eine Schädigung in den Einkommensverhältnissen um eine Ge⸗
hzaltsstufe und mehr.
Die Tatsache der Beseitigung des siebenjährigen Diätariats,
wie sie für einen Teil der Lehrerschaft durch das el aee
Besoldungs-Gesetz vom 1. Mai 1828 geschaffen wurde, bringt
zweifellos zum Ausdruck. daß der Gesetzgeber eine offenbare
Härte zu beseitigen bestrebt war. Um so unerträglicher ist es
für die vor dem 1. Oktober 1927 endgültig angestellten Lehrer,
daß diese Härte, die ein Unrecht ist, nicht auch für sie beseitigt
vird. Die Voraussetzung für das siebenjährige Diätariat hat
sich als nicht zutreffend erwiesen, darum ist das fünfjährige Diä⸗
ariat festgesetzt worden. Von dieser Regelung kann gerechter⸗
weise nicht die vor dem 1. Oktober 1927 angestellte Lehrerschaft
ausgeschlossen werden, weil sonst ein Fall geschaffen ist, der in
der Geschichte der Beamtenbesoldung bisher einzig dasteht. Wie
man im Jahre 1920 die Bestimmungen über die Verlängerung
des Diätariats auf die gesamte Lehrerschaft anwandte, so muß
man, wenn man gerecht dng will, auch jetzt die Verkürzung des
Diätariats bei allen Lehrern vornehmen.
Wir haben wiederholt darxauf hingewiesen, daß durch die ver⸗
schiedene Bemessung des Diätariaks ganz unerträgliche Un⸗
gerechtigkeiten entstehen, die dann besonders ougenfällig in Er⸗
scheinung treten, wenn Lehrer in Vergleich gezogen werden, die
lurz vor und nach dem 1. Oktober 1927 angestellt wurden. Als
ein Beispiel von den vielen uns berichteten Benachteiligungen
zestatten wir uns. einen gerade heute gemeldeten Fall vorzu⸗
ragen:
Lehrer A. hat das Seminar 1920 verlassen, trat am 1. De⸗
zember 1923 erstmalig in den Schuldienst ein, wurde am
J. August 1928 angestellt und erhält das Besoldungsdienstalter
un den 1. August 1926 festgesetzt.
ehrer B. hat das Seminar bereits 1919 verlassen, trat am
23. Oktober 1922 erstmalig in den Schuldienst ein. wurde am
L. August 1027 angestellt und erhielt das Vesoldungsdienstaltet
ruf den 23. Juli 1927 (bzw. 1. Juli 1827) festgesetzt.
Während B. also älter ist als A. das Seminar ein Jahr früher
erließ, ein Jahr früher in den Schuldienst eintrat und ein Jahr
rüher angestellt wurde, dann Kriegsteilnehmer ist, bekommt er
in Besoldungsdienstalter, das noch ein Jahr später beginnt als
»as seines jüngeren und infolgedessen später ins Amt eingetre⸗
enen Amtsgenossen A.
Diese offenbaren Ungerechtigkeiten waren, vorauszusehen, sie
zürfen aber auf keinen Fall länger bestehen bleiben. Eine
lenderung dieses Zustandes kann nur dadurch herbeigeführt wer⸗
en. daß das fünffährige Diätariat für alle Lehrer Geltung be—
ommt. Das forderte auch bereits der Ptieußische Landtag.
ils er bei Beratung des Volksschullehrer-Besoldungs-Gesetzes fol⸗
jenden Entschließungsantrag (Drucksache Nr. 90081 König-Gott⸗
bald-Hoff annahm:
Das Staatsministerium wird ersucht, in den Etat für das
Inen 1929 die erforderlichen Mittel einzustellen, um
dem im Volksschullehrer-Besoldungs-Gesetz vorgesehenen fünf⸗—
ährigen Diätariat rückwirkende Kraft für alle Volksschullehrer
zu verleihen.
Die Beratung des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr
929 steht beror. Wir gestatten uns deshalb ergebenst, auf den
orstehenden Beschluß des Preußischen Landtags hinzuweisen und
»ringend zu bitten,
durch Einstellung der erforderlichen Mittel in den Etat für
das Rechnungsjahr 1929 das fünfjährige Diätariat mit rück⸗
wirkender Kraft für alle Volksschullehrer (innen) festzuse hen
Der Geschäftsführende Ausschuh des
Preußischen Lehrervereins.
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