Full text : 3.1928 (0003)

Aber es ist auch manches Gutte in der neuen Besoldungs⸗
ordnung. Und wer sich einmal ehrlich bemüht, das Ge—
famt-Werk vom Gesamt-Gesichtspunkt aus zu bewer.
ten, muß ehrlicherweise zugestehen, daß das Besoldungs—
werk 1987 einen weiteren Fortschritt darstellt.
Es ist zur Weihnacht 1927 in Kraft getreten, rücwirkend
ab Oktober 1927. Die bis zur Neuregelung gewährten Vor—
schüsse wurden auf die neuen Bezüge angerechnet. Uns
hier im Saargebiet interessiert noch, daß die preußische und
die Reichsbahnbesoldung mittlerweile auch durchgeführt
sind, und daß die bayerische Besoldunasreform zur Zeit in
Bearbeitung ist.
Das Jahr 1927 wird auch für die sa arländische Be—
amtenschaft das Besoldungsjahr bleiben, wenngleich seit
1922, als uns die Regierungskommission die 18-Gruppen-—
ordnung schenkte, kein Jahr mehr vergangen ist ohne mehr
oder weniger bedeutsame Veranderungen auf dem Ge—
biete der Beamtenbesoldung. Das Jahr 18927 hat mit der
grundsätzlichen Aenderung der Reichsbesoldung auch
ünsere Besoldungsverhältnisse mitgestaltet.
Wir haben zwar im Mai des vergangenen Jahres erst
noch einen Gehaltsabbanu durchmachen müssen. Gleich—
zeitig mit den Arbeiterlöhnen sind auch die Beamtenge—
hälter heruntergesetzt und — nach der Meinung der Re—
gierungskommission — den veränderten wirtschaftlichen
Verhältnissen neu angepaßt worden. Das war geschehen
in einer Zeit, da man im Reich wenige Monate vorher
durch eine allgemeine Beihilfe alle Beamtenbezüge aufge—
bessert hatte, uUnd da die Vorarbeiten zur Besoldungsreform
bereits in vollem Gange waren Der veränderte Umrech—
nungsfaktor, festgesetzt nach der Methode der Regierungs—
kommission, ist bis zur Stunde beibehalten worden.
Die saarländische Beamtenschaft hat während des ver—
gangenen Sommers und Herbstes die Vorgänge im Reich
aufmerksam verfolgt. Die Regierungskommission wurde
über alle wichtigen Ereignisse unterrichtet und gebeten, die
Besoldungsneuregelung auch im Saargebiet rechtzeitig vor—
zubereiten und durchzuführen. Auf Grund der Abrede von
Baden-Baden war sie dazu verpflichtet. Bis kurz vor Weih—
nachten jedoch beschränkte sie sich darauf, abwartend zuzu—
sehen, bis die Besoldungsaktion im Reich ihren Abschluß
gefunden hatte. Hier kann der Regierungskommission der
Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie kostbare Zeit der
Vorbereitung und Vorarbeit verstreichen ließ. Was sie
fetzt, im Januar und Februar, tut, hätte im Her b st ge—
tan werden können. Dann brauchten wir jetzt nicht erst
abzuwarten, bis das Besoldungsdienstalter für alle Be—
amten festgesetzt ist, sondern dann könnten wir jetztt be—
reits unsere Besoldungsreform haben.
Es soll der Regierungskommission anerkannt werden,
daß sie im Oktober und dann wieder im Dezember Vor-—
schüsse auf die Neuregelung zahlte. Sie hat damit —
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* flüssig, in allen Apo-R
 EC. EL 7 theken u. Drogerien
— æ erhältl. bei Körperund
 Nervenschvweche, Bleichsucht und Blutarmut.
In besonderen Fällen frage man den Hausarzt.

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um ersten Male seit langer Zeit — unsere entjsprechenden
Singaben nicht erst mit einer Ablehnung beantwortet,
wenngleich sie mit ihren Vorschußmaßnahmen nichts
anderes tat, als was sie dem Reiche nachzutun ver—
pflichtet war. Und das hat sie noch Uun vollstän-—
BRig durchgeführt. Denn der Oktober-Vorschuß wurde, in
Ubweichung von der Reichsmaßnahme, nur den Gruppen
bis IX gewährt, und der Dezember-Vorschuß war nicht
ruf den Sätzen des Reiches aufgebaut.
Kurz vor Weihnachten hat dann die Regierungskommis—
ion eine Gutachterkommission, bestehend aus Sachbe—
arbeitern aller Verwaltungen, nach Berlin entsandt, um
ain Ort und Stelle mit den maßgebenden Vertretern des
Reichs alle Fragen zu besprechen. Die Kommission hat ihre
Feststellungen der Regierungskommission vorgelegt, die
hrerseits am 18. Januar erstmalig dazu Stellung nahm
ind beschloß, in einer Vorverhandlung die Wünsche der
Zeamtenschaft entgegenzunehmen.
Dieser Beschluß der Regierungskommission kann mit
Freuden begrüßt werden. Denn er entspricht unserm
Wunsche auf vorherige Befragung der Beamtenschaft und
st endlich die Einlösung des Versprechens, das uns Präsi—
dent Stephens bereits bei seinem Regierungsantritt g5
geben hat, das zuerfüllen ihm aber leider nicht möglich
var. Die Regierungskommission hat es also, im Gegen—
atz zu Dr. Köhler, für kLug gehalten, eine solch einschnei—
»ende Maßnahme, wie sie eine Besoldungsreform darstellt,
richt Ohne Mitwirkung der Beamtenschaft vorzunehmen
Ddafür danken wir ihr. Besagte Vorverhandlung hat
war bis zur Stunde noch nicht stattgefunden. steht aber
edenfalls unmittelbar bevor.
Durch einen weiteren Beschluß der Regierungskommission
ind die Verwaltungen angewiesen, das Besoldungsdienst—
ilter jedes einzelnen Beamten nach dem Stande bei Ein—
ührung der 18-Gruppenordnung festzustellen. Das geschieht
zugenblicklich überall, ist aber eine derart umfangreiche
Arbeit, daß diese vo x dem 1. März, dem angegebenen Ter—
nin, kaum beendet sein dürfte. Hier setzt unsere, schon oben
ingedeutete Kritik ein. Diese Sechswochenarbeit hätte,
alls sie überhaupt notwendig war, bei rechtzeitiger In—
ingriffnahme der ganzen Reformarbeit bereits in Ruhe
yor Weihnachten erledigt werden können. Dann hätte das
Ergebnis zu Mitte Januar bereits vorgelegen, und
pätestens im Februar hätte die Besoldungsneuregelung in
raft treten können. So gehen kostbare sechs Wochen
derloren. Zur Sache selbst, Festsetzung des Besoldungs—
dienstalters nach dem Stande von 1922, wäre natürlich
nancherlei zu sagen, doch soll hier den Verhandlungen nicht
borgegriffen werden, zumal eine Festsetzung des BDA.
olange noch keine endgültige Anwendung ist, als die
Kegierungskommission ihr letztes Wort noch nicht ge—
prochen hat. Und grundsätzlich hat die Regierungskommis—
ion bis jetzt überhaupt noch nicht entschieden. ob die

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Ob Sportsmensch oder Modefee.
Ob Burgersmann, ob Attachèé,
Von allen Leuten wird begehrt
Di- Seife Marke solenpfercd.
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