Full text : 3.1928 (0003)

zu lassen. Wir haben uns zu diesem Zwecke mit dem Leiter
des Heimstättenamtes, Herrn Lu bahn, ins Venehmen ge—
setzt und seine Zusage zu einem Vortrage bei uns auch be—
reits erhalten. Der Zeitpunkt kann jetzt noch' nicht ange—
geben werden. Wir halten ihn in dem Augenblick ge—

kommen, wo das Beamtenheimstättengesetz auch bei uns
zingeführt wird. Ueber die weitere Entwicklung der ganzen
Frage und über den Zeitpunkt des in Aussicht genommenen
Lubahnschen Vortrags berichten wir weiter din unserer
Zeitschrift. Karl Schneider.

DERBUVUNDESTAG DES DEVISCHENBEAMTVIENBUNDES—

Der festlich geschmückte große Saal bei Kroll in Berlin bot
in der Zeit vom 24. -26. Oktober dem Bundestag des Deut—
schen Beamtenbundes eine gastliche Stätte. Vertreter der
— waren aus allen Teilen des Deutschen Reiches
herbeigeeilt zur gemeinsamen, ernsten Arbeit für die Be—
amtenschaft, für das Deutsche Reich und für das deutsche
Volk. Die eine Seite des Sagales nahmen die mit den
Reichsfarben geschmückten Sitze für das Präsidium und die
Redner ein; das weite Mittelfeld war für die Beamtenver—
treter bestimmt; die Seitenlogen und die Emporen gaben
den zahlreichen Gästen und der Presse Raum.
Im Jahre 1928 war der letzte BPundestag der deutschen
Beamtenschaft gewesen. In der Zwischenzeit wurden wichtige
Dinge erledigt. Die Beamtenbesoldung ist verabschiedet wor—
den. Es war darum selbstoerständlich, daß der Bundestag
1928 ernste Rückschau zu halten hatte, um abzuwägen und zu
prüfen, ob die Beamtenorganisation alles getan hat, was zu
tun ihre Pflicht gewesen ist. Die Verabschiedung der Reichs—
besoldungsreform war ein Werk, das tiefeinschneidend die
Lebensbedingungen der deutschen Beamtenschaft berührte.
Die wirtschaftliche Angleichung der Lebensbedingungen der
Beamtenschaft an die des übrigen deutschen Volkes mußte
oendlich durchgeführt werden, sollten nicht Staat und Volk
ernsten Schaden leiden. Daß es geschehen ist und daß es
den widerstrebenden, einflußreichen Kräften nicht gelang,
abermals eine Entscheidung hinauszuschieben, ist das un—
bestreitbare Verdienst des Deutschen Beamtenbundes. Nur
ver die innerpolitischen und wirtschaftlichen Strömungen
zu beurteilen vermag, nur wer weiß, welche Gegnerschaft
zu überwinden war, vermag zu ermessen, welche Fülle an
Arbeit geleistet werden mußte, um überhaupt zum trag—
haren Ende zu kommen. Darum ist auch die Besoldungs
reform als Gesamtwerk zu beurieilen. Und als Gesamtwerk
bdetrachtet bedeutet sie für die Beamtenschaft einen unbe—
streitbaren Erfolg.
Aber auch wer die Dinge so in ihrer Gesamtheit beurteilt,
weiß, daß viele Wünsche unbefriedigt geblieben sind. Bei
der Durchführung der Reform zeigten sich überall Fehler
und Mängel, die der einzelne als Härten und Benach—
leiligungen empfinden mußte. Es war darum bestimmt zu
erwaäarten, daß der Bundestag auch ernste Kritik an der
Arbeit des Bundes bringen werde.
Der Bundestag ist nun vorüber. Die Beamtenschaft und
die Freunde des Bundes können mit Befriedigung auf die
Tagung zurückschauen. Die Gegner des Deutschen Beamten—
bundes sind um eine Enttäuschung reicher. Die Beamtenschaft
des Deutschen Beamtenbundes kann zufrieden sein, weil der
Bundestag klar und eindeutig gezeigt hat. dak die deutsche

Beamtenschaft nur mit ihrer Organisation leben will
und leben kann. Die Beamtenschaft besitzt genug klaren
Blick für die Realitäten des Lebens und hat aus
der Lage der Dinge die allein möglichen Folgerungen
zezogen. Sie hat, sich nicht gescheüt, zu sagen, was
ie an ernster Kritik zu sagen für richtig hielt; aber sie hat
Kritik geübt, um Mängel zu beseitigen, um aufzubauen!
Z„ie hat keinen Augenblick vergessen, daß der Deuische Be—
aimtenbund leben und sich weiler entwiceln muß. Darum
var auch in jeder Minute, auch dann, als die Gegensätze
im schroffsten hervortraten, zu fühlen und zu erkennen, daß
die deutsche Beamtenschaft mündig geworden ist, daß sie
elbst weiß die Verantwortung für ihre Organisation zu
ragen, daß sie sich als Schicksalsgemeinschaft verbunden
ühlt und daß jeder einzelne von dem starken Willen ge—
rieben war, für die Erhaltung und Stärkung des deutschen
Zerufsbeamtentums und für seine Einfügung in die Volks—
gemeinschaft einzutreten und zu kämpfen.
Die Gegner des Deutschen Beamtenbundes sind eine Ent—
äuschung reicher. Sie wußten von dem Unwillen der ein—
elnen und glaubten daraus schließen zu dürfen, der Deutsche
Beamtenbund werde an der Uneinigkeit seiner Mitglieder
erbrechen. Sie wollten nicht annehmen, daß der, der auf—
auende, befruchtende und anregende Kritik übt, der beste
Freund des Bundes ist. Sie müssen enttäuscht sein und
verden erfahren, daß der Deutsche Beamtenbund lebt und
daß in der Deutschen Beamtenschaft der starke Wille zur Er—
jaltung und zum Ausbau ihrer Organisation lebendig ist
Im Mittelpunkte des ersten Tages stand der Tätigkeits—
zericht des Bundesvorsitzenden Flügel. Schon der sehr um—
angreiche, gedruckt vorliegende Geschäftsbericht gab ein Bild
on der reichen Arbeit in den abgelaufenen zwei Jahren.
Flügel stellte in seinem Bericht die Arbeit der Beamtenschaft
n den Rahmen der außen- und innenpolitischen Staats—
»olitik, wies auf die Gefahren hin, die dem deutschen Be—
imtentum heute drohen, stellte die Bedeutung des Berufs—
»eamtentums für den Staat und die Volksgemeinschaft
jeraus, forderte baldige Erledigung noch schwebender Be—
imtenfragen, sprach von der Stellung des Deutschen Be—
imtenbundes zu bestehenden Wirtschaftsunternehmungen,
Jab der Hoffnung nach einer Zusammenfassung aller Be—
imten in einer einzigen Beamtenorganisation Ausdruck und
wünschte, daß der Deutsche Beamtenbund seinen Weq weiter
gehen möge unter dem Dreigestirn:

Einigkeit, Freiheit, Fortschritt!
Die Aussprache brachte neben der Anerkennung für die
Arbeit des Bundes auch manches Wort ehrlicher Kritik.

⸗

—DöHA⏑⏑.
* IFURAFDEMBEDARf
A. .

— ——

Die üÜber in0 Joahes beuuurten

häern für feinste Ouslität pPei pBE—n Preéeisen!

8.
Pfergrefai — —
Gear. 1820 — Saarbr. 3, Friedrich Ebertstr. 10 — Tel. 25*4

Akommen.
            
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