kurses als Umrechnungsfaktor. Die in der nächsten Woche
stattfindenden Verhandlungen zwischen der Reichsregierung
und der Regierungskommission werden sich wesentlich um
die Frage des Börsenkurses drehen. Wir wollen die Mel—⸗
dung, daß die Saarregierung ihre eigene Forderung mit
dem Hinweis auf die siseigenden Teuerungszahlen ing auf
ie gebesserte Wirtschaftslage begründet haben soll, als
jutes Vorzeichen deuten. Wir erwarten, daß sie von den⸗
elben Voraussetzungen ausgehend, unsere Forderungen als
urchaus berechtigt anerkennt und bereit ist, den Saar⸗
enmten endlich den Börsenkurs als Umrechnungsfaktor zu
leben.
DIE DEUVUTSCHE VERWVWALTUVONCGSREFORM CO OND DIE BEAMTEN
Die Saar-Beamtenschaft, mit der ich mich innerlich immer noch
eng verbunden fühle, ninimt, wie g weißß lebhaft Anteil an
dem Geschicke der deutschen Beamtenschaft. Aber auch umgekehrt
die deutsche Beamtenschaft an dem Geschicke der Saarbeamten—
schaft. Wie sollte das auch anders sein! Ist sie doch Blut vom
gleichen Blute. Der Beamtenbund des Saargebietes schickt Ver⸗
sreter zu den Tagungen der chen und rheinischen Beamten,
er war auch mit einer Abordnung auf dem Bundestag des
Ddeutschen Beamtenbundes vertreten.
Daher weiß er auch, daß die Verwaltungsreform in Deutschland
eit Monaten eine große Rolle spielt. Auch auf dem Bundestag
vurde ein eingehender Vortrag darüber gehalten.
Ein Aufsatz über die deutsche Verwaltungsreform wird deshalb
ruch für die Saarbeamten von Interesse sein.
Der verlorene Krieg hat dem deutschen Volke tiefe Wunden
zeschlagen. Der Friedensvertrog hat dem Volke schwere Kriegs⸗
sasten auferlegt; die Inflation hat das, was ihm an Werten
roch geblieben war, wertlos gemacht. Aber trotz allem verzagte
das deutsche Volk nicht. Wenn auch aus vielen Wunden blutend,
wenn auch am ganzen Körper geschwächt, so ging es doch mit der
pn eigenen Zähigkeit und Widerstandskraft an den Wieder⸗
rufbau.
Und nicht vergebens! Heute, zehn Ighre nach Beendigung des
Trieges, ist Deutschland trotz aller Kriegslasten im Wieder⸗
rufstieg begriffen.
Der Gesundungsprozeß ist an der Beamtenschaft nicht spurlos
vorübergegangen. Die Beamtenschaft war es, die schwere, allzu⸗
chwere Opfer in den letzten 10 Jahren hat bringen müssen.
Die Niedrighaltung der Gehälter hat die Beamten in eine noch
nie dagewesene Verschuldung gerissen, und der Abbau von 25
Prozent der Beamten in den Jahren 1923 und 1924 hat tausende
ind abertausende von Beamten beschäftigungslos gemacht.
Große Teile des deutschen Volkes, besonders fuͤhrende Wirt—
chaftskreise, verlangen gebieterisch die Herabsetzung der öffent—
ichen Ausgaben und damit die Senkung der Steuern. Es ist
chon viel geschehen. In den letzten Jahren sind die Steuern
wesentlich herabgesetzt worden. Aber das genüat noch nicht.
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SINGER. —
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Es werden weitere Ersparnisse verlangt. Es wird eine Reform
der deutschen Verwaltung an Haupt und Gliedern gefordert.
die Beamten sind die ausführenden Organe der Verwaltung;
ie sind es, die bei einer Verwaltungsreform in erster Linie ge—
roffen werden. Daher ist es Pflicht der Beamtenschaft, ist es
insere Pflicht, sich mit der Verwaltungsreform zu beschäftigen,
ztellung dazu nehmen, Wege zu zeigen, die gegongen werden
nüssen, vor falschen Wegen zu warnen.
Die Verwaltungsreform kann man in eine politische und eine
oirtschaftliche Verwaltungsreform zerlegen. Die politische Re⸗
orm hängt aber wieder enag mit der wirtichaftlichen Reform
usammen.
Bei der politischen Verwaltungsreform verlangen die einen
ie Zusammenfassung der Länder in einer einzigen Verwaltung,
n der deutschen Reichsverwaltung. Die anderen wollen die
zelbständigkeit der Ländet erhalten, verlangen aber Gebietsustausche,
Grenzregulierungen. Irgend etwas muß hier ge—
chehen; die Verhältnisse verlangen gebieterisch eine Aenderung.
zo las ich vor einiger Zeit, daß in unserem engeren Gebiet,
»a, wo das Maintal und das Rheintal sich begegnen, 5 Länder:
zreußen, Hessen, Bayern, Baden, Oldenburg (letzteres durch die
eẽnklave Birkenfeld) regieren, 18 Provinzial- oder Bezirksregie—
ungen, 8 Oberpostdirektionen, 8 Eisenbahndirektionen bestehen;
abei ist zu bemerken, daß nicht etwa die Eisenbahndirektionen
ind Oberpostdirektionen dieselben Grenzen haben und dadurch
inheitlich entscheiden könnten, sondern die Grenzen überschneiden
ich. Sieben Oberlandesgerichte sprechen in diesem Landesteil
secht, wobei, um ein Beispiel zu erwähnen, Hanau nicht zu
em ganz nahe gelegenen Oberlandesgericht Frankfurt, sondern
u dem weit —— Oberlandesgericht Kassel gehört. Nicht
veniger als 22 Industrie- und Handelskammern sind in den
hebiet tätig. Rimmt man einen kleinen Ausschnitt, z. B. den
intermain, also die Gebiete von oberthalb Aschaffenburg über
rankfurt nach Mainz, so find in diesem kleinen Landschaftsaus⸗
hnitt 7 Provinzial⸗ bzw. Bezirksverwaltungen tätig, 18 Kreis—
erwaltungen, 4 Oberpostdirektionen, 3 Reichsbahndirektionen,
Sboersandesgerichte. 3Z Landesfinanzämter und 8 Hundelskam—
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