Der Gauverband Pfalz des Bayerischen Beamtenbundes tritt Die am Sonntag veranstaltete öffentliche Kundgebung der
eit 1924 alle zwei Jahre mit einer grozen Kundgebung an die Festhalle wollte Stellung nehmen zu den Fragen des Berufs—
Deijfentlichteit. Durch dieses öffentliche Auftreten will der Ver“ ⸗deamtentums. Im Mittelpunkte der Veranstaltung standen
band das Organisationsgesfühl seiner Mitglieder stärken, will darum zwei Vorträge: „Beamtenschaft und Wirtschaft“ und „VBe⸗
ihnen zeigen, daß sie einem Bunde angehören. der den aller- imtenschaft und Volksstaat“. Austklingen sollte die Festtagung
größten Teil der Beamten umschließt, der die wirischaftlichen ndlich in einer großen nationalen Kundgebung, in der die
Interessen seiner Milglieder vertritt und, Berufsauffassüng Beamtenschaft Stellung nebmen wollte zur Besatzungsnot und
und Standesbewußtsein dflegen will. Den Außzenstehenden sollen Sdaarnot.
die Bundeslagungen vor Augen führen, daß die Beamtenschaft Der Gauvorsitzende, Serr Oberlebrer Mang, erdifnete die stark
ein fesigeschlosener Stand ist, der wohl Beachtung seiner Rechte »csuchte Hundgebung mit, der Begrüßung der sehr zahlreich er⸗
und seiner Lebensgrundlagen verlangt, sich aber andererseits chienenen Ehrengäste. Erschienen waren die Vertreter der
wie alle anderen Berufsstaͤnde als Glied des gesamten Volkes ayrischen Staatsregierung, des Reichsministers fFür die besetzten
ühlt. Bundestagungen geben Gelegenheit, einmal das kraft- Gebiete, des Reichskommissars für die besetzten Gebiete, der Re⸗
voille Leben der Beamtenorganisationen zu zeigen, der Oeffent- gierung der Pfalz, der verschiedenen in Zweibrücken tätigen Be⸗
chteit zu sagen, was die Beamtenschaft denkt und fühlt, was dörden und, der Presse. Aus der langen Reihe der Begrüßungs⸗
fie dedruͤct und beschwert, wie sie sich die Gestaltung ibrer Dinge ansprachen seien nur einige wegen der Wichtigkeit der zum Aus—
in der Zukunst denkt und wie fie ihre Aufgaben verstanden »ruck gebrachten Gedanken ãA— Herr Regierungs⸗
haben will. direktor Jobas, Staatskommissar für die Pfalz, überbrachte
Der Fauverband Pfalz hatte zu dem 3. Pfälzischen Beamten⸗ ie Grüße der bayrischen Staatsregierung, wies auf die hohen
tag nach Zweibrucken eingeladen. Die Saarbeamtenschaft, war Pflichten der 3 gegen Volk und Staat hin und be—⸗—
durch eine Abordnung der Bundesleitung und durch eine statte tätigte freudig der pfälzischen Beamtenschaft, daß sie ihren Mann
ug Zahl besonders saarpfälzischer Kollegen vertreten. n den schlimmsten Zeiten der Vergangenheit voll und gans ge⸗
m Samstag nachmittag fand eine Gesamtvorstandssizung tanden habe. Oberregierungsrat Künkele grüßte im Namen
statt. Organisations- und allgemeine Beamtenfragen standen des Reichsministers sur die besetzten Gebiete und überreichte
Zur Erörterung. Rach aufklärenden Darlegungen des geschäfts- em Verband im Auftrage des Reichsministers und der bayri⸗
jührenden Vorftandes war die Versammlung mit den gemächten hen Staatsregierung einen namhaften Geldbetrag als Geburts⸗
Vorschlägen einverstanden und erteilte dem geschäftsführenden Der Vertreter des Reichskommissars für die be—
Vorstand Vollmacht zur weiteren Erledigung der schwebenden eszten Gebiete, Wiree Legationsrat Dr. Knoch, wies auf
Fragen. Als solche sind zu nennen: Organisationsänderung im die Wandlung der Bindungen für die Beamtenschaft hin. Aus
Deutschen Beamtenbund, Kampf um das Berufsbeamtentum, An⸗- dem Diener der Krone ist der des Volkes geworden. Dienen
rechnung der Dienstzeit im beseten Gebiet, Sonderzuschläge und iber in diesen letzten und tiefsten, Auffassungen wird nur ein
Oristlaffeneinteilung. Am Samstag abend war ein Begrüßungs⸗ dochqualifiziertes ünd mit höchstem Berufsethos erfülltes Berufs⸗
abend in der Festhalle. Kurz nach 8 Uhr eröfinete der zweite eamtentum,
Vorsitzende, Prosessor Frank, die Veranstaltung. Ein reichhal⸗ Der Reichstagsabgeordnete Geheimrat Dr. Zapf beglück⸗
tiges Konzertprogramm der Gesellschaft der Musikfreunde und pünschte die Beamtenschaft zu der Tatsache, daß sie bisher auf die
Gruppenbilder füllten den Abend aus. Der Vorsitzende des Gau⸗ ne einer eigenen patlamentarischen Vertretung verzichtet
verbandes, Oberlehrer Mang-Kaiferslautern, hielt die Festrede and immer die ideellen Ziele vor die materiellen gestellt habe.
zur Feier des 10jähr. Bestehens des Gauverbandes. Hert Mang 7tr und auch der Reichstassabgeordnete Pallmann bekannten
ab einen geschichtlichen Ueberblick Uber den Werdegang des Gau- ich zum Berufsbeamtentum und — sich für seine Er⸗
herbandes, umgrenzie Aufgaben und Zieie der Verbaͤndsarbeit, altung einsetzen zu wollen. Den Gruß des Deutschen und, des
sprach von erfüllten Wünschen und enttäuschten Hoffnungen und hayrischen Beamtenbundes überbrachte der stellvertretende Vor⸗
igte dor allen Dingen die Sqywierigkeiten und die Laslsen des izende des Deutschen Beamtenbundes, Regierungsdirektor
Verbandes waährend des pafsiven Widerftandes und während der Kymann, den der Beamtenschaft des Saargebietes Rektor
Sebaratistenzein Von Befriedung konnte der Gauvo sißende 5hneidert, der Vorfitzende des Beamtenbundes des Saar⸗
seiftellen dah die pfatzische Beamtenschaft keinen Äugenblick ge- ebietes. Herr Schneider wies auf die innige Verbundenheit
ogert habe, Freiheit und Heimat für ihr Volk und ihr Vater- wischen Saar und Pfalz hin und schloß mit dem Wunsche, das
einzuseßen. Grobe Auigaben hatten der Lösung. Dder 5gar, und Rhein bald zum Reiche zurücklehren möchten.
Pfalzische Gaͤuverband gehte an das Wert mit der Losuna: Für den Landesverband der Bayrischen Staatsbegamten sprach
Ärbesten und nicht verzweifeln. Min:Rechnungsrat Zetti und für den Zentralverband der
Namens der Stadtverwaltung begrüßte Oberbürgermeister Bayrischen Gemeindebeamten Amtsrat Bechthold.
Roefinder die Versammlung, hieß die Gäste in der Rosenstadt Nach Erledigung der Begrüßungsansprachen nahm der erste
herzlich misst⸗en vud wünschle der Tgagung auten Verlau* Redner. Regierungasrat Dietrich-Kassel. das Wort zu seinem
ig
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