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Zwei bekannte Walzen- und Stahlformsießereien
haben durch den Krieg so gelitten, daß
sie in absehbarer Zeit nicht wieder ihren Botrieb eröffnen
können. Von ihnen stehen nur mehr Ruinen.
Von den Metallgießereien ist besonders eine zu
orwähnen. die eine gut eingerichtete Bearbeitungswerkstätle
hesitzt.
Die Betriebe *des Eisen- und Stahlhaues
sind bedeutender. Es ist klar, daß diese ausgesprochenen
Zülieferanten für die Gruben und Hütten ein
outes Betätigungsfeld hatten. Aber auch diese Betriebe
sind zum großen Teil veraltet. Auch bei ihnen sind
entweder alle oder die besten Maschinen geräumt und
nach Frankreich gebracht. Dor derzeitige Zusland ist
zum Teil trostlos. Hergestellt wurden Eisenkonstruklionen,
Kessel, Behälter, Kranbahnen, Wohnhäuser,
Secnulen und Kirchen aus Slahlblech, Hallen. Brücken,
Eisenbanhnmaterial. In Niederweiler befindet sich am
Rhein-Marne-Kanal eine kleine Schiffswerft,
Von ciner Maschinenbauindustrie kann
eigentlich nicht die Rede sein. Es sind wohl zwei
Firmen vorhanden, die Ventilatoren, Wettermaschinen
und Großdreschmaschinen herstellen. Sie beschäftigen
aber nur 10—20 Mann. Andere Fabriken montieren im
Nebenbelrieb Traktoren oder bearbeiten Zahnräder,
Kin Belrich slellt eine mittlere Zylinder- und Kurbelwellenschleiferei
dar.
Auch eine Fahrzeugindustrie ist nicht vorhanden.
Wohl stellen mehrere kleine Unternehmen
sufbauten für Personen- und Lastwagen her.
Achnlich ist es bei der Elektroindustrie.
Es ist überhaupt charakteristisch, daß trolz des sehr
großen Inveslilionsbedarfes der Eisenerz- und Steinkonlengruben
und der eisenschaffenden Industrie keine
Firmen vorhanden sind, die Werkzeugmaschinen oder
andere Maschinen herstellen. Auch elcktrische Anlagen
und Geräte werden nur von 6 kleineren bis millleren
Unternehmen gefertigt. Diese Elektroindustriefirmen
stellen Wechselstrommoloren, Transformatoren, Änlasser,
Sicherungen, Schalter, Steckdosen und elektrische
Meßinstrumente her. Der größle Betrieb hatte
vor diesem Kriege nur eine Gefolgschaft von 80 Mann.
Auch eine Optik und Feinmechanik ist nicht vorhanden.
Dagegen verdient die Industrie der sogenannlen
Werkstoffverfeinerung besonderer Erwähnung.
Es gibt 12 Werke, eins davon mit über 600 Beschäfligten.
die Stanzarlikel, Baubeschläge, Schrauben, Nielen.
Bolzen und Muttern herstellen, dann Achsen,
Pflüge, Werkzeuge, Schlässer Röhren und Drahtveoflecnt
An Bedeulung gleich istauchdie Eisen-, Stahlund
Blechwarenindustrie, Sie umfaßt 15
kleinere und mittlere Belriehe, von denen fast ein
Drittel Kohlen- und Gasherde herstellen. Ein Betrieb
fertigt daneben noch Elektiroherde. Zwei Werke in
Saargemünd sind spezialisiert auf Kassenschrankfabrikation.
Ihre Kassenschränke gemiecßen einen ausgezeichnelen
Ruf. Die übrigen Betriebe stellen Haus-- und
Küchengeräte, gelochte Bleche usw. her.
Aus der Metallwarenindustrie sind einige
Betriebe bemerkenswert, die Uhrfedern für Taschenuhren,
Armbanduhren, Grammophon- und Spielwarenfedern
herstellen, Es ist keine große Industrie, aber
eine Desanderheitl der Stadt Saarhurgs in Lolhringen.
Saarpfälzische Wirtschaftszeitung Nr. 141
Ihre einzige Konkurrenz in der Well besteht in einem
Unternehmen in Deutschland und zweien in der Schweiz,
Daneben zgipt es Stanlmatratzenhersieller und dann
»inige Betriebe, die erst in den letzten Jahren entstanden
sind und Füllfederhalter, Puderdosen und
Briefklammern nerstellen.
Die Gruppe Sleine und Erden umlaßt eine
Vielzahl kleiner, mittlerer, aber auch großer Belriebe.
Die Zemenlindustlrie ist im Gebiete um Dicedenhofen.
mit mehreren Werken und in Heming bei Saarburg
heimisch. Die Kapazität dieser Werke ist sehr
zroß. Bekannt sind auch die Gipslager Lolhrinzens.
Hier verdient Erwähnung, daß um Lolhringen
ıls Kern Gipswerke im Elsaß, Luxemburg und im
Saarland bestehen, während ösilich davon die nächsten
ipslager erst wieder in Württemberg, am Main und
ım Harz zu finden sind. Neben einem einzigen Werk
ler feuerfesten Industrie gibt es eine ganze
Anzahl Sandstein- und Kalksteinbrüche
lann Sand-und Kiesbaggereien an der Mosel.
Dieses punle Bild wird noch ergänzt durch Dachziegel-,
Backstein-, Schlackenstein- una
Betonsteinfabriken
Die Bauindustrie hatle im Gegensatz zu der
Bauindustrie Großdeutschlands in den letzten Jahren
nur . wenig Beschäftigung. Die Hochkonjunktur des
Jahres 1929 wurde nur noch einmal bei dem Bau der
Maginotlinie erreicht. Um diese Zeit kamen aber auch
lie größten französischen Bauunternehmungen aus
Paris und Marseille ins Land. Viele kleinere Unternehmen
gehören einheimischen Italienern, die sich
lurch Fleiß emporgearbeitet haben.
Die holzverarbeitende Industrie umfaßt
nehr als 20 kleinere und miltlere Firmen, die Möbel
Polstermöbel, Stühle, Türen und Fenster, Kirchen
rgeln, Bürsten und Verpackungen für das in der Umzebung
von Metz überreich vorkommende Obst feriigen.
Ein großer Teil dieser Betriebe wurde durch
kriegerische Ereignisse zerstört, ein Teil ausgeräumt
und geplündert. Dice meisten sind auch jetzt noch nicht
arbeitsfählie.
Die Sägeindustrie hal dagegen nicht so sehr
durch Plünderungen und kriegerische Handlungen gelitten.
Sie hal ihre Standorte in den nördlichen Ausäufern
der Vogesen und in dem eigentlichen Industriegebiet
zwischen Metz und Diedenhofen
Veber die Glasindustrie wird ein besonderer
Bericht folgen. Hier sei nur die Keramindustrie
°rwähnt, die neben zwei miltleren Betrieben für Georauchsgeschirr
und Elecktro-Porzellan die größte Stein:
zutfabrik Frankreichs aufweist, die Faiencerie Saar
zgemünd mit dem größten Geschirrsortiment Europas.
Die Faiencerie Saargemünd beschältigle zu ihrer besten
Zeit mehrere tausend Arbeiter, 1929 noch 3000 und
vor diesem Kriege noch 1600. Hergestellt wurden ncben
Steingulgeschirr und braunem (Geschirr noch Wand-Dlatten
Von der chemischen Industrie ist beson-Jers
ein Belrieb zu erwähnen: die Firma Kuhlmann
in Duß, die Schwefelsäure, Salzsäure, Salz und Lithopone
herstellt. Die Gefolgschaft dieses Betriebes beirug
zu normalen Zeilen 700. Andere Betriebe slellen
Sauerstolf, Acetylen, Explosivstoffe, Dachpappe, Lacke
und Farben. Seife, Kunstdünger und Bohnerwachs her