Full text : 3.1928 (0003)

Ztaates nicht verantwortet werden könne, wenn man auch
das letzte Jahr vor dem Zeitpunkte, von dem ab die vollen
Reparationslasten zu tragen waren, verstreichen ließ, ohne
die Besoldungsfrage der Beamtenschaft befriedigend ge—
regelt zu haben. Trotzdem zeigten die Schwierigkeiten, die
der Durchsührung der Reform von gewissen Seiten entgegen—
gestellt wurden, daß große einflußreiche Kreise nicht gewillt
waren, der Beamtenschaft die Stellung einzuräumen, auf
die sie aufgrund ihrer Verantwortung am Staatsleben An—
pruch hat. Gewisse, mit den staalspolitischen Verände—
rungen nach 1918 zusammenhängende Entwicklungen im Be—
amtentum und eine zeitweise nicht natürliche Aufblähung
des Beamtenapparates, die bedingt waren in den staats—
politischen Verhältnissen, versuchte man gegen die Beamten—
schaft auszuwerten. Man redete und redet so oft von einer
Uebersetzung innerhalb der Beamtenschaft und vergißt da—
bei, daß es doch heute in der Hand des deutschen Volkes liegt,
Aufgaben und Grenzen der Staatsverwaltung selbst zu be—
timmen. Wenn man an eine praktische Lösung dieser Frage
herangehen will, dann ist zu beachten, was Reichsinnen—
minister Severing ausf dem Bundestage des Deutschen Be—
amtenbundes sagte: „Es kann sich nicht um einen Abbau
der Funktionäre handeln, sondern um einen Abbau der
Funklionen.“ Eine Vereinfachung der Staatsverwaltung
mit dem Ziel einer Verminderung der Beamtenschaft ist
nur möglich durch eine Verwaltungsreform nach einheit—
lichen Gesichtspunkten in Reich, Ländern und Gemeinden.
Durch Reden aber wird das Schicksal eines Volkes nicht
zemeistert. Nur praktische Arbeit kann zum Ziele führen!
So gefährlich aber alle diese beamtenfeindlichen Bestre—
bungen an sich waren, ein Gutes haben sie unbedingt ge—
habt: Der Beamtenschaft wurde klar, daß es sür sie galt, um
ihre Lebensinteressen zu kämpfen! Das kann nicht der
Finzelne. das können auch nicht kleine Vereine und Ver—

ände, das kann nur eineeinheitlichorganisierte
Zeamtenschaft. Die Beamtenschaft erkannte, daß sie
ber alle kleinen Streitfragen hinweg einig sein muß, wenn
s gilt, Lebensrecht und Lebensgrundlagen des deutschen
zeamtentums zu verteidigen. Der Bundestag des Deut—
hen Beamtenbundes hat in überwältigender Form diesem
kinheitsgedanken des deutschen Berufsbeamtentums Aus—
ruck gegeben. Und es ist zu hoffen, daß der Deutsche Be—
mtenbund, der in diesem Jahre auf sein 10jähriges Be—
ehen zurückschauen konnte, auch in der Zukunft Vorkämpfer
ind Schützer des deutschen Berufssbeamtentums sein und
leiben wird.
Die Beamtenschaft des Saargebietes, die durch gegebene
berhältnisse gezgwungen war, ihre eigenen Wege zu gehen
ind selbst ihre Interessen zu vertreten, nimmt an allen
sroßen Fragen der deutschen Beamtenschaft lebhaft teil und
teht mit ihr im Kampfe für deutsches Beamtentum und
eutsches Beamtenrecht. Auch wir haben in diesem Jahre
ine wichtige Frage, die unsere Arbeitskraft in der Ver—
angenheit fast ganz in Anspruch nahm, die Besoldungs—
rage, zu einem gewissen Abschluß gebracht. Das Jahr 1928
vird in der Geschichte unseres Bundes als das Jahr
erzeichnet bleiben, in dem es der Arbeit der saar—
ändischen Beamtenorganisationen gelang, die Saar—
eamtenschaft wieder in das deutsche Besoldungssystem ein—
zugliedern und ihr deutsche Besoldungssätze zu erkämpfen.
Vir haben dieses Ziel erreicht durch einmütiges Zusammen—
tehen und unermüdliche Arbeit. Der Erfolg des
Jahres 1928 muß uns Ansporn sein, auch
nder Zukunftstets zubedenken,daßgroße
ziele wertsind, auch das Letzte —
Die Saarbebeamtenschaft geht ins neue Jahr unter dem
deitgedanken:
Vorwärts und aufwärts!

DIE FRAGE DER SONDERPRVFUNG
Reichsstagsausschub und Beamtenvertreter. Um die Beratung der Besoldungsvorschriften

Der 14. (Beamten-) Ausschuß des Reichstäges
zmpfing am 12. Dezember die Vertreter der Beamtenschaft zu
ziner Besprechung der mit der Sonderprüfung zusammen—
zängenden Fragen.
Nachdem der Abgeordnete Torgler als Vorsitzender des
Uusschusses die Erschienenen begrüßt hatte. stellte Dr. Völter fest,

daß auch Beamtenvertreter anwesend seien, die nicht als Dele—⸗
zierte einer Spitzenorganisation angesehen werden könnten.
dedenfalls könnten die Spitzenorganisalionen den Reichsbund
er Zivildienstberechtigten in diesen Sinne nicht als vertretungs—
berechtigt —— Nach einer kurzen Geschäftsordnungsaussprache
zrklärt Kudler (DBB), daß die hier anwesenden Vertreter

23 singn meisterwerke von
Ichedomaver⸗Panos Weltruf! — Verkauf nur
n 268 * 4 Saarborucken, isenhannstr. .
Sprechapparate und Schalplatten von den ersten deutschen Fabriken wie:
saJ) Electrola Grammophon Odeon Polyphon“ Brunswik usw.

f

— ——
— ——
* 2

Dis größte Auswahl erstklassiger deutscher
Uöbel in den modernsten e X
Edolhölzern findan Sie aut dom Riesenlager
EE. X & Co.
saarbrũcken J. Passage Ecke Lampertstr.
dertragsttrma der Saarlündischen Beamtenbonk.
257

—
Sane
—X

44

*.

u*

— —
AROAIEEIVIAEEA
— —— ——
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.