Full text : 3.1928 (0003)

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sur Anzeraen Dienskag mintag des Saargebietes

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3. Jahrgang Saarbrücken. den 8. Dezember 1928 Nummer 49
Inhals: Zehn Jahre Deutscher Beamtenbundl — Die Ang estelltenbesoldung — Die Kommunalbeamtenbesoldung — Von
der VBundesleitung — Aus den Verbänden — Beamten⸗Rundschau

CEHBNGJAHBRE DEUIOTSCBER BEAMTENBUNDI

Am 4. Dezember konnte der Deutsche Beamtenbund auf
oas erste Jahrzehnt seines Bestehens zurückschauen. Zehn
Jahre sind an und für sich eine kurze Spanne Zeit und
boch reichen sie aus zur Beurteilung der Frage, ob eine
Organisation einer inneren Notwendigkeit entspricht
der nicht. Zehn Jahre Deutscher Beamtenbund
haben in der deutschen Beamtenschaft die Erkenntnis von
der Zweckmäßigkeit einer einheitlichen Beamtenvertretung
so stark gefestigt und vertieft, daß das Vorhandensein und
das Bestehen des Deutschen Beamtenbundes als eine Selbst⸗
verständlichkeit und Naturnotwendigkeit erscheint. Wir
wiesen in unserm Bericht über den Bundestag des Deut—
schen Beamtenbundes schon darauf hin, daß gerade der
diesjährige Bundestag, der gewiß mit schwierigen Fra—
gen belastet war, unzweideutig bewies, daß die deutsche
Beamtenschaft treu zu ihrem Bunde steht. Und getragen
zon einem freudig bejahenden Bundesgeiste wurde der
z. Bundestag zu einem klaren starken Bekenntnis zum
Bunde.
In der deutschen Beamtenschaft drang spät, fast zu spät
der Gedanke durch, daß in einem Zeitalter der Organi—
attonen und Zusammenschlüsse die Beamtenschaft nicht
getrennt bleiben könne. Noch das erste Jahrzehnt
des 20. Jahrhunderts weiß höchstens von Fachvereinen
und Fachverbänden zu berichten. Das hatte seine Urfache
in der ganzen Einstellung der deutschen Beamtenschaft und
m der Auffassung ihres Verhältnisses zu Staat und Re—
gierung. Die Regierungen suchten ihrerseits jeden Zu—
ammenschluß von Beamten verschiedener Fachgruppen zu
oerhindern und behielten sich vor, in jedem Falle der
Gründung von Beamtenvereinen die Genehmigung zu
erteilen. Und doch war die Entwicklung nicht aufzuhalten.
Im Jahre 1911 schlossen sich die Verbände der Beamten
der unteren Gruppen zu einer „Sozialen Arbeitsgemein—
schaft der unteren Beamten“ über alle — hin⸗
weg zusammen. Aber erst Krieg und Kriegsnot sollten das
Organisationswerk der deutschen Beamtenschaft zur Voll⸗
endung bringen. Nachdem im Jahre 1917 die „Interessen—
zemeinschaft der deutschen Beamtenverbände“ ins Leben ge⸗
rvufen worden war, wurde ein „Reichsarhbeitsausschuß der

Beamten und Lehrer“ mit einer Geschäftsstelle in Berlin
gegründet. Auf Einladung der Interessengemeinschaft der
deutschen Beamtenverbände traten dann am 14. 11. 1918 die
Interessengemeinschaft deutscher Beamtenverbände“, der
Verband deutscher Beamtenvereine“, der „Bund der Be⸗—
imten der preußisch-hessischen Staats⸗- und Reichseisen—
ahnen“, „der deutsche Lehrerverein“, „der Bund deutscher
gzemeindebeamten“, „die Soziale Arbeitsgemeinschaft“,
‚der Ausschuß, der bei den Reichs- und Staatsbehörden
n Berlin gebildeten Beamtenvertretungen“ zusammen,
im am 4. Dezember 1918 den Deutschen Be—
imtenbund als Gesamt-Organisation der deutschen
beamtenschaft auf gewerkschaftlicher Grundlage zu
zründen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Generalsekretär
stemmers gewählt. Was der Deutsche Beamtenbund in
zen abgelaufenen zehn Jahren für die deutschen Beamten—
chaft gewesen ist, wissen wir. ESs würde über den
stahmen dieser kurzen Betrachtung hinaus gehen, wollte
nan auf Einzelheiten eingehen. Die eingangs erwähnte
katsache, daß zehn Jahre genügt haben, Deutschen Be—
imtenbund und deutsche Beamtenschaft zu einer unlös⸗
saren Gemeinschaft zusammenzuschmieden, spricht mehr,
ils die Aufzählung von Einzel-Tatsachen für die erfolg—
eiche Arbeit des Deutschen Beamtenbundes. Der Deutsche
beamtenbund ist mit seinen 1,2 Millionen Mitgliedern
zie zweitstärkfte gewerkschaftliche Organisation Deutsch—
ands und die größte Beamtenorganisation der Welt.
der derzeitige erste Bundesvorsitzende Flügel sieht es als
eine Lebensaufgabe an, die gesamte deutsche Beamten—
chaft im Deutschen Beamtenbund zu einigen. An Erfol—⸗
jen nach dieser Richtung hat es nicht gefehlt; der Deutsche
Zeamtenbund wird nichts versäumen, was ihn dem er—
trebten Ziele näher bringen kann.
Zum Schluß noch einige Worte zu dem Verhältnis des
Beamtenbundes des Saargebietes zum Deutschen Be—
imtenbund. Der Beamtenbund des Saargebietes ist eine
geamtenzusammenfassung, die zwangsläufig als eine
luswirkung der politischen Gestaltung der Nachkriegs—
herhältnisse entstanden ist. Die deutsche Beamtenschaft
an der Saar mußte sich zusammenschließen., um die Inter

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