lung der saarländischen Orte nach den Feststellungen aus
dem Jahre 1909. Aber wie wenig die ersolgte Neuein—
teilung befriedigt hat, dürften der Reg'erungskommission
die —J Versammlungen, Entschließungen und Ein—⸗
gaben zu dieser Angelegenheit gezeigt haben. Viele Här—
ten liegen ven zu Tage. Hier muß bald ganze
und gerechte Arbeit geschaffen werden. Sie zu verschieben
bis Ostern nächsten Jahres, wie die Regierungskommis⸗
sion beschlossen hat, geht nicht an. Eine neue Ortsklassen⸗
nintenuns nach den Grundsätzen des Reiches muß in Kürze
erfolgen.
durch voreilige Anfragen oder gar, wie jetzt schon gesche—
hen, durch Einsendung von Gesuchen, die auch noch von
uns unterstützt werden sollen. Soweit ist diese Angele—
zenheit noch lange nicht. Wir werden nichts versäumen
uind alles tun, was geeignet ist, uns zu helfen. Was
osfentlich gesagt werden kann, wird auch gefagt werden.
Alles andere, das sei jetzt bereits mit aller deutlichkeit
zum Ausdruck gebracht, ist für uns alle vom Uebel. Hier
zilt mehr denn je nur dies eine: Vertrauen!
Daß die Frage der Beamten der Kategorie B, ebenso
die der Anerkennungen, bei dieser Gelegenheit mit er—
ͤrtert werden, ist selbstverständlich. Jeder, der die Dinge
ennt, weiß, welche Schwierigleiten gerade hier noch zu
überwinden sind.
Man sollte meinen, daß die gesamte Beamtenschaft an⸗
zesichts der kommenden ernsten Arbeit mehr denn je da—⸗
von überzeugt sein müßte, daß Einigkeit und Zu—
sammenhalten einzig und allein das Gebot der
Stunde sind. Dem ift leider nicht so. Immer noch wirkt
der Ausgang der Besoldungsregelung bei einzelnen Kol—
legen und ganzen Gruppen nach. Statt die Vorwürfe, so—
weit sie berechtigt sind, an die richtige Stelle zu leiten,
versucht man den Beamtenbund für Dinge verantwortlich
zu machen, für die er — gerechterweise — nie und nimmer
derantwortlich gemacht werden kann. Und man spielt
chon wieder mit Austritt und Zersplitterung in einer
Weise, wie sie nicht gutzuheißen ist.
Wir vertrauen dem gesunden Sinn unserer Mitglieder,
daß sie wissen, um was es geht, und daß sie zu gegebener
Zeit so entscheiden, wie in unserer Saarnotzeit einzig und
allein nur entschieden werden kann und darf. Stärker
denn je ist heute das Berufsbeamtentum bedroht. Die
Versuche derer um Stegerwald, Imbusch, Hellpach ete.
sollten doch endlich jedem Beamten die Augen geöffnet
haben. Hier hilft nur geschlossene Front von
unten bis oben. Die Kollegen in den unteren Be—
soldungsgruppen aber sollten die Zeichen der Zeit ganz
besonders beachten und von ihnen lernen; denn ihnen
droht die Gefahr am meisten.
Große Aufgaben harren unser in der nahen Zu—⸗
kunft. Wir wollen sie aAnpacken mit ganzer Kraft.
Möge der Grfolg nicht ausbleiben!
Karl Schneider.
Die Besoldungsneuregelung hat auch noch sonstige
Härten in Erscheinung treten lassen. Sie zu beseitigen,
ist uns im Interesse unserer betroffenen Mitglieder selbst—
verständliche Pflicht. So haben wir in diesen Tagen in
der Frage der bayrischen Beamten eine neue Eingabe vor⸗
gelegt und die bayrische Besoldungsordnung verlangt. Wie
weit uns im einzelnen unser Vorhaben gelingen wird,
läßt sich natürlich nicht voraussagen. Richischnur für un⸗
ser Handeln sind die Verhältnisse des Reichs. Man er—
warte und verlange darum von uns nichts Unmögliches,
wie wir andererseits eines Jeden Beamtenrechte zu wab⸗
ren versuchen werden.
So sind die kommenden Herbst- und Wintertage wieder
reichlich ausgefüllt; die Zeit des Feierns ist noch nicht ge—
kommen. Ob sie überhaupt anbrechen wird, solange wir
noch unseren „Saargebiets“Zustand haben? Auf Grund
aller Erfahrungen aus der Vergangenheit möchte man
dies füglich bezweifeln. Umso größer und stärker reift
dafür unsere Sehnsucht nach endlicher Befreiung her—
an. Aufmerksamer denn je verfolgen wir die Vorgänge
in Genf; inniger denn je wünschen wir, daß die Völker
fich friedlich verständigen möchten. Und unsere Augen rich—
ten sich vertrauend auf Deutschland und seine Staats—
männer, auf das ganze deutsche Volk. mit dem wir leiden
und mit dem wir hoffen.
Eine weitere große Aufgabe harrt ihrer Erledigung,
fast noch schwerer als die oben angedeuteten. Was sie uns
nicht leichter macht, ist die Tatsache, daß wir sie zu lösen
haben in Verbindung mit unsrer Heimatregierung.
Es ist die Urteilsfrage und die Klärung ihrer Auswir—
kung. Eine Besprechung in Berlin ist nachgesucht und
wird in Kürze stattfinden. Wenn wir hier nicht weiter
auf die Angelegenheit eingehen, so geschieht es, weil wir
dafür wichtige Gründe haben. Unsere Bitte an alle Kol—
legen und Kolleginnen geht dahin, diese unsere Haltung
zu würdigen, uns zu keinen Erklärungen zu drängen und
vor allem, uns nicht die ganze Arbeit unnsötig zu erschwe—⸗
ren durch unverantwortliche Redereien am falschen Ort,
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