Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
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3. Jahrgang Saarbrücken, den 22. Dezember 197 Nummer 651
J
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JInhalt: Börsenkurs. — Beratungen der Laufbahnrichtlinien im Reichsministerium des Innern. — Von der Bundesleitung. —
Aus den Verbanden.
BGhAXNSENKURS
Wir konnten noch in der letzten Nummer unserer Zeit
chrift kurz die Tatsache mitteilen, daß die Regierungs—
ommission beschlossen habe, den Umrechnungsfaktor für
nnoaehalt und Sozialzulage von 5,70 auf 6.08 au er⸗
öhen.
Der Regierungsbeschluß hat in der saarländischen Be—
amtenschaft Freude und unangenehme Erinnerungen wach—
zerufen. Die Saarbeamtenschaft freut sich, daß sie nun—
mehr zu dem Ergebnis gelangt ist, um das sie jahrelang
zelämpft und gerungen hat; sie ift endlich, soweit Grund—
zehalt und Sozialzulagen in Frage kommen, der deutschen
Beamtenschaft gleichgestellt. Ab J1. Januar 1929 beziehen
wir — abgesehen vom Wohnungsgeld — Reichsgehälter;
ein nicht endenwollender Kampf, ein nervenzermürbendes
Ringen ist zu Ende. Auf der andern Seite steigen rück—
schauend unangenehme Erinnerungen auf, und wir fra—
gen: Warum das alles? War der Kampf naturnotwen⸗
dig? Konnte man nicht längst der Beamienschaft geben,
worauf sie rechtlichen Anspruch hatte? Hätte sich mit gu—
tem Willen nicht vieles anders machen lassen, und hätte
nicht mancher die Beamtenrechte mißachtende Beschluß
vermieden werden können? Man könnte der Fragen noch
oiele aneinanderreihen, und bei jeder neuen Frage stiege in
uns die Erinnerung an gewisse Abschnitte der vergange—
nen Jahre auf! Wenn diese Zeilen der Oesfentlichkeit
üͤbergeben werden, stehen wir dicht vor dem Weihnachts—
fsest, dem Feste der Freude und der Liebe.
Da ziemt es sich nicht, an Vergangenes zu er—
innern und alte Wunden aufzureißen. Und doch müssen
wir in großen Zügen noch einmal die Dinge überschauen
und in ihren großen Linien festhalten. Unsere Zeit ist
so schnellebig, ist so ausgefüllt mit sich drängenden großen
Ereianissen, daß die Dinge so leicht in Vergessenheit ge—
raten. Wir müssen feststellen, daß man uns jahrelang un—
ser Recht vorenthielt; wir betonen dabei ausdrücklich, daß
wir nie etwas verlanat hahen. worauf wir nicht nortrag⸗
ich begründeten Anspruch hatten; wir kämpften nur, weil
nan uns widerrechtlich das vorenthielt, was das unend—
ich schwer belastete Deutische Reich den Reichsbeamten zu—
gestand.
Die Regierungskommission hat in den ersten Jahren
hrer Tätigkeit ihrer Beamtenschaft den Kampf
vahrlich nicht leicht gemacht, und man kann nur mit Be—
auern feststellen, daß sie und ihre beauftragten Ver—
reter jede sich bietende Möglichkeit benutzten, um sich den
ibernommenen Verpflichtungen zu entziehen. Was die
zeamtenschaft in all den Jahren immer wieder so tief
erletzte, war darum neben der materiellen Schä⸗
digung die Form, mit der man über die Ansprüche
»er Beamtenschaft hinwegging. Es ist selbstverständlich
ür eine autoritativ verwaltende Regierung sehr einfach,
zorderungen abzulehnen und Entscheidungen in ihrem
Zinne zu treffen. Ob es klug ist, ist eine andere Frage!
VBir haben so oft die Regierung auch in ihrem eigenen
jnteresse beschworen, die Rechtsansprüche der Beamten—
chaft zu beachten! Wir taten das aus der Verant⸗
vortung heraus, die wir der Beamtenschaft und der
defsentlichkeit gegenüber haben, weil es uns stets klar
var, daß nur eine zufriedene, in ihrem Rechtsempfinden
ticht verletzte Beamtenschaft höchste Leistungen vollbringt!
Die Regierungskommission hatte bei ihrer Amtsüber—
ahme der Beamtenschaft gegenüber die klare eindeutige
Lerpflichtung übernommen, ihr mindestens die Bezüge,
zie sie im Dienste ihrer Heimatregierung erhalten haben
vürde, zu gewähren. Die Beamten waren damals der
MNeinung, das sei so eindeutig, so klar und so verbindlich,
zaß nie der Zeitpunkt eintreten könnte, an dem sie um
»ie Einlösung dieses Versprechens werde kämpfen müssen.
und doch wurden die lommenden Jahre zu einem einzi—
zen Kampfe. Gewiß, der größte Teil der Saarbeamten
erhielt den Franken zur Zeit der Inflation der Mark.
AMher solssst diese für die Saorheamten sich aünstin ausmir
Auden Nollegen uno uodeginnen
qesfeqnete Weihnachten!
Die Mundesteitunq uno bie Gchriftleitunq
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