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Städte sind (von Metz abgesehen, das eine Sonderstellung
einnahm und auch außerhalb des alten Herzogtums
Lolhringen stand} über den Charakter kleiner
Landstädle nicht mehr hinausgekommen, seitdem die
alte Hauptstadt Deutsch-Lothringens, Wallerfangen an
der Saar, im Dreißigjährigen Kricg ihre Slellung einbüßte
und im Gefolge des französischen Vorstoßes zur
Saar von der Festung Ludwigs XIV., Saarlouis, abge
löst wurde. Seilhor war keine der deutsch-lothringischen
Städte mehr in der Lage, im deutschen Teil
des Herzoglums Mittelpunkt und Gegengewicht. gegen
Nanzig zu bilden. So stammt das einheimische Unterüchmertum
weniger aus städlischer Wurzel, wie denn
auch Handwerk und Handel Lothringens bis in
die Gegenwarl hinein der führenden Stellung des Elsaß
unlerlegen waren, Fragt man nach der Herkunft lothringischer
Unternehmerfamilien, so wird man zumeist —
selbst bei den de Wendels— die deutsche Herkunft feststellen.
Der Anteil deutscher Häuser findet sich in der
Eisenindustrie ebenso wie in der Glasindustrie, bei
deren Vätern enge Beziehungen zur Saar, aber auch
zu den mitteldeutschen Glasmachergeschlechtern bestechen,
Melzer Bürger betäligten sich als Unternehmer
in der Älteren Eisenindustrie, auch in der Fayenceindusirie;
für das Metzer Bürgertum ist aber die Verbindung
zur Landwirtschaft durch den Besitz ansehnlicher
Güter weil menr kennzeichnend als die zur
Induslrie
Im Metzer Bezirk wie überhaupt in Wesllothringen
herrscht in der Landwirtschaft der Mittel- und Großbetrieb
vor (Abb. 3}; da meistens die Güter verpachtet
waren, blieben sie bei längst überwundenen Betriebsformen
stehen; Ende des 18, Jahrhunderts wird Lothringen
„Zu den sehlechtest bebauten Ländern Europas‘ ge-Anlchar
Chateau Salıns
3
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Saarburg
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20-00 ha
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Abb. 3
Verteilung der landwirtschaftlichen Betriebe nach der Betriebsgröße
Saarpfälzische Wirtschaftszeitung Nr. 14
© Diedenhofen West
© Diedenhofen Ost
© Stadtkreis Metz
© Landkreis Metz
® Bolchen
®© Chateau Salins
@ Forbach
® Saarburg
© Soargemünd
Bevölkerungsdichte -nach der
Volkszählung _v.8. März 1936
über 4000 Einwohner qkm
300-400 +
* 100-200 +
50-100 +
= unter 50
[IwF)
Abb.
zählt. Wo wie im Osten Kleinbesitz besteht, leidet er
unter zu starker Parzellierung; während hier die aufkommende
Industrie dann aber Arbeitskräfte findet —
anfänglich über den Weg der Hausindustrie und der
nebenberuflichen Industriearbeit —, fallen die Bezirke
des Großgrundbesitzes ihrer geringen Volksdichte wegen
als Arbeiterersatzgebiete aus, Sie können
den zunehmenden Menschenbedarf der stürmisch wachsenden
Industrie nient mehr decken; so entsteht für
lie lothringische Industrie das Problem des Arbeiterersatzes,
das schließlıch nur durch die Heranziehung
zusländischer Arbeitskräfte bewältigt wird. Am stärksten
wird davon betroffen das Minettegebiet, wo die
landwirtschaftliche Nutzung auf kärglichen Böden an
sich schon geringer war als im übrigen Lothringen.
Zweifellos wirken auch die Blutverluste des Landes in
den großen Kriegen des 17. Jahrhunderts, in den
Auswanderungsbewegungen des 18. Jahrhunderts und
)jei der Abwanderung aus dem französischsprachigen
‘‚andesteil nach 1871 nach (Abb. 4)
Mit der geringen Rolle des einheimischen Unternehmertums
hängt auch die Tatsache zusammen, daß
die Kapitalversorgung der lothringischen Industrie
nur selten bodenständigen Ursprungs ist. In
der Eisenindustrie herrschte neben der einzigen lothringer
Unternenmung der de Wendels saarländisches.
luxemburgisches und niederrheinisches Kapital vor
Nach dem Weltkrieg trat an dessen Stelle innerfranzösisches
Kapital. Während: das Elsaß ein kräfliges einheimisches
Bankwesen hervorbrachte — nicht zuletzt
lank seiner großen Stellung im Handel — hliehen die