Full text : 3.1928 (0003)

Bundesarbeit sein und bleiben müssen. Man glaubte, den
Wünschen nach stärkerer Beteiligung der Fachverbände
durch Einrichtung einer Bundesleitung entgegenzukommen
Auch diese Frage war in den Kommissionen hart umstritten.
Schließlich wurde die Schaffung der Bundesleitung
mit Zweidrittelmehrheit beschlossen. Zu erwäh—
nen bleibt auch noch, daß die Polizeibeamten aus der bis—
herigen Säule IV ausgeschieden sind und künftig als beson—
dere Säule IJV zum Bunde gehören. Der ganze Satzungs—
entwurf wurde in der Gesamtabstimmung mit allen gegen
die Stimmen der Säule IVb angenommen.
Die Wahl des Kollegen Flügel zum Bundesvorsitzenden
haben wir schon im ersten Bericht kurz erwähnt. Satzungs—
gemäß muß der 1. Vorsitzende durch geheime Abstimmung
gewählt werden Von 380 abgegebenen Stimmen fielen
272 auf Flügel; 94 Wahlzettel waren unbeschrieben und
wungültig; 10 Stimmen waren zersplittert.
Die Wahl der Bundesleitung wurde gemäß dem Vor—
ichlage des Wahlausschusses getätigt und hatte folgendes
Ergebnis. Es sind gewählt für Säule J: Wieg, Stellver—
reter Rusch,; für Säule 11.: Kugler, Sieilvertreter
Schneider; für Säule III: Potzel, Stellvertreter
Troppenhagen; für Säule 19; —; für Säule V:
Grevosmühl, Stellvertreter Franke; für Säule VI:
Ehrmann, Stellvertreter Gutschmidt; für Säule
VII; Rosin, Stellvertreter Müller; als Vertreter für
Süddeutschland: Eymann, Stellvertreter —; für die
weiblichen Beamten: Frau Kolshorn, Stellvertreterin
Frau Fisch; für den ehemaligen Gesamtverband: Gutsche

Sztellvertreter Knebel. Der Prüfungsausschuß wird zu—
ammengesetzt aus folgenden Mitgliedern: Dreßler und
heckel, die wiedergewählt werden, sowie Schöpke, Vor—
tand des Beamtenkartells der Reichs- und Staatsbanken,
ind Looß, Vorstandsmitglied des Deutschen Postverbandes.
Der Gesamtvorstand wurde ermächtigt, die Wahl der
bertreter der Säule IV (Polizei) und des Stellvertreters
ür Süddeutschland vorzunehmen. Damit war der letzte
Punkt der Bundestagung erledigt und der Bundestag haite
eine Arbeit beendet.
Wir hatten im letzten Bericht betont, daß es ganz
»esonders erfreulich war, zu beobachten, wie stari
der Wille zur Einheit heute schon in der Deutschen
Bzeamtenschaft verwurzelt ist. Daß unsere Beobachtung
ichtig war und daß tatsächlich der Deutsche Beamtenbund
ester denn je steht, haben die folgenden Tagungen in Berlin
»rwiesen. In der vergangenen Woche hielten der „Reichs—
nerband deutscher Post- und Telegraphenbeamten“ und der
Verband Preußischer Polizeibeamten“ ihre Beratungen in
Berlin ab. Der „Reichsverband Deutscher Post- und Tele—
zraphenbeamten“ stellte sich einmütig hinter den Deutschen
ßeamtenbund und der „Verband Preußischer Polizei—
beamten“ hat mit allen gegen 2 Stimmen sein Verbleiben
m Deutschen Beamtenbund beschlossen. Wir freuen uns
nufrichtig über dieses Ergebnis, freuen uns, daß es dem
rhrlichen Bemühen der Bundesführung gelungen ist,
ernste Gefahren zu beseitigen. Der Weg ist frei zu neuer
Arbeit! Möge der Deutsche Beamtenbund die deutsche
Beamtenschaft weiterhin aufwärts führen.“ M.

Geschäftsbericht für das Jahr 1927.
In der Geschichte unseres Versicherungsvereins ist das Jahr
1827 von besonderer Bedeutung. Als im Jahre 1805 in St.
Johann die Krankenkasse zuerst für die rheinische Gemeinde—
beamtenschaft ins Leben gerufen wurde, da hatten ihre Gründer
dieles Werk mit frohen Hoffnungen der Zukunft übergeben.
Was anfänglich klein und unbedeutend erschien, wuchs und
breitete sich aus, bald über Preußen und dann über das ganze
Reich. Aus einer Kranken-Unterstützungskasse für die Gemeinde⸗
beamten der Rheinprovinz wurde alsbald eine Krankenkasse
iür die Gemeindebeamten und -Angestellten des deutschen
Reiches. Unaufhaltsam ging die Entkwicklung aufwärts uünd
ührte schließlich zu einem der größten Krankenversicherungs⸗
unternehmen.

mann, führte dazu recht zutreffend bereits 1926 aus, daß die
deutsche Kommunalbeamtenschaft recht schweren Herzens dieses
Werk der deutschen Beamtenschaft übereigne, daß man aber der
reudigen Hoffnung sei, daß dieses Opfer im Interesse der ge—
amten Beamtenschaft nicht umsonst gebracht werden möge. So—
vohl der Reichsbund der Kommunalbeamten und ⸗Angestellten
Deutschlands, als auch die Organe des Vereins waren sich bei
zen Beschlüssen klar, daß diese Uebereignung auch äußerlich ihren
lusdruck durch eine Firmenänderung finden müsse und beauf—
ragten eine Kommission zur Auswahl einer solchen.
Die Kommission einigte sich auf die Bezeichnung:
„Deutsche Beamten-Krankenversicherung V. a. G.
Sitz Koblenz a. Rh.
vormals Krankenkasse für die Gemeindebeamten und
⸗Angestellten des deutschen Reiches.“
Möge das in 22 Jahren von der deutschen Kommunal⸗
seamtenschaft mit Mühe aufgebaute soziale Hilfswerk der ge—
amten deutschen Beamtenschaft recht nützlich sein und in ihr
veitere Kräftigung und Mitarbeiter finden!
Die Beamtenkrankenkasse des Amtes Werne ist mit dem
31. 12. 27 mit 91 Personen geschlossen zu uns übergetreten. Da—
nit haben bisher 16 Krankenkassen zugunsten einer Vereinheit—
— der Beamtenkrankenfürsorge den Anschluß an uns ge—
unden.
Gegenüber den voraufgegangenen Jahren sind Neugrün—
»ungen von Beamtenkrankenkassen nicht mehr zu verzeichnen.
In der Mitgliederbewegung ist infolgedessen auch etwas mehr
Ruhe eingetreten. Der Gesamtbestand an Versicherten hat eine
kleine Steigerung von 225312 auf 226350 erfahren

Im Jahre 1924 schienen die gesteckten Grenzen bereits zu eng,
denn auch Reichs- und Staatsbeamte suchten um Aufnahme
aach. Die Nachfrage aus diesen Kreisen stieg so, daß bereits
nit Wirkung vom J. 10. 24 im Einvernehmen mit dem Reichs—
hund der Kommunalbeamten und »Angestellten Deutschlands
eine entsprechende Erweiterung des aufnahmefähigen Personen—
kreises eintrat. Das Bestimmungsrecht verblieb jedoch zunächst
allein der Kommunalbeamtenschaft. Erst im Jahre 1827, als
der Zugang von Reichs- und Staatsbeamten immer stärker
purde, entschlossen sich die Organe des Versicherungsvereins ge—
meinsam mit dem Reichsbund der Kommunalbeamten, allen
bersicherten Beamten und Witwen der Beamten auch das
Stimmrecht einzuräumen in der Hoffnung, damit das gemein—
jame Band der deutschen Beamtenschaft wie in gewerkschaft—
icher Beziehung, so auch in der Krankenfürsorge immer enger
chließen zu können. Der Bundesdirektor des Reichsbundes der
Kommunalbeamten und-Angestellten. Herr Stadträt a. D. Ehr—

3um Einreiben
ꝛa Rheumatigmus, Hexenschuß, Gliederschmerzen, Jochins, Reuralgien,
Folgeerscheinungen von Gicht und Influenza.
Man frage seinen Arzt.
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