„Die Verrechnungsstellen haben durch ihre Alters- und
dinterbliebeneuͤversorgung schon unendlichen Nutzen gestiftet
ünd auf diesem Gebiete überhaupt vorbildlich gearbeitet. Sie
sind das beste Mittel, um die ewigen Differenzen wegen
Unterbietung zwischen den Kollegen zu beseitigen.“
Wer dee Begründungen liest, kann nicht mehr im Zweifel
ein, daß die Privatvertechnungsstellen eine Verteuerung der
Behandlungskosten herbeiführen. Die Verrechnungsstellen be—
nötigen für sich bis 10 9' Verwaltungskosten und wollen auch
ür die Alters- und Hinterbliebenenversorgung der Aerzte sor—
gen. Will also der Ärzt zu seinem Honorar gelangen, so muß
zr die Unkosten der Verrechnungsstelle mehr einsetzen oder die
Verrechnungsstelle macht es von sich aus. Die Praxis hat uns
eider bisher schon gezeigt, daß Verrechnungsstellen zur Er⸗
reichung des Zieles einfach Zuschläge zu den Arztrechnungen
erheben. Ob es für den Arzt einfacher ist, seine Rechnungen
dem Patienten direkt oder der Verrechnungsstelle zuzusenden,
mag die Aerzteschaft selbst entscheiden. Jedenfalls besteht die
Gefahr, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse des Patienten von
den Verrechnungsstellen mehr und mehr unberüchsichtigt bleiben,
zganz abgesehen davon, daß die Verrechnungsstellen in einem oft
ehr wesentlichen Punkte in das Vertrauensverhältnis zwischen
Patient und Arzt eingreifen. Glücklicherweise gibt es bereits
Anterorganisationen des Hartmannbundes, die den vom Ver—
band skizzierten Weg nicht einschlagen wollen, weil sie in den
Verrechnüngsstellen einen Störenfried zwischen Arzt und Patient
ehen. Trotzdem die Mitlelstandsversicherungen, wie wiederholt
auch in ärztlichen Blättern zum Ausdruck gekommen ist, recht
eihaft die Aerzke sind, versucht man dem Patienken noch
nehr aufzubürden. Man wird also bei der Beurkeilung der Zu—
zunft recht vorsichtig sein müssen.
Die Begründungen, welche besonders die Privatverrechnungs⸗
tellen einer notwendigen Ausbreitung geben, sind u. E. nicht
einmal stichhaltig, denn seit dem Bestehen der Vereinbarung
zwischen dem Verband Privater Krankenversicherungsunter⸗
rehmungen und dem Hartmannbund haben sich doch im Laufe
der Zeit die Schwierigkeiten, die früher bestanden, peg und
mehr vermindert und das Verständnis der Aerzteschaft für die
Mittelstandsversicherungen und ihre Bedürfnisse ist gewachsen.
Die Aerzteschaft ist sich auch zum größten Teil darüber klar,
daß die Erhaltung der finanziellen Kraft der Mittelstands—
persicherungen nur von Vorkeil für sie ist und daß jede
Ueberspannung nach der finanziellen Seite hin sich für beide
Teile nachteilig auswirken muß. Um so mehr bedauern wir das
Streben nach, weiterer Einführung ärztlicher Verrechnungs—
stellen, die, wie offensichtlich ist, eine Verteuerung der Behand⸗—
ung der Patienten herbeiführen müssen. Der Verband Vri—
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ater Krankenversicherungsunternehmungen hat daher auch
nterm 15. Mai 1828 folgenden Beschluß gefaßt:
„Die Versammlung steht einstimmig auf dem Standpunkt, dafßz
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den Mittelstandsversicherungen über die Verrechnungsstellen aburechnen,
abzulehnen ist.“
Wie der Rechnungsabschluß ausweist, wurden im Berichts—⸗
ihre 500 000 Mark der Schadensreserve zugewiesen, so daß deren
öhe nunmehr 1000 000 Mark beträgt. Der noch verbliebene
Denchuß in Höhe von 2553,15 ist fuͤr 1928 vorzutragen. Be—
chtlich ist aber die Abschreibung von 112000 Mark, wovon
2 000 Mark auf Inventar⸗ und 70 000 Mark auf Immobilien⸗
tonto entfallen. Das Immobilienkonto wa außerdem 114 371,66
MNark und das Inventarkonto 79 443.55 Mark nach. Die Werte
es Immobilienkontos sind bedingt durch die Errichtung eines
igenen Verwaltungsgebäudes, dessen Bau bereits 1924 in der
Jertreterversammlung beschlossen wurde. der aber erst 1927 zur
lusführung kam.
An Kassenleistungen wurden verausgabt für:
1927 1926
trankenhilfe 700 eo oꝛ 903,11 79,67 *
ahnbehanoͤlunx 272 40 - 16,339 *
Wochenhilfe 3,778 - 1,93 *
Zterbegeld 1473463 2,01 *
zZusammen: A8 958 558* q 5367 807,82 ⸗ 100Z2
Diesen Leistungen stehen Einnahmen aus Beiträgen und Ein—
rittsgeldern in Höhe von M 10 836 802,39 — * so daß rund
3278 wieder an die Mitglieder zurückgelangten.
Eine Auszählung der Krankheitsfälle der lehten Jahre
eigt folgendes Bild:
Krankenhilfe (ausschl. Zahnbehandlung) wurden gewährt
1924 1925 1826 1927
ür Männer 18512 55 435 63612 64 516
ür Frauen 18 438 61410 72 757 7 949
ür Versicherle 1021 3 566 5 695
ür Kinder 11 924 44 525 55 674 57 331
Sa. 49 895 164 936 197 738 199 796
Die Zahl der bewilligken Heilverfahren in Heilanstalten und in
zädern betrug 2516, wofür allein für Heilanstaltsbehandlungen
A 96 248 aufgewendet und für die der eene geschlosseien
Heilstätten nicht bedürftigen Fälle 1358 Tage Badekuren be—
cilliat wurden.
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