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A.-G. in Duß*die Stromerzeugung und -versorgung übernahm,
ist es gelungen, auch die Saline Solvay & Cie.,,
Salzburgen, an dieses Stromnetz anzuschließen, so daß
auch auf diesen beiden Salinen — bei Duß durch anfallende
Abdampfe bei der Stromerzeugung und bei
Salzburgen durch normales Sieden, unter Verbrauch
der letzten Kohlenvorräte — die Salzerzeugung wieder
aufgenommen wurde.
Gerade zur rechten Zeit kamen auch für diese Salinen
die vom Chef der Zivilverwaltung für Lothringen
zur Verfügung geslellien Kohlenmengen, so daß
die Betriebe keine Unlerbrechungen mehr erleiden
brauchten.
In drei Monaten ist es gelungen, die lothringischen
Salinen wieder zu ihrer alten Betriebsfähigkeit zurück-Saarpfälzische
Wirtschaftszeitung Nr. 14
zuführen und alle Arbeiter und Angestellte dieser Werke
wieder in Lohn und Arbeit zu bringen.
Es muß erwähnt werden, daß die Betriebsleiter
schon seit langen Jahren im besten Einvernehmen zu-;ammenarbeiten
und bei den Wiederaufbauarbeiten das
\llgemeininteresse vor das der einzelnen Saline gestellt
haben,
In diesem Sinne wird es gelingen, die lothringische
Zalzwirtschaft wieder auf den Stand zurückzuführen,
jen sie vor dem Kriege 1914/18 innegehabt hat. Die
Betriebsleiter der Salinen, die fast ausnahmslos in den
Betrieben aufgewachsen sind und aus altlothringischen
Familien stammen, werden zusammen mit dem Chef
der Zivilverwaltung für Lothringen im Interesse der
gesamten großdeutschen Wirtschaft arbeiten und ihre
lothringischen Salinenbetriebe vorwärtsbringen.
Dr. FRITZ KLAUSS, Kaiserslautern=-Metz,
Geschäftsführer des Landeshandwerksmeisters Saarpfalz, Beauftragter bei der Handwerkskammer Metz
Lothringens Handtwerkswirtfchaft jcht und in der Zukunft.
I“ Lothringen zählen wir bei einer Fläche von
6362 qkm und einer Einwohnerzahl von 696000 Men:
schen etwa 111 Einwohner auf den Quadratkilometer
Die Siedlungsdichte liegt also unter dem Reichsdurch
schnitt, der bekanntlich 142 Einwohner pro Quadratkilometer
beirägt. Lothringen ist wesentlich weniger
dicht besiedelt wie die benachbarte Saarpfalz, wo in
der Pfalz bei 1015182 Einwohnern und 5492 qkm auf
den Quadratkilometer 185 Bewohner treffen und im
Saarland bei 823 978 Einwohnern und einer Fläche von
1934 qkm 428 Einwohner auf den Quadratkilometer
kommen.
Die Siedlungsdichte ist in Lothringen in den einzelnen
Kreisen sehr verschieden. Der dichtbesiedelste
Kreis ist Diedenhofen West mit 372 Einwohnern Dro
Quadratkilometer. Es folgen
Metz Stadt und Land mit 180 Einwohnern pro qkm
Forbach „155 a a
Diedenhofen Ost „107 " #
Saargemünd a € “u 2
Bolchen „68 3x % m
Saarburg „58 a $ 8
Salzburgen „34 u # =
Die kreisweise Aufteilung der Siedlungsdichte in der
Saarpfalz zeigt eine gleichmäßigere Bevölkerungsverteilung.
Im Saarland beläuft sich die größte Siedlungsdichte
in Saarbrücken-Stadt und -Land auf 894 Einwohner
auf den Quadratkilometer*; in den anderen
Bezirken schwankt sie um etwa 200 bis 300 Einwohner
pro Quadratkilometer. In der Pfalz zeigt
Ludwigshafen-Stadt und -Land mit 876 Einwohnern
je Quadralkilometer* die größie Dichte der Bevölkerung,
während in den übrigen pfälzischen Kreisen
sich die Sicedlungsdichte um 85 bis 2530 Einwohner
bewegt. Die Siedlungsdichte ist in den rein ländlichen
pfälzischen Bezirken bei weitem nicht so niedrig wie
in den lolhringischen Landbezirken. Die niedrigste
Siedlungsdichte haben wir in den Bezirken Kirchheimbolanden
mit 98, Bergzabern mit 89 und Rockenhausen
mit 85 Einwohnern pro Quadratkilometer. Diese liegt
also immer noch bedeutend höher als in den länd-Zu
Grunde gelegt ist die ständige Bevölkerung am 17- 5. 1939.
lichen Kreisen Saarburg und Salzburgen im Lothringer
Land.
Wir haben in Lothringen eine einzige größere Stadt.
die jetzt durch verschiedene Eingemeindungen Groß.
stadt mit über 100000 Einwohnern geworden ist:
Metz. Alle andern Städte sind Kleinstädte, wobei nur
tünf, nämlich Diedenhofen, Saargemünd, Forbach, Großnövern
und Hayingen, wenig über 10000 Einwohner
zählen, während nur weitere drei Städte, nämlich
Bitsch, St. Avold und Saarburg, knapp an die 10000
Einwohner herankommen. Es gibt dann nur noch zehn
Städte über 5000 Einwohner. Alle übrigen Gemeinden
zählen unter 5000 Einwohner
Der weitaus größte Teil der Bevölkerung wohnt
also“ in Gemeinden unter 5000 Einwohnern auf dem
Lande, während nur etwa 120000 Menschen in Metz
als Großstadt, etwa 70000 Menschen in Städten über
10000 Einwohnern, 94 000 Menschen in Städten übe?
5000 Einwohnern wohnen.
Diese Bevölkerungsstruktur ist die
Srundlage der Handwerkswirtschaft
Bei der Handwerkskammer Metz sind nur wenige
Unterlagen vorgefunden worden, so daß ein anschauliches
Bild über die Struktur des lothringischen Handwerks,
insbesondere über die Beschäftigtenzahlen und
über die wirtschaftliche Kapazität zunächst nicht gezeben
werden kann. Wir zählen in Lothringen nach
jen vorhandenen Aufzeichnungen vor dem Kriege etwa
10000 Handwerksbetriebe. Mit 1,39 Betrieben auf 100
Einwohner liegt die Betriebsdichte unter derjenigen
les Gaues Saarpfalz, wo sie eiwa 1,9 beträgt und noch
weiter unter der Betriebsdichte in der Pfalz, die wir
mit 2,3 Betrieben pro 100 Einwohner errechnet haben.
arößere und milllere Handwerksbetriebe finden wir
in Metz und in den Industriebezirken Diedenhofen,
dayingen, Großmövern, ferner in Forbach, Stiering-Wendel
und Saargemünd. Hier ist das Handwerk wirtschaftlich
sehr stark mit der Industrie verflochten, sei
es als Reparaturhandwerk, Baunebenhandwerk oder
als Zubringerhandwerk für Industriewerke, Es ist ferner
eingestellt auf die Bedarfsdeckung der Hütten- und