es sich um Dinge haändelt, die gar nicht mehr grundsäßzlich
in Frage Sae sind Die Regierungskommisj—
hron sit doch davon überzéeugt, daß die Be—
roldungsneuordnung auch für die Ange—
stellten kommen muß, und fie ist ja auch be—
reit, eine Neuordnungeinzuführen. Warum
dieses Hinausschleppen? Es ist doch auch für Menschen, die
in Rot sind, unerträglich immer wieder mit dem Hinweis
abgewiesen zu werden, die Mitglieder der betreffenden Kom—
mission sind in Urlaub! Die Haupturlaubszeit geht zu
Ende. Wenn nun noch der Vorsitzende oder einzelne Mit—
zlieder fehlen sollten, dann darf darum doch nicht weiter—
din eine wichtige dreg ne ledigt bleiben, zumal bei eini—
gem guten Willen die Sache längst verabschiedet sein könnte.
Wir erwarten von der Regierungskommission, daß sie sich
in ihrer nächsten Sitzung mit der Frage der Angestellten—
zesoldung beschäftigt und Maßnahmen beschließzt, die eine
zeschleunigte Erledigung der Angelegenheit sicherstellen.
darüber hinaus muß den Staatsangestellten durch Zahlung
ion Vorschüssen für den Augenblick geholfen werden. M.
DER O. PHEINISC
HEBEAMITENTAGI
Der Landesverband Rheinland des Deutschen Beamten—
bundes hielt am 8. September seine Hauptausschußsitzung in
Koblenz ab. Anschließend daran waren am 8. September ein
Begrüßungsabend und am 9. September eine öffentliche
Kundgebung der rheinischen Beamtenschaft im Großen Fest—
saal der Stadthalle.
Der Beamtenbund des Saargebietes, der sich leider immer
noch nicht aktiv an der Arbeit des Deutschen Beamten—
bundes beteiligen kann, hielt aber an einem liebgewordenen
Brauche fest, wenn er auch diesmal eine Abordnung zur Fest—
tagung der Nachbarkollegen entsandte.
Wir trafen am Samstag nachmittag nach langer Fahrt
durch die sonnendurchglühten Täler der Saar und Mosel
in Koblenz ein. Die noch zur Verfügung stehende kurze Zeit
benutzten wir zu einem kurzen Gang zum ewig schönen
Rhein. Das ist der deutsche Rhein, an dessen Ufern durch
die Jahrhunderte deutsche Stämme wohnten, und um dessen
Besitz das deutsche Volk nun schon über tausend Jahre
ringen muß. Das sind Gedanken, die jedem Deutschen auf—
steigen müssen, wenn er, am Rheinufer stehend, auf der alt—
ehrwürdigen Feste die fremde Flagge wehen sieht. Doch
zurück zum Rheinischen Beamtentag! Im prächtigen Fest—
saal der Großen Stadthalle versammelten sich um 8 Uhr
die geladenen Gäste und die Vertreter der rheinischen Be—
amtenschaft zu einem festlichen Begrüßungsabend. Der Vor—
sitzende des Ortskartells Koblenz, Hr. Postinspektor Kraemer
eröffnete den Abend mit einer herzlichen Begrüßung der
erschienenen Ehrengäste, der Vertreter des Deutschen Be—
amtenbundes, der Vertreter der Nachbarverbände und der
Vertreter der rheinischen Beamtenschaft. Ausgehend von
der Devise der gesamten Tagung: „Einigkeit und Treue“
sprach er von der Not des Rheinlandes und der Not der
Beamtenschaft. Er meinte, das Rheinland sei vom Schicksal
dazu bestimmt, für das deutsche Volk Leid und Not
zu tragen. Das Rheinland und mit ihm die rheinische
Beamtenschaft tragen gern und willig, was die Verbunden—
heit mit der deutschen Volksgemeinschaft von ihnen zu
tragen verlangt. Der Rheinstrom ist Deutschlands Schicksals—
strom, er ist aber auch Deutschlands Sonntagsstrom. Die glück—
liche Natur des Rheinländers, seine Lebensfreude und sein
Frohsinn lassen ihn überwinden, was andere niederdrücken
würde. Herr Kraemer schloß mit dem Wunsche, daß rhei⸗
nischer Frohsinn nach der arbeitsreichen Tagung zu seinem
vollen Rechte kommen möge!
Nach dem Vorsitzenden des Ortskartells entbot Herr
Oberbürgermeister Dr. Russell der Versammlung den Gruß
der Stadt Koblenz. Wenn wir den Ausführungen des
Herrn Oberbürgermeisters etwas mehr Raum widmen,
dann geschieht es aus zwei Gründen. Schon Herr Kraemer
hatte bei seinem Gruße an Herrn Oberbürgermeister Dr.
Russell auf das herzliche Verhältnis zwischen ihm und der
—B hingewiesen und betont, daß Oberbürger⸗
meister Rußest an sjeder Stunde hereit sei. die Beomten zu
jören. Wenn dann Herr Oberbürgermeister Russell vor der
cheinischen Beamtenschaft öffentlich sagen durfte: „Ich lebe
n herzlicher Kameradschaft mit meinen Beamten“ und
Auch in dem geringsten meiner Beamten sehe ich den
Bruder in der Arbeit für das Vaterland“, dann zeugt das
jon einem so vorbildlichen, herzlichen Verhältnis zwischen
»em Oberbürgermeister und seinen Beamten, daß man wün—
chen möchte, der Geist Russells walte in allen Amtsstuben
mnseres lieben Vaterlandes. Er fand auch Worte höchster
Anerkennung für die Treue der rheinischen Beamtenschaft
n der Separatistenzeit und betonte dabei die besonderen
Perdienste der Beamtenfrauen. Wenn dereinst das rheinische
zefreiungsdenkmal errichtet wird, gehört darauf der ersie
Platz der rheinischen Frau, insbesondere der rheinischen Be—
imtenfrau.
Herr Oberbürgermeister Dr. Russell fand auch herzliche
Porte für das Saargebiet. Mit seinem Gruße verband er
ersönliche Erinnerungen an die Jahrtausendfeier in Saar—
rücken. „Das war keine Feier mehr. das war ein Gottes⸗
irteil!“
Als Vertreter des Weinlandes Rheinland erinnerte der
zerr Oberbürgermeister daran, daß es Pflicht sei, auch dem
heinischen Wein die ihm zukommende Beachtung zu schen—
ken. Er schloß mit dem schönen Wort:
„Beamtentrunk ist ernste Pflicht,
Trockne Lampe leuchtet nicht!“
Sodann ergriff noch der Vorsitzende des Deutschen Be—
mtenbundes, Herr Flügel-Berlin, das Wort. Er dankte
em Ortskartell Koblenz, der Stadt und ihrem Oberbürger—
neister für die gastliche Aufnahme. Der Treue der rheini—
hen Beamtenschaft stellte er die Treue der deutschen Be—
imtenschaft gegenüber. „Mit Ihnen hoffen und wünschen
vir; wir werden Sie stützen und schützen, soweit es in
inserer Kraft steht.“ Auch er wünschte, daß an dem Fest—
ibend rheinische Freude, n Begeisterung und rhei—
uischer Humor zu ihrem Rechte kommen möchten.
Ein geschmackvoll zusammengestelltes Programm ließ die
chönen Stunden des Abends sehr schnell verstreichen. Herr
PRpernsänger Kuhlen erfreute die Teilnehmer durch den Vor—⸗
rag einiger Rheinlieder, der Post- und Telegraphen-Ge—
angverein „Blitze Koblenz sang „Dem Rhein mein Lied“
ind „Maientanz“; Herr Hofschauspieler Schlotthauer wußte
urch einen —8 rheinischen Humor die Stimmung des
bends zu heben; die „Khythmische Schulgemeinde“ in Kob—
enz führte eine Reihe wohlgelungener Tänze auf, und zwi⸗
chendurch unterhielt der Musikverein Koblenz die Gäste
urch Vortragsstücke und flotte Märsche. Wenn man dann
ioch bedenkt, daß der Keller der Stadthalle einen ganz
chten rheinischen Trunk darbot, dann nimmt es nicht wun—
der, daß eine recht gehobene Feststimmung herrschte, und
die Stunden des Abends nur zu schnell porbeieilten.
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