organisation, und der Beamtenbund des Saargebietes
wüchs und erstarkte.
Heute, nach etwa neun Jahren, zählt er 11630 Beamte
und Beamtenanwäürter zu seinen Mitgliedern. Gegen das
Vorjahr ist eine Zunahme von 300 Mitgliedern zu ver—
zeichnen. Damit umfaßt der Beamtenbund des Saar⸗
gebietes annähernd neun Zehntel der gesamten saar—⸗
sändischen Beamtenschaft.
Nach dem Muster des Deutschen Beamtenbundes ist auch
der Beamtenbund des Saargebietes in Säulen ge—
gliedert, und diese wieder ümfassen Verbände und
Vereisnne. Eine Horizontalgliederung haben wir hier
ebenso vermieden, wie man sie im Reich vermied. Der
Beamtenbund umfaßt alle Beamten, von der unter⸗
sten bis zur obersten Gehaltsgruppe. Die vor einigen
Jahren erfolgte Verselbständigung der höher,en Beam⸗
den, die zeitlͤch zusammenfiel mit der des Reichsbundes
der höheren Beamten, änderte daran nichts.
Auch im vergangenen Jahre konnte in allen Verbänden
und Säulen erfreuüliches Leben festgestellt werden. Die
Unterstützung des Beamtenbundes wurde vielfach nach—
gesucht und gewährt. Im Laufe der Zeit hat sich
das Verfahren herausgebildet, daß die Verbände und
Vereine ihte ureigensten Verwaltungsangelegenheiten un—
mittelbar mit ihrer Verwaltung bereinigen. Der Beam⸗
tenbund wird erst dann beansprucht, wenn der Verein oder
Verband bei seiner Behörde nicht zum Ziele kommt und
nunmehr die Unterstützung der Spitzenorganisation gegen⸗
über der Regierungskommission wünscht. Es erscheint not⸗
wendig, das einmal zum Ausdruck zu bringen, weil sich in
letzter Zeit die Fälle mehrein, in denen Einzelmitglieder
sich mit ihren persönlichen Ständesangelegenheiten gleich
an den Beamtenbund wenden. So gerne jede Silfe
auch in diesen Fällen gewährt wird, grundsätzlich muß,
auch im Interesse der Disziplin und der Verbände, in
Standesfrägen der zuständige Verband zu erst ange—⸗
gangen werden. Für allgemeine Beamtenfragen da—
gegen kommt nur der Beamtenbund in Betracht. Da⸗
mit hat sich zwar eine vollständige Verschiebung der Be—
deutung und des Ansehens der Einzelpereine und -ver—
bände ergeben; und es ist heute tatfächlich so, daß
Vereine, die vor Jahren als selbständige und mitbestim—
mende Faktoren gewichtig auftreten konnten, jetzt von
ihrer früheren Bedeutung nicht viel mehr übrig behalten
haben. Aber das wundert den nicht, der mit offenen
Augen feststellen muß, daß heute alLes Leben im Zeichen
der Zusammenschlüsse und Vereinigungen steht, im Zeichen
der Fusionen, Konzerne und Trusts. So sehr der Beamten⸗
bund dadurch gewonnen hat, so hat er sebst dieser
allgemeinen Zeiterscheinung sein Opfer bringen müssen;
denn auch er hat vieles von seiner früheren Selbständig—
keit und Alleinbedeutung aufgeben müssen zu Gunsten
der Arbeitsgemeinschaft aller Beamtenverbände des Saar⸗
gebietes. Müßig ist's. Verlorenem nachzutrauern. oder
Seelig ꝰ kandierter
KOoM-Kaffeæe!
Jar, unzufrieden mit solcher Entwicklung, ins Rud
des Geschehens eingreifen zu wollen. Hier hilft nur
ergebungsvolles und, wenn möglich, freu—
diges Bejahen und Mitmachen; denn wir sind es nicht,
die gestalten. Mächtigere wirken am Webstuhl der
zeit und gehen entweder bedauernd über uns hinweg
der freusen sich, wenn sie an uns Handlanger fin—
den und willige Helfer.
Bundes⸗Ausschußßz, ⸗Vorstand und -Leitung haben auch im
ergangenen Jahre als die obersten Verwaltungsorgane
»es Bundes reichlich zu tun gehabt.
Die Geschästsstelle des Bundes wurde verlegt. Sie ist
urzeit mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer und drei
veiblichen Hilfskräften besetzt.
Eine wesentliche Unterstützung fanden wir bei unserer
Arbeit in unserer Bundeszeitung, die Woche für Woche die
Verbindung mit 12000 Beamtenhäusern aufrecht erhält.
Anser Dank gebührt den beiden Schriftleitern für ihre tat⸗
räftige Hilfeleistung.
In der Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände haben
vir auch im verflossenen Jahre mit den übrigen Beamten⸗
ganisationen Schulter an Schulter gestanden in harmo—
rischer Zusammenarbeit. Der Beamtenbund ist nach wie
yor federführend, der erste Vorsitzende des Beamtenbundes
gleichgeitig erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft.
deider ist es auch im letzten Jahre noch nicht gelungen, die
zinzige Beamtenorgänisation, die noch außerhalb
»es Ringes steht, den Verband der Lokomotiv—
deamten, wiederum zur gemeinsamen Mitarbeit heran—⸗
iehen zu können. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß
n baldiger Zukunft gelingen wird, was bislang noch
wicht verwirklicht werden konnte. Mit gutem Willen
illseits mußß es möglich sein, die gesamste deutsche Be—
imtenschaft an der Saar zu einigen zu gemein—
amem Werk.
Als korporatives Mitglied gehört der Beamtenbund dem
Deutschen Sprachverein, dem Verein deutscher Jugend—
herbergen und der Deutschen Lichtbild- und Filmgemein—
chaft an der Saar an. Daß der Beamtenbund autch in der
zteiten Oeffentlhichkest immer mehr an Ansehen
ind Bedeutung gewinnt, beweist die Tatsache, daß er ver⸗
chiedentlich an Veranstaltungen und in Aus⸗
chüssen beteiligt war, so im Ortsausschuß für hygie⸗—
tische Volksbelehrung, im Ehrenausschuß der Saar-Radio—
russtellung, im Ausschuß für die Hindenburgfeier, im
Lerein für das Deutschtum im Ausland und in der Saar—
orschungsgemeinschaft.
Unser Verhältnis zur Presse war, mit einer einzigen
Ausnahme, auch im vergangenen Jahr ungetrübt. Eine
Auseinandersetzung mit der „Saarbrücker Landeszeitung“
anläßlich der im Reich sich vollziehenden Besoldungs—
reform löste in den Kreisen der Beamtenschaft vorüber⸗
gehend einige Erregung aus. fand dann aber nach gegen—
WVer aie benutet, spricht schnell bebehrt:
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