Full text : 3.1928 (0003)

abgestimmt auf den einen Grundakkord, den Sehnsuchts⸗
schrei nach Boden und Heim, wie er am tiefsten und
ergreifendsten vielleicht zum Ausdruck kam in den herz—
bewegenden Worten der Sprecherin für die Frauenverbände.
Das waren wahrhaftig keine leeren Phrasen, das war
ein tönendes Bekenntnis zur Bodenreform, ein Erlösungsschrei
 Millionen Unerlöster, ein Ruf nach Luft und Licht
und Sonne, ein Gebet um Menschenwürde und Himmels—
hilfe. Nach so ich em Bekenntnis kann Bodenreform nicht
mehr mit Phantasterei abgetan werden, sie ist blutwarme
Wirklichkeit.

Es ist das Wort gefallen: „Selig sind, die da Heimweh
haben!“ Millionen Deutscher haben dieses Heim-Weh.
Es zu stillen, hat sich die Bodenreform zur Aufgabe gesetzt.
Bodenreform ist nichts absolut Neues. Das weiß auch Da—
maschke selbst am besten. Bodenreform hat's zu allen Zeiten
gegeben. Aber heute ist die Zeit ihrer Erfüllung ange—
brochen. Bodenreform ist eine Idee, klein und unscheinbar
und doch so allumfassend groß. Die in den Dienst dieser Idee
gespannt sind, suchen nun, sie zu verwirklichen. Bodenreform
ist Dienst am Volk in weitestem und bestem Sinne. Grauen⸗
hafte Wohnungsnot macht sich überall bemerkbar. So war's
vor dem Krieg, so ist's heute in weit größerem Ausmaße.
Tausende sind wohnungslos; Abertausende vegetieren in
Wohnungen, die teilweise schlimmer aussehen als mancher⸗
orts die Ställe oder Aufenthaltsräume für das Vieh. Wel—
ches Wohnungselend macht sich breit in den Großstädten, in
den Mietskasernen und Hinterhäusern, aber auch auf dem
Lande! Wieviel soziale Not, wieviel sittliches und mora⸗
lisches Elend schreit vielerorts bettelnd und anklagend zum
Himmel! In einer enedt werden die Wohnverhältnisse
amtlich untersucht. Nach der Arbeit im ersten Polizeirevier
schließt man erschüttert ab: „Zustände haben sich enthüllt,
die niemand in der Verwaltung für möglich gehalten hätte.“
In einer anderen Stadt „war das Ergebnis so, daß wir uns
das Wort gegeben haben, es niemand mitzuteilen“
Wohnungsnot hängt innig mit der Bodennot zu—⸗
sammen. Soviel Land stand zur Verfügung für alle, könnte
auch heute noch zur Verfügung gestellt werden; und doch,
welche Preise müssen vielerorts für den Boden bezahlt wer—
den an Leute, die aus dem Boden ein Geschäft machen.
Bodenspekulation ist eine der übelsten Erscheinungen unserer
an Verfallsanzeichen so reichen Zeit. Bodennot ist die Ur⸗
sache von Auswanderung, Landflucht, Wohnungsnot, Wol⸗
kenkratzern gewesen und ist es heute noch. Bodenreform
sucht der Wohnungsnot zu steuern durch Reform des Boden⸗
rechtes. „Der Boden der Allgemeinheit zu gerechtem Preis!“
Das ist ein Hauptsatz der Bodenreformbewegung. Er wird
erweitert durch den anderen: „Jede deutsche Familie soll
Anspruch auf eine Wohn- oder Wirtschaftsheimstätte haben.“
Das Programm des Bundes deutscher Bodenreformer
lautet: „Der Bund deutscher Bodenreformer tritt dafür ein,
daß der Boden, die Grundlage aller nationalen Existenz,
unter ein Recht gestellt werde, das seinen Gebrauch als
Werk- und Wohnstätte befördert, das jeden Mißbrauch mit
ihm ausschließt, und das die Wertsteigerung, die er ohne die
Arbeit des einzelnen erhält, möglichst dem Volksganzen nutz⸗
bar macht.“ Solcherart stempelt sich die Bodenreform zu
einer nationalen und sozialen Großtat, steuert der
Ueberfremdung und der Auswanderung,. der Landflucht und

brauchen Sie nicht
Faargehietßzmarken egee eizht
zxubieten. lch kaufe laufend zu mwind. gleichen
oder besseren Preisen in jeder Menge kompl.
Sätze, bessere Einzelwerte, Abarten und Vérxehrsware-
 GSchmilut, Saarbrücken 3, Beet-—
 — cis

F

en Gefahren der Straße und der Kneipe. Der Landtags⸗
zräsident von Anhalt hat sein Urteil vor 12000 Menschen
zahin zusammengefaßt: „Erst dann wird der Achtstundentag
ittlich und gerechtfertigt sein, wenn jeder Arbeiter in seine
zeimstätte heimgehen und sich in seinem Garten in Freiheit
ind in freier Arbeit erholen kann, die auch durch Obst- und
hemüsebau und durch Kleintierzucht produktiv ist und in
illem anderen, was Seele und Leib gesunden läßt.“
Wahrlich, sohcher Bodenreformarbeit kann man von
Zzerzen Glück wünschen. Ein hohes Ziel ist aufgestellt.
Itopie ist es keineswegs, mögen auch no so viele über die
ganze Bewegung spotten und lästern. Starke Kräfte sind
im Werk, einer großen Idee zur Verwirklichung zu
erhelfen. Heiße Wünsche aller, die guten Willens sind,
egleiten das Werk fühlender hergzen, helfender Hirne und
chaffender Hände.
Adolf Damaschke ward zum Führer berufen und aus—
twählt: Werkzeug im Kreise unsichtbarer Helfer und För—
erer seines Werkes. Und er * das in ihn gesetzte Ver—⸗
rauen bis zur Stunde gerechtfertigt. Mit seiner ganzen
draft, Klugheit, Beredsamkeit, nie versagenden Liebe zum
jeutschen Volke, das ihn in tiefste Seele hinein jammerte,
ügte er Baustein auf Baustein. Im ganzen Lande reiste er
imher, lernte und lehrte er in Hütten und Palästen. Wie⸗
ziel Fäden hat er knüpfen können mit arm und reich, alt
ind jung! Wen hat er nicht alles zum Freund gewonnen,
heistesgrößen aus allen Lagern, Politiker, Wissenschaftler,
»eerführer! Allüberall war er zu Hause, überall warb er
ür seine Idee, der er verpflichtet war. Es ging nicht immer
zlles so einfach und manche Widerstände waren zu
iberwinden; viel Spott fiel auf seinen Weg viel Feindschaft
ind Haß. Aber er hielt aus und hielt durch. Und heute
'ann er an seinem Lebensabend selbst noch das Werk
reifen sehen.
Ich muß es mir versagen, die Entwicklung der Boden—
eformbewegung im einzelnen darzulegen. Uns interessiert
sier nur die Frage, wie Damaschke auf seinem langen Wege
ur Beamtenheimstätte kam.
Von Anfang an war bodenreformerisches Ziel: die Volks⸗
jeimstätte; das Einzelheim mit Gartenland für jede deutsche
Familie. Es zeugt von der großen Einsicht Damaschkes, daß er
von vornherein seine hohe Aufgabe taktisch richtig damit be—
jann, sich auf dein Weg zum Endziel Teilzie le zu stecken
ind auf deren Erreichung alle Kräfte zu konzentrieren. Und
o ist denn Damaschkes Weg zur Volksheimstätte bezeichnet
durch folgende Etappen: Krieger⸗, Reichs⸗, Beamten⸗. Volks⸗
jeimstätte.
Als der Weltkrieg ausgebrochen war, gab Damaschke mit
einen Mitarbeitern die Parole aus: „Den Kriegern, die
»eutschen Boden mit ihrem Blute verteidigt haben, als
Ddank des Vaterlandes ein deutsches Hesimstättenrecht!
jedem Krieger mit seiner Familie eine Kriegerheim-—
tätte!“ Ein edler, hoher Gedanke, wie er schöner kaum
edacht werden konnte. Zustimmung im ganzen Volke, ein⸗
timmige Billigung sämftlicher politischen Parteien! Der
atholische Kardinal-Erzbischof von München erklärte in
iffentlicher Aussprache: „Die Kirche, die ich vertrete, darf
nicht nur mitgehen in dieser Frage. sie muß vorangehen:

Hunderitausende
Hausfrauen verwendon heute schon
zur Pflege ibhr-EuBßbö den
NiekKkum's GIanol
der b28 Beweis für dio unHDertroffene Quælitat

RADIO-STANISEAS. L. ITO, Saurbicen v. nannertte
X unn «Pohrengerüte dür Jocantenne, 6Phhrengeräte zür Pahmenanienne, Kompletfte anlagen von 900- —s 4500. Frs
12 Monate Tellzanlang z 2 lJahre kobrikgarantiee:: Hejz-und Angeeneskamulatören:: dleltarintere:: 7üabenörteüs dür dastier.

—
            
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