Full text : 3.1928 (0003)

—A
eine Abordnung, 3 aus drei Mitgliedern. Bei der
Zusammensetzung der Urbeitsgemeinschaft der Bamtenver—
bände bedeutete die Beschränkung der ÜUbordnung auf 3 ein
Opfer im organisatorischen Sinne, weil die angeschlossenen
Verbände auf Beteiligung verzichten mußten MNan beugte
sich aber dem Wunsche der Regierung, weil man die Sache
über die Person und über die Orgänisation stellte, und
weil man nicht die Regierungsvertreter nur anhören, son—
dern mit ihnen verhandeln wollte. Nun aber ereignete
sich folgender Zwischenfall: Vor dem Verhandlungslokal
traf die Abordnung der Arbeitsgemeinschaft mit dem Ver—
treter der Lokomotivbeamten, Herrn Godicke, zusammen,
der ihnen sagte, daß er auch an den Verhandlungen teil—
nehmen werde. Herr Rektor Schneider, als Führer der
Abordnung der Arbeitsgemeinschaft, wies Herrn G. auf
die Schwierigkeiten der Lage hin und bat ihn, unter Be—
rücksichtigung der Verhältnisse und im Interesse der Sache,
auf die Teilnahme zu verzichten oder sich besonders von
der Regierung unterrichten zu lassen. Herr G. lehnte ab.
Die Sitzung begann, und Herr Schneider erklärte
daß es den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft aus
organisatorischen Erwägungen unmöglich sei, im Bei—
sein des Vertreters der Lokomotivbeäamten mit der
Regierungskommission zu verhandeln. Herr General—
sektetär Pierrotet und andere Vertreler der Re—
gierungskommission legten daraufhin Herrn Gödicke
nahe, die erste Besprechung den Vertretern der Arbeitsge—
meinschaft allein zu überlassen und boten ihm Gelegenheit
zu einer besonderen Aussprache. Als auch dieses von Herrn
Gödicke abgelehnt wurde, schloß der Herr Generalsekretär
die Sitzung und behielt sich vor, die Entscheidung der Re—
gierungskommission in der Angelegenheit herbeizuführen.
Bei einer nochmaligen Aussprache sagte Herr G. daß
er selbst ja kein Interesse an Verhandlungen habe, son⸗
dern, daß er nur habe hören wollen, was die Vertreter
der Arbeitsgemeinschaft zu sagen hätten. In einer noch
am selben Abend stattfindenden Sitzung der Arbeitsgemein⸗
schaft wurde das Verhalten der AÄAbordnung einmütig ge—
billigt, in einem Schreiben an die Regierungskommission
um neue Verhandlungen gebeten und ein für allemal Ver—
handlungen in Gegenwars eines Vertreters der Lokomotivbeamten
 abgelehnt.
Soweit die Tatsachen. Die Dinge sind wert, daß man sie
sich etwas kritisch betrachtet. Die Lokomotivbeamten sind

die einzige größere Beaintengruppe, die nicht der Arbettsgemeinschaft
 der Beamtenverbande angehört. Es sei weiter
noch festgestellt, daß Herr G. auf Veranlassung von Herrn
Minister Lambert eingeladen worden war. Wenn nun
die Arbeitsgemeinschaft im Juteresse der Sache auf Ent—
endung einer großen Kommission zu den Verhandlungen
oerzichtete, und wenn darum Verbände und Beamtensäulen
abfichtlich ohne besondere Vertretung bleiben mußten und
nur die Herren Schneider, Blinn und Dr. Messinger ent—
andt wurden, dann war es organisatorisch unmöglich, daß
hie Abordnung der Beamtenverbände zugegeben hatte, daß
nachher Vertreter abseitsstehender Grüppen an ihrer Ver—
handlung teilnahmen. Man hätte erwarten dürfen, daß
das auch Herr G. einsehen würde. Leider konnte sich
herr Gödicke den von der Arbeitsgemeinschaft vertretenen
vedankengängen nicht anschließen, er bestand auf seinem
Schein und ließ daran die Verhandlungen scheitern. Diese
Stellungnahme muß in sich schon jedem, den es darin an—⸗
geht, der Sache zu dienen uünd der Beamtenschaft zu helfen,
inbegreifbar erscheinen; sie wird aber vollständig uner—
räglich durch die Bemerkung des Herrn G., daß er kein
znteresse an den Verhandlungen habe, sondern nur hören
wolle, was die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft zu sagen
hätten. Die Arbeitsgemeinschaft muß es entschieden ab⸗
ehnen, daß ihre Vertreter unter der Aufsicht und Kon—⸗
rolle des Herrn Gödicke verhandeln, und wenn sie es auch
rußerordentlich bedauerte, daß die Verhandlungen ver—⸗
choben werden mußten, so war sie es doch der Ehre der
Beamtenschaft schuldig, lieber auf Verhandlungen zu ver⸗
ichten, als unwürdigen Verhältnissen sich zu beugen. Wir
Beamten haben auch als Organisation Ehrbegriffe, und
wir verlangen von unseren Vertretern, daß sie unsere Be⸗
imtenehre wahren, wann und wo man versucht, sie zu ver⸗
letzen. Wir geben zum Schluß der Hoffnung Ausdruck,
daß durch diese Darlegungen auch die Beamten, die
wischenzeitlich durch andere Darstellung der Dinge beun—
zuhigt waren und ihre Vorwürfe an die falsche Adresse ge—
richtet haben, überzeugt sind, daß die Vertreter der Ar⸗
zeitsgemeinschaft nur handeln konnten. wie sie gehandelt
jaben.
Die Regierungskommission aber bitten wir, an den der
Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände zugesagten Vor—
verhandlungen festzuhalten und die Vertreter baldigst ein—
zuladen, damit die Besoldungsneuregelung in kürzester
Frist in Kraft treten kann. M.
DIE KOMMUNALE POLISEI ALSsS STIEFKIND

Der langersehnte Gruppenvergleich gemäß der Abrede von
Baden-Baden ist inzwischen verabschiedet worden. Weit mehr
als ein Jahr Zeit hat man dazu gebraucht, um denselben fertig
zu stellen. Weit mehr als ein Jahr hat man die Gemüter der
Beamtenschaft in Aufregung und Erwariung gehalten. Und

was ist das Resultat? „Es ist alles so geblieben, wie es vorher
war.“ Wenigstens für die unteren Beamten im allgemeinen und
ür die Polizeibeamten im besonderen. Es erinnert einen un—⸗
villkürlich an den Refrain eines Couplets, das gelegentlich der
lekten Reyue im Apbollotheater eine Rolle spielte. und

flüssig, in allen Apo-Reoferr
 ol theken u. Drogerien
— — erhäeltl. bei Körperund
 Nervenschwache, Bleichsucht vnd Blutarmut.
In besonderen Föllen frafge man den Hausarzt. 117

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Sotort
gobranchsfertig
Ergibt bei
eichter Handhebung
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zuverläüssig die
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Plaitwäsche

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