auch für das lothringische Handverk
 begonnen. Es wird einer gesunden Entwicklung
ınter dem Schulz des wohlgeordneten mächtigen Deutschen
 Reiches entgegengehen. Lothringen wird auch
2 Zukunft‘ Grenzland bleiben. Jetzt allerdings deut:
sches Grenzland, für das immer ein gesunder bodenständiger
 und bodenverwurzeller Handwerksstand von
besonderer Bedeutung sein wird

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