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deutung oben an. Darin wird erkennbar der große
Verbrauch des dichlbevölkerten Industriegebieles, Den
größten Auftrieb erfunren die Brauereien, als nach
dem Weltkrieg die deutsche Einfuhr nach Frankreich
aufhörte und die Brauereien in Elsaß-Lothringen und
im Saargebiel als die einzigen Lieferanten deutschen
Bieres auf dem französischen Markt auftreten konnten.
Die Erzeugnisse der lothringischen Landwirtschaft flossen
in die großen Verbraucherzentren des Hüttengebiets
und der Saar; als nach der Rückgliederung des Saargebietes
die Zollgrenze zur Saar hin von Frankreich
geschlossen wurde, blieb die Landwirtschaft auf großen
Veberschüssen sitzen und geriet in eine außergewöhnliche
Notlage. Der geringe Stand der Organisation der
lothringischen Landwirtschaft hat die Weiterverarbeilung
landwirtscnhaftlicher Produkte nicht sonderlich ge-[ördert.
Nur die Metzer Konservenfabrikation und die
Brennerei-Industrie, die die Loihringer Mirabelle verarbeitet.
haben srößere Bedeutung erlangt.
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Bilanz am Ende der französischen Zeit.
Rückblickend muß festgestellt werden, daß für
Lothringen und seinen wirlischafllichen Entwicklungsstand
noch das Gleiche gilt wie beim Ende der deut
schen Verwaltung: Es ist ein junges Industriegebiet,
das noch nicht zur AÄusgeglichenheit in seiner industriellen
Struktur gefunden hat. Obgleich die Vorausseizungen
hierfür durch eine gewisse Mannigfaltigkeit
an älteren Ansätzen nicht ungünstig waren, hat das
Tempo der schwerindustriellen Entwicklung die Lei:
stungskraft des Landes und seiner Bevölkerung überschritlen.
Die Nachteile dieser Entwicklung sind schon
mehrfach berührt worden. Sie liegen einmal in der
gegenwärtigen Zusammensetzung der Arbeiterschaft im
lothringischen Kohlenbergbau, im Erzbergbau und in der
Eisenhüttenindustrie (Abb. 55. Die Anteile verschiedener
Nationalitäten waren in diesen Zweigen zwar verschieden,
aber allgemein standen die italienische und die
polnische Gruppe neben Franzosen und Lothringern
im Vordergrund. Erheblich stark war auch der Anteil
der Koloniallranzosen. Im Erzbergbau waren die Anteile
der Ausländer am höchsten (Lothringer und Franzosen
29%, Italiener 23%, Polen 25%, Nordafrikaner
7%, Reichsdeutsche und Luxemburger 10%, sonstige
Völker 6%). Daß hier Verschiebungen eintreten werden,
liegt auf der Hand. So stellt sich als erste in Zukunft
zu lösende Frage die der Arbeiterversorgung.
Meitervs -beitende Industrie
90000
80000 +
70000
80000
50000
40000
30000
20000
10000
VZLLLLLA Inländer
FR Ausländer
Ärstwirtschaft
industrie
[IwF]
Staa Dienste
Hrndel-u, Bankwesen
Verwaltung u. Verkehr
Erpi@ Berufe
Höusliche Dienste
le
Abb. 5
Erwerbstätige In: und Ausländer in den verschiedenen
Wirtschaftszweigen
Saarpfälzische Wirtschaftszeitung Nr. 14
Daß ihre Lösung auf das nationalpolitische Ziel auszerichtet
sein muß, bedarf keiner weiteren Ausfüh
ungen,
Dem Ziel eines gesunden Bevölkerungsaulbaucs
nuß die Entwicklung eines leistungsfähigen Facharbeiterstandes
und einer gesunden Unterıjehmerinitiative
dienen, Anreize, die hierzu
zegeben werden können, liegen einmal auf dem Geet
der Kapitalversorgung des verarmten Lanles,
zum zweiten aber auf der Herstellung der noch
'ehlenden großen Wasserstraßenverbindung
zum Rhein hin, da leistungsfähige ' Wasserstraßen er-’ahrungsgemäß
die stärkste Anziehungskraft für neue
'ndustriezweige bilden. So wird auch neben der Lösung
ler Verkehrsfrage diese Nebenwirkung von einer Kanal-‚erbindung
des lolhringischen Erzgebietes mit der Saar
und darüber hinaus mit dem Rhein zu erwarten sein
Gegenüber diesen langfristigen Aufgaben sei als
ıusgesprochene Angleichungsfirage noch kurz die Anzleichung
der Lenpenshaltungskosten und
„öhne an das pvenachbarte Saarland erwähnt. Beim
\bschluß der hierzu schon eingeleiteten Maßnahmen
wird wieder der Zustand hergestellt sein, der bis zum
Weltkrieg bestand: Lothringen hatte elwas niedrigere
Lebenshaltungskosten als die Saar, aber etwa gleiche
"öhne, so daß ein gewisser Anreiz für die Uebersied-‚ung
von Hülten- ünd Grubenarbeitern nach Lothringen
bestand.
Die Zukunftsaufgabe auf wirtschaftllich-“echnischem
Gebiet wird dahin zu formulieren
;ein, daß Kohle und Erz als die werlvollsten Bodenschätze
des deutschen Volkes überhaupt so abgebaut
und verwertet werden müssen, daß aus ihnen die
größtmögliche Leistung herausgeholt werden kann und
lie Lebensdauer der im Boden ruhenden Vorräte sojange
wie möglicn gestaltet wird. Hieraus ergibt sich
vor allem für das gesamte Mineltegebiet, daß Abbau
und Verhüttung einheitlich auf dieses große Ziel auszurichten
sind.
Daß die Saarpfalz in der Entwicklung der loth-:ingischen
Wirtschaft zukünftig eine Tührende Rolle
spielen wird, wird nach dem Rückblick über die Zeit
vor und nach dem Weltkrieg nicht überraschen. Es
muß aber doch in Erinnerung gerufen werden, daß
saarpfälzische Unternehmer in Lothringen auch dann
— nicht selten unter persönlichem Einsatz — erfolgreich
gearbeitet haben, wenn eine politische Grenze
:hnen diese Betäligung in undenkbarer Weise erschwerle.
Sie haben nicht nur in den Jahren der
deutschen Verwaltung Wesentliches zur Entwicklung
der lothringischen Industrie beigetragen, sie haben
auch vor 1871 und nach 1918, auch noch nach 1935
die Beziehungen über die Grenze hinweg aufrechterhalten.
Vielen von ihnen, vielen ihrer leitenden Angestellten
und auch vielen ihrer Arbeiter ist jetzt die
stolze Genugtuung geworden, wieder an den alten
Arbeitsplatz zurückkehren und abermals am Aufban
„Othringens mitarbeiten zu dürfen.
In der Verpindung mit der Saar wird ein Unteröfand
liegen für die erfolgreiche Wiedereingliederung
Lothringens in, den deutschen Lebensraum. Wurde
doch im Rückblick auf die deutsche Verwaltung von
1871—1918 immer wieder als Versäumnis empfunden.
daß nicht schon damals die wirtschaftliche Einheit
zwischen Lothringen und der Saar auch äußerlich