Full text : 3.1928 (0003)

amten zugleich in einen engen Zusammenhang mit der Ver—
waltungsreform gebracht und bildet einen wesentlichen Be—
standteil von ihr.
Ueber die weiteren Maßnabmen wird im Bildungsausschuß
des Deutschen Beamtenbundes beraten werden.
Zahlenmäßig steht die Verwaltungsakademie an zwei⸗—
ter Stelle im eich, unmittelbar hinter der Berliner
Akademie. Erfreulich und geradezu bewunderns—
wert ist es, wie die Hörer aus dem ganzen Saargebie!
herbeieilen und Woche für Woche, Samstags und Sonn
tags, den Ludwigspark füllen. Sie haben damit bewiesen
daß sie großen Wert auf ihre Fortbildung legen und
dafür weder Geld, noch Zeit und sonstige Opfer
scheuen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß dieser
Eifer auch im dritten Semester ähnlich in Erscheinung
tritt und knüpfe hieran den Wunsch, daß auch die Re—
gierungskommission des Saargebietes dem im Besuch un—
serer Akademie in Erscheinung getretenen Fortbildungs—
willen der saarländischen Beamtenschaft ihre Anerkennung
nicht versagen möchte. Die Gründung einer Päda⸗
gogischen Abteilung unserer Verwaltungsakademie
ist zurzeit Gegenstand von Verhandlungen mit allen dafür
in Frage kommenden Faktoren.
Ein in seiner Gesamtwirkung noch bedeutungs⸗—
volleres Ereignis war die Gründung der Saarländischen
Beamtenbank. Hierüber ist in den letzten Nummern un—
serer Zeitung bereits soviel geschrieben worden. daß sich

kinzelheiten nunmehr erübrigen. Wir hoffen, daß auch die
etzten Formalitäten und Vorbereitungen bald ihren Ab—
chluß sfinden, damit der Bankverkehr prattisch einsetzen
kann. Wohin man in der Beamtenschaft hört, ist man für
den Plan begeistert. Es steht zu hoffen, daß in Kürze die
zesamte saarländische Beamtenschaft Mitglied der
Beamtenbank geworden ist und teilhaben kann an den
Segnungen, die von ihr Ausgehen.
Die Errichtung eines Beamten-Warenhauses nach dem
Vorbild der „Debewa“ des Deutschen Beamtenwirtschafts—
hundes ist vorerst noch zurückgestellIt worden.
Dafür aber taucht im Augenblick eine andere Frage
auf, die für die Beamtenschaft nicht minder wichtig ist:
der Asko. Der Asko war ursprünglich eine reine Bea m⸗
ten-Einrichtung. Das ist im Laufe der Jahre lang⸗
sam anders geworden. Zurzeit ist die Frage zu prüfen,
ob der Beamten-Einfluß im Asko vollistaͤndig ver—
schwinden soll, oder ob es nicht angezeigt erscheint, durch
tärkere Mitarbeit den bisherigen Einfluß mindestens zu
erhalten. Die Asko-Angelegenheit unterliegt augen⸗
blicklich ernster Prüfung.
So haben wir auf einem Gang durch die Organisa⸗
tion des Beamtenbundes überall lebendigste Arbeit
feststellen können. Sie ist Beweis für die Berech—
tigung einer Organisation des Berufsbeamten-—
tumsander Saar. Schneider.

BERICHT UBERDIEJAHRESAVSSCHUSSSITZTUNG
am 10. Februar 1928 im Großen Saale des Johannishofes. Saarbrücken 3

Tagesordnung:
1. Geschäfts⸗ und Tätigkeitsbericht der Bundesleitung.
2. Kassenbericht und Entlastung der Kassenführer.
3. Haushaltplan für 1928.
4. Satzungsanderungen.
5. Wahl der ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes.
6b. Wahl des Rechnungsausschusses.
7. Verschiedenes. (Beamtenbank usw.)
Die Sitzung wurde um 3.40 Uhr durch den 1. Vorsitzenden des
Bundes, Herrn Rektor Schneider, eröffnet.
Herr Schneider begrüßte die Anwesenden und gab die Tages⸗
ordnung bekannt, die vom Vorstand aufgestellt und den einzelnen
Teilnehmern an der Ausschußsitzung zugestellt worden war. Die
Tagesordnung wurde ohne Aenderung angenommen. Es wurde
weiter bekanntgegeben, daß auch ein Antrag des Obersteueramt⸗
manns Kremmer vorliege, der jedoch eigentlich nicht zu behan⸗
deln sei. weil satzunasgemäüß im Ausschuß nur Anträge von

Verbänden vorgelegt werden können. Da jedoch seitens des Ver—
bandes der Finanzbeamten Beschlüsse seiner Generalversamm—
lung vorgelegt worden sind, die in der gleichen Richtung liegen
chlug Herr Schneider vor, den Antrag Kremmer unter Puntt
Verschiedenes“ zu behandeln. Der Vorschlaag des Herrn Schnei⸗
der wurde angenommen.
Punkt 1: Geschäftsbericht.
Herr Schneider leitete seinen Geschäftsbericht ein mit der
Bemerkung, daß er im vorigen Jahre versucht habe, in dem
Vericht den Beamtenbund darzustellen als einen lebendigen
Organismus und wie er die Umwelt beeinflußt und von der—⸗
elben beeinflußt wird. In diesem Jahre wolle er insbesondere
unen Bericht geben über das, was der Beamtenbund im Jahre
1927 für seine Mitglieder geleistet hat.
Herrt Schneider berichtete zunächst über die Organisation des
Beamtenbundes: Mitgliederbewegung, Tätigkeit der Orts—
kartelle. Sikhungen der Bundesleitüung und des Vorstandes. Ge—

Die Sehnsfucht

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